Der KW Berg-Cup in Eschdorf: Königssprint bei wechselnden Bedingungen

Das luxemburgische Eschdorf war der zweite Auftrittsort des KW Berg-Cups in seiner 30. Saison. 149 Teilnehmer aus 7 Nationen nahmen am Samstag das Training auf, 141 davon starteten sonntags zum Rennen. An beiden Tagen zeigte sich das Wetter wechselhaft. Zum leicht verspäteten Beginn der Übungsauffahrten war es trocken und kühl, trotz Sonne lag die Temperatur anfangs bei nur 9° Celsius. Zwei Läufe lang waren Slicks angesagt, unmittelbar vor dem dritten und letzten Probe-Heat setzte Regen ein. Leicht zunächst, später an Intensität zunehmend. Es wurde Zeit zum Reifenwechsel eingeräumt, gegen 18:25 Uhr war das Trainingsgeschehen beendet. Es lieferte – fein säuberlich voneinander getrennt – Trocken- und Nasszeiten. Zum Rennstart dienten die Letztgenannten als Referenz, denn die Niederschläge hatten über Nacht angehalten. Das schloss bei ähnlichen Temperaturen wie am Vortag jeglichen Reifenpoker aus, profiliert war erste Wahl. Für den zweiten Run änderte sich die Situation. Denn schon bald hörte der Regen auf, die Strecke begann Stück für Stück aufzutrocknen, besonders im oberen Teil. Dennoch blieb es bei nur zwei Rennläufen. Diesen Beschluss traf die Rennleitung zu einem sehr frühen Zeitpunkt, konnte diesen später – als der Ablauf flüssiger wurde - auch nicht mehr rückgängig machen. Da in Eschdorf nur die schnellste Einzelzeit Grundlage der Wertung war, fielen alle Entscheidungen im zweiten und finalen Heat. Für die KW Berg-Cup’ler ist dieser um 15:31 Uhr beendet. Wer bis dahin am erfolgreichsten operierte, das wollen wir uns nun genau ansehen.

 

Der NSU-Bergpokal fehlt 2017 in Luxemburg. Als nationale Rennserie darf er nur ein einziges Auslandsrennen in seinem Terminkalender haben. Die NSU’ler hatten sich in dieser Angelegenheit für etwas Neues entschieden, sie werden in diesem Jahr erstmals im niederösterreichischen St. Anton an der Jeßnitz auftreten. Nur Michael Vogel hatte die vom Veranstalter Union Des Pilotes angebotene Möglichkeit genutzt und war mit seinem Davidovic TT als „Alleinunterhalter“ nach Luxemburg gekommen. Womit wir ungewohnt schnell bei den Hubraumklassen der stark verbesserten Fzg.-Gruppen H, FS und E1 mit KW Berg-Cup Beteiligung angelangt sind.

Als Quintett genannt, als Quartett begonnen und schlussendlich als Trio aufgespielt. Das ist die 1,15-Liter Eschdorf-Kurzbeschreibung. Bernd Deutsch laboriert noch an den Schottenring-Nachwehen seines Schneider Audi 50, Jörg Davidovic ist zwar im Nassen Übungsdritter, zieht aber den 16V NSU anschließend wegen verdächtigen Geräuschen aus dem Ventiltrieb vorsichtshalber zurück. Also bleiben noch Drei, die sich im weiteren Verlauf hinter dem Gewinner etwas überraschend sortieren. Thomas Stelberg ist immer vorn, düst mit seinem Schneider Polo 16V zu seinem zweiten Sieg in dieser Saison. Zunächst heißt sein Verfolger Walter Voigt (VW Polo 16V), aber in der finalen Auffahrt übernimmt Jörg Eberle im Fiat 127 Super dessen Position, wird Zweiter. Er kommt sogar noch bis auf vier Zehntelsekunden an Thomas Stelberg heran, dessen zuvor neue Regenreifen in den letzten Kurven des zweiten Runs am Ende sind. Walter Voigt wird Dritter, Jörg Eberle sichert sich zusätzlich den 1150er KW 8V-Trophy Siegerpokal.

Die beiden ersten 1,4-Liter Trainingssitzungen versprechen Hochspannung. Denn „Mister Berg-Cup“ Franz Weißdorn ist mit seinem VW Polo 16V an Armin Ebenhöhs Minichberger Scirocco-Hayabusa ganz eng herangerückt, ist in der zweiten Auffahrt um 14 Tausendstel schneller, beeindruckt obendrein mit enormen Zielspeed. Erst im letzten Lauf ändert sich das Bild zugunsten von Armin Ebenhöh. Dies nicht zuletzt auch deshalb, weil Franz zwischen Run zwei und drei konsequent weiter an seinem Trocken-Setup feilt. Den einsetzenden Regen kann er dabei gar nicht brauchen, für diesen hätte er in eine ganz andere Richtung arbeiten müssen. Allerdings kommt es für ihn noch viel dicker, Elektronikprobleme verhindern seinen Start am Sonntag total. Mit zwei Bestzeiten gewinnt Armin Ebenhöh den Eschdorf-Event locker, er legt stets mehr als zwei Sekunden zwischen sich und seine Verfolger. Das sind zwei 8V-Polos, von denen Frank Duscher unter allen Verhältnissen der schnellere ist. Er fährt auf Klassenposition zwei, Dritter wird Nils Abb. Rang vier sichert sich Klaus Bernert (VW Polo 16V), Ehrenplatz fünf holt sich Stefan Winkler im Fiat 127. Damit ist auch das 8-Ventiler Podest bereits bekannt. Auf diesem steht Frank Duscher in der Mitte oben (8VP1), er wird flankiert von Nils Abb als Zweitem und Stefan Winkler als Drittem.

Waren in den bisher erwähnten Klassen die KW Berg-Cup Aktiven unter sich, so treffen sie ab der 1600er Abteilung verstärkt auf internationale Konkurrenz. Für die besten Trainingszeiten ist dennoch ein Berg-Cup Trio zuständig. Manfred Schulte stellt sein Citroen Nemeth Kit Car auf die imaginäre Pole Position. 39 Hundertstel zurück bezieht André Stelberg im Minichberger Corrado 16V Position zwei. Dritter der Probegalopps ist Erwin Buck im VW Scirocco mit Spiess 8-Ventilmotor. Diese drei Piloten sind auch im Rennen an der Spitze. Allerdings werden ganz vorne die Rollen getauscht. André Stelberg gewinnt 0,994 Sekunden vor Manfred Schulte, Erwin Buck verteidigt gekonnt Rang drei. In Race-Heat eins ist der Luxemburger Max Schiltz im Ford Fiesta Vierter, Helmut Maier im Spiess Golf 16V Fünfter. Das gefällt Helmut nicht wirklich, in der zweiten Auffahrt dreht er den Spieß um. Und bevor hier womöglich noch falsche Gedanken aufkommen: Wir meinen damit den Rennstand, nicht seinen treuen Golf! Helmut beendet sein Eschdorf Wochenende also auf der Vier, Max Schiltz wird final Fünfter. Der 1,6-Liter KW 8V-Trophy Gewinnerpokal geht an Erwin Buck, auf Klassenplatz sieben wird Benedikt Schulte im Citroen Nemeth AX Sport Zweiter der Sonderwertung mit den roten Startnummern.

Bei den 2-Litern haben sich 31 Teilnehmer eingefunden. In den trockenen Trainings glänzen zwei Gaststarter, die in nach den freieren FIA E1-Regeln vorbereiteten Autos agieren. Die Reihung lautet auf den Rängen von eins bis fünf: Canio Marchione mit seinem VW Scirocco, in dem jetzt der erste Minichberger 2-Liter Motor mit Hayabusa Zylinderkopf arbeitet. Dann folgt Egidio Pisano im VW Minichberger Golf 1 STW, Streckenneuling Tom Strasser im VW Minichberger Scirocco STW, Hansi Eller im VW Golf 16V sowie Björn Wiebe im Renault Williams Wiebe Laguna. Im Nassen ist die letztgenannte Paarung der Maßstab. Vor Egidio Pisano, Tom Strasser, Canio Marchione sowie Lars Heisel im Böhm Kadett 16V. Der erste Rennlauf sieht Canio Marchione in Front, 0,681 Sekunden vor Egidio Pisano (P2), dem Björn Wiebe (P3) mit der Winzigkeit von 7 Tausendsteln im Nacken sitzt. Vierter ist Patrick Orth, der mit seinem BMW 320iS erst am Sonntagmorgen da ist und hinter dem Rennleiterauto nur einmal die Strecke besichtigen darf. Die Fünf hat Hansi Eller bezogen. Heat zwei wird zum ultimativen Showdown. Egidio Pisano krönt sich zum Eschdorf 2-Liter König, er gewinnt hauchdünn vor Björn Wiebe, der für die 1,85 Kilometer nur 76 Tausendstel mehr benötigt. Hansi Eller steigt als Dritter mit auf das Siegerstockerl. Vierter wird Patrick Orth, Fünfter KW Berg-Cup Rookie Thomas Strasser. Canio Marchione ist auf die Sechs zurück gerutscht, auf der Sieben läuft Michael Rauch im 8-Ventiler Opel Briegel Kadett ein. Rang acht geht an den Belgier Fabrizio Casciaro im Honda Civic, Neunter wird Lars Heisel. Im zweiten Wiebe Laguna komplettiert Hans-Peter Wiebe himself als Zehnter die Top-Ten. Michael Rauch setzt sich in der 2000-Kubik KW 8V-Trophy durch. Vor Daniel Bayer, der bei seinem ersten Einsatz in dieser Saison mit seinem C-Kadett Coupé als Klassenelfter und 8-Ventiler Zweiter einen starken Eindruck hinterlässt. Alex Pleier (Opel Kadett C-Coupé) sichert sich Trophy-Rang drei, Vierter wird Roland Christall im Opel Ascona B.

Auch die Abteilung bis 3-Liter Hubraum ist gut besetzt. Um die Pole Position matchen sich Günter Göser im Böhm Kadett C-Coupé 16V und Englands Keith Murray mit seinem turboaufgeladenen Audi 80 Quattro. Mit Vorteil von sieben Tausendsteln für Günter auf trockener Fahrbahn und deutlichem Vorsprung für Keith im Nassen. Im BMW M3 E36 ist Marcel Gapp nach den beiden ersten Übungs-Heats Dritter, im nassen letzten sogar Zweiter. Im ersten Rennlauf rutscht Marcel in der Zielkurve in die Leitplanke. An dieser steigt der BMW auf und überschlägt sich in die Böschung vor dem VIP-Bereich. Kraftstoff verpufft kurz, dann steigt Marcel aus eigener Kraft aus. Wir freuen uns, dass er selbst den Vorfall glimpflich überstanden hat. Und wir drücken die Daumen zur baldigen Rückkehr auf die Rennstrecken. Hoffen dazu, dass die Blessuren am weißen M3 nicht zu groß sind. Run eins geht an Keith Murray (P1) vor Günter Göser (P2), auf dem dritten Rang nistet sich der Schweizer Sébastien Joray (BMW M3 E36) ein. Der zweite Heat bringt keine Veränderungen mehr. Alex Bärtl läuft mit seiner Opel Nemeth Kadett C Limousine als Vierter ein, Fünfter wird der 20 Jahre junge KW Berg-Cup Neueinsteiger Hauke Weber im Audi 80 Quattro. Bei den roten Startnummern gewinnt Alexander Bärtl, Thomas Ostermann fährt im BMW E30 Hartge auf Sonderwertungsplatz zwei, im BMW 2002tii Alpina sichert sich Karl-Heinz Schlachter Rang drei.

Widmen wir uns jetzt der nächsthöheren Klasse über 3000 Kubik, deren 16(!) Boliden mein geschätzter Eschdorfer Sprecherkollege Patrick Weber gerne als Bergmonster bezeichnet. Es hätte sogar noch ein Auto mehr dabei sein können. Wenn es diese ominöse Defekthexe nicht geben würde. Im Fahrerlager befällt sie den Porsche 935 DP2 von Herbert Stolz. Lässt dessen Motor gleich beim Warmlaufen nach kurzer Zeit absterben, sabotiert anschließend alle weiteren Start- und Reparaturversuche. Von solcher Unbill verschont setzt Romeo Nüssli im ex-Gabat Ford Escort Cosworth alle Trainings-Topzeiten. Vor Norbert Handa (TP2) mit seinem Lancia Delta Integrale und Mario Fuchs im Mitsubishi Lancer Evo 9, der Übungsdritter ist. Im nassen Probe-Run und im ersten Race-Heat ist der „Rennfuchs“ aus der Eifel sogar Zweiter, wird aber von Norbert Handa (P2) in der finalen Auffahrt noch um 81 Tausendstel abgefangen und auf Rang drei zurückgeschoben. Den Sieg holt sich Romeo Nüssli souverän mit einem Vorsprung von 2,332 Sekunden. Damit ist der Schweizer in Eschdorf auch der Tourenwagen Gewinner, gefolgt von seinen Klassenkameraden Norbert Handa und Mario Fuchs.

Bleibt noch der Blick auf die E2-Silhouetten-Fahrzeuge. In der kleinen Klasse belegt Berg-Cup Mitglied Ralf Kroll im Silver Car Platz fünf. Bei den ganz dicken Brummern mit mehr als 3-Litern Hubraum duelliert sich Holger Hovemann mit seinem Opel Kadett GT/R Risse V8 mit dem Luxemburger Gilles Bruckner, der einen Lamera Ford bewegt. Am Samstag ist Holger im Trockenen der flottere der beiden, der nasse Run geht an Gilles. Am Sonntag kann sich Holger Hovemann in der ersten, verregneten Auffahrt deutlich von Gilles Bruckner absetzen. Der kontert auf dem abtrocknenden Geläuf, gewinnt schlussendlich um den Wimpernschlag von 81 Tausendsteln vor Holger Hovemann (P2). Wie schon erwähnt: Königssprint eben. Bei einer Addition der Zeiten hätte es anders ausgesehen.

An der KW Berg-Cup Spitze geht es um Zehntelpunkte. Nach dem Luxemburg-Trip führen Hansi Eller / Markus Reich ultraknapp vor Tom Strasser und Armin Ebenhöh / Hansi Eller. Die nächsten Positionen belegen André Stelberg als Vierter und Günter Göser als Fünfter. Das Spitzenduell in der KW 8V-Trophy 2017 scheint sich zwischen Michael Rauch / Stefan Faulhaber (P1) und Frank Duscher (P2) anzubahnen. Nils Abb beobachtet die Entwicklung zurzeit vom dritten Rang aus. Bei den Rookies hat sich Thomas Strasser an die Spitze gesetzt. Seine nächsten Verfolger heißen Lars Heisel (P2) und Erwin Buck auf der Drei. Die meisten Ravenol-Youngster-Zähler hat nach zwei Läufen Benedikt Schulte eingefahren. Zwischenplatz zwei belegt Hauke Weber, Dritter im aktuellen Junioren-Ranking ist Tobi Mayer mit seinem VW Polo 16V.

Knapp vier Wochen sind nun Zeit bis zum nächsten KW Berg-Cup Lauf. Das ist das 55. Wolsfelder ADAC/EMSC Bergrennen in der Eifel, nahe der bekannten Bierstadt Bitburg zu finden. Am Pfingstsonntag wird dort geübt, am Pfingstmontag geht dann das Rennen in Szene. Danach heißt es hurtig umziehen nach Südthüringen. Denn das 22. Int. ADAC Glasbachrennen, das auch zur Berg-Europameisterschaft zählt, steht in diesem Jahr bereits am 10. und 11. Juni im Terminkalender. Vierzehn Tage sind anschließend Luft zum nächsten Wettbewerb, zum 22. Int. ADAC Ibergrennen im Eichsfeld am 24./25. Juni. Für die Aktiven gilt es nun sich auf diese kommenden Events akribisch vorzubereiten und eventuelle Schwachstellen am Renngerät so gut es geht auszumerzen. Für die Fans und Freunde des KW Berg-Cups heißt es die Rennbesuche der nächsten Zeit zu planen. Denn sicher stoßen noch NSU-Fahrer und KW Berg-Cup’ler zum Feld, die ihren ersten Einsatz in der 30. Saison unserer legendären Traditionsmeisterschaft noch nicht absolviert haben. Und die wollen wir doch gemeinsam willkommen heißen. Dazu zähle ich auf euch!

 

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News - Bergrennen

Der KW Berg-Cup in Unterfranken: Runde 50. Auflage des Klassikers

Zum runden Geburtstag ein rundum gelungenes Rennen, besser hätte es für den GAMSC Würzburg am letzten Wochenende gar nicht laufen können. Eine nasse Fahrbahn gab es nur am Trainingssamstag bis gegen Mittag, der Sonntag bot dann echt annehmbares Wetter. Zwar etwas kühl, in der Tendenz aber eher freundlich. An beiden Tagen schaffte die Mannschaft rund um Peter Thumbeck einen pünktlichen Beginn, legte damit den Grundstein dazu, dass alle drei pro Tag geplanten Läufe auf der 3,05-Kilometer-Strecke durchgezogen werden konnten. Trotz der insgesamt 181 teilnehmenden Autos, von denen 47 in der angegliederten Gleichmäßigkeitsprüfung starteten, lag der Schluss des Fahrbetriebes jeweils kurz vor 17:30 Uhr. Die Feiern zum „Fünfzigsten“ beschränkten sich auf den Samstagabend. Im Festzelt, das sehr gut besucht war, erlebten die Gäste ein buntes Programm, zu dem die Eichenbühler Vereine verschiedene attraktive Einlagen beisteuerten. Besonders interessant war für alle Freunde des Bergrennsports sicher der Beitrag der Feuerwehr, an dem Nils Abb federführend mitgearbeitet hatte. In einer gut inszenierten Multimediashow ließ dieser 50 Jahre Bergrennen Unterfranken Revue passieren, wobei die gezeigten Bilder bei vielen Besuchern Erinnerungen auffrischten und Emotionen auslösten. Und damit zurück aus dem Festzelt an die Rennstrecke. Wie immer steigen wir mit dem NSU-Bergpokal, für den Unterfranken der vorletzte Lauf des Jahres war, in die Berichterstattung ein. Elf der luftgekühlten Heckmotorfahrzeuge nahmen daran teil. Der Übungssamstag bot wenig Überraschendes. Jörg Davidovic ließ sich die beste Zeit gutschreiben. Karsten Steinert folgte als Zweiter, dahinter bezog Gaststarter Andreas Reich Position drei. Ihm folgten, eng zusammenliegend, Thomas Krystofiak (TP4) und Uwe Schindler als Fünfter. Der Renntag zeichnete dann ab Platz zwei ein etwas anderes Bild. Uwe Schindler fuhr im ersten Heat auf die Drei vor, setzte sich vor Thomas Krystofiak (P4) und Andreas Reich (P5). Der Letztgenannte hatte in der zweiten Auffahrt ein Problem, vollendete diese nicht. Seinen fünften Rang übernahm Mike Vogel. Vor ihm hatte sich nichts geändert, allerdings war Thomas Krystofiak weiterhin nahe an Uwe Schindler dran. Im dritten und letzten Run schaffte der sehr gleichmäßig agierende Thomas Krystofiak noch die Wende, zog um 0,459 Sekunden an Uwe Schindler vorbei. Der Endstand: Klassensieg für Jörg Davidovic vor Karsten Steinert (P2) und Thomas Krystofiak als Drittem. Uwe Schindler beendet das Rennen auf der Vier, Fünfter ist Mike Vogel.

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Der KW Berg-Cup in Osnabrück: Langes Jubiläum in der Borgloher Schweiz

Die Einleitung zum Report über das „50. Int. Osnabrücker ADAC Bergrennen“ fällt mir schwerer als ansonsten üblich. Denn ich sehe das Geschehen in der Borgloher Schweiz aus zwei verschiedenen Blickwinkeln. Da ist zum einen der Veranstalter, der sich unheimlich angestrengt hat, um das Jubiläum würdig und in großem Rahmen zu feiern. Also hat er sein schon in den letzten Jahren großes Zusatzprogramm noch um einen Nostalgie-Autocorso am Samstag sowie um eine Fahrerparade am Sonntag erweitert. Schon vor Beginn des Geschehens am 2,030 Kilometer langen Uphöfener Berg wurden alle Fahrer gleich zweimal eingeladen: Am Donnerstagabend zum FunTriathlon-Event auf die neue E-Kart-Bahn Nettedrom und ins Rutschenparadies des Nettebades, Bustransfer und Verköstigung inklusive. Und auch bei der eigentlichen Feier der 50. Bergrennauflage freitagabends im VIP-Zelt waren die Aktiven herzlich willkommen, wurden dort mit Show und Talk unterhalten und so auf das weitere Wochenende eingestimmt.
Um den Zeitplan zu entzerren begann die Abnahme bereits donnerstags, die ersten Übungsauffahrten fanden am Freitag statt. Aber leider meinten es die Gipfelsturmgötter mit dem MSC Osnabrück und den aktiven Pilotinnen und Piloten nicht so besonders gut. Schon kurz nach dem Auftakt des Samstagstrainings begann es zu regnen. Die Vorfälle auf der Strecke häuften sich, eine lange Ölspur musste zeitraubend beseitigt werden. Am Sonntag blieb es zwar bei angenehmen Temperaturen trocken, aber dennoch mussten ungewöhnlich viele Dreher, Ausrutscher und Einschläge abgearbeitet werden. Die 26(!) protokollierten Unterbrechungen schlugen mit knapp vier Stunden zu Buche. Daher blieb es an den beiden Haupttagen für die knapp 190 Rennstarter bei der Minimalanzahl von zwei Läufen.
Damit möchte ich zum Blickwinkel der Fahrer kommen, die teilweise bis zu viele hundert Kilometer weit angereist waren. Und noch am Sonntagabend diese Strecke mit Gespann zurückfahren mussten, um am Montagmorgen wieder ihrem Beruf nachgehen zu können. Für den größten Teil davon war es am Wochenende nichts mit lange schlafen, denn ab spätestens 7:30 Uhr dröhnten die Rennmotoren. Zwischen den beiden Läufen klafften – nicht zuletzt hervorgerufen durch die schon beschriebenen Vorfälle – stundenlange Lücken. Und wer am Beginn einer der zwei Startgruppen dabei war, der musste teils äußerst geduldig auf seine Rückführungen warten. Trotz nur zweier Rennläufe, deren letzter kurz nach 18:00 Uhr beendet war, begann die Siegerehrung deutlich nach 20 Uhr, bis zu ihrem Ende dauerte es weit mehr als eine Stunde. All dies produzierte reichlich Missmut. Aber einfach nur auf den Veranstalter und das Rahmenprogramm zu schimpfen, trifft nicht wirklich des Pudels Kern. Denn die Mannschaft des MSC Osnabrück, die echte Schwerstarbeit leistete, hatte mit dem Freitagstraining und dem stets pünktlichen Beginn alles ihr zur Verfügung stehende ausgeschöpft, um das Riesenfeld so oft wie möglich nach oben zu bringen. Die Problematik dieses Unterfangens sowie die Ausweitung des Showteils waren im Vorfeld nie verschwiegen worden. Außerdem wurde schon sehr früh um Verständnis dafür gebeten, dass in diesem Jahr das Jubiläum im Mittelpunkt stehen würde. In Zukunft wird Organisationsleiter Bernd Stegmann anders planen: „Ab 2018 konzentrieren wir uns an erster Stelle auf den Rennsport!“

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Der KW Berg-Cup am Hauenstein: Spannende Tourenwagen-Fights

Und das nicht nur in den verschiedenen Klassen, sondern auch in der Tourenwagen-Gesamtwertung, deren Top-Zwanzig final ausschließlich aus KW Berg-Cup Aktiven bestanden. Doch der Reihe nach. Wetterkapriolen – so wie den Nebel 2016 – gab es diesmal nicht. Die bayerische Rhön zeigte sich von ihrer angenehmen Seite. Immer trocken und mit moderaten Temperaturen gewährleistete sie beim „48. ADAC/MSC-Rhön Hauenstein-Bergrennen“ am 29. und 30. Juli gleichbleibende Verhältnisse für alle Teilnehmer. Beide Tage zeichnete ein minutiöser Beginn aus, an den sich ein flüssiger Verlauf der jeweils drei Auffahrten anschloss. Besonders erfreulich: Sowohl am Samstag als auch am Sonntag war die Action auf den schnellen 4,2 Kilometern von Hausen hinauf Richtung Hochrhönstraße deutlich vor 17:00 Uhr zu Ende. Die Strecke mit den Schlüsselstellen Jopp-Kurve und Schikane zeigte sich übrigens in einem sehr guten Zustand und ermöglichte schnelle Zeiten. Diese wollen wir uns nun gemeinsam anschauen und darüber berichten, welche KW Berg-Cup‘ler denn am Hauenstein besonders flott und damit erfolgreich unterwegs gewesen sind.

Im NSU-Bergpokal sind dies in der Rhön eindeutig Steffen Hofmann (P1), Jörg Höber (P2) und Uwe Schindler (P3), die sich in der genannten Reihenfolge die Podestränge sichern. Im Training stört Frank Kleineberg noch etwas deren Kreise, ist da Dritter. Aber gleich im ersten Rennlauf ziehen ihn Technik-Gremlins aus dem Verkehr. Um die Plätze hinter dem Stockerl balgen sich fortan Thomas Krystofiak, Mike Vogel und Horst Fleischer. Aber schon im zweiten Race-Heat wird diese Auseinandersetzung entschieden. Thomas Krystofiak bleibt auf Position vier, Horst Fleischer wird Fünfter, Mike Vogel Sechster.

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News - Rundstrecke

Audi-Doppelsieg im Regen von Zandvoort

Regen in Zandvoort: Diese Bedingungen scheinen Audi im ADAC GT Masters besonders zu liegen. Mit den Vorjahreschampions Connor De Phillippi (24/USA) und Christopher Mies (28/Heiligenhaus) gelang der Marke mit den vier Ringen der erste Sieg in der "Liga der Supersportwagen" seit dem letztjährigen Rennwochenende auf dem Dünenkurs. Mit Platz zwei in einem turbulenten Rennen sorgten Jeffrey Schmidt (23/CH) und Christopher Haase (29/Kulmbach) für einen Doppelsieg für Montaplast by Land-Motorsport. Rang drei ging erstmals an Florian SpenGötz dominiert erste Rennhälfte 

Als es kurz vor dem Start zum achten Saisonlauf des ADAC GT Masters zu regnen begann, war klar, dass die Zuschauer ein spektakuläres Rennen erleben würden. Nach dem Aus des führenden Pole-Setters Mirko Bortolotti (27/I, GRT Grasser-Racing-Team) wegen eines Defektes in der vierten Runde, stand die erste Rennhälfte ganz im Zeichen von Mercedes-AMG-Pilot Maximilian Götz (31/Uffenheim, beide Mercedes-AMG Team HTP Motorsport), der an der Spitze zwischenzeitlich einen Vorsprung von mehr als 17 Sekunden herausfuhr. Dahinter wechselten auf der nassen Strecke immer wieder die Positionen. Als zur Rennmitte im Kampf um Platz drei Lamborghini-Pilot Christian Engelhart (30/Wolnzach, GRT Grasser-Racing-Team) und Kelvin van der Linde (21/ZA, Aust Motorsport) im Audi kollidierten, gab es die erste von insgesamt vier Safety-Car-Phasen. Die anschließenden Pflichtboxenstopps wirbelten das Feld wieder durcheinander. Während Götz-Partner Patrick Assenheimer (25/Lehrensteinsfeld) auf Platz fünf liegend von der Strecke rutschte, führte nach den Fahrerwechseln Audi-Pilot Jeffrey Schmidt (23/CH), der die Spitzenposition bis zur drittletzten Runde verteidigte. Dann ging sein Teamkollege Connor De Phillippi im zweiten Audi des Teams Montaplast by Land-Motorsport vorbei und fuhr zum ersten Saisonsieg für sich und Partner Christopher Mies, der das Auto auf Platz sechs liegend an den US-Amerikaner übergeben hatte. Für Schmidt sprang neben Platz zwei noch der Sieg in der Junior-Wertung heraus.

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Corvette-Piloten Gounon/Van der Zande gewinnen in Zandvoort

Jubel bei den niederländischen Fans: Lokalmatador Renger van der Zande (31/NL, Callaway Competition) und Tabellenführer Jules Gounon (22/F) gewannen mit ihrer Corvette C7 in Zandvoort den siebten Lauf des ADAC GT Masters. Dank seines zweiten Saisonsiegs sicherte sich Gounon damit den inoffiziellen Titel des Halbzeitmeisters. Ebenfalls auf das Podium kamen zum ersten Mal in dieser Saison die Audi-Fahrer Markus Pommer (26/Neckarsulm) und Kelvin van der Linde (21/ZA, beide Aust Motorsport) und das Mercedes-AMG-Duo Indy Dontje (24/NL) und Marvin Kirchhöfer (23/Markkleeberg, beide Mercedes-AMG Team HTP Motorsport). "Der Sieg fühlt sich an, als hätte ich eine Weltmeisterschaft gewonnen", jubelte ADAC GT Masters-Premierensieger van der Zande. "Hier beim Heimspiel in Zandvoort zu gewinnen ist einfach unglaublich."

Trio an der Spitze
 
Während Pole-Setter Jules Gounon beim Start die Führung verteidigte, ging Mercedes-Pilot Luca Stolz (21/Brachbach, Mercedes-AMG Team ZAKSPEED) am ebenfalls aus der ersten Reihe gestarteten Markus Pommer vorbei auf Rang zwei. In den folgenden Runden setzten sich Gounon, Stolz und Pommer langsam von den Verfolgern ab. Das Trio lag dabei bis zu den Pflichtboxenstopps innerhalb von knapp einer Sekunde. Danach fuhr van der Zande, der in Zandvoort den verletzten Stammpiloten Daniel Keilwitz (27/Villingen) vertritt, zum zweiten Saisonsieg für die Corvette mit der Startnummer 77. Für den Lokalmatador war es der erste Triumph in der "Liga der Supersportwagen", für Gounon nach dem Red Bull Ring der zweite der Saison. Dank dieses Erfolgs baute er seine Führung in der Meisterschaft weiter aus und sicherte sich den inoffiziellen Titel des Halbzeitmeisters.

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Heimsieg für Grasser-Lamborghini auf dem Red Bull Ring, Podium für DTM-Pilot Auer

Österreich jubelt auf dem Red Bull Ring: Die Lamborghini-Piloten Rolf Ineichen (39/CH) und Christian Engelhart (30/Wolnzach, beide GRT Grasser-Racing-Team) triumphierten im Sonntagsdurchgang auf dem Red Bull Ring zum ersten Mal in diesem Jahr - sehr zur Freude ihres Rennstalls, der nur unweit der österreichischen Strecke seinen Sitz hat. Als Zweiter im Rennen mit dem schnellsten Durchschnittstempo in der Geschichte des ADAC GT Masters fuhr DTM-Tabellenführer Lucas Auer (22/A) zusammen mit Sebastian Asch (31/Ammerbuch, beide BWT Mücke Motorsport) im Mercedes-AMG auf das Podium. Platz drei holten die Tabellenführer und Samstagssieger Jules Gounon (22/F) und Daniel Keilwitz (27/Villingen, beide Callaway Competition) in einer Corvette C7. "Wir sind sehr happy und sehr dankbar", so Sieger Ineichen. "Das Auto war heute wirklich perfekt, besser ging es nicht. Das Team hat super gearbeitet." Ineichen/Engelhart waren im sechsten Saisonrennen die sechsten unterschiedlichen Sieger der Saison 2017.

Engelhart bestimmt das Tempo
 
Die erste Rennhälfte stand ganz im Zeichen von Pole-Setter Christian Engelhart. Der Lamborghini-Pilot drehte die schnellsten Runden im Feld und setzte sich an der Spitze kontinuierlich ab. Als er zur Rennmitte an Partner Rolf Ineichen übergab, betrug sein Vorsprung fast sieben Sekunden. Ineichen baute danach den Abstand zu den in Zweikämpfe verwickelten Verfolgern zwischenzeitlich auf mehr als zehn Sekunden aus. Nach 41 Runden sah der Schweizer als Sieger die Zielflagge - obwohl sein Lamborghini Huracán in der Schlussphase an Aussetzern litt und der Vorsprung auf 3,6 Sekunden schrumpfte. Für Engelhart und Ineichen war es nach Oschersleben 2016 der zweite Gesamterfolg im ADAC GT Masters. Mit einer Durchschnittgeschwindigkeit von 170,9 km/h war der Sonntagslauf das bisher schnellste Rennen in der Geschichte des ADAC GT Masters.

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