Der KW Berg-Cup in Homburg: Harte Fights in fast allen Klassen

Diese fanden unter fairen Bedingungen statt. Denn das bergab beginnende, für das 44. Homburger ADAC Bergrennen „Karlsberg Rennen“ genutzte 2,6 Kilometer lange Teilstück der Käshofer Straße zeigte sich am 15. und 16. Juli bei nicht zu hohen Außentemperaturen immer trocken. 132 Rennteilnehmer nahmen am Samstag das Training auf. Trotz fast pünktlichem Beginn gegen 8:40 Uhr zogen sich die drei Durchgänge bis kurz nach 18:30 hin. Geschuldet war dies den zahlreichen Vorfällen, deren Bandbreite vom einfachen Technik-Trouble über fällige Kehrpausen bis zu Grabenbesuchen und sonstigen Ausrutschern reichte, die aber allesamt glimpflich verliefen. Am Rennsonntag reduzierten sich die den Ablauf bremsenden Ereignisse deutlich. Zwischen 8:30 und 16:50 Uhr gingen alle drei geplanten Wertungsläufe über die Bühne. Wie es den Teilnehmern des NSU-Bergpokals und des KW Berg-Cups dabei erging und wer sich den meisten Lorbeer sichern konnte, das wollen wir nun gemeinsam betrachten.

Da wir uns dabei an die Abfolge des Wettbewerbs halten, schauen wir zuerst in den NSU-Bergpokal. Dieser stellt sein finales Ranking schon in den Übungsauffahrten her. Mit einer einzigen Ausnahme, auf die wir noch eingehen werden. Jörg Davidovic fährt zum Klassensieg. Gaststarter Andreas Reich, dem im zweiten Heat die beste NSU-Laufzeit gelingt, folgt Jörg beständig im Windschatten und wird Zweiter. In der Addition der drei Läufe fehlen ihm lediglich 1,643 Sekunden auf den Gewinner. Platz drei ist die Angelegenheit von Uwe Schindler, Vierter wird Alexander Follmann. Die fünfte Position hat lange Christoph Schwarz inne. Aber im letzten Run spielt sein Motor nicht mehr mit. Schon beim Vorziehen zum Start hört sich der TT gequält an. Auf den ersten Streckenmetern klingt er wieder besser, aber nach kurzer Fahrt kommt leider die Ausfallmeldung. Damit rückt Mike Vogel final auf die Fünf vor.

 

Bei den stark verbesserten Tourenwagen (TW) bis 1150 Kubikzentimeter gibt Jürgen Schneider klar den Ton an und damit auch das Tempo vor, fährt im VW Schneider Polo 16V einen lupenreinen Start-Ziel-Sieg heraus. Auch Rang zwei ist zu keiner Zeit des Geschehens gefährdet. Jörg Eberle bezieht diesen mit seinem Fiat 127 Super von Beginn an, ist zugleich auch der 1,15-Liter KW 8V-Trophy Gewinner. Etwas enger geht es dahinter zu. Walter Voigt ist mit seinem VW Polo 16V Trainingsdritter. Doch nachdem Bernd Deutsch die beim Bremsausfall an seinem Schneider Audi 50 in der dritten Übungsauffahrt durchlittene Schrecksekunde über Nacht weggesteckt hat, ist am Renntag die dritte Position von Anfang an die seine. Walter Voigt beendet sein Homburg Wochenende als Vierter, die Fünf gehört Uwe Werner (Ford Fiesta Mk1), Sechster wird Rolf Rauch im Fiat 128 Rally. Damit ist auch die Sortierung der Jungs mit den roten Startnummern (KW 8V-Trophy) in dieser Klasse bekannt. Neben Sieger Jörg Eberle steigt Bernd Deutsch auf die zweite Podeststufe, Uwe Werner auf die des Dritten. Vierter der Roten ist Rolf Rauch.

Die Abteilung bis 1,4-Liter bietet in Homburg höchsten Unterhaltungswert. Am Ende des Sonntags trennen den Dritten nur 0,824 Sekunden vom Sieger. Das Tempo der drei Hauptdarsteller ist gnadenlos hoch. Dass einer davon „nur“ in einem 8-Ventiler sitzt, macht die Sache erst richtig pikant. Die Samstagsergebnisliste entspricht noch am ehesten der Papierform, sieht zwei 16V VW Polos an der Spitze. Franz Weißdorn beansprucht die imaginäre Pole Position für sich. Vor Hugo Moser, der als Zweiter 39 Hundertstel zurückliegt. Als Drittschnellster ist Vorjahresklassensieger Nils Abb oben, er braucht dazu 0,358 Sekunden mehr als Hugo. Armin Ebenhöh (TP4/VW Polo 16V) und Frank Duscher, der im 8-Ventil-Polo auf der Fünf liegt, halten noch Sichtkontakt zu den potenziellen Anwärtern auf einen Podiumsplatz. Franz Weißdorn weiß genau, wie stark seine schärfsten Kontrahenten gerade auf der Käshofer Straße sind. Also legt er gleich im ersten Race-Heat los wie die Feuerwehr, stürmt in 1:20,744 über die 2600 Meter. Damit nimmt er Hugo Moser (P2) 0,457 Sekunden ab, der seinerseits unter gewaltigem Druck von Nils Abb steht. Mit seinem VW Schneider Polo lauert Nils sieben Hundertstel hinter Hugo auf seine Chance. Wie schnell 8-V‘ler sein können, unterstreicht auch Frankie Duscher. Respektlos liegt er als Vierter 0,677 Sekunden vor Armin Ebenhöh (P5). Im zweiten Run kann Franz Weißdorn seinen Vorsprung minimal um 153 Tausendstel ausbauen. Mit der zweitschnellsten 1400er Laufzeit zieht Nils Abb an Hugo Moser vorbei, liegt nun 0,374 Sekunden vor ihm auf P2. Armin Ebenhöh hat den Aufstand der 8V’ler satt, er zieht an Frank Duscher vorbei. Aber mehr als 101 Tausendstel Abstand kann er nicht herausholen. Lauf drei wird so zu einem echten Thriller. Nils Abb, der ja ohnehin Hobby-Theaterdarsteller ist, gibt den strahlenden jugendlichen Helden, knallt mit 1:21,193 die Laufbestzeit auf die Piste. Dadurch rückt er dem routinierten Platzhirsch Franz Weißdorn noch bis auf 16 Hundertstel auf die Pelle. Die Vorjahressensation findet 2017 aber nicht statt. Denn diesmal bleibt Franz nervenstark und gewinnt, wenn auch äußerst knapp vor Nils (P2). Hugo Moser fährt im Finale mit 1:21,643 exakt dieselbe Zeit wie Franz Weißdorn. Damit bleibt er 0,824 Sekunden hinter Nils Dritter. Inspiriert vom 8-Ventiler Aufwind läuft Frankie Duscher zur Höchstform auf, schiebt sich wieder an Armin Ebenhöh vorbei auf die Vier, dem Letztgenannten bleibt Rang fünf. Als 1,4-Liter KW 8V-Trophy Sieger sammelt Nils Abb weitere wichtige Zähler für die Wertung der Roten. Zweiter der 8V‘ler ist Frank Duscher, Rang drei holt sich Rookie Dominik Schlott im Schneider Polo und Stefan Winkler fährt im Fiat 127 auf Position vier.

Die 1600er-Homburg-Story ist mangels entsprechender Autos kurz. Denn nachdem Andy Heindrichs einen Tag vor seinem 23. Geburtstag mit seinem Opel Risse Corsa 16V im zweiten Probe-Heat die Beschaffenheit eines Straßengrabens so intensiv untersucht hat, dass eine Fortsetzung der Teilnahme nicht möglich ist, existiert sie nicht mehr. Stefan Faulhaber, der mit seinem Opel Minichberger Kadett C 16V für die knappe Trainingsbestzeit sorgt, und Klassenkollege André Stelberg (VW Corrado 16V) werden regelkonform in die 2-Liter Klasse befördert. In dieser markiert Björn Wiebe im Renault Williams Wiebe Laguna schlussendlich die klare Bestzeit, nimmt dem Zweiten, Dirk Preisser im 16-Ventiler Opel Kadett C-Coupé, 1,586 Sekunden ab. Mit den üblichen knappen Abständen folgen im Zehntel-Takt Patrick Orth (TP3/BMW 320iS), Lars Heisel im Böhm Kadett 16V sowie Michael Rauch als Fünfter, der im Briegel Kadett schnellster 8V’ler ist. Am Renntag heißt der erste Leader Björn Wiebe. Aber als Zweiter liegt Dirk Preisser nur 103 Tausendstel zurück. Als Dritter führt Patrick Orth ein Rudel erfolgshungriger Verfolger an, die während der gesamten Renndauer fleißig diverse Platzwechsel praktizieren. In der zweiten Auffahrt sorgt Björn Wiebe für klare Verhältnisse an der Spitze. Er zieht das ohnehin hohe Tempo nochmals an, schwimmt sich mit 1:14,994 um 1,484 Sekunden von Dirk Preisser frei. Dieser hält die zweite Position, Patrick Orth ist weiterhin Dritter. Das ist auch der Endstand, der dritte Heat ändert auf den Stockerlplätzen nichts mehr. Im weiteren Feld sieht das etwas anders aus. Streckenneuling Lars Heisel hat sich – beständig schneller werdend – von der Sechs bis auf die Vier nach vorne gefahren. Diese gehörte kurzzeitig Hansi Eller im VW Golf2 16V, der final Fünfter wird. Als Sechster beendet Michael Rauch sein Rennwochenende. Er war nach Heat eins sogar Vierter gewesen, muss dann aber zwei 16-Ventil-Piloten an sich vorbeiziehen lassen. Die 2-Liter KW 8V-Trophy Wertung gewinnt Michael vor Norbert Wimmer (8VP2), der sich mit seinem BMW 2002 Klassenrang sieben holt. Direkt hinter ihm meldet sich das 1600er Duo zu Wort, dass sich unter den 26 2-Liter-Teilnehmern hervorragend in Szene setzt. Stefan Faulhaber tut dies als Achter, André Stelberg als Neunter. Die Top-Ten schließt auf der Zehn Werner Weiß im soundgewaltigen Ford Escort RS 1800 BDA ab. Das KW 8V-Trophy Podest komplettiert als Dritter C-Kadett-Pilot Martin Kellndorfer, Vierter der Roten wird im Ford Escort RS 2000 Hans-Dieter Seitz. Zwei 8V’ler werden in Homburg von Technik-Gremlins heimgesucht. Bernhard Lang muss seinen Ford Escort RS 2000 Spezial aufladen, als nach dem Training eine gebrochene Bremsscheibe diagnostiziert wird, für die sich kein Ersatz finden lässt. Noch härter trifft es Johann Hatezic. An seinem Opel Ascona B kollabiert am Start zum dritten Probe-Run die Gearbox. Bis fast in die frühen Morgenstunden wird geschraubt, um das kurzfristig aufgetriebene Omega-Seriengetriebe zu installieren, das auch nach einer anderen Kardanwelle verlangt. Einen Rennlauf lang funktioniert alles, aber schon im zweiten Heat zerbröselt auch die mühevoll installierte Omega-Schaltwechseleinheit. Das ist das endgültige Aus für Johann.

Senior Sepp Koller muss in Homburg die Dieselfahne alleine hochhalten. Was er mit seinem ex-Cup Alfa Romeo 147 JTD ohne Fehl und Tadel mit gleichmäßig flotten Zeiten problemlos schafft.

Von den Benzinern bis 3000 Kubikzentimeter gibt es nichts wirklich Aufregendes zu erzählen. Sie formieren sich bereits am Samstag zu ihrem späteren Endstand. Dieser zeigt Günter Göser im Opel Böhm Kadett 16V als souveränen Gewinner vor Helmut Knoblich (P2), der den Langstrecken Mini Cooper S erstmals in dieser Saison an den Start bringt. Rang drei geht an Ralf Kleinsorg im 3er BMW mit S14-Motor. Marcel Gapp hat seinen BMW M3 E36 wieder einsatzfertig gemacht und diesem mit Hilfe von Mario Minichberger ein motorschonendes Mapping verpasst, das aber genügend Power für Platz vier zur Verfügung stellt. Im Audi 80 Quattro sichert sich Youngster Hauke Weber Position fünf, Sechster wird Karl-Heinz Schlachter mit seinem BMW 2002 tii Alpina, mit dem er sich auch den Sieg in der 3-Liter KW 8V-Trophy holt. Pech hat Neueinsteiger Felix Bürker beim Debüt seines neu aufgebauten Opel Kadett City. Im zweiten Rennlauf versagt dessen Technik die weitere Mitarbeit. Im dritten Run ist er wieder dabei und kann so wenigstens noch weitere Rennerfahrungen sammeln, gewertet wird er allerdings nicht.

Am Übungssamstag setzt bei den Rennern mit mehr als 3-Liter Hubraum Slalom-Spezialist Mario Fuchs mit seinem Mitsubishi Lancer Evo 9 die Bestmarke. Dabei lässt er Herbert Stolz (TP2) um exakt 1 Tausendstel hinter sich, Dritter ist Norbert Handa im Lancia Delta Integrale. Im Rennen haben dann die ausgewiesenen Berg-Experten das Sagen. Mit seinem Porsche 935 DP II übernimmt Herbert Stolz vor Norbert Handa (P2) die Spitze, knapp hinter diesem läuft Mario Fuchs auf der Drei ein. So wie geschildert lautet auch das Endergebnis, Verschiebungen finden nicht mehr statt. Auch nicht auf Platz vier, den Sabine Röck während des gesamten Wettbewerbes souverän innehat. Im VW Golf Turbo ist sie in ihrer Abteilung beste Fahrerin mit nur einer angetriebenen Achse. Zwei weitere Porsche und ein Ferrari – der als typisch italienische Primadonna allerdings einmal kurz technisch gemuckt hat – sehen im wahrsten Sinne des Wortes nur mehr die Golf Rücklichter.

Bunt gemischt ist das Feld der drei E2-Silhouetten-Autos. Zwei flache, ultraleichte TracKings treten gegen den liebevoll „Monschter“ genannten 5,7-Liter Opel Kadett GT/R Risse V8 von Holger Hovemann an. Eine der beiden mit Motorradmotoren ausgestatteten, wieselflinken Rennsemmeln lässt sich selbst mit über 700 PS nicht in den Griff bekommen. Das Triebwerk des jungen Franzosen Fabien Bourgeon verfügt mit 1340 Kubik auch über mehr Hubraum als die sonst bei den CM-Autos üblichen 1000. Außerdem entwickelt und baut er zusammen mit seinem Vater diese Geräte, kennt sich also bestens damit aus. Was er 2016 in Mickhausen als Gesamtdritter deutlich unter Beweis gestellt hat. In Homburg schafft Fabien Bourgeon Rang sieben des Over-All-Rankings und gewinnt die E2-SH vor Holger Hovemann sowie seinem Landsmann Gilles Depierre (TracKing RC 01 Suzuki), der Dritter wird.

Als Gesamtachter krönt Björn Wiebe seinen 2017er Homburg Auftritt mit dem Sieg in der Tourenwagendivision 1. Rang zwei belegt hier Dirk Preisser, Dritter wird Herbert Stolz. TW-Ehrenplatz vier geht an Patrick Orth, der des Fünften an Canio Marchione, der seinen VW Scirocco 1 16V in der Klasse der Luxemburger Meisterschaft einsetzt, für die es in Homburg ebenfalls Punkte zu holen gab.

Mit dem letzten Wochenende ist die Halbzeit der 30. KW Berg-Cup Saison bereits überschritten, sechs Veranstaltungen liegen noch vor uns. Am 29. und 30 Juli wird beim Hauenstein Bergrennen in der Rhön kräftig Vollgas gegeben, danach geht es vom 03. bis zum 06. August Richtung Norden. Um mit dem MSC Osnabrück die 50. Auflage seiner Gipfelsturm-Veranstaltung in der Borgloher Schweiz zu feiern. Im Anschluss drohen uns drei Wochen Motorsportpause, bevor die KW Berg-Cup‘ler Ende August in Oberhallau auf die versammelte Schweizer Gipfelsturm-Elite treffen. Drei Wochen ohne jede Action? Puh, das wird hart! Hm, da könnte man doch glatt motorsportlich fremdgehen und die Deutschland Rallye besuchen, die terminlich perfekt in die Berg-Lücke passt. Die 2017er World Rallye Cars sollen ja auch nicht so ganz ohne sein? Aber klar, die Entscheidung über Besuch oder Nicht-Besuch des deutschen Quertreiber-WM-Laufes überlasse ich ganz alleine euch, liebe NSU-Bergpokal und KW Berg-Cup Fans und Freunde. Hauptsache wir sehen uns noch möglichst oft bei den auf uns zukommenden Rennen, die zu den Gipfelsturm-Serien des Berg-Cup e.V. zählen. Bis dahin also!

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News - Bergrennen

Der KW Berg-Cup in Osnabrück: Langes Jubiläum in der Borgloher Schweiz

Die Einleitung zum Report über das „50. Int. Osnabrücker ADAC Bergrennen“ fällt mir schwerer als ansonsten üblich. Denn ich sehe das Geschehen in der Borgloher Schweiz aus zwei verschiedenen Blickwinkeln. Da ist zum einen der Veranstalter, der sich unheimlich angestrengt hat, um das Jubiläum würdig und in großem Rahmen zu feiern. Also hat er sein schon in den letzten Jahren großes Zusatzprogramm noch um einen Nostalgie-Autocorso am Samstag sowie um eine Fahrerparade am Sonntag erweitert. Schon vor Beginn des Geschehens am 2,030 Kilometer langen Uphöfener Berg wurden alle Fahrer gleich zweimal eingeladen: Am Donnerstagabend zum FunTriathlon-Event auf die neue E-Kart-Bahn Nettedrom und ins Rutschenparadies des Nettebades, Bustransfer und Verköstigung inklusive. Und auch bei der eigentlichen Feier der 50. Bergrennauflage freitagabends im VIP-Zelt waren die Aktiven herzlich willkommen, wurden dort mit Show und Talk unterhalten und so auf das weitere Wochenende eingestimmt.
Um den Zeitplan zu entzerren begann die Abnahme bereits donnerstags, die ersten Übungsauffahrten fanden am Freitag statt. Aber leider meinten es die Gipfelsturmgötter mit dem MSC Osnabrück und den aktiven Pilotinnen und Piloten nicht so besonders gut. Schon kurz nach dem Auftakt des Samstagstrainings begann es zu regnen. Die Vorfälle auf der Strecke häuften sich, eine lange Ölspur musste zeitraubend beseitigt werden. Am Sonntag blieb es zwar bei angenehmen Temperaturen trocken, aber dennoch mussten ungewöhnlich viele Dreher, Ausrutscher und Einschläge abgearbeitet werden. Die 26(!) protokollierten Unterbrechungen schlugen mit knapp vier Stunden zu Buche. Daher blieb es an den beiden Haupttagen für die knapp 190 Rennstarter bei der Minimalanzahl von zwei Läufen.
Damit möchte ich zum Blickwinkel der Fahrer kommen, die teilweise bis zu viele hundert Kilometer weit angereist waren. Und noch am Sonntagabend diese Strecke mit Gespann zurückfahren mussten, um am Montagmorgen wieder ihrem Beruf nachgehen zu können. Für den größten Teil davon war es am Wochenende nichts mit lange schlafen, denn ab spätestens 7:30 Uhr dröhnten die Rennmotoren. Zwischen den beiden Läufen klafften – nicht zuletzt hervorgerufen durch die schon beschriebenen Vorfälle – stundenlange Lücken. Und wer am Beginn einer der zwei Startgruppen dabei war, der musste teils äußerst geduldig auf seine Rückführungen warten. Trotz nur zweier Rennläufe, deren letzter kurz nach 18:00 Uhr beendet war, begann die Siegerehrung deutlich nach 20 Uhr, bis zu ihrem Ende dauerte es weit mehr als eine Stunde. All dies produzierte reichlich Missmut. Aber einfach nur auf den Veranstalter und das Rahmenprogramm zu schimpfen, trifft nicht wirklich des Pudels Kern. Denn die Mannschaft des MSC Osnabrück, die echte Schwerstarbeit leistete, hatte mit dem Freitagstraining und dem stets pünktlichen Beginn alles ihr zur Verfügung stehende ausgeschöpft, um das Riesenfeld so oft wie möglich nach oben zu bringen. Die Problematik dieses Unterfangens sowie die Ausweitung des Showteils waren im Vorfeld nie verschwiegen worden. Außerdem wurde schon sehr früh um Verständnis dafür gebeten, dass in diesem Jahr das Jubiläum im Mittelpunkt stehen würde. In Zukunft wird Organisationsleiter Bernd Stegmann anders planen: „Ab 2018 konzentrieren wir uns an erster Stelle auf den Rennsport!“

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Der KW Berg-Cup am Hauenstein: Spannende Tourenwagen-Fights

Und das nicht nur in den verschiedenen Klassen, sondern auch in der Tourenwagen-Gesamtwertung, deren Top-Zwanzig final ausschließlich aus KW Berg-Cup Aktiven bestanden. Doch der Reihe nach. Wetterkapriolen – so wie den Nebel 2016 – gab es diesmal nicht. Die bayerische Rhön zeigte sich von ihrer angenehmen Seite. Immer trocken und mit moderaten Temperaturen gewährleistete sie beim „48. ADAC/MSC-Rhön Hauenstein-Bergrennen“ am 29. und 30. Juli gleichbleibende Verhältnisse für alle Teilnehmer. Beide Tage zeichnete ein minutiöser Beginn aus, an den sich ein flüssiger Verlauf der jeweils drei Auffahrten anschloss. Besonders erfreulich: Sowohl am Samstag als auch am Sonntag war die Action auf den schnellen 4,2 Kilometern von Hausen hinauf Richtung Hochrhönstraße deutlich vor 17:00 Uhr zu Ende. Die Strecke mit den Schlüsselstellen Jopp-Kurve und Schikane zeigte sich übrigens in einem sehr guten Zustand und ermöglichte schnelle Zeiten. Diese wollen wir uns nun gemeinsam anschauen und darüber berichten, welche KW Berg-Cup‘ler denn am Hauenstein besonders flott und damit erfolgreich unterwegs gewesen sind.

Im NSU-Bergpokal sind dies in der Rhön eindeutig Steffen Hofmann (P1), Jörg Höber (P2) und Uwe Schindler (P3), die sich in der genannten Reihenfolge die Podestränge sichern. Im Training stört Frank Kleineberg noch etwas deren Kreise, ist da Dritter. Aber gleich im ersten Rennlauf ziehen ihn Technik-Gremlins aus dem Verkehr. Um die Plätze hinter dem Stockerl balgen sich fortan Thomas Krystofiak, Mike Vogel und Horst Fleischer. Aber schon im zweiten Race-Heat wird diese Auseinandersetzung entschieden. Thomas Krystofiak bleibt auf Position vier, Horst Fleischer wird Fünfter, Mike Vogel Sechster.

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Osnabrück Hill Climb News No. 13 - Zum Jubiläum ein spektakuläres Starterfeld

50. Int. Osnabrücker Bergrennen – Fahrer aus 15 Nationen fahren und feiern am „Uphöfener Berg“

Ein Starterfeld der Superlative darf der MSC Osnabrück e.V. bei der 50. Auflage des Int. Osnabrücker ADAC Bergrennens, gleichzeitig dem 8. Lauf zum FIA Int. Hill Climb Cup, präsentieren. Mit rund 245 Nennungen und Teilnehmern aus 15 Nationen wird es „eng“ auf der traditionellen 2,030 km langen Strecke am „Uphöfener Berg“, aber in diesem Jahr wollen  fast alle nationalen und internationalen Bergfahrer der Spitzenklasse dabei sein und natürlich auch beim Jubiläumsprogramm, das der Veranstalter insbesondere den aktiven Fahrern gewidmet hat,  mitfeiern. Zum runden Geburtstag gibt es darüber hinaus ein erstklassigen Rahmenprogramm mit einer Reihe von phantastischen Fahrzeugen mit Kultcharakter sowie bekannten und TV erprobten „Promis“, aber auch internationale Profirennfahrer der absoluten Spitzenklasse.

Fast 60 offene Formel- und Sportwagen, alleine 11 Formel 3000, das sind rekordverdächtige Zahlen, die das sportliche Geschehen im Gesamtklassement bestimmen wollen. 52, 232 sec – der Streckenrekord aus dem Jahr 2016 steht auf dem Prüfstand. Der derzeit mitführende in der Europa-Bergmeisterschaft, Christian Merli aus Italien hat seine eigene Bestzeit aus dem Vorjahr im Visier und macht kein Geheimnis daraus, dass er bei entsprechenden Bedingungen auf der Strecke diese Zeit nochmals „knacken“ will. Der sympathische Fahrer mit dem superschnellen Osella FA 30 wird dabei von einigen hochkarätigen international erfolgreichen Piloten gejagt. Der mehrfache Französische Bergmeister Sebastien Petit (Norma M20 FC) wird ebenso einen Podiumsplatz im Visier haben, wie der sympathische Schweizer Formel 3000-Pilot Eric Berguerand ( Lola FA 99), der erstmals in Deutschland am Start stehende Franzose Geoffrey Schatz (Reynard 01L Formel 3000) sowie die weiteren Sportwagenpiloten Jelle de Coninck aus Belgien (Norma M 20 FC), der Deutsch-Slowene Patrik Zajelsnik (ebenfalls mit einem neuen Norma M 20F) und, nicht zu vergessen, der nach längerer Zeit wieder am Start stehende Luxemburger Tommy Rollinger mit einem Osella FA 30 .  Mit sehr guten Aussichten dabei sind auch der letztjährige Drittplatzierte in Osnabrück, Vaclav Janik aus der Tschechischen Republik (Norma M 20 FC) sowie das Schweizer "Ur-Gestein“, Marcel Steiner, der mit seinem LobArt LA 01 Mugen – Prototypen immer besser zurecht kommt und in der Schweiz in 2017 bereits zwei Gesamtsiege feiern konnte. Die Liste der Top-Fahrer und Fahrzeuge der offenen Rennsportklassen ließe sich weiter fortsetzen und sicher ist auch mit der ein oder anderen positiven Überraschung zu rechnen, aber das macht den Bergrennsport bei der Vielzahl der Klassen und Gruppen auch zusätzlich spannend. Aus deutscher Sicht wird auch der Schweinfurter Uwe Lang mit dem Osella PA 20/S Evo wieder ein Top-Resultat anstreben, der 5. Platz in 2016 ist dafür sicher Ansporn genug.

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News - Rundstrecke

Audi-Doppelsieg im Regen von Zandvoort

Regen in Zandvoort: Diese Bedingungen scheinen Audi im ADAC GT Masters besonders zu liegen. Mit den Vorjahreschampions Connor De Phillippi (24/USA) und Christopher Mies (28/Heiligenhaus) gelang der Marke mit den vier Ringen der erste Sieg in der "Liga der Supersportwagen" seit dem letztjährigen Rennwochenende auf dem Dünenkurs. Mit Platz zwei in einem turbulenten Rennen sorgten Jeffrey Schmidt (23/CH) und Christopher Haase (29/Kulmbach) für einen Doppelsieg für Montaplast by Land-Motorsport. Rang drei ging erstmals an Florian SpenGötz dominiert erste Rennhälfte 

Als es kurz vor dem Start zum achten Saisonlauf des ADAC GT Masters zu regnen begann, war klar, dass die Zuschauer ein spektakuläres Rennen erleben würden. Nach dem Aus des führenden Pole-Setters Mirko Bortolotti (27/I, GRT Grasser-Racing-Team) wegen eines Defektes in der vierten Runde, stand die erste Rennhälfte ganz im Zeichen von Mercedes-AMG-Pilot Maximilian Götz (31/Uffenheim, beide Mercedes-AMG Team HTP Motorsport), der an der Spitze zwischenzeitlich einen Vorsprung von mehr als 17 Sekunden herausfuhr. Dahinter wechselten auf der nassen Strecke immer wieder die Positionen. Als zur Rennmitte im Kampf um Platz drei Lamborghini-Pilot Christian Engelhart (30/Wolnzach, GRT Grasser-Racing-Team) und Kelvin van der Linde (21/ZA, Aust Motorsport) im Audi kollidierten, gab es die erste von insgesamt vier Safety-Car-Phasen. Die anschließenden Pflichtboxenstopps wirbelten das Feld wieder durcheinander. Während Götz-Partner Patrick Assenheimer (25/Lehrensteinsfeld) auf Platz fünf liegend von der Strecke rutschte, führte nach den Fahrerwechseln Audi-Pilot Jeffrey Schmidt (23/CH), der die Spitzenposition bis zur drittletzten Runde verteidigte. Dann ging sein Teamkollege Connor De Phillippi im zweiten Audi des Teams Montaplast by Land-Motorsport vorbei und fuhr zum ersten Saisonsieg für sich und Partner Christopher Mies, der das Auto auf Platz sechs liegend an den US-Amerikaner übergeben hatte. Für Schmidt sprang neben Platz zwei noch der Sieg in der Junior-Wertung heraus.

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Corvette-Piloten Gounon/Van der Zande gewinnen in Zandvoort

Jubel bei den niederländischen Fans: Lokalmatador Renger van der Zande (31/NL, Callaway Competition) und Tabellenführer Jules Gounon (22/F) gewannen mit ihrer Corvette C7 in Zandvoort den siebten Lauf des ADAC GT Masters. Dank seines zweiten Saisonsiegs sicherte sich Gounon damit den inoffiziellen Titel des Halbzeitmeisters. Ebenfalls auf das Podium kamen zum ersten Mal in dieser Saison die Audi-Fahrer Markus Pommer (26/Neckarsulm) und Kelvin van der Linde (21/ZA, beide Aust Motorsport) und das Mercedes-AMG-Duo Indy Dontje (24/NL) und Marvin Kirchhöfer (23/Markkleeberg, beide Mercedes-AMG Team HTP Motorsport). "Der Sieg fühlt sich an, als hätte ich eine Weltmeisterschaft gewonnen", jubelte ADAC GT Masters-Premierensieger van der Zande. "Hier beim Heimspiel in Zandvoort zu gewinnen ist einfach unglaublich."

Trio an der Spitze
 
Während Pole-Setter Jules Gounon beim Start die Führung verteidigte, ging Mercedes-Pilot Luca Stolz (21/Brachbach, Mercedes-AMG Team ZAKSPEED) am ebenfalls aus der ersten Reihe gestarteten Markus Pommer vorbei auf Rang zwei. In den folgenden Runden setzten sich Gounon, Stolz und Pommer langsam von den Verfolgern ab. Das Trio lag dabei bis zu den Pflichtboxenstopps innerhalb von knapp einer Sekunde. Danach fuhr van der Zande, der in Zandvoort den verletzten Stammpiloten Daniel Keilwitz (27/Villingen) vertritt, zum zweiten Saisonsieg für die Corvette mit der Startnummer 77. Für den Lokalmatador war es der erste Triumph in der "Liga der Supersportwagen", für Gounon nach dem Red Bull Ring der zweite der Saison. Dank dieses Erfolgs baute er seine Führung in der Meisterschaft weiter aus und sicherte sich den inoffiziellen Titel des Halbzeitmeisters.

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Heimsieg für Grasser-Lamborghini auf dem Red Bull Ring, Podium für DTM-Pilot Auer

Österreich jubelt auf dem Red Bull Ring: Die Lamborghini-Piloten Rolf Ineichen (39/CH) und Christian Engelhart (30/Wolnzach, beide GRT Grasser-Racing-Team) triumphierten im Sonntagsdurchgang auf dem Red Bull Ring zum ersten Mal in diesem Jahr - sehr zur Freude ihres Rennstalls, der nur unweit der österreichischen Strecke seinen Sitz hat. Als Zweiter im Rennen mit dem schnellsten Durchschnittstempo in der Geschichte des ADAC GT Masters fuhr DTM-Tabellenführer Lucas Auer (22/A) zusammen mit Sebastian Asch (31/Ammerbuch, beide BWT Mücke Motorsport) im Mercedes-AMG auf das Podium. Platz drei holten die Tabellenführer und Samstagssieger Jules Gounon (22/F) und Daniel Keilwitz (27/Villingen, beide Callaway Competition) in einer Corvette C7. "Wir sind sehr happy und sehr dankbar", so Sieger Ineichen. "Das Auto war heute wirklich perfekt, besser ging es nicht. Das Team hat super gearbeitet." Ineichen/Engelhart waren im sechsten Saisonrennen die sechsten unterschiedlichen Sieger der Saison 2017.

Engelhart bestimmt das Tempo
 
Die erste Rennhälfte stand ganz im Zeichen von Pole-Setter Christian Engelhart. Der Lamborghini-Pilot drehte die schnellsten Runden im Feld und setzte sich an der Spitze kontinuierlich ab. Als er zur Rennmitte an Partner Rolf Ineichen übergab, betrug sein Vorsprung fast sieben Sekunden. Ineichen baute danach den Abstand zu den in Zweikämpfe verwickelten Verfolgern zwischenzeitlich auf mehr als zehn Sekunden aus. Nach 41 Runden sah der Schweizer als Sieger die Zielflagge - obwohl sein Lamborghini Huracán in der Schlussphase an Aussetzern litt und der Vorsprung auf 3,6 Sekunden schrumpfte. Für Engelhart und Ineichen war es nach Oschersleben 2016 der zweite Gesamterfolg im ADAC GT Masters. Mit einer Durchschnittgeschwindigkeit von 170,9 km/h war der Sonntagslauf das bisher schnellste Rennen in der Geschichte des ADAC GT Masters.

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