Ganz ohne Motorsport und Autos können wir ja irgendwie doch nicht. Darum nutzen wir die kleine Rennpause zwischen dem Homburger Bergrennen und den 24h von Spa für ein Testwochenende der süchtigmachenden Art. Einer der momentan stärksten Audi RS3 sollte also unser Testobjekt sein - nein, nicht irgendein RS3, sondern der von Tij-Power auf 410 PS erstarkte Audi RS3. Das Auto konnte bisher schon viel Lob beim diesjährigen Tuner Grand Prix auf dem Hockenheimring einfahren. Allein schon die extrem bullige Optik des sonst eher unauffällig daher kommenden, Ingolstädters lässt erahnen, dass das nichts für zart besaitete ist. Rundum auf fetten Emotion Strada (Gunmetal) 9 x 20" Rädern mit 245/30/ZR20 (vorne) und 235/30/ZR20 (hinten) Pneus von Conti, kombiniert mit einem KW Clubsport Fahrwerk, verleiht es dem Audi eine extrem aggresive Optik. Zwischen Radhaus und Reifen ist gerade mal ein Finger breit Platz.

Der Zugang zur Schaltzentrale gibt weitere nette Details des Audis Preis. Ein wulstiges, nach unten abgeflachtes Dreispeichen Wildlederlenkrad, lädt geradezu zum festen Zupacken ein. Hinter dem Lenkradkranz schimmern die beiden Alu Schaltpadel des 7-Gang DSG Getriebes durch, dessen Schaltzeiten von Tij-Power ebenfalls optimiert wurden. Die Sportschalensitze halten den Fahrer und seinen mutigen Beifahrer fest wie ein Schraubstock. Ach ja - ne Soundanlage von Bose gibt es auch - warum auch immer, aber dazu später mehr. Zurück zum Motor - der 2.5 L Reihenfünfzylinder der von einem Turbolader zwangsbeatmet wird, produziert schon in der Serie einen süchtigmachenden Klang. Wer hätte da gedacht, dass man das noch toppen kann? Oh doch, man kann - Tij-Power zeigt uns eindrucksvoll das eine selbst gefertige Abgasanlage einen derart krassen Sound produziert, wie man ihn sonst nur von einem Rennwagen erwarten würde. Mit verantwortlich dafür ist wohl auch das 76mm dicke Rohr, was ab dem Turbolader direkt in der Tij-Power Anlage mit ihrem netten Klappensystem mündet. Apropros Klappensystem - die Klappe öffenet sich entweder wahlweise über die S-Taste im Cockpit oder bei erreichen von 3.500 U/min. und einem Ladedruck von 0.5 Bar. Die Lautstärke steigt dabei exponentiel zur Serienlautstärke an und verstärkt die Lust nach dem heiseren Schreien des 5 Zylinders immens.

 

Die Leistungssteigerung auf 410 PS wurde durch den Einsatz eines Forge Ladeluftkühlers, Forge Silikonschläuchen und natürlich einer geänderten Software erreicht. Einmal aufs Gaspedal getreten, verfällt der Fahrer in einen wahren Geschwindigkeitsrausch, untermalt von der kehligen Stimme des Motors. Der erste Gasstoß lässt den RS3 brachial antreten - dabei fallen die 100 km/h innerhalb von 3,8 Sekunden problemlos. In weiteren 9,8 Sekunden fliegt der Tachonadelzeiger an der 200 vorbei. Der Vortrieb wird erst bei 300 km/h gestoppt. Die Auomatik lässt, dank dem hohen Drehmoment des Motors, aber auch entspanntes Cruisen bei niedrigen Drehzahlen zu - aber wer will das schon in dem Auto? Da drücken wir doch lieber einmal mehr auf die manuellen Schaltwippen hinter dem Lenkrad und horchen beim Runterschalten ob noch alle 5 Zylinder da sind. Wer weiß, vielleicht ist ja unterwegs einer abhanden gekommen - denn wer einmal einen 5 Zylnder gefahren ist, mag keine 4 Zylinder mehr.

Unser Monster hat leider ein kleines Problem mit hochprozentigem. Unter 15 L 100octane.de, pardon 100 Oktan Kraftstoff geht da nicht viel - nach oben natürlich schon. Aber wer denkt bei solch einem Auto den schon an den Verbrauch? Ok, das ist jetzt ökologisch ziemlich unkorrekt - aber der RS3 rechtfertigt das schon irgendwie.... Zumal einem der Nachguck-Effekt am knackiegen Heck klebt, wie Fliegen an der Frontscheibe. Angelockt von der Hard Rock Sonate aus 5 heiseren Kehlen, sammeln sich die Menschen um dieses Ungetüm, wie um einen Rockstar. Viele ziehen den Vergleich zum gloreichen Vorfahren - dem Audi Quattro aus den 80er Jahren. Auch wenn manch einer nun sagen mag, dass so ein modernes Auto keine Seele hat - dieser hat, und zwar eine ganz fiese, aber dafür auch grundehrlich Seele, die dem Fahrer keine Böse Überraschungen bietet.

Wer dieses Auto bewegt, braucht nicht viel Angst haben, dass er überholt wird. Viele Gegner gibt es nicht, dafür aber umso mehr Opfer, wenn wir sie denn mal so nennen wollen - sorry an die Porsche Cayman, Carrera Fahrer. Das Preis/Leistungs Verhältnis passt bei dem Fahrzeug halt einfach besser als bei anderen Fahrzeugen in der Leistungsklasse - Tij-Power ruft 65.000,00 € für den Dampfhammer auf - nicht zu viel, wie wir meinen. Ach ja, die Soundanlage - ja die gibt es, geht auch bestimmt irgendwie - aber irgendwie haben wir vor lauter 5 Zylinder Sound den Schalter nicht gefunden.Wir bedanken uns für ein sehr eindruckvolles Fahrerlebnis mit einem der wahrscheinlich stärksten Audi RS3.

Wer den Tij-Power Audi RS3 gerne mal hören und sehen möchte, dem sei nachfolgender Youtube Link ans Herz gelegt.

 

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