Der KW Berg-Cup in Osnabrück: Langes Jubiläum in der Borgloher Schweiz

Die Einleitung zum Report über das „50. Int. Osnabrücker ADAC Bergrennen“ fällt mir schwerer als ansonsten üblich. Denn ich sehe das Geschehen in der Borgloher Schweiz aus zwei verschiedenen Blickwinkeln. Da ist zum einen der Veranstalter, der sich unheimlich angestrengt hat, um das Jubiläum würdig und in großem Rahmen zu feiern. Also hat er sein schon in den letzten Jahren großes Zusatzprogramm noch um einen Nostalgie-Autocorso am Samstag sowie um eine Fahrerparade am Sonntag erweitert. Schon vor Beginn des Geschehens am 2,030 Kilometer langen Uphöfener Berg wurden alle Fahrer gleich zweimal eingeladen: Am Donnerstagabend zum FunTriathlon-Event auf die neue E-Kart-Bahn Nettedrom und ins Rutschenparadies des Nettebades, Bustransfer und Verköstigung inklusive. Und auch bei der eigentlichen Feier der 50. Bergrennauflage freitagabends im VIP-Zelt waren die Aktiven herzlich willkommen, wurden dort mit Show und Talk unterhalten und so auf das weitere Wochenende eingestimmt.
Um den Zeitplan zu entzerren begann die Abnahme bereits donnerstags, die ersten Übungsauffahrten fanden am Freitag statt. Aber leider meinten es die Gipfelsturmgötter mit dem MSC Osnabrück und den aktiven Pilotinnen und Piloten nicht so besonders gut. Schon kurz nach dem Auftakt des Samstagstrainings begann es zu regnen. Die Vorfälle auf der Strecke häuften sich, eine lange Ölspur musste zeitraubend beseitigt werden. Am Sonntag blieb es zwar bei angenehmen Temperaturen trocken, aber dennoch mussten ungewöhnlich viele Dreher, Ausrutscher und Einschläge abgearbeitet werden. Die 26(!) protokollierten Unterbrechungen schlugen mit knapp vier Stunden zu Buche. Daher blieb es an den beiden Haupttagen für die knapp 190 Rennstarter bei der Minimalanzahl von zwei Läufen.
Damit möchte ich zum Blickwinkel der Fahrer kommen, die teilweise bis zu viele hundert Kilometer weit angereist waren. Und noch am Sonntagabend diese Strecke mit Gespann zurückfahren mussten, um am Montagmorgen wieder ihrem Beruf nachgehen zu können. Für den größten Teil davon war es am Wochenende nichts mit lange schlafen, denn ab spätestens 7:30 Uhr dröhnten die Rennmotoren. Zwischen den beiden Läufen klafften – nicht zuletzt hervorgerufen durch die schon beschriebenen Vorfälle – stundenlange Lücken. Und wer am Beginn einer der zwei Startgruppen dabei war, der musste teils äußerst geduldig auf seine Rückführungen warten. Trotz nur zweier Rennläufe, deren letzter kurz nach 18:00 Uhr beendet war, begann die Siegerehrung deutlich nach 20 Uhr, bis zu ihrem Ende dauerte es weit mehr als eine Stunde. All dies produzierte reichlich Missmut. Aber einfach nur auf den Veranstalter und das Rahmenprogramm zu schimpfen, trifft nicht wirklich des Pudels Kern. Denn die Mannschaft des MSC Osnabrück, die echte Schwerstarbeit leistete, hatte mit dem Freitagstraining und dem stets pünktlichen Beginn alles ihr zur Verfügung stehende ausgeschöpft, um das Riesenfeld so oft wie möglich nach oben zu bringen. Die Problematik dieses Unterfangens sowie die Ausweitung des Showteils waren im Vorfeld nie verschwiegen worden. Außerdem wurde schon sehr früh um Verständnis dafür gebeten, dass in diesem Jahr das Jubiläum im Mittelpunkt stehen würde. In Zukunft wird Organisationsleiter Bernd Stegmann anders planen: „Ab 2018 konzentrieren wir uns an erster Stelle auf den Rennsport!“

 

Und genau den möchten wir jetzt betrachten, beginnend mit dem NSU-Bergpokal. Am Samstag ist Jörg Höber der Schnellste, er distanziert Jörg Davidovic (TP2) um 1,284 Sekunden. Uwe Schindler gelingt die dritte Zeit, mit etwas Respektabstand folgen Thomas Krystofiak (TP4) und Karsten Steinert auf der Fünf. Die beiden Letztgenannten trennen nur 77 Tausendstel. Den besten Rennauftakt erwischt Jörg Davidovic, 0,328 Sekunden zurück folgt Jörg Höber als Zweiter. Hinter diesem Spitzenduo reihen sich Uwe Schindler (P3), Karsten Steinert (P4) und Thomas Krystofiak als Fünfter ein. Im finalen Heat behalten die beiden Führenden ihre Positionen bei, der Vorsprung von Sieger Jörg Davidovic auf den Zweitplatzierten Jörg Höber wächst allerdings auf 1,047 Sekunden an. Uwe Schindler, der für seinen zweiten Run knapp 3 Zehntel mehr benötigt als für den ersten, wird vom schneller gewordenen Karsten Steinert (P3) noch vom Podest verdrängt, beendet so seinen Osnabrück-Trip als Vierter. Thomas Krystofiak kann den Speed der Spitzenreiter nicht ganz mitgehen, behauptet aber seinen fünften Rang locker.

Damit blättern wir im Rennprogramm – das in Osnabrück 2017 Buchumfang hat – um zu den gemeinsam gewerteten Rennern der Fahrzeuggruppen H, FS und E1. Zuerst stoßen wir auf die Klasse bis 1150 Kubikzentimeter Hubraum. Das Samstagsresultat sieht Tobi Stegmann mit seinem Schneider Audi 50 auf der Eins. Walter Voigt setzt mit seinem 16-Ventiler VW Polo die zweitbeste Marke, 861 Tausendstel vor Jürgen Schneider (TP3). Auf Rang vier meldet sich Bernd Deutsch (Schneider Audi 50), Uwe Werner ist im Ford Fiesta Mk1 Übungsfünfter. Im Rennen selbst werden alle Plätze schon in Heat eins eingenommen, Veränderungen gibt es anschließend keine mehr. Jürgen Schneider wird seiner Favoritenrolle gerecht, treibt den VW Schneider Polo 16V zu zwei Laufbestzeiten und gewinnt locker. Mit ihm steigen zwei 8V’ler auf das Siegerstockerl: Tobi Stegmann als Zweiter und Bernd Deutsch als Dritter. Rang vier geht an Walter Voigt, Fünfter ist Rolf Rauch im Fiat 128 Rally. Sollen wir die KW 8VTrophy Plätze noch herausfiltern? Ja? Sehr gerne! Wir gratulieren Tobi Stegmann zum Gewinn der Sonderwertung, Bernd Deutsch zu Rang zwei, beglückwünschen natürlich auch den Dritten, Rolf Rauch, sowie Uwe Werner als Vierten.

Bei den 1400ern gibt es in den Probegalopps ein kleines Aufmucken der 8-Ventiler. Denn hinter Hansi Eller im VW Scirocco 16V (TP1) und Franz Weißdorn (TP2/VW Polo 1 Hayabusa) ist Frank Duscher mit seinem VW Polo Dritter. Um 28 Hundertstel liegt er vor Gerhard Moser (TP4) im 16-Ventiler VW Polo 1, dem wiederum nur 0,266 Sekunden zurück Nils Abb (VW Schneider Polo 2 8V) im Nacken sitzt. Am Sonntag fliegt Hansi Eller mit tiefen 1:04er Zeiten zum Klassensieg. Franz Weißdorn fährt zweimal 1:06 Mitte bis tief, wird damit sicherer Zweiter. Im 1:07er Bereich ist Gerhard Moser unterwegs. Im ersten Run mit 1:07,041 supertief, im zweiten braucht er 661 Tausendstel mehr. Damit gerät er fast noch in die Fänge von Nils Abb, der 1:07,508 und 1:07,299 auf die Bahn zaubert. In der Addition der zwei Läufe kann Gerhard seinen dritten Rang mit 64 Tausendsteln Vorsprung noch gerade so retten. Als Vierter ist Nils auch der 1,4-Liter KW 8V-Trophy Gewinner, sein Dauerrivale Frank Duscher als Fünfter der Klasse Zweiter der „Roten“. Position drei der 8V‘ler holt sich Frank Lohmann im VW Polo 2, Rookie Dominik Schlott fährt in seinem Schneider Polo mit etwas weniger als einer Sekunde Rückstand auf Sonderwertungsplatz vier. Als Fünfter läuft Fiat 127 Pilot Stefan Winkler im Ziel ein.

Am wettertechnisch durchwachsenen Samstag düst Stefan Faulhaber mit seinem Opel Minichberger Kadett 16V zur imaginären 1600er Pole Position, André Stelberg stellt den VW Corrado 16V auf die zweite Position. Es folgen Andy Heindrichs (TP3) im Opel Risse Corsa 16V, Manfred Schulte (TP4/Citroen Nemeth AX Kit-Car) und Frank Brügge im neu erworbenen VW Golf 16V als Fünfter. Am Renntag erwarten alle eine Fortsetzung des prickelnden Saisonduells zwischen Stefan Faulhaber und André Stelberg, setzen zusätzlich darauf, dass sich die restlichen 16V’ler in dieses einmischen. Zuzutrauen ist ihnen dies auf jeden Fall. Allerdings durchkreuzen die norddeutschen Technik-Gremlins einen Teil dieser Hoffnungen. Sie blasen gleich im ersten Race-Heat einer Corrado-Zündkerze den Funken aus, André muss sein Arbeitsgerät daraufhin abstellen. Stefan Faulhaber geht in Führung vor Manfred Schulte (P2) und Andy Heindrichs (P3). Vierter ist Frank Brügge. Daran ändert sich nichts mehr, es ist bereits der Endstand. Anzumerken ist vielleicht noch, dass die finale Lücke zwischen Platz zwei und drei nur 0,762 Sekunden groß ist. Einen 1,6- Liter 8-Ventiler gibt es in Osnabrück übrigens nur im Training. Für den Renntag muss Benedikt Schulte im nach dem Wolsfeld-Ausrutscher flott neu aufgebauten Citroen Nemeth AX Sport leider mit Bremsproblemen die Segel streichen.

32 Fahrzeuge umfasst die Abteilung bis 2000 Kubikzentimeter. Da sind einmal mehr harte Positionskämpfe vorprogrammiert. Der Übungssamstag endet mit der Bestzeit von Lars Heisel im Opel Böhm Kadett 16V. Er ist 0,413 Sekunden schneller oben als Björn Wiebe (TP2) im Renault Williams Wiebe Laguna. Auch Luxemburgs Meister Canio Marchione meldet als Dritter Ambitionen auf eine Top-Platzierung an. Dicht hinter ihm taucht Michael Rauch auf, er treibt seinen 8-Ventiler Briegel Kadett auf den vierten Übungsrang. Patrick Orth ist im BMW 320iS E30 Fünfter, auf die Marke von Lars fehlen ihm 2,241 Sekunden. Aber am Sonntag wendet Patrick das Blatt. Mit 1:03,413 katapultiert er sich an die Klassenspitze. Auch Lars Heisel ist schnell. 89 Tausendstel hinter Patrick bezieht er die zweite Position, auf der Drei lauert der VW Scirocco 16V von Canio Marchione auf seine Chance. Michael Rauch ist Vierter, Björn Wiebe Fünfter. Nach einem unvorhergesehenen Rutscher hatte er leichten Kontakt mit einer Leitschiene, er liegt 1,732 Sekunden hinter Leader Patrick zurück. Die Abstände sind eng, 84 Hundertstel trennen Canio (P3) von Björn auf der Fünf. Eiserne Nerven sind nun gefragt, Wertungslauf zwei erhält das Spannungsprädikat „besonders wertvoll“. Um es kurz zu machen: Die Podestplätze entsprechen dem Stand nach Run eins. Alle drei haben nochmals ein paar Späne von ihren eigenen Zeiten abgehobelt. Patrick Orth sichert sich nach 2013 seinen zweiten OsnabrückSieg. 0,154 Sekunden dahinter ist Lars Heisel starker Zweiter. Canio Marchione behauptet seine dritte Position, sein fulminanter zweiter Lauf liefert die Basis dazu. Denn Björn Wiebe ist nun im vollen Angriffsmodus unterwegs, stürmt mit der 2-Liter Bestmarke von 1:02,816 den Uphöfener Berg hinauf. Damit kommt er noch um 399 Tausendstel an Michael Rauch (P5) vorbei und bis auf deren 24 an Canio Marchione heran. Hinter dem soeben beschriebenen Spitzen-Eilzug ordnet sich Werner Weiß im Ford Escort BDA als Sechster ein, Jens Weber fährt sein 16V Opel Kadett C-Coupé auf die Sieben. Ihm folgen seine 8-Ventiler Marken- und Typenkollegen Alex Pleier (P8) und Martin Kellndorfer (P9). Eine starke Vorstellung gibt Bea Flik. Sie fährt auf die Zehn und ist in ihrem Renault Megane Cup auch die beste Dame des gesamten Feldes. Die Stockerlbesetzung der 2000 Kubik KW 8V-Trophy haben wir schon vorab genannt: Michael Rauch heißt der Sieger. Er gewinnt vor Alex Pleier (8VP2) und dem immer besser in Fahrt kommenden Martin Kellndorfer (8VP3). Der Ehrenplatz des Vierten geht an Bernhard Lang im Ford Escort RS 2000 Spezial, auf die Fünf fährt Johann Hatezic mit seinem Opel Ascona B.

Die Öffentlichkeit bewegt ja im Moment die große Diesel-Diskussion. Dessen völlig ungeachtet legen Gaststarter Andreas von der Haar und KW Berg-Cup-Kämpe Karlheinz Meurer mit ihren VW Golf V R-TDI einen sauberen, fairen Wettkampf hin, aus dem der Gast als Sieger hervorgeht.

Günter Göser ist die Messlatte der Abteilung bis 3000 Kubik. Er setzt die ÜbungsBenchmark und gewinnt das Rennen mit seinem Opel Böhm Kadett 16V souverän. Ralf Iwan (Opel Kadett) folgt Günter an beiden Tagen wie ein Schatten, er wird 3,631 Sekunden zurück Zweiter. Im Training markiert Hauke Weber im Audi 80 Quattro noch die dritte Zeit. Im Rennen rutscht der Youngster im ersten Heat von der Bahn und muss aufgeben. Die Probegalopps beendet Thomas Ostermann (BMW E30 Hartge) als starker Vierter vor Marcel Gapp im BMW M3 E36. Ganz ohne Zeit war am Samstag Keith Murray geblieben, der schnelle Engländer hatte einen Einschlag gleich in der ersten Auffahrt wegzustecken. Am Sonntag rettet er als Dritter die AudiEhre. Marcel Gapp dreht nun richtig auf und den Spieß um. Er holt sich Platz vier, schiebt damit Thomas Ostermann auf die Fünf zurück. Auf der Thomas dennoch ein Gewinner ist. Denn er holt sich den 3-Liter KW 8V-Trophy Siegerpokal vor Youngster Felix Bürker, der mit seinem Opel Kadett City auf die Zwei der roten Startnummern fährt.

Osnabrück 2017 ist nicht unerwartet ein großes Treffen der Bergmonster mit mehr als 3 Litern Hubraum. 15 Boliden samt ihrer Bändiger sind aus 9 Ländern Europas angereist. Weniger erwartet wurde, dass die Allrad-Turbo-Raketen nicht die erste Geige im gigantischen PS-Konzert spielen würden. Diese Rolle übernehmen Hecktriebler, über deren Antriebsachse Motor und Getriebe stecken. Sie verfügen über 6-Zylinder Boxermotoren. Damit dürfte klar sein, um was es sich handelt? Richtig, um Porsche-Renner. Der sechsfache französische Bergmeister Nicolas Werver tut sich im 997 GT2 besonders hervor. Er steht immer ganz oben in den Resultatslisten und gewinnt klar vor Belgiens Legende Yannick Bodson in der 997 GT3 Cup-Version. In der zweiten Auffahrt powert sich Herbert Stolz im AllradPorsche 935 DP II noch an Audi Quattro S1 Pilot Nikolay Zlatkov (P4) vorbei auf Finalrang drei. Fünfter wird im Lancia Delta Integrale Norbert Handa, der sich mit einem tollen zweiten Lauf noch um eine Position verbessert. Aus KW Berg-Cup Sicht ist jetzt nur noch zu berichten, dass sich Holger Hovemann im E2-Silhouetten Opel Kadett C GT/R Risse V8 nach einem technischen Problem beim Zurückschalten am Ende der Startgeraden obendrein auch noch mit unwilligem Einlenken in die erste Linkskurve auseinandersetzen muss. Als Folge davon rutscht er geradeaus und muss sein Rennen in Lauf eins im Graben beenden. Klammern wir die in Osnabrück beeindruckende GT-Abteilung aus, dann ist Nicolas Werver im Porsche 997 GT2 der schnellste Pilot mit einem E1-Auto. Patrick Orth wird mit dem „Italo-BMW-M3“ 320iS Zweiter, Rang drei gehört Lars Heisel im Böhm Kadett. Canio Marchione (VW Scirocco 16V) und Björn Wiebe mit seinem Renault Williams Wiebe Laguna folgen auf den Positionen vier und fünf. Sechsbester E1- Fahrer ist Hansi Eller im 1400er Minichberger Scirocco, Michael Rauch ist in dieser Übung mit seinem 8-Ventiler Briegel Kadett Siebter. Die E1-Top-Ten komplettieren Stefan Faulhaber im 1,6-Liter Opel Minichberger Kadett als Achter, Herbert Stolz (E1-P9/Porsche 935 DP II) sowie auf der Zehn Nikolay Zlatkov im Audi Quattro S1.

Damit ist auch die neunte Station der 30-Jahre-Jubiläumssaison des KW Berg-Cups bereits Geschichte. Ich denke, alle Beteiligten haben sich die kurze Verschnaufpause bis Oberhallau (26./27.08.) redlich verdient. Nach dem Auftritt in der Schweiz fallen die endgültigen Entscheidungen im NSU-Bergpokal und im KW Berg-Cup in rascher Folge. Denn dann können nur noch in Unterfranken (09./10.09), St. Agatha/A (23./24. September) und in Mickhausen (30.09/01.10) weitere Punkte geholt werden. Nutzen wir also die jetzige kurze, bergfreie Spanne, um unsere Akkus für den Endspurt neu aufzuladen. Dabei wünschen wir euch allen viel Spaß. Habt eine gute Zeit, bis Oberhallau!

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News - Bergrennen

Der KW Berg-Cup in Osnabrück: Langes Jubiläum in der Borgloher Schweiz

Die Einleitung zum Report über das „50. Int. Osnabrücker ADAC Bergrennen“ fällt mir schwerer als ansonsten üblich. Denn ich sehe das Geschehen in der Borgloher Schweiz aus zwei verschiedenen Blickwinkeln. Da ist zum einen der Veranstalter, der sich unheimlich angestrengt hat, um das Jubiläum würdig und in großem Rahmen zu feiern. Also hat er sein schon in den letzten Jahren großes Zusatzprogramm noch um einen Nostalgie-Autocorso am Samstag sowie um eine Fahrerparade am Sonntag erweitert. Schon vor Beginn des Geschehens am 2,030 Kilometer langen Uphöfener Berg wurden alle Fahrer gleich zweimal eingeladen: Am Donnerstagabend zum FunTriathlon-Event auf die neue E-Kart-Bahn Nettedrom und ins Rutschenparadies des Nettebades, Bustransfer und Verköstigung inklusive. Und auch bei der eigentlichen Feier der 50. Bergrennauflage freitagabends im VIP-Zelt waren die Aktiven herzlich willkommen, wurden dort mit Show und Talk unterhalten und so auf das weitere Wochenende eingestimmt.
Um den Zeitplan zu entzerren begann die Abnahme bereits donnerstags, die ersten Übungsauffahrten fanden am Freitag statt. Aber leider meinten es die Gipfelsturmgötter mit dem MSC Osnabrück und den aktiven Pilotinnen und Piloten nicht so besonders gut. Schon kurz nach dem Auftakt des Samstagstrainings begann es zu regnen. Die Vorfälle auf der Strecke häuften sich, eine lange Ölspur musste zeitraubend beseitigt werden. Am Sonntag blieb es zwar bei angenehmen Temperaturen trocken, aber dennoch mussten ungewöhnlich viele Dreher, Ausrutscher und Einschläge abgearbeitet werden. Die 26(!) protokollierten Unterbrechungen schlugen mit knapp vier Stunden zu Buche. Daher blieb es an den beiden Haupttagen für die knapp 190 Rennstarter bei der Minimalanzahl von zwei Läufen.
Damit möchte ich zum Blickwinkel der Fahrer kommen, die teilweise bis zu viele hundert Kilometer weit angereist waren. Und noch am Sonntagabend diese Strecke mit Gespann zurückfahren mussten, um am Montagmorgen wieder ihrem Beruf nachgehen zu können. Für den größten Teil davon war es am Wochenende nichts mit lange schlafen, denn ab spätestens 7:30 Uhr dröhnten die Rennmotoren. Zwischen den beiden Läufen klafften – nicht zuletzt hervorgerufen durch die schon beschriebenen Vorfälle – stundenlange Lücken. Und wer am Beginn einer der zwei Startgruppen dabei war, der musste teils äußerst geduldig auf seine Rückführungen warten. Trotz nur zweier Rennläufe, deren letzter kurz nach 18:00 Uhr beendet war, begann die Siegerehrung deutlich nach 20 Uhr, bis zu ihrem Ende dauerte es weit mehr als eine Stunde. All dies produzierte reichlich Missmut. Aber einfach nur auf den Veranstalter und das Rahmenprogramm zu schimpfen, trifft nicht wirklich des Pudels Kern. Denn die Mannschaft des MSC Osnabrück, die echte Schwerstarbeit leistete, hatte mit dem Freitagstraining und dem stets pünktlichen Beginn alles ihr zur Verfügung stehende ausgeschöpft, um das Riesenfeld so oft wie möglich nach oben zu bringen. Die Problematik dieses Unterfangens sowie die Ausweitung des Showteils waren im Vorfeld nie verschwiegen worden. Außerdem wurde schon sehr früh um Verständnis dafür gebeten, dass in diesem Jahr das Jubiläum im Mittelpunkt stehen würde. In Zukunft wird Organisationsleiter Bernd Stegmann anders planen: „Ab 2018 konzentrieren wir uns an erster Stelle auf den Rennsport!“

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Der KW Berg-Cup am Hauenstein: Spannende Tourenwagen-Fights

Und das nicht nur in den verschiedenen Klassen, sondern auch in der Tourenwagen-Gesamtwertung, deren Top-Zwanzig final ausschließlich aus KW Berg-Cup Aktiven bestanden. Doch der Reihe nach. Wetterkapriolen – so wie den Nebel 2016 – gab es diesmal nicht. Die bayerische Rhön zeigte sich von ihrer angenehmen Seite. Immer trocken und mit moderaten Temperaturen gewährleistete sie beim „48. ADAC/MSC-Rhön Hauenstein-Bergrennen“ am 29. und 30. Juli gleichbleibende Verhältnisse für alle Teilnehmer. Beide Tage zeichnete ein minutiöser Beginn aus, an den sich ein flüssiger Verlauf der jeweils drei Auffahrten anschloss. Besonders erfreulich: Sowohl am Samstag als auch am Sonntag war die Action auf den schnellen 4,2 Kilometern von Hausen hinauf Richtung Hochrhönstraße deutlich vor 17:00 Uhr zu Ende. Die Strecke mit den Schlüsselstellen Jopp-Kurve und Schikane zeigte sich übrigens in einem sehr guten Zustand und ermöglichte schnelle Zeiten. Diese wollen wir uns nun gemeinsam anschauen und darüber berichten, welche KW Berg-Cup‘ler denn am Hauenstein besonders flott und damit erfolgreich unterwegs gewesen sind.

Im NSU-Bergpokal sind dies in der Rhön eindeutig Steffen Hofmann (P1), Jörg Höber (P2) und Uwe Schindler (P3), die sich in der genannten Reihenfolge die Podestränge sichern. Im Training stört Frank Kleineberg noch etwas deren Kreise, ist da Dritter. Aber gleich im ersten Rennlauf ziehen ihn Technik-Gremlins aus dem Verkehr. Um die Plätze hinter dem Stockerl balgen sich fortan Thomas Krystofiak, Mike Vogel und Horst Fleischer. Aber schon im zweiten Race-Heat wird diese Auseinandersetzung entschieden. Thomas Krystofiak bleibt auf Position vier, Horst Fleischer wird Fünfter, Mike Vogel Sechster.

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Osnabrück Hill Climb News No. 13 - Zum Jubiläum ein spektakuläres Starterfeld

50. Int. Osnabrücker Bergrennen – Fahrer aus 15 Nationen fahren und feiern am „Uphöfener Berg“

Ein Starterfeld der Superlative darf der MSC Osnabrück e.V. bei der 50. Auflage des Int. Osnabrücker ADAC Bergrennens, gleichzeitig dem 8. Lauf zum FIA Int. Hill Climb Cup, präsentieren. Mit rund 245 Nennungen und Teilnehmern aus 15 Nationen wird es „eng“ auf der traditionellen 2,030 km langen Strecke am „Uphöfener Berg“, aber in diesem Jahr wollen  fast alle nationalen und internationalen Bergfahrer der Spitzenklasse dabei sein und natürlich auch beim Jubiläumsprogramm, das der Veranstalter insbesondere den aktiven Fahrern gewidmet hat,  mitfeiern. Zum runden Geburtstag gibt es darüber hinaus ein erstklassigen Rahmenprogramm mit einer Reihe von phantastischen Fahrzeugen mit Kultcharakter sowie bekannten und TV erprobten „Promis“, aber auch internationale Profirennfahrer der absoluten Spitzenklasse.

Fast 60 offene Formel- und Sportwagen, alleine 11 Formel 3000, das sind rekordverdächtige Zahlen, die das sportliche Geschehen im Gesamtklassement bestimmen wollen. 52, 232 sec – der Streckenrekord aus dem Jahr 2016 steht auf dem Prüfstand. Der derzeit mitführende in der Europa-Bergmeisterschaft, Christian Merli aus Italien hat seine eigene Bestzeit aus dem Vorjahr im Visier und macht kein Geheimnis daraus, dass er bei entsprechenden Bedingungen auf der Strecke diese Zeit nochmals „knacken“ will. Der sympathische Fahrer mit dem superschnellen Osella FA 30 wird dabei von einigen hochkarätigen international erfolgreichen Piloten gejagt. Der mehrfache Französische Bergmeister Sebastien Petit (Norma M20 FC) wird ebenso einen Podiumsplatz im Visier haben, wie der sympathische Schweizer Formel 3000-Pilot Eric Berguerand ( Lola FA 99), der erstmals in Deutschland am Start stehende Franzose Geoffrey Schatz (Reynard 01L Formel 3000) sowie die weiteren Sportwagenpiloten Jelle de Coninck aus Belgien (Norma M 20 FC), der Deutsch-Slowene Patrik Zajelsnik (ebenfalls mit einem neuen Norma M 20F) und, nicht zu vergessen, der nach längerer Zeit wieder am Start stehende Luxemburger Tommy Rollinger mit einem Osella FA 30 .  Mit sehr guten Aussichten dabei sind auch der letztjährige Drittplatzierte in Osnabrück, Vaclav Janik aus der Tschechischen Republik (Norma M 20 FC) sowie das Schweizer "Ur-Gestein“, Marcel Steiner, der mit seinem LobArt LA 01 Mugen – Prototypen immer besser zurecht kommt und in der Schweiz in 2017 bereits zwei Gesamtsiege feiern konnte. Die Liste der Top-Fahrer und Fahrzeuge der offenen Rennsportklassen ließe sich weiter fortsetzen und sicher ist auch mit der ein oder anderen positiven Überraschung zu rechnen, aber das macht den Bergrennsport bei der Vielzahl der Klassen und Gruppen auch zusätzlich spannend. Aus deutscher Sicht wird auch der Schweinfurter Uwe Lang mit dem Osella PA 20/S Evo wieder ein Top-Resultat anstreben, der 5. Platz in 2016 ist dafür sicher Ansporn genug.

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News - Rundstrecke

Audi-Doppelsieg im Regen von Zandvoort

Regen in Zandvoort: Diese Bedingungen scheinen Audi im ADAC GT Masters besonders zu liegen. Mit den Vorjahreschampions Connor De Phillippi (24/USA) und Christopher Mies (28/Heiligenhaus) gelang der Marke mit den vier Ringen der erste Sieg in der "Liga der Supersportwagen" seit dem letztjährigen Rennwochenende auf dem Dünenkurs. Mit Platz zwei in einem turbulenten Rennen sorgten Jeffrey Schmidt (23/CH) und Christopher Haase (29/Kulmbach) für einen Doppelsieg für Montaplast by Land-Motorsport. Rang drei ging erstmals an Florian SpenGötz dominiert erste Rennhälfte 

Als es kurz vor dem Start zum achten Saisonlauf des ADAC GT Masters zu regnen begann, war klar, dass die Zuschauer ein spektakuläres Rennen erleben würden. Nach dem Aus des führenden Pole-Setters Mirko Bortolotti (27/I, GRT Grasser-Racing-Team) wegen eines Defektes in der vierten Runde, stand die erste Rennhälfte ganz im Zeichen von Mercedes-AMG-Pilot Maximilian Götz (31/Uffenheim, beide Mercedes-AMG Team HTP Motorsport), der an der Spitze zwischenzeitlich einen Vorsprung von mehr als 17 Sekunden herausfuhr. Dahinter wechselten auf der nassen Strecke immer wieder die Positionen. Als zur Rennmitte im Kampf um Platz drei Lamborghini-Pilot Christian Engelhart (30/Wolnzach, GRT Grasser-Racing-Team) und Kelvin van der Linde (21/ZA, Aust Motorsport) im Audi kollidierten, gab es die erste von insgesamt vier Safety-Car-Phasen. Die anschließenden Pflichtboxenstopps wirbelten das Feld wieder durcheinander. Während Götz-Partner Patrick Assenheimer (25/Lehrensteinsfeld) auf Platz fünf liegend von der Strecke rutschte, führte nach den Fahrerwechseln Audi-Pilot Jeffrey Schmidt (23/CH), der die Spitzenposition bis zur drittletzten Runde verteidigte. Dann ging sein Teamkollege Connor De Phillippi im zweiten Audi des Teams Montaplast by Land-Motorsport vorbei und fuhr zum ersten Saisonsieg für sich und Partner Christopher Mies, der das Auto auf Platz sechs liegend an den US-Amerikaner übergeben hatte. Für Schmidt sprang neben Platz zwei noch der Sieg in der Junior-Wertung heraus.

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Corvette-Piloten Gounon/Van der Zande gewinnen in Zandvoort

Jubel bei den niederländischen Fans: Lokalmatador Renger van der Zande (31/NL, Callaway Competition) und Tabellenführer Jules Gounon (22/F) gewannen mit ihrer Corvette C7 in Zandvoort den siebten Lauf des ADAC GT Masters. Dank seines zweiten Saisonsiegs sicherte sich Gounon damit den inoffiziellen Titel des Halbzeitmeisters. Ebenfalls auf das Podium kamen zum ersten Mal in dieser Saison die Audi-Fahrer Markus Pommer (26/Neckarsulm) und Kelvin van der Linde (21/ZA, beide Aust Motorsport) und das Mercedes-AMG-Duo Indy Dontje (24/NL) und Marvin Kirchhöfer (23/Markkleeberg, beide Mercedes-AMG Team HTP Motorsport). "Der Sieg fühlt sich an, als hätte ich eine Weltmeisterschaft gewonnen", jubelte ADAC GT Masters-Premierensieger van der Zande. "Hier beim Heimspiel in Zandvoort zu gewinnen ist einfach unglaublich."

Trio an der Spitze
 
Während Pole-Setter Jules Gounon beim Start die Führung verteidigte, ging Mercedes-Pilot Luca Stolz (21/Brachbach, Mercedes-AMG Team ZAKSPEED) am ebenfalls aus der ersten Reihe gestarteten Markus Pommer vorbei auf Rang zwei. In den folgenden Runden setzten sich Gounon, Stolz und Pommer langsam von den Verfolgern ab. Das Trio lag dabei bis zu den Pflichtboxenstopps innerhalb von knapp einer Sekunde. Danach fuhr van der Zande, der in Zandvoort den verletzten Stammpiloten Daniel Keilwitz (27/Villingen) vertritt, zum zweiten Saisonsieg für die Corvette mit der Startnummer 77. Für den Lokalmatador war es der erste Triumph in der "Liga der Supersportwagen", für Gounon nach dem Red Bull Ring der zweite der Saison. Dank dieses Erfolgs baute er seine Führung in der Meisterschaft weiter aus und sicherte sich den inoffiziellen Titel des Halbzeitmeisters.

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Heimsieg für Grasser-Lamborghini auf dem Red Bull Ring, Podium für DTM-Pilot Auer

Österreich jubelt auf dem Red Bull Ring: Die Lamborghini-Piloten Rolf Ineichen (39/CH) und Christian Engelhart (30/Wolnzach, beide GRT Grasser-Racing-Team) triumphierten im Sonntagsdurchgang auf dem Red Bull Ring zum ersten Mal in diesem Jahr - sehr zur Freude ihres Rennstalls, der nur unweit der österreichischen Strecke seinen Sitz hat. Als Zweiter im Rennen mit dem schnellsten Durchschnittstempo in der Geschichte des ADAC GT Masters fuhr DTM-Tabellenführer Lucas Auer (22/A) zusammen mit Sebastian Asch (31/Ammerbuch, beide BWT Mücke Motorsport) im Mercedes-AMG auf das Podium. Platz drei holten die Tabellenführer und Samstagssieger Jules Gounon (22/F) und Daniel Keilwitz (27/Villingen, beide Callaway Competition) in einer Corvette C7. "Wir sind sehr happy und sehr dankbar", so Sieger Ineichen. "Das Auto war heute wirklich perfekt, besser ging es nicht. Das Team hat super gearbeitet." Ineichen/Engelhart waren im sechsten Saisonrennen die sechsten unterschiedlichen Sieger der Saison 2017.

Engelhart bestimmt das Tempo
 
Die erste Rennhälfte stand ganz im Zeichen von Pole-Setter Christian Engelhart. Der Lamborghini-Pilot drehte die schnellsten Runden im Feld und setzte sich an der Spitze kontinuierlich ab. Als er zur Rennmitte an Partner Rolf Ineichen übergab, betrug sein Vorsprung fast sieben Sekunden. Ineichen baute danach den Abstand zu den in Zweikämpfe verwickelten Verfolgern zwischenzeitlich auf mehr als zehn Sekunden aus. Nach 41 Runden sah der Schweizer als Sieger die Zielflagge - obwohl sein Lamborghini Huracán in der Schlussphase an Aussetzern litt und der Vorsprung auf 3,6 Sekunden schrumpfte. Für Engelhart und Ineichen war es nach Oschersleben 2016 der zweite Gesamterfolg im ADAC GT Masters. Mit einer Durchschnittgeschwindigkeit von 170,9 km/h war der Sonntagslauf das bisher schnellste Rennen in der Geschichte des ADAC GT Masters.

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