Der KW Berg-Cup in Eschdorf: Königssprint bei wechselnden Bedingungen

Das luxemburgische Eschdorf war der zweite Auftrittsort des KW Berg-Cups in seiner 30. Saison. 149 Teilnehmer aus 7 Nationen nahmen am Samstag das Training auf, 141 davon starteten sonntags zum Rennen. An beiden Tagen zeigte sich das Wetter wechselhaft. Zum leicht verspäteten Beginn der Übungsauffahrten war es trocken und kühl, trotz Sonne lag die Temperatur anfangs bei nur 9° Celsius. Zwei Läufe lang waren Slicks angesagt, unmittelbar vor dem dritten und letzten Probe-Heat setzte Regen ein. Leicht zunächst, später an Intensität zunehmend. Es wurde Zeit zum Reifenwechsel eingeräumt, gegen 18:25 Uhr war das Trainingsgeschehen beendet. Es lieferte – fein säuberlich voneinander getrennt – Trocken- und Nasszeiten. Zum Rennstart dienten die Letztgenannten als Referenz, denn die Niederschläge hatten über Nacht angehalten. Das schloss bei ähnlichen Temperaturen wie am Vortag jeglichen Reifenpoker aus, profiliert war erste Wahl. Für den zweiten Run änderte sich die Situation. Denn schon bald hörte der Regen auf, die Strecke begann Stück für Stück aufzutrocknen, besonders im oberen Teil. Dennoch blieb es bei nur zwei Rennläufen. Diesen Beschluss traf die Rennleitung zu einem sehr frühen Zeitpunkt, konnte diesen später – als der Ablauf flüssiger wurde - auch nicht mehr rückgängig machen. Da in Eschdorf nur die schnellste Einzelzeit Grundlage der Wertung war, fielen alle Entscheidungen im zweiten und finalen Heat. Für die KW Berg-Cup’ler ist dieser um 15:31 Uhr beendet. Wer bis dahin am erfolgreichsten operierte, das wollen wir uns nun genau ansehen.

 

Der NSU-Bergpokal fehlt 2017 in Luxemburg. Als nationale Rennserie darf er nur ein einziges Auslandsrennen in seinem Terminkalender haben. Die NSU’ler hatten sich in dieser Angelegenheit für etwas Neues entschieden, sie werden in diesem Jahr erstmals im niederösterreichischen St. Anton an der Jeßnitz auftreten. Nur Michael Vogel hatte die vom Veranstalter Union Des Pilotes angebotene Möglichkeit genutzt und war mit seinem Davidovic TT als „Alleinunterhalter“ nach Luxemburg gekommen. Womit wir ungewohnt schnell bei den Hubraumklassen der stark verbesserten Fzg.-Gruppen H, FS und E1 mit KW Berg-Cup Beteiligung angelangt sind.

Als Quintett genannt, als Quartett begonnen und schlussendlich als Trio aufgespielt. Das ist die 1,15-Liter Eschdorf-Kurzbeschreibung. Bernd Deutsch laboriert noch an den Schottenring-Nachwehen seines Schneider Audi 50, Jörg Davidovic ist zwar im Nassen Übungsdritter, zieht aber den 16V NSU anschließend wegen verdächtigen Geräuschen aus dem Ventiltrieb vorsichtshalber zurück. Also bleiben noch Drei, die sich im weiteren Verlauf hinter dem Gewinner etwas überraschend sortieren. Thomas Stelberg ist immer vorn, düst mit seinem Schneider Polo 16V zu seinem zweiten Sieg in dieser Saison. Zunächst heißt sein Verfolger Walter Voigt (VW Polo 16V), aber in der finalen Auffahrt übernimmt Jörg Eberle im Fiat 127 Super dessen Position, wird Zweiter. Er kommt sogar noch bis auf vier Zehntelsekunden an Thomas Stelberg heran, dessen zuvor neue Regenreifen in den letzten Kurven des zweiten Runs am Ende sind. Walter Voigt wird Dritter, Jörg Eberle sichert sich zusätzlich den 1150er KW 8V-Trophy Siegerpokal.

Die beiden ersten 1,4-Liter Trainingssitzungen versprechen Hochspannung. Denn „Mister Berg-Cup“ Franz Weißdorn ist mit seinem VW Polo 16V an Armin Ebenhöhs Minichberger Scirocco-Hayabusa ganz eng herangerückt, ist in der zweiten Auffahrt um 14 Tausendstel schneller, beeindruckt obendrein mit enormen Zielspeed. Erst im letzten Lauf ändert sich das Bild zugunsten von Armin Ebenhöh. Dies nicht zuletzt auch deshalb, weil Franz zwischen Run zwei und drei konsequent weiter an seinem Trocken-Setup feilt. Den einsetzenden Regen kann er dabei gar nicht brauchen, für diesen hätte er in eine ganz andere Richtung arbeiten müssen. Allerdings kommt es für ihn noch viel dicker, Elektronikprobleme verhindern seinen Start am Sonntag total. Mit zwei Bestzeiten gewinnt Armin Ebenhöh den Eschdorf-Event locker, er legt stets mehr als zwei Sekunden zwischen sich und seine Verfolger. Das sind zwei 8V-Polos, von denen Frank Duscher unter allen Verhältnissen der schnellere ist. Er fährt auf Klassenposition zwei, Dritter wird Nils Abb. Rang vier sichert sich Klaus Bernert (VW Polo 16V), Ehrenplatz fünf holt sich Stefan Winkler im Fiat 127. Damit ist auch das 8-Ventiler Podest bereits bekannt. Auf diesem steht Frank Duscher in der Mitte oben (8VP1), er wird flankiert von Nils Abb als Zweitem und Stefan Winkler als Drittem.

Waren in den bisher erwähnten Klassen die KW Berg-Cup Aktiven unter sich, so treffen sie ab der 1600er Abteilung verstärkt auf internationale Konkurrenz. Für die besten Trainingszeiten ist dennoch ein Berg-Cup Trio zuständig. Manfred Schulte stellt sein Citroen Nemeth Kit Car auf die imaginäre Pole Position. 39 Hundertstel zurück bezieht André Stelberg im Minichberger Corrado 16V Position zwei. Dritter der Probegalopps ist Erwin Buck im VW Scirocco mit Spiess 8-Ventilmotor. Diese drei Piloten sind auch im Rennen an der Spitze. Allerdings werden ganz vorne die Rollen getauscht. André Stelberg gewinnt 0,994 Sekunden vor Manfred Schulte, Erwin Buck verteidigt gekonnt Rang drei. In Race-Heat eins ist der Luxemburger Max Schiltz im Ford Fiesta Vierter, Helmut Maier im Spiess Golf 16V Fünfter. Das gefällt Helmut nicht wirklich, in der zweiten Auffahrt dreht er den Spieß um. Und bevor hier womöglich noch falsche Gedanken aufkommen: Wir meinen damit den Rennstand, nicht seinen treuen Golf! Helmut beendet sein Eschdorf Wochenende also auf der Vier, Max Schiltz wird final Fünfter. Der 1,6-Liter KW 8V-Trophy Gewinnerpokal geht an Erwin Buck, auf Klassenplatz sieben wird Benedikt Schulte im Citroen Nemeth AX Sport Zweiter der Sonderwertung mit den roten Startnummern.

Bei den 2-Litern haben sich 31 Teilnehmer eingefunden. In den trockenen Trainings glänzen zwei Gaststarter, die in nach den freieren FIA E1-Regeln vorbereiteten Autos agieren. Die Reihung lautet auf den Rängen von eins bis fünf: Canio Marchione mit seinem VW Scirocco, in dem jetzt der erste Minichberger 2-Liter Motor mit Hayabusa Zylinderkopf arbeitet. Dann folgt Egidio Pisano im VW Minichberger Golf 1 STW, Streckenneuling Tom Strasser im VW Minichberger Scirocco STW, Hansi Eller im VW Golf 16V sowie Björn Wiebe im Renault Williams Wiebe Laguna. Im Nassen ist die letztgenannte Paarung der Maßstab. Vor Egidio Pisano, Tom Strasser, Canio Marchione sowie Lars Heisel im Böhm Kadett 16V. Der erste Rennlauf sieht Canio Marchione in Front, 0,681 Sekunden vor Egidio Pisano (P2), dem Björn Wiebe (P3) mit der Winzigkeit von 7 Tausendsteln im Nacken sitzt. Vierter ist Patrick Orth, der mit seinem BMW 320iS erst am Sonntagmorgen da ist und hinter dem Rennleiterauto nur einmal die Strecke besichtigen darf. Die Fünf hat Hansi Eller bezogen. Heat zwei wird zum ultimativen Showdown. Egidio Pisano krönt sich zum Eschdorf 2-Liter König, er gewinnt hauchdünn vor Björn Wiebe, der für die 1,85 Kilometer nur 76 Tausendstel mehr benötigt. Hansi Eller steigt als Dritter mit auf das Siegerstockerl. Vierter wird Patrick Orth, Fünfter KW Berg-Cup Rookie Thomas Strasser. Canio Marchione ist auf die Sechs zurück gerutscht, auf der Sieben läuft Michael Rauch im 8-Ventiler Opel Briegel Kadett ein. Rang acht geht an den Belgier Fabrizio Casciaro im Honda Civic, Neunter wird Lars Heisel. Im zweiten Wiebe Laguna komplettiert Hans-Peter Wiebe himself als Zehnter die Top-Ten. Michael Rauch setzt sich in der 2000-Kubik KW 8V-Trophy durch. Vor Daniel Bayer, der bei seinem ersten Einsatz in dieser Saison mit seinem C-Kadett Coupé als Klassenelfter und 8-Ventiler Zweiter einen starken Eindruck hinterlässt. Alex Pleier (Opel Kadett C-Coupé) sichert sich Trophy-Rang drei, Vierter wird Roland Christall im Opel Ascona B.

Auch die Abteilung bis 3-Liter Hubraum ist gut besetzt. Um die Pole Position matchen sich Günter Göser im Böhm Kadett C-Coupé 16V und Englands Keith Murray mit seinem turboaufgeladenen Audi 80 Quattro. Mit Vorteil von sieben Tausendsteln für Günter auf trockener Fahrbahn und deutlichem Vorsprung für Keith im Nassen. Im BMW M3 E36 ist Marcel Gapp nach den beiden ersten Übungs-Heats Dritter, im nassen letzten sogar Zweiter. Im ersten Rennlauf rutscht Marcel in der Zielkurve in die Leitplanke. An dieser steigt der BMW auf und überschlägt sich in die Böschung vor dem VIP-Bereich. Kraftstoff verpufft kurz, dann steigt Marcel aus eigener Kraft aus. Wir freuen uns, dass er selbst den Vorfall glimpflich überstanden hat. Und wir drücken die Daumen zur baldigen Rückkehr auf die Rennstrecken. Hoffen dazu, dass die Blessuren am weißen M3 nicht zu groß sind. Run eins geht an Keith Murray (P1) vor Günter Göser (P2), auf dem dritten Rang nistet sich der Schweizer Sébastien Joray (BMW M3 E36) ein. Der zweite Heat bringt keine Veränderungen mehr. Alex Bärtl läuft mit seiner Opel Nemeth Kadett C Limousine als Vierter ein, Fünfter wird der 20 Jahre junge KW Berg-Cup Neueinsteiger Hauke Weber im Audi 80 Quattro. Bei den roten Startnummern gewinnt Alexander Bärtl, Thomas Ostermann fährt im BMW E30 Hartge auf Sonderwertungsplatz zwei, im BMW 2002tii Alpina sichert sich Karl-Heinz Schlachter Rang drei.

Widmen wir uns jetzt der nächsthöheren Klasse über 3000 Kubik, deren 16(!) Boliden mein geschätzter Eschdorfer Sprecherkollege Patrick Weber gerne als Bergmonster bezeichnet. Es hätte sogar noch ein Auto mehr dabei sein können. Wenn es diese ominöse Defekthexe nicht geben würde. Im Fahrerlager befällt sie den Porsche 935 DP2 von Herbert Stolz. Lässt dessen Motor gleich beim Warmlaufen nach kurzer Zeit absterben, sabotiert anschließend alle weiteren Start- und Reparaturversuche. Von solcher Unbill verschont setzt Romeo Nüssli im ex-Gabat Ford Escort Cosworth alle Trainings-Topzeiten. Vor Norbert Handa (TP2) mit seinem Lancia Delta Integrale und Mario Fuchs im Mitsubishi Lancer Evo 9, der Übungsdritter ist. Im nassen Probe-Run und im ersten Race-Heat ist der „Rennfuchs“ aus der Eifel sogar Zweiter, wird aber von Norbert Handa (P2) in der finalen Auffahrt noch um 81 Tausendstel abgefangen und auf Rang drei zurückgeschoben. Den Sieg holt sich Romeo Nüssli souverän mit einem Vorsprung von 2,332 Sekunden. Damit ist der Schweizer in Eschdorf auch der Tourenwagen Gewinner, gefolgt von seinen Klassenkameraden Norbert Handa und Mario Fuchs.

Bleibt noch der Blick auf die E2-Silhouetten-Fahrzeuge. In der kleinen Klasse belegt Berg-Cup Mitglied Ralf Kroll im Silver Car Platz fünf. Bei den ganz dicken Brummern mit mehr als 3-Litern Hubraum duelliert sich Holger Hovemann mit seinem Opel Kadett GT/R Risse V8 mit dem Luxemburger Gilles Bruckner, der einen Lamera Ford bewegt. Am Samstag ist Holger im Trockenen der flottere der beiden, der nasse Run geht an Gilles. Am Sonntag kann sich Holger Hovemann in der ersten, verregneten Auffahrt deutlich von Gilles Bruckner absetzen. Der kontert auf dem abtrocknenden Geläuf, gewinnt schlussendlich um den Wimpernschlag von 81 Tausendsteln vor Holger Hovemann (P2). Wie schon erwähnt: Königssprint eben. Bei einer Addition der Zeiten hätte es anders ausgesehen.

An der KW Berg-Cup Spitze geht es um Zehntelpunkte. Nach dem Luxemburg-Trip führen Hansi Eller / Markus Reich ultraknapp vor Tom Strasser und Armin Ebenhöh / Hansi Eller. Die nächsten Positionen belegen André Stelberg als Vierter und Günter Göser als Fünfter. Das Spitzenduell in der KW 8V-Trophy 2017 scheint sich zwischen Michael Rauch / Stefan Faulhaber (P1) und Frank Duscher (P2) anzubahnen. Nils Abb beobachtet die Entwicklung zurzeit vom dritten Rang aus. Bei den Rookies hat sich Thomas Strasser an die Spitze gesetzt. Seine nächsten Verfolger heißen Lars Heisel (P2) und Erwin Buck auf der Drei. Die meisten Ravenol-Youngster-Zähler hat nach zwei Läufen Benedikt Schulte eingefahren. Zwischenplatz zwei belegt Hauke Weber, Dritter im aktuellen Junioren-Ranking ist Tobi Mayer mit seinem VW Polo 16V.

Knapp vier Wochen sind nun Zeit bis zum nächsten KW Berg-Cup Lauf. Das ist das 55. Wolsfelder ADAC/EMSC Bergrennen in der Eifel, nahe der bekannten Bierstadt Bitburg zu finden. Am Pfingstsonntag wird dort geübt, am Pfingstmontag geht dann das Rennen in Szene. Danach heißt es hurtig umziehen nach Südthüringen. Denn das 22. Int. ADAC Glasbachrennen, das auch zur Berg-Europameisterschaft zählt, steht in diesem Jahr bereits am 10. und 11. Juni im Terminkalender. Vierzehn Tage sind anschließend Luft zum nächsten Wettbewerb, zum 22. Int. ADAC Ibergrennen im Eichsfeld am 24./25. Juni. Für die Aktiven gilt es nun sich auf diese kommenden Events akribisch vorzubereiten und eventuelle Schwachstellen am Renngerät so gut es geht auszumerzen. Für die Fans und Freunde des KW Berg-Cups heißt es die Rennbesuche der nächsten Zeit zu planen. Denn sicher stoßen noch NSU-Fahrer und KW Berg-Cup’ler zum Feld, die ihren ersten Einsatz in der 30. Saison unserer legendären Traditionsmeisterschaft noch nicht absolviert haben. Und die wollen wir doch gemeinsam willkommen heißen. Dazu zähle ich auf euch!

 

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News - Bergrennen

Osnabrück Hill Climb News No. 12

Beim 50. Int. Osnabrücker Bergrennen werden wieder heiße Rennen um den Sieg im Gesamtklassement ausgefahren. Christian Merli (Italien) gilt als heißer Favorit und bei gutem Wetter wird er sicher ein Auge auf seinen eigenen Streckenrekord werfen, der aktuell bei 51,232 sec. notiert ist. Mit dem ultraschnellen Osella FA 30 hat er bei 7 Läufen zur Europa-Bergmeisterschaft bereits 4 Gesamtsiege eingefahren. Mit großen Hoffnungen kommt auch der vielfache Französische Meister und Vize-Meister Sebastien Petit in das Osnabrücker Land. Er pilotiert einen neuen Norma M 20 FC und ist ebenfalls in sehr starker Verfassung. Auch, wenn die Beiden als Top-Favoriten auf den Gesamtsieg beim Jubiläumsrennen einzustufen sind, haben weitere erfolgreiche Piloten sehr gute Chancen auf ein Spitzenresultat. Der Schweizer Bergmeister Eric Berguerand kommt traditionell mit dem Lola Formel 3000 und befindet sich bei rekordverdächtigen 12 ( ! ) Formel 3000-Rennwagen in bester Gesellschaft. Der Belgier Jelle De Coninck und der Deutsch-Slowene Patrik Zajelsnik sind mit ihren neuen Norma-Honda Sportwagen mit Turbo-Antrieb ebenfalls hoch einzuschätzen und auch der Schweizer Marcel Steiner kommt mit dem LobArt-Sportwagen immer besser zurecht. Die Aufzählung ließe sich bei deutlich mehr als 50 hochkarätiger Formel-und Sportwagen problemlos fortsetzen, am 1. Augustwochenende wird die Uhr entscheiden.

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Der KW Berg-Cup in Homburg: Harte Fights in fast allen Klassen

Diese fanden unter fairen Bedingungen statt. Denn das bergab beginnende, für das 44. Homburger ADAC Bergrennen „Karlsberg Rennen“ genutzte 2,6 Kilometer lange Teilstück der Käshofer Straße zeigte sich am 15. und 16. Juli bei nicht zu hohen Außentemperaturen immer trocken. 132 Rennteilnehmer nahmen am Samstag das Training auf. Trotz fast pünktlichem Beginn gegen 8:40 Uhr zogen sich die drei Durchgänge bis kurz nach 18:30 hin. Geschuldet war dies den zahlreichen Vorfällen, deren Bandbreite vom einfachen Technik-Trouble über fällige Kehrpausen bis zu Grabenbesuchen und sonstigen Ausrutschern reichte, die aber allesamt glimpflich verliefen. Am Rennsonntag reduzierten sich die den Ablauf bremsenden Ereignisse deutlich. Zwischen 8:30 und 16:50 Uhr gingen alle drei geplanten Wertungsläufe über die Bühne. Wie es den Teilnehmern des NSU-Bergpokals und des KW Berg-Cups dabei erging und wer sich den meisten Lorbeer sichern konnte, das wollen wir nun gemeinsam betrachten.

Da wir uns dabei an die Abfolge des Wettbewerbs halten, schauen wir zuerst in den NSU-Bergpokal. Dieser stellt sein finales Ranking schon in den Übungsauffahrten her. Mit einer einzigen Ausnahme, auf die wir noch eingehen werden. Jörg Davidovic fährt zum Klassensieg. Gaststarter Andreas Reich, dem im zweiten Heat die beste NSU-Laufzeit gelingt, folgt Jörg beständig im Windschatten und wird Zweiter. In der Addition der drei Läufe fehlen ihm lediglich 1,643 Sekunden auf den Gewinner. Platz drei ist die Angelegenheit von Uwe Schindler, Vierter wird Alexander Follmann. Die fünfte Position hat lange Christoph Schwarz inne. Aber im letzten Run spielt sein Motor nicht mehr mit. Schon beim Vorziehen zum Start hört sich der TT gequält an. Auf den ersten Streckenmetern klingt er wieder besser, aber nach kurzer Fahrt kommt leider die Ausfallmeldung. Damit rückt Mike Vogel final auf die Fünf vor.

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Der KW Berg-Cup in St. Anton/A: „Bergrennen in den Bergen – einfach genial!“

Das in der Überschrift verwendete Statement stammt nicht vom Schreiber dieser Zeilen, sondern von Jörg Davidovic, der erstmals in St. Anton an der Jeßnitz zusammen mit einigen Wegbegleitern aus dem NSU-Bergpokal dabei war. „Alles das, was uns St. Anton erfahrene Kollegen im Vorfeld an Positivem über diese Veranstaltung berichtet haben, stimmt haargenau“ äußerten die NSU’ler unisono. Also die Dinge wie herzlicher Empfang, selektive Rennstrecke, super Organisation und flüssige Abwicklung. Der Trainingstag gestaltete sich nicht nur wettertechnisch traumhaft: Pünktlicher Beginn um 09:00 Uhr, drei Läufe über je 3,235 „Steinleiten-Kilometer“, Unterbrechungen nur zum Kehren, Feierabend zur besten Kaffeezeit gegen halb vier. Auf diesen frühen Schluss reagierte das Organisationsteam von Emsi Motorsport sofort, zog die abendliche Fahrer- und Videopräsentation um eine Stunde vor. Wie gewohnt war das Festzelt im Startbereich dann ab 19:00 Uhr gut gefüllt, die Stimmung der Anwesenden bombastisch.

Bei besten äußeren Bedingungen begann das „19. Internationale Bergrennen St. Anton / Jeßnitz“ wie vorgesehen um 09:00 Uhr. So problemlos wie der Übungstag gestaltete sich der Sonntag (09.07.) allerdings nicht. Bereits der erste Teilnehmer strandete kurz vor dem Ziel mit Motorschaden samt Ölaustritt. Dies blieb nicht der einzige zeitraubende Vorfall. Weiterer Technik-Trouble, Kontakte mit Leitplanken und Rundballen sowie nicht vorgesehene Geländeerkundungen gesellten sich dazu. Reichlich Gelegenheiten also für die Emsi-Truppe um zu zeigen, was in ihr steckt. Doch die Mannschaft um Rennleiter Helmut Emsenhuber bewahrte stets die Ruhe und den Überblick, keine Unterbrechung dauerte ungebührlich lang. Die Fahrer erhielten zwischen den drei Heats genügend lange Pausen, um sich um sich selbst und die sensible Technik ihrer vierrädrigen Lieblinge zu kümmern. Trotz des für das Streckenpersonal sehr arbeitsintensiven Tages quollen schon um 16:34 Uhr die finalen Ergebnislisten aus dem Drucker. Für die Leistung aller derer, die an der Renndurchführung beteiligt waren, möchten wir an dieser Stelle ein ganz großes Kompliment aussprechen, verbunden mit einem riesigen Dankeschön.

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News - Rundstrecke

Heimsieg für Grasser-Lamborghini auf dem Red Bull Ring, Podium für DTM-Pilot Auer

Österreich jubelt auf dem Red Bull Ring: Die Lamborghini-Piloten Rolf Ineichen (39/CH) und Christian Engelhart (30/Wolnzach, beide GRT Grasser-Racing-Team) triumphierten im Sonntagsdurchgang auf dem Red Bull Ring zum ersten Mal in diesem Jahr - sehr zur Freude ihres Rennstalls, der nur unweit der österreichischen Strecke seinen Sitz hat. Als Zweiter im Rennen mit dem schnellsten Durchschnittstempo in der Geschichte des ADAC GT Masters fuhr DTM-Tabellenführer Lucas Auer (22/A) zusammen mit Sebastian Asch (31/Ammerbuch, beide BWT Mücke Motorsport) im Mercedes-AMG auf das Podium. Platz drei holten die Tabellenführer und Samstagssieger Jules Gounon (22/F) und Daniel Keilwitz (27/Villingen, beide Callaway Competition) in einer Corvette C7. "Wir sind sehr happy und sehr dankbar", so Sieger Ineichen. "Das Auto war heute wirklich perfekt, besser ging es nicht. Das Team hat super gearbeitet." Ineichen/Engelhart waren im sechsten Saisonrennen die sechsten unterschiedlichen Sieger der Saison 2017.

Engelhart bestimmt das Tempo
 
Die erste Rennhälfte stand ganz im Zeichen von Pole-Setter Christian Engelhart. Der Lamborghini-Pilot drehte die schnellsten Runden im Feld und setzte sich an der Spitze kontinuierlich ab. Als er zur Rennmitte an Partner Rolf Ineichen übergab, betrug sein Vorsprung fast sieben Sekunden. Ineichen baute danach den Abstand zu den in Zweikämpfe verwickelten Verfolgern zwischenzeitlich auf mehr als zehn Sekunden aus. Nach 41 Runden sah der Schweizer als Sieger die Zielflagge - obwohl sein Lamborghini Huracán in der Schlussphase an Aussetzern litt und der Vorsprung auf 3,6 Sekunden schrumpfte. Für Engelhart und Ineichen war es nach Oschersleben 2016 der zweite Gesamterfolg im ADAC GT Masters. Mit einer Durchschnittgeschwindigkeit von 170,9 km/h war der Sonntagslauf das bisher schnellste Rennen in der Geschichte des ADAC GT Masters.

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Corvette-Doppelsieg auf dem Red Bull Ring

Fünftes Saisonrennen, fünfter Sieger: Beim Samstagsrennen des ADAC GT Masters auf dem Red Bull Ring triumphierten zum ersten Mal in diesem Jahr die Corvette-Piloten Jules Gounon (22/F) und Daniel Keilwitz (27/Villingen, beide Callaway Competition). Als Zweite sorgten ihre Markenkollegen Sven Barth (36/Illertissen) und Maximilian Hackländer (27/Rüthen, beide RWT Racing) für einen Corvette-Doppelsieg. Lokalmatador Philipp Eng (27/A) holte zusammen mit Ricky Collard (20/GB, beide BMW Team Schnitzer) im BMW M6 GT3 vor Lucas Auer (22/A) und Sebastian Asch (31/Ammerbuch, beide BWT Mücke Motorsport) im besten Mercedes-AMG GT3 die dritte Position. "Wir sind megahappy", so Sieger Keilwitz nach seinem sechsten ADAC GT Masters-Sieg auf dem Red Bull Ring in fünf Jahren. "Unser Ziel war es, hier am Wochenende ein Rennen zu gewinnen. Das haben wir geschafft."

Gounon bleibt beim Start vorn
 
Pole-Sitter Jules Gounon übernahm beim Start die Führung und verteidigte diese bis zum Fahrerwechsel zur Rennmitte. Teamkollege Daniel Keilwitz behauptete die Spitzenposition trotz zweier Safety-Car-Phasen wegen gestrandeter Autos und einer knapp 15-minütigen Rennunterbrechung nach einem Unfall von Porsche-Pilot Alex MacDowall (26/GB, Schütz Motorsport) anschließend bis ins Ziel. Für das französisch-deutsche Duo war es der erste Saisonsieg. Mit diesem übernahmen sie auch die Tabellenführung in der "Liga der Supersportwagen".
 
Hinter dem Siegerfahrzeug kämpfte in der ersten Rennhälfte DTM-Star Lucas Auer mit Sven Barth um den zweiten Rang. Doch nach den Boxenstopps tauschten der Mercedes-AMG und die Corvette die Positionen. Während Barths Teamkollege Maximilian Hackländer den zweiten Platz bis ins Ziel verteidigte und damit seinem Team RWT Racing den ersten Podestplatz des Jahres sicherte, fiel Mercedes-AMG-Pilot Asch, der von Auer übernommen hatte, in der Schlussphase noch auf den vierten Rang zurück. Der letzte Podestplatz ging mit Philipp Eng dennoch an einen Österreicher. Der BMW-Pilot zeigte eine starke Aufholjagd und kämpfte sich vom achten Platz auf den letzten Podestplatz nach vorn. Für Eng und Teamkollege Ricky Collard war es das erste Podium seit dem Sieg im zweiten Saisonrennen in Oschersleben.

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Perez Companc/Bortolotti holen ersten Saisonsieg für Lamborghini

Platz drei am Samstag, Pole-Position und souveräner Start-Ziel-Sieg im ADAC GT Masters am Sonntag: Für das Lamborghini-Duo Ezequiel Perez Companc (22/RA) und Mirko Bortolotti (27/I, beide GRT Grasser-Racing-Team) hat sich der Ausflug zum Motorsport Festival Lausitzring vor 67.500 Zuschauern (am Wochenende) gelohnt. Das argentinisch-italienische Duo holte im vierten Saisonlauf der "Liga der Supersportwagen" den ersten Saisonsieg für Lamborghini. Zweite wurden die aktuellen Titelträger Connor De Phillippi (24/USA) und Christopher Mies (27/Heiligenhaus, beide Montaplast by Land-Motorsport) im Audi R8 vor Rolf Ineichen (39/CH) und Christian Engelhart (30/Wolnzach) im zweiten Lamborghini des GRT Grasser-Racing-Teams. "Das war ein perfektes Rennen und ein grandioser Sieg", freute sich Bortolotti nach seinem zweiten Laufsieg im ADAC GT Masters. "Wir haben alles richtig gemacht. Ich bin sehr glücklich." 

Perez Companc/Bortolotti dominieren
 
Das Siegerduo bestimmte vom Start an das Rennen. Von der Pole-Position aus setzte sich Bortolotti an die Spitze des Feldes, die er bis zum Pflichtboxenstopp behauptete. Auch Partner Perez Companc, der in Runde 24 den Lamborghini übernahm, ließ danach nichts mehr anbrennen und sah schließlich mit einem Vorsprung von 1,5 Sekunden als Erster die Zielflagge - und triumphierte damit auch in der Junior-Wertung für Piloten unter 25 Jahren. Perez Companc/Bortolotti sind im vierten Saisonlauf der "Liga der Supersportwagen" die vierte Siegerpaarung.
 
Den zweiten Rang behauptete lange Zeit der BMW M6 von Ricky Collard (20/GB) und Philipp Eng (27/A, beide BMW Team Schnitzer). Eng hatte sich mit einem sensationellen Start vom siebten auf den zweiten Rang verbessert. Auch Partner Collard lag nach dem Fahrerwechsel anfangs auf der zweiten Position, fiel aber am Ende noch auf die fünfte Position zurück. Der zweite Rang ging schließlich an die Audi-Fahrer De Phillippi und Mies vor dem Lamborghini von Trophy-Sieger Ineichen und Engelhart. Auf Platz vier landeten Jules Gounon (22/F) und Daniel Keilwitz (27/Villingen, beide Callaway Competition), die von Startposition elf kommend eine starke Aufholjagd zeigten.

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