Der KW Berg-Cup in Homburg: Harte Fights in fast allen Klassen

Diese fanden unter fairen Bedingungen statt. Denn das bergab beginnende, für das 44. Homburger ADAC Bergrennen „Karlsberg Rennen“ genutzte 2,6 Kilometer lange Teilstück der Käshofer Straße zeigte sich am 15. und 16. Juli bei nicht zu hohen Außentemperaturen immer trocken. 132 Rennteilnehmer nahmen am Samstag das Training auf. Trotz fast pünktlichem Beginn gegen 8:40 Uhr zogen sich die drei Durchgänge bis kurz nach 18:30 hin. Geschuldet war dies den zahlreichen Vorfällen, deren Bandbreite vom einfachen Technik-Trouble über fällige Kehrpausen bis zu Grabenbesuchen und sonstigen Ausrutschern reichte, die aber allesamt glimpflich verliefen. Am Rennsonntag reduzierten sich die den Ablauf bremsenden Ereignisse deutlich. Zwischen 8:30 und 16:50 Uhr gingen alle drei geplanten Wertungsläufe über die Bühne. Wie es den Teilnehmern des NSU-Bergpokals und des KW Berg-Cups dabei erging und wer sich den meisten Lorbeer sichern konnte, das wollen wir nun gemeinsam betrachten.

Da wir uns dabei an die Abfolge des Wettbewerbs halten, schauen wir zuerst in den NSU-Bergpokal. Dieser stellt sein finales Ranking schon in den Übungsauffahrten her. Mit einer einzigen Ausnahme, auf die wir noch eingehen werden. Jörg Davidovic fährt zum Klassensieg. Gaststarter Andreas Reich, dem im zweiten Heat die beste NSU-Laufzeit gelingt, folgt Jörg beständig im Windschatten und wird Zweiter. In der Addition der drei Läufe fehlen ihm lediglich 1,643 Sekunden auf den Gewinner. Platz drei ist die Angelegenheit von Uwe Schindler, Vierter wird Alexander Follmann. Die fünfte Position hat lange Christoph Schwarz inne. Aber im letzten Run spielt sein Motor nicht mehr mit. Schon beim Vorziehen zum Start hört sich der TT gequält an. Auf den ersten Streckenmetern klingt er wieder besser, aber nach kurzer Fahrt kommt leider die Ausfallmeldung. Damit rückt Mike Vogel final auf die Fünf vor.

 

Bei den stark verbesserten Tourenwagen (TW) bis 1150 Kubikzentimeter gibt Jürgen Schneider klar den Ton an und damit auch das Tempo vor, fährt im VW Schneider Polo 16V einen lupenreinen Start-Ziel-Sieg heraus. Auch Rang zwei ist zu keiner Zeit des Geschehens gefährdet. Jörg Eberle bezieht diesen mit seinem Fiat 127 Super von Beginn an, ist zugleich auch der 1,15-Liter KW 8V-Trophy Gewinner. Etwas enger geht es dahinter zu. Walter Voigt ist mit seinem VW Polo 16V Trainingsdritter. Doch nachdem Bernd Deutsch die beim Bremsausfall an seinem Schneider Audi 50 in der dritten Übungsauffahrt durchlittene Schrecksekunde über Nacht weggesteckt hat, ist am Renntag die dritte Position von Anfang an die seine. Walter Voigt beendet sein Homburg Wochenende als Vierter, die Fünf gehört Uwe Werner (Ford Fiesta Mk1), Sechster wird Rolf Rauch im Fiat 128 Rally. Damit ist auch die Sortierung der Jungs mit den roten Startnummern (KW 8V-Trophy) in dieser Klasse bekannt. Neben Sieger Jörg Eberle steigt Bernd Deutsch auf die zweite Podeststufe, Uwe Werner auf die des Dritten. Vierter der Roten ist Rolf Rauch.

Die Abteilung bis 1,4-Liter bietet in Homburg höchsten Unterhaltungswert. Am Ende des Sonntags trennen den Dritten nur 0,824 Sekunden vom Sieger. Das Tempo der drei Hauptdarsteller ist gnadenlos hoch. Dass einer davon „nur“ in einem 8-Ventiler sitzt, macht die Sache erst richtig pikant. Die Samstagsergebnisliste entspricht noch am ehesten der Papierform, sieht zwei 16V VW Polos an der Spitze. Franz Weißdorn beansprucht die imaginäre Pole Position für sich. Vor Hugo Moser, der als Zweiter 39 Hundertstel zurückliegt. Als Drittschnellster ist Vorjahresklassensieger Nils Abb oben, er braucht dazu 0,358 Sekunden mehr als Hugo. Armin Ebenhöh (TP4/VW Polo 16V) und Frank Duscher, der im 8-Ventil-Polo auf der Fünf liegt, halten noch Sichtkontakt zu den potenziellen Anwärtern auf einen Podiumsplatz. Franz Weißdorn weiß genau, wie stark seine schärfsten Kontrahenten gerade auf der Käshofer Straße sind. Also legt er gleich im ersten Race-Heat los wie die Feuerwehr, stürmt in 1:20,744 über die 2600 Meter. Damit nimmt er Hugo Moser (P2) 0,457 Sekunden ab, der seinerseits unter gewaltigem Druck von Nils Abb steht. Mit seinem VW Schneider Polo lauert Nils sieben Hundertstel hinter Hugo auf seine Chance. Wie schnell 8-V‘ler sein können, unterstreicht auch Frankie Duscher. Respektlos liegt er als Vierter 0,677 Sekunden vor Armin Ebenhöh (P5). Im zweiten Run kann Franz Weißdorn seinen Vorsprung minimal um 153 Tausendstel ausbauen. Mit der zweitschnellsten 1400er Laufzeit zieht Nils Abb an Hugo Moser vorbei, liegt nun 0,374 Sekunden vor ihm auf P2. Armin Ebenhöh hat den Aufstand der 8V’ler satt, er zieht an Frank Duscher vorbei. Aber mehr als 101 Tausendstel Abstand kann er nicht herausholen. Lauf drei wird so zu einem echten Thriller. Nils Abb, der ja ohnehin Hobby-Theaterdarsteller ist, gibt den strahlenden jugendlichen Helden, knallt mit 1:21,193 die Laufbestzeit auf die Piste. Dadurch rückt er dem routinierten Platzhirsch Franz Weißdorn noch bis auf 16 Hundertstel auf die Pelle. Die Vorjahressensation findet 2017 aber nicht statt. Denn diesmal bleibt Franz nervenstark und gewinnt, wenn auch äußerst knapp vor Nils (P2). Hugo Moser fährt im Finale mit 1:21,643 exakt dieselbe Zeit wie Franz Weißdorn. Damit bleibt er 0,824 Sekunden hinter Nils Dritter. Inspiriert vom 8-Ventiler Aufwind läuft Frankie Duscher zur Höchstform auf, schiebt sich wieder an Armin Ebenhöh vorbei auf die Vier, dem Letztgenannten bleibt Rang fünf. Als 1,4-Liter KW 8V-Trophy Sieger sammelt Nils Abb weitere wichtige Zähler für die Wertung der Roten. Zweiter der 8V‘ler ist Frank Duscher, Rang drei holt sich Rookie Dominik Schlott im Schneider Polo und Stefan Winkler fährt im Fiat 127 auf Position vier.

Die 1600er-Homburg-Story ist mangels entsprechender Autos kurz. Denn nachdem Andy Heindrichs einen Tag vor seinem 23. Geburtstag mit seinem Opel Risse Corsa 16V im zweiten Probe-Heat die Beschaffenheit eines Straßengrabens so intensiv untersucht hat, dass eine Fortsetzung der Teilnahme nicht möglich ist, existiert sie nicht mehr. Stefan Faulhaber, der mit seinem Opel Minichberger Kadett C 16V für die knappe Trainingsbestzeit sorgt, und Klassenkollege André Stelberg (VW Corrado 16V) werden regelkonform in die 2-Liter Klasse befördert. In dieser markiert Björn Wiebe im Renault Williams Wiebe Laguna schlussendlich die klare Bestzeit, nimmt dem Zweiten, Dirk Preisser im 16-Ventiler Opel Kadett C-Coupé, 1,586 Sekunden ab. Mit den üblichen knappen Abständen folgen im Zehntel-Takt Patrick Orth (TP3/BMW 320iS), Lars Heisel im Böhm Kadett 16V sowie Michael Rauch als Fünfter, der im Briegel Kadett schnellster 8V’ler ist. Am Renntag heißt der erste Leader Björn Wiebe. Aber als Zweiter liegt Dirk Preisser nur 103 Tausendstel zurück. Als Dritter führt Patrick Orth ein Rudel erfolgshungriger Verfolger an, die während der gesamten Renndauer fleißig diverse Platzwechsel praktizieren. In der zweiten Auffahrt sorgt Björn Wiebe für klare Verhältnisse an der Spitze. Er zieht das ohnehin hohe Tempo nochmals an, schwimmt sich mit 1:14,994 um 1,484 Sekunden von Dirk Preisser frei. Dieser hält die zweite Position, Patrick Orth ist weiterhin Dritter. Das ist auch der Endstand, der dritte Heat ändert auf den Stockerlplätzen nichts mehr. Im weiteren Feld sieht das etwas anders aus. Streckenneuling Lars Heisel hat sich – beständig schneller werdend – von der Sechs bis auf die Vier nach vorne gefahren. Diese gehörte kurzzeitig Hansi Eller im VW Golf2 16V, der final Fünfter wird. Als Sechster beendet Michael Rauch sein Rennwochenende. Er war nach Heat eins sogar Vierter gewesen, muss dann aber zwei 16-Ventil-Piloten an sich vorbeiziehen lassen. Die 2-Liter KW 8V-Trophy Wertung gewinnt Michael vor Norbert Wimmer (8VP2), der sich mit seinem BMW 2002 Klassenrang sieben holt. Direkt hinter ihm meldet sich das 1600er Duo zu Wort, dass sich unter den 26 2-Liter-Teilnehmern hervorragend in Szene setzt. Stefan Faulhaber tut dies als Achter, André Stelberg als Neunter. Die Top-Ten schließt auf der Zehn Werner Weiß im soundgewaltigen Ford Escort RS 1800 BDA ab. Das KW 8V-Trophy Podest komplettiert als Dritter C-Kadett-Pilot Martin Kellndorfer, Vierter der Roten wird im Ford Escort RS 2000 Hans-Dieter Seitz. Zwei 8V’ler werden in Homburg von Technik-Gremlins heimgesucht. Bernhard Lang muss seinen Ford Escort RS 2000 Spezial aufladen, als nach dem Training eine gebrochene Bremsscheibe diagnostiziert wird, für die sich kein Ersatz finden lässt. Noch härter trifft es Johann Hatezic. An seinem Opel Ascona B kollabiert am Start zum dritten Probe-Run die Gearbox. Bis fast in die frühen Morgenstunden wird geschraubt, um das kurzfristig aufgetriebene Omega-Seriengetriebe zu installieren, das auch nach einer anderen Kardanwelle verlangt. Einen Rennlauf lang funktioniert alles, aber schon im zweiten Heat zerbröselt auch die mühevoll installierte Omega-Schaltwechseleinheit. Das ist das endgültige Aus für Johann.

Senior Sepp Koller muss in Homburg die Dieselfahne alleine hochhalten. Was er mit seinem ex-Cup Alfa Romeo 147 JTD ohne Fehl und Tadel mit gleichmäßig flotten Zeiten problemlos schafft.

Von den Benzinern bis 3000 Kubikzentimeter gibt es nichts wirklich Aufregendes zu erzählen. Sie formieren sich bereits am Samstag zu ihrem späteren Endstand. Dieser zeigt Günter Göser im Opel Böhm Kadett 16V als souveränen Gewinner vor Helmut Knoblich (P2), der den Langstrecken Mini Cooper S erstmals in dieser Saison an den Start bringt. Rang drei geht an Ralf Kleinsorg im 3er BMW mit S14-Motor. Marcel Gapp hat seinen BMW M3 E36 wieder einsatzfertig gemacht und diesem mit Hilfe von Mario Minichberger ein motorschonendes Mapping verpasst, das aber genügend Power für Platz vier zur Verfügung stellt. Im Audi 80 Quattro sichert sich Youngster Hauke Weber Position fünf, Sechster wird Karl-Heinz Schlachter mit seinem BMW 2002 tii Alpina, mit dem er sich auch den Sieg in der 3-Liter KW 8V-Trophy holt. Pech hat Neueinsteiger Felix Bürker beim Debüt seines neu aufgebauten Opel Kadett City. Im zweiten Rennlauf versagt dessen Technik die weitere Mitarbeit. Im dritten Run ist er wieder dabei und kann so wenigstens noch weitere Rennerfahrungen sammeln, gewertet wird er allerdings nicht.

Am Übungssamstag setzt bei den Rennern mit mehr als 3-Liter Hubraum Slalom-Spezialist Mario Fuchs mit seinem Mitsubishi Lancer Evo 9 die Bestmarke. Dabei lässt er Herbert Stolz (TP2) um exakt 1 Tausendstel hinter sich, Dritter ist Norbert Handa im Lancia Delta Integrale. Im Rennen haben dann die ausgewiesenen Berg-Experten das Sagen. Mit seinem Porsche 935 DP II übernimmt Herbert Stolz vor Norbert Handa (P2) die Spitze, knapp hinter diesem läuft Mario Fuchs auf der Drei ein. So wie geschildert lautet auch das Endergebnis, Verschiebungen finden nicht mehr statt. Auch nicht auf Platz vier, den Sabine Röck während des gesamten Wettbewerbes souverän innehat. Im VW Golf Turbo ist sie in ihrer Abteilung beste Fahrerin mit nur einer angetriebenen Achse. Zwei weitere Porsche und ein Ferrari – der als typisch italienische Primadonna allerdings einmal kurz technisch gemuckt hat – sehen im wahrsten Sinne des Wortes nur mehr die Golf Rücklichter.

Bunt gemischt ist das Feld der drei E2-Silhouetten-Autos. Zwei flache, ultraleichte TracKings treten gegen den liebevoll „Monschter“ genannten 5,7-Liter Opel Kadett GT/R Risse V8 von Holger Hovemann an. Eine der beiden mit Motorradmotoren ausgestatteten, wieselflinken Rennsemmeln lässt sich selbst mit über 700 PS nicht in den Griff bekommen. Das Triebwerk des jungen Franzosen Fabien Bourgeon verfügt mit 1340 Kubik auch über mehr Hubraum als die sonst bei den CM-Autos üblichen 1000. Außerdem entwickelt und baut er zusammen mit seinem Vater diese Geräte, kennt sich also bestens damit aus. Was er 2016 in Mickhausen als Gesamtdritter deutlich unter Beweis gestellt hat. In Homburg schafft Fabien Bourgeon Rang sieben des Over-All-Rankings und gewinnt die E2-SH vor Holger Hovemann sowie seinem Landsmann Gilles Depierre (TracKing RC 01 Suzuki), der Dritter wird.

Als Gesamtachter krönt Björn Wiebe seinen 2017er Homburg Auftritt mit dem Sieg in der Tourenwagendivision 1. Rang zwei belegt hier Dirk Preisser, Dritter wird Herbert Stolz. TW-Ehrenplatz vier geht an Patrick Orth, der des Fünften an Canio Marchione, der seinen VW Scirocco 1 16V in der Klasse der Luxemburger Meisterschaft einsetzt, für die es in Homburg ebenfalls Punkte zu holen gab.

Mit dem letzten Wochenende ist die Halbzeit der 30. KW Berg-Cup Saison bereits überschritten, sechs Veranstaltungen liegen noch vor uns. Am 29. und 30 Juli wird beim Hauenstein Bergrennen in der Rhön kräftig Vollgas gegeben, danach geht es vom 03. bis zum 06. August Richtung Norden. Um mit dem MSC Osnabrück die 50. Auflage seiner Gipfelsturm-Veranstaltung in der Borgloher Schweiz zu feiern. Im Anschluss drohen uns drei Wochen Motorsportpause, bevor die KW Berg-Cup‘ler Ende August in Oberhallau auf die versammelte Schweizer Gipfelsturm-Elite treffen. Drei Wochen ohne jede Action? Puh, das wird hart! Hm, da könnte man doch glatt motorsportlich fremdgehen und die Deutschland Rallye besuchen, die terminlich perfekt in die Berg-Lücke passt. Die 2017er World Rallye Cars sollen ja auch nicht so ganz ohne sein? Aber klar, die Entscheidung über Besuch oder Nicht-Besuch des deutschen Quertreiber-WM-Laufes überlasse ich ganz alleine euch, liebe NSU-Bergpokal und KW Berg-Cup Fans und Freunde. Hauptsache wir sehen uns noch möglichst oft bei den auf uns zukommenden Rennen, die zu den Gipfelsturm-Serien des Berg-Cup e.V. zählen. Bis dahin also!

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News - Bergrennen

Der KW Berg-Cup in Mickhausen: Gelungenes Finale in den Stauden

Die Auflage 2017 – von der alle Freunde des Bergrennsports inständig hoffen, dass sie nicht zur „Final Edition“ wird – war sicher eine der besten der letzten Jahre. Auch Petrus spielte diesmal zumindest einigermaßen mit. Am Trainingssamstag verwöhnte er sogar mit sehr annehmbarem Herbstwetter, ließ es danach allerdings nachtsüber regnen. Das hörte zwar am Sonntagvormittag auf, aber in den Waldpassagen blieb die 2,2-Kilometer-Strecke tückisch feucht, stellte dadurch höchste Anforderungen an die Pilotinnen und Piloten des „Int. 37. ADAC Bergrennen Mickhausen“. 174 davon nahmen die drei Übungsdurchgänge programmgemäß um Punkt 09:30 Uhr in Angriff. Kurz vor halbsieben tauchten die letzten Autos abends wieder ins Fahrerlager ein. Am Sonntag wurde eine Stunde früher aufgerufen und begonnen. Viele rechneten mit einer stark von Unterbrechungen geprägten ersten Auffahrt. Ganz gemäß der Faustformel: „Wird nur auf trockener Piste trainiert und das Rennen startet nass, so sind häufige Ausrutscher vorprogrammiert.“ Dies traf in Mickhausen zum Glück nicht zu. Hier hat wahrscheinlich der Wertungsmodus geholfen. Der vorsah, nur die zwei besten von drei Heats zum Schlussresultat zu addieren. Da für den weiteren Verlauf des Sonntags Wetterbesserung in Aussicht gestellt war, hielt sich die Angriffslust im ersten Run in Grenzen. Erst ab dem Zweiten wurde die vornehme Zurückhaltung abgelegt, was vermehrte Vorfälle nach sich zog. Die aber allesamt glücklicherweise glimpflich verliefen. Bevor wir uns jetzt gleich das Geschehen im Einzelnen betrachten muss unbedingt noch erwähnt werden, dass Mickhausen 2017 wirklich ein würdiger Abschluss der 30. KW Berg-Cup Saison war. Mit einem tollen internationalen Fahrerfeld, das einerseits durch das Top-Prädikat „Int. FIA Hill Climb Cup“ angelockt worden war, andererseits durch den guten Ruf der Veranstaltung des ASC Bobingen. Die für die herzliche Aufnahme des Berg-Trosses im Fahrerlagerort Münster seit jeher bekannt und nicht zuletzt deshalb bei vielen Aktiven echt beliebt ist. Sehr emotional gestaltet sich immer wieder die letzte Talfahrt nach Rennende über die Strecke durch das Spalier der super mitgehenden Fans. Von denen viele auch noch der stimmungsvollen Siegerehrung im Vorstartbereich beiwohnen, die dieses Jahr gegen 19 Uhr beendet war. Der Verlauf eines Rennens mit dem Modus „Zwei aus Drei“ ist schwierig zu schildern. Weil es keine Durchgängigkeit, dafür aber viele Veränderungen gibt. Wie das in den Klassen mit Beteiligung von KW Berg-Cup Aktiven nun genau ausgesehen hat, das wollen wir uns im Folgenden betrachten.

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Der KW Berg-Cup in St. Agatha/A: Flottes Rennen vor vollem Haus

 Die in der Überschrift getroffene Aussage „flottes Rennen“ gilt übrigens nicht nur für die gefahrenen Top-Zeiten, sondern auch für die Abwicklung. Das Team des MSC Rottenegg liefert zum 30. Rennjubiläum eine perfekte Arbeit ab. Ein Traum sind die Probeheats. Sie beginnen am Samstag erst um 12 Uhr, dies aber minutengenau. 182 Fahrzeuge werden dazu aufgerufen, die beiden Auffahrten auf der flüssigen, ultraschnellen 3,2-Kilometer-Strecke von Esthofen hinauf nach St. Agatha sind schon gegen 16:30 Uhr beendet. Traditionell wird in Oberrösterreich der Sonntag mit einem dritten Trainings-Run begonnen. Dieser startet um 8:30 Uhr. Nach einer Stunde und vierzig Minuten sind alle oben. Mein Block, auf dem ich routinemäßig die wichtigsten Vorfälle festhalte, ist so gut wie leer. Nur ein paar Notizen über das Wetter habe ich hin gekritzelt. Trocken steht da, morgens kühl. Am Samstag wärmt die Sonne das Asphaltband etwas auf, am Renntag hält sie sich oft hinter Wolken versteckt. In Anbetracht der hohen Zahl an Teilnehmern wird der Rennbeginn flugs auf 12 Uhr vorgezogen. Ein weiser Beschluss, denn im ersten Race-Heat wird nun merklich hitziger agiert. Was ein Teil der Betonwandelemente und Leitplanken zu spüren bekommt. Aber es bleibt bei glimpflich verlaufenden Einzelfällen, die Blessuren an den Sicherheitseinrichtungen werden schnell behoben. In der zweiten und letzten Bergfahrt haben sich die Gemüter schon wieder beruhigt, gegen 17:15 Uhr schließt die Startnummer 1, Christian Merli im Osella FA30, mit dem neuen Streckenrekord von 1:02,129 das EXCAPE Autobergrennen Esthofen – St. Agatha spektakulär und würdig zugleich ab.

Wie immer ist die Rückführung ein letztes Highlight, denn Fans und Rennautos teilen sich dabei diszipliniert die Straße. Und begeisterte Zuschauer hatte es auch in 2017 an beiden Tagen reichlich. Ganz genauso wie aktive KW Berg-Cup’ler. 48 davon haben sich an der Reise nach St. Agatha beteiligt. Das ist mehr als ein Viertel des imposanten Gesamtfeldes. Wie es den Einzelnen in unserem rot-weiß-roten Nachbarland ergangen ist, das wollen wir uns nun gemeinsam Klasse für Klasse ansehen.

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Der KW Berg-Cup in Unterfranken: Runde 50. Auflage des Klassikers

Zum runden Geburtstag ein rundum gelungenes Rennen, besser hätte es für den GAMSC Würzburg am letzten Wochenende gar nicht laufen können. Eine nasse Fahrbahn gab es nur am Trainingssamstag bis gegen Mittag, der Sonntag bot dann echt annehmbares Wetter. Zwar etwas kühl, in der Tendenz aber eher freundlich. An beiden Tagen schaffte die Mannschaft rund um Peter Thumbeck einen pünktlichen Beginn, legte damit den Grundstein dazu, dass alle drei pro Tag geplanten Läufe auf der 3,05-Kilometer-Strecke durchgezogen werden konnten. Trotz der insgesamt 181 teilnehmenden Autos, von denen 47 in der angegliederten Gleichmäßigkeitsprüfung starteten, lag der Schluss des Fahrbetriebes jeweils kurz vor 17:30 Uhr. Die Feiern zum „Fünfzigsten“ beschränkten sich auf den Samstagabend. Im Festzelt, das sehr gut besucht war, erlebten die Gäste ein buntes Programm, zu dem die Eichenbühler Vereine verschiedene attraktive Einlagen beisteuerten. Besonders interessant war für alle Freunde des Bergrennsports sicher der Beitrag der Feuerwehr, an dem Nils Abb federführend mitgearbeitet hatte. In einer gut inszenierten Multimediashow ließ dieser 50 Jahre Bergrennen Unterfranken Revue passieren, wobei die gezeigten Bilder bei vielen Besuchern Erinnerungen auffrischten und Emotionen auslösten. Und damit zurück aus dem Festzelt an die Rennstrecke. Wie immer steigen wir mit dem NSU-Bergpokal, für den Unterfranken der vorletzte Lauf des Jahres war, in die Berichterstattung ein. Elf der luftgekühlten Heckmotorfahrzeuge nahmen daran teil. Der Übungssamstag bot wenig Überraschendes. Jörg Davidovic ließ sich die beste Zeit gutschreiben. Karsten Steinert folgte als Zweiter, dahinter bezog Gaststarter Andreas Reich Position drei. Ihm folgten, eng zusammenliegend, Thomas Krystofiak (TP4) und Uwe Schindler als Fünfter. Der Renntag zeichnete dann ab Platz zwei ein etwas anderes Bild. Uwe Schindler fuhr im ersten Heat auf die Drei vor, setzte sich vor Thomas Krystofiak (P4) und Andreas Reich (P5). Der Letztgenannte hatte in der zweiten Auffahrt ein Problem, vollendete diese nicht. Seinen fünften Rang übernahm Mike Vogel. Vor ihm hatte sich nichts geändert, allerdings war Thomas Krystofiak weiterhin nahe an Uwe Schindler dran. Im dritten und letzten Run schaffte der sehr gleichmäßig agierende Thomas Krystofiak noch die Wende, zog um 0,459 Sekunden an Uwe Schindler vorbei. Der Endstand: Klassensieg für Jörg Davidovic vor Karsten Steinert (P2) und Thomas Krystofiak als Drittem. Uwe Schindler beendet das Rennen auf der Vier, Fünfter ist Mike Vogel.

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News - Rundstrecke

Lamborghini-Fahrer Ineichen/Engelhart holen letzten Saisonsieg

Mit einem der spektakulärsten Rennen der Saison verabschiedet sich das ADAC GT Masters in Hockenheim in die Winterpause. Rolf Ineichen (39/CH) und Christian Engelhart (30/Wolnzach, beide GRT Grasser Racing Team) holten mit ihrem Lamborghini Huracán den Sieg im 14. Rennen des Jahres. Der neue Champion Jules Gounon (22/F) und Daniel Keilwitz (28/Villingen) sicherten mit Rang zwei Callaway Competition auch den Gewinn der Team-Wertung, der zweite Platz sicherte Keilwitz noch Rang zwei in der Fahrerwertung. Platz drei holten die Audi-Fahrer Jeffrey Schmidt (23/CH) und Christopher Haase (29/Kulmbach, beide Montaplast by Land-Motorsport). "Ich kann es kaum fassen", so Sieger Ineichen im Ziel. "Das war das schwierigste Rennen meiner Karriere. Wir haben gekämpft bis zur letzten Minute."

Die erste Hälfte des Finalrennens stand ganz im Zeichen von Pole-Setter Philipp Eng (27/A, BMW Team Schnitzer) im BMW, der bis zum Fahrerwechsel das Feld anführte, doch danach wurde es an der Spitze turbulent. Nachdem Rolf Ineichen den auf Platz zwei liegenden Lamborghini von Partner Christian Engelhart übernommen hatte, machte der Schweizer Druck auf den führenden BMW, der nun von Nick Catsburg (29/NL) gefahren wurde. Mehrmals versuchte er am M6 GT3 vorbeizukommen. Dahinter schlossen schließlich Porsche-Pilot Robert Renauer (32/Jedenhofen, Precote Herberth Motorsport) und der frischgebackene Champion Jules Gounon zum Führungsduo auf. Renauer überholte kurze Zeit später Ineichen und griff in den Schlussrunden den führenden BMW an. Mehrmals wechselte zwischen dem BMW und dem Porsche die Führung, ehe es in der Schlussrunde ausgangs der Spitzkehre eine Berührung zwischen den beiden Fahrzeugen gab: Während Catsburg weiterfuhr und als Erster die Zielflagge sah, fiel Renauer nach einem Dreher zurück. Doch unmittelbar nach der Zieldurchfahrt wurde Catsburg aufgrund der Kollision mit Renauer nachträglich mit einer 30-Sekunden-Zeitstrafe belegt, das BMW-Duo wurde auf Rang 13 gewertet. Somit kamen Engelhart und Ineichen, der in der Schlussphase den Corvette-Piloten und neuen Champion Gounon hinter sich halten konnte, zu ihrem zweiten Saisonsieg. Ineichen feierte zudem den Laufsieg in der Trophy-Wertung für nicht-professionelle Fahrer. Für das GRT Grasser Racing Team war es der insgesamt dritte Erfolg der Saison.

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Im zweiten Anlauf: Jules Gounon ist der neue ADAC GT Masters-Champion

Jules Gounon (22, F) hat es geschafft: Nachdem der Corvette-Pilot bereits im Vorjahr bis zum Saisonfinale um den Fahrertitel im ADAC GT Masters gekämpft hatte, sicherte er sich diesen dank eines Start-Ziel-Siegs in Hockenheim in seiner zweiten Saison in der "Liga der Supersportwagen". "Ich bin sehr glücklich über den Titelgewinn. Es ist mein erster überhaupt im Motorsport", freute sich der Franzose. "Ich hatte nach meinem Unfall beim Finale im vergangenen Jahr mit Hockenheim noch eine Rechnung offen, daher ist es toll, dass ich es hier geschafft habe." 

Der Franzose hat die Motorsportgene von seinem Vater Jean-Marc geerbt. Dieser schaffte als Pilot sogar den Sprung in die Formel 1. Dennoch wollte Gounon Senior seinen Filius nicht zu früh in ein Cockpit setzen. "Es war vor allem eine Geldfrage", so Jean-Marc Gounon. Erst mit 15 Jahren bekam Jules zu Weihnachten ein Kart und begann danach als echter Spätstarter, erste Rennen zu bestreiten. Anschließend sammelte er in französischen Formelserien und im Porsche Carrera Cup Frankreich erste Erfahrungen im professionellen Motorsport. Durch langjährige Kontakte zu Callaway Competition brachte Jean-Marc Gounon seinen Sohn schließlich kurz vor dem letztjährigen Saisonstart des ADAC GT Masters in Oschersleben zu dem Corvette-Team. Mit seinen Erfolgen im ADAC GT Masters machte Gounon in der Motorsportwelt auf sich aufmerksam. Ende Juli wurde er von Audi für seinen ersten Werkseinsatz überhaupt verpflichtet und gewann auf Anhieb mit den ADAC GT Masters-Kollegen Markus Winkelhock (37/Schorndorf) und Christopher Haase (29/Kulmbach) für das Audi Sport Team Saintéloc das 24-Stunden-Rennen in Spa. Gounon ist großer Radsportfan und dreht zwischen seinen Renneinsätzen immer wieder Touren mit seinem Rennrad. Dabei bewältigt er auch berüchtigte Abschnitte der Tour de France, wie in diesem Sommer den legendären Mont Ventoux mit 1.600 Höhenmetern auf rund 20 Kilometern.

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Sebastian Asch und Edoardo Mortara neue Sieger am Sachsenring

Den Mercedes-AMG-Piloten Sebastian Asch (31/Ammerbuch) und Edoardo Mortara (30/I, beide BWT Mücke Motorsport) wurde nachträglich der Sieg im Sonntagsrennen des ADAC GT Masters auf dem Sachsenring zugesprochen. Durch das neue Rennergebnis schiebt sich vor dem Saisonfinale am kommenden Wochenende auf dem Hockenheimring die Tabellenspitze noch dichter zusammen. Die beiden Rennen werden am Samstag und am Sonntag (jeweils ab 13.00 Uhr) bei SPORT1 live und in voller Länge übertragen. Außerdem sind sie online im Livestream auf sport1.de, adac.de/motorsport und unter youtube.com/adac zu sehen. 

 Asch und DTM-Star Mortara hatten die Zielflagge am vergangenen Sonntag als Dritte gesehen, doch im Anschluss an die technische Nachkontrolle wurden die beiden erstplatzierten Fahrzeuge des Mercedes-AMG Team ZAKSPEED disqualifiziert, da die Fahrzeuge nicht der GT3-Homologation entsprach. Das Mercedes-AMG Team Zakspeed hat die angekündigte Berufung gegen die Disqualifikation zurückgezogen, damit steht der Wertungsausschluss nun fest. Zweite hinter Asch und Mortara sind Patrick Assenheimer (25/Lehrensteinsfeld) und Maximilian Götz (31/Uffenheim, beide Mercedes-AMG Team HTP Motorsport) in einem weiteren Mercedes-AMG. Rang drei geht an das Audi-Duo Jeffrey Schmidt (23/CH) und Christopher Haase (29/Kulmbach, beide Montaplast by Land-Motorsport).

Das neue Rennergebnis macht den Titelkampf der "Liga der Supersportwagen" beim Saisonfinale am kommenden Wochenende in Hockenheim noch spannender. Der Vorsprung von Corvette-Pilot und Tabellenführer Jules Gounon, der nun insgesamt 131 Punkte auf dem Konto hat, auf Verfolger Philipp Eng im BMW beträgt nur noch 15 Punkte. Asch klettert mit 104 Zählern auf den dritten Tabellenrang. Ebenfalls noch Titelchancen haben die Audi-Piloten Kelvin van der Linde (21/ZA, Aust Motorsport, 101 Punkte) und Connor De Phillippi (24/USA)/ Christopher Mies (28/Heiligenhaus, beide Montaplast by Land-Motorsport, 98 Punkte). Insgesamt werden in Hockenheim noch 50 Punkte vergeben.

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