Der KW Berg-Cup in St. Anton/A: „Bergrennen in den Bergen – einfach genial!“

Das in der Überschrift verwendete Statement stammt nicht vom Schreiber dieser Zeilen, sondern von Jörg Davidovic, der erstmals in St. Anton an der Jeßnitz zusammen mit einigen Wegbegleitern aus dem NSU-Bergpokal dabei war. „Alles das, was uns St. Anton erfahrene Kollegen im Vorfeld an Positivem über diese Veranstaltung berichtet haben, stimmt haargenau“ äußerten die NSU’ler unisono. Also die Dinge wie herzlicher Empfang, selektive Rennstrecke, super Organisation und flüssige Abwicklung. Der Trainingstag gestaltete sich nicht nur wettertechnisch traumhaft: Pünktlicher Beginn um 09:00 Uhr, drei Läufe über je 3,235 „Steinleiten-Kilometer“, Unterbrechungen nur zum Kehren, Feierabend zur besten Kaffeezeit gegen halb vier. Auf diesen frühen Schluss reagierte das Organisationsteam von Emsi Motorsport sofort, zog die abendliche Fahrer- und Videopräsentation um eine Stunde vor. Wie gewohnt war das Festzelt im Startbereich dann ab 19:00 Uhr gut gefüllt, die Stimmung der Anwesenden bombastisch.

Bei besten äußeren Bedingungen begann das „19. Internationale Bergrennen St. Anton / Jeßnitz“ wie vorgesehen um 09:00 Uhr. So problemlos wie der Übungstag gestaltete sich der Sonntag (09.07.) allerdings nicht. Bereits der erste Teilnehmer strandete kurz vor dem Ziel mit Motorschaden samt Ölaustritt. Dies blieb nicht der einzige zeitraubende Vorfall. Weiterer Technik-Trouble, Kontakte mit Leitplanken und Rundballen sowie nicht vorgesehene Geländeerkundungen gesellten sich dazu. Reichlich Gelegenheiten also für die Emsi-Truppe um zu zeigen, was in ihr steckt. Doch die Mannschaft um Rennleiter Helmut Emsenhuber bewahrte stets die Ruhe und den Überblick, keine Unterbrechung dauerte ungebührlich lang. Die Fahrer erhielten zwischen den drei Heats genügend lange Pausen, um sich um sich selbst und die sensible Technik ihrer vierrädrigen Lieblinge zu kümmern. Trotz des für das Streckenpersonal sehr arbeitsintensiven Tages quollen schon um 16:34 Uhr die finalen Ergebnislisten aus dem Drucker. Für die Leistung aller derer, die an der Renndurchführung beteiligt waren, möchten wir an dieser Stelle ein ganz großes Kompliment aussprechen, verbunden mit einem riesigen Dankeschön.

 

So, und nun wollen wir uns um den Wettbewerb selbst kümmern. Dass der NSU-Bergpokal diesmal mit von der Niederösterreich-Partie ins schöne Ötscherland war, habt ihr ja bereits in der Einführung erfahren. Leider schrumpfte die Abordnung der luftgekühlten Heckmotorfahrzeuge aus verschiedenen Gründen schon vor Antritt der Reise auf drei zusammen. Die aber hatten alle richtig Spaß, freuten sich darüber, für ihren regelbedingt einzigen möglichen Auslandsevent die richtige Wahl getroffen zu haben, genossen ihren Aufenthalt und das ihren Fahrzeugen entgegengebrachte Interesse sichtlich. Die Geschichte ihres Rennens ist schnell erzählt. Am Ranking, das sie am Samstag gleich in der ersten Auffahrt herstellen, ändert sich bis zur Siegerehrung nichts mehr. Jörg Davidovic gewinnt souverän, Mike Vogel holt sich Rang zwei, Dritter der NSU‘ler ist in St. Anton Christoph Schwarz.

Damit sind wir bei den Hubraumklassen der stark verbesserten Tourenwagen (TW) angelangt. 1150er sucht man im Mostviertel leider vergeblich, deshalb steigen wir mit den 1,4-Litern in die Berichterstattung ein. Das Resultat des Trainings ist brisant, die Plätze eins bis vier liegen innerhalb von 0,574 Sekunden zusammen, zwischen dem Zweiten und dem Vierten beträgt die Lücke gar nur 99 Tausendstel. Ihr möchtet die Namen dazu? Gerne, hier sind sie: Auf der imaginären Pole Position (TP1) hat sich Armin Ebenhöh – noch immer im Reserve VW Polo 16V unterwegs – häuslich eingerichtet. Neben ihm steht als Zweiter Hugo Moser, die nächste Startreihe eröffnet Franz Weißdorn (beide VW Polo 16V) als Dritter. Vierter im Bunde der Spitzenzeiten ist der Local Hero Jakob Löffler auf seinem Suzuki Swift GTI. Dieses Quartett zieht sich in Race Heat eins in unveränderter Reihung etwas weiter auseinander, Armin Ebenhöhs Führung vor Hugo Moser beträgt 0,447 Sekunden. Der Letztgenannte markiert im zweiten Run die Klassen-Benchmark, robbt sich damit bis auf 0,340 Sekunden an Armin Ebenhöh heran. Damit will sich Hugo Moser aber noch nicht zufriedengeben. Voll motiviert gibt er im letzten Lauf noch einmal alles, drückt seine eigene Marke um unglaubliche 1,679 Sekunden auf 1:26,173 nach unten. Das ist der Sieg für ihn, Armin Ebenhöh bleibt Platz zwei, Dritter ist Franz Weißdorn. Auf der Vier läuft Jakob Löffler ein, Frank Duscher wird im 8-Ventiler VW Polo Fünfter, er nimmt auch den 1400er KW 8V-Trophy Gewinnerpokal mit heim in die Oberpfalz. Youngster Tobi Mayer beendet seinen ersten Steinleiten-Auftritt im VW Polo 16V auf Position sechs.

In der 10 Teilnehmer umfassenden 1,6-Liter Klasse sind vier KW Berg-Cup’ler dabei – zumindest eine gewisse Zeit lang. Doch der Reihe nach. In den drei Probegalopps setzen sich zwei Österreicher auf die Top-Plätze. Christian Schneider ist mit seinem Peugeot 205 der Schnellste, Rang zwei holt sich im 16-Ventiler VW Golf 1 Florian Pyringer. 1,271 Sekunden hinter der Bestzeit ist Valentin Schneider im TSM-Golf Dritter, Übungsrang fünf sichert sich Helmut Maier auf seinem Spiess Golf 16V. Der Renntag bringt nicht allen KW Berg-Cup Startern Glück. Valentin Schneider touchiert im ersten Heat die Leitplanke und scheidet aus. Auch Wolfi Glas ist im VW Golf 1 20-Ventiler eine Wiederholung oder Verbesserung seiner Samstagszeiten vorerst nicht gegönnt. Er schlägt an derselben Stelle wie Valentin Schneider an die Leitschienen an, kann aber mit Zeitverlust ins Ziel fahren. In Lauf zwei ist Wolfi wieder dabei, unterbietet in diesem auch seine Trainingsleistung um 1,095 Sekunden, fehlt aber dann im dritten Run. Das Siegerpodest ist eine rein rot-weiß-rote Angelegenheit. Christian Schneider gewinnt vor Florian Pyringer (P2) und Norbert Strasser jun., der mit seiner Toyota Corolla AE86 Dritter wird. Auf Position fünf ist Helmut Maier bester KW Berg-Cup Vertreter, Rookie Jürgen Frommknecht beendet sein erstes St. Anton Wochenende im Honda CRX als Achter.

Das Training der 28 2-Liter-Renner, von denen 11 zum KW Berg-Cup gehören, verspricht prickelnde Spannung. Und dies gleich in mehrfacher Hinsicht. An der Spitze bahnt sich ein beinhartes Duell zwischen Christopher Neumayr, der sich mit seinem Ford NPM – IRS Escort in 1:21,339 die Bestzeit holt, und Tom Strasser jun. (TP2) an. Im VW Scirocco STW benötigt der Letztgenannte exakt 182 Tausendstel mehr. Rang drei geht an Jürgen Halbartschlager, der einen VW Golf 16V bewegt. Vierter ist Diethard Sternad im Alfa Romeo 156 STW, ihm folgt im VW Golf 2 16V Hansi Eller auf der Übungsfünf. Auf Klassenplatz sieben lässt sich Norbert Wimmer im BMW 2002 die schnellste 8-Ventiler Zeit gutschreiben. Direkt hinter ihm, ganze 13 Tausendstel zurück, fliegt der Briegel Kadett von Michael Rauch durchs Ziel. Am Sonntag geht das große Kräftemessen munter weiter. An der Reihung der ersten vier aus dem Training ändert sich im ersten Heat nichts. Tom Strasser ist bis auf winzige 103 Tausendstel an Christopher Neumayr dran, Jürgen Halbartschlager fehlen nur 0,868 Sekunden auf den Leader. Auf diesen hat Didi Sternad schon 2,713 Sekunden Rückstand. Direkt hinter ihm lauert ein KW Berg-Cup Expresszug, der aus Michael Rauch (P5), Dirk Preisser (P6) im Opel Kadett C 16V, Norbert Wimmer (P7) und Hansi Eller als Achtem besteht. Das Zeitfenster, in dem sich die auf den Rängen vier bis acht platzierten Piloten bewegen, ist 73 Hundertstel schmal. Es wird gnadenlos schnell gefahren. Auch im zweiten Run, der für Tom Strasser leider der letzte ist. Er schlägt an die Leitplanke an, danach stehen nicht mehr alle Scirocco-Räder exakt in der gewünschten Richtung. Zwar schleppt er sich noch ins Ziel hoch, zu Lauf drei kann er aber nicht mehr antreten. Christopher Neumayr (P1) liegt nun relativ klar vor Jürgen Halbartschlager (P2) in Front, Dirk Preisser ist bis auf die Drei nach vorne gestürmt, Hansi Eller hat die Sechs bezogen. Das ist aber noch lange nicht der Endstand. Denn in Auffahrt drei erwischt es Jürgen Halbartschlager, der sich mit einem Rundballen anlegt und dabei den Kürzeren zieht. Von derlei und vom langen Warten am Start völlig unbeeindruckt sichert Christopher Neumayr seinen Sieg ab. Den er mit einem großen Vorsprung von 7,746 Sekunden holt. Hinter ihm fängt Didi Sternad (P2) Dirk Preisser (P3) um die Winzigkeit von 2 Tausendsteln ab. Finaler Vierter ist Hansi Eller, der damit weitere wichtige KW Berg-Cup Zähler holt. Michael Rauch verteidigt die fünfte Position konsequent, mit der er auch den 2-Liter KW 8V-Trophy Sieg holt. Direkt hinter ihm kommt Norbert Wimmer als Sechster und zweitschnellster 8-V’ler oben an. Die Top-Ten komplettieren auf der Sieben Lokalmatador Michi Emsenhuber im VW Corrado 16V sowie Michael Wels (P8/VW Scirocco 16V), Franz Roider (P9/Ford Mondeo STW) und „Drifterkönig“ Hermann Blasl (P10) auf seinem Opel C-Kadett 16V. Alex Pleier (P12) setzt sich im Kadett-Duell um 8-Ventiler Rang drei knapp gegen Daniel Bayer (P13/8VP4) durch. Steinleiten-Neuling Jens Weber kommt mit seinem 16-Ventiler Kadett von Lauf zu Lauf immer besser mit der Strecke zurecht, er wird schlussendlich Fünfzehnter. Als Siebzehnter ist Rookie Martin Kellndorfer in seinem C-Coupé zugleich 8V-Fünfter. Rang sechs der Sonderwertung in Rot geht an Johann Hatezic, der im bewährten Opel B Ascona auf der Neunzehn einläuft. Großes Pech hat Neueinsteiger Johannes Pabst bei seinem ersten Rennen zum KW Berg-Cup. Am Ende des zweiten Heats liegt er auf Position zweiundzwanzig, fällt aber danach im dritten Run leider mit einem Schaden am Motor seines Opel Kadett D 16V aus. 

Der Diesel Golf von Karlheinz Meurer zeigt sich da wesentlich standfester, bewältigt die Steinleiten an beiden Tagen total ohne Probleme. Dass er in seiner Klasse in St. Anton keinen Mitbewerber hat, sieht Karlheinz gelassen. Denn sowohl die Strecke als auch die Veranstaltung haben ihm richtig Spaß gemacht und entschädigen für die lange An- und Abreise.

Wie üblich gibt es in Österreich über 2000 Kubikzentimeter nur mehr eine Klasse, in der sich eine ganze Menge leistungsstarker Turbo-Allradler tummeln. Da ist es klar, dass unsere bis-3-Liter-Autos einen sehr schweren Stand haben. Zumindest in der St. Anton Tageswertung, für die Vergabe der KW Berg-Cup Punkte wird die 3000-Kubik-Grenze natürlich berücksichtigt. Auch Sabine Röck wird ihre verdienten Zähler nicht aus der Alleinunterhalter-Klasse beziehen, die man für sie und ihren VW Golf 1 Turbo wohlmeinend eingerichtet hatte. Die Story der Veranstaltungswertung ist, da sich an den Top-Fünf weder im Training noch im Rennen etwas ändert, sehr schnell darzustellen. Allen vorneweg fliegt im VW Golf Rallye TFSI-R der Local-Hero Karl Schagerl. Im zweiten Race-Heat schraubt er den Tourenwagen-Streckenrekord auf 1:15,756 herunter, erzielt dabei eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 153,7 km/h. Das macht ihn zum 2017er St. Anton Überflieger, er sichert sich 2,7 Sekunden vor dem schnellsten Rennsportfahrzeug (Christoph Lampert/Osella PA2000 Evo) auch den Gesamtsieg. Mit auf das Klassenpodium steigen Lancia Integrale Pilot Felix Pailer (P2) und als Dritter Karl Werner im Audi S2-R Quattro. Auf der Vier läuft Stefan Wiedenhofer mit seinem exotischen Mitsubishi Mirage R5 WRT ein. Hinter ihm platziert sich der beste Fahrer mit einem Saugmotor. Das ist Bernhard Permetinger im BMW M3 E30. Die sechstschnellsten Zeiten dieser Abteilung setzt – wenn wir flugs intern zusammenlegen – Sabine Röck. Im Training ist Alexander Bärtl, der von Anfang an mit einem störrischen Getriebe an seiner Opel Kadett Limousine hadert, noch guter Achter. Im ersten Rennlauf sieht er allerdings das Ziel nicht. Alle denken bei der Ausfallmeldung sofort an seine Gearbox, aber leider ist es der 8-Ventil-Motor, der ernste Probleme bereitet. Seine beiden mitangereisten KW 8V-Trophy Kollegen bleiben von solcherlei Unbill verschont, spulen ihr Programm souverän ab. Rechnen wir Sabine Röck mit ein, so ist Karl-Heinz Schlachter mit seinem 2,5-Liter BMW 2002 tii Alpina Zehnter, Werner Walser platziert sich in seiner Opel C-Kadett Limousine als Elfter. Damit ist auch das 8-Ventiler Ergebnis klar: Karl-Heinz Schlachter gewinnt vor Werner Walser (8VP2).

So, liebe KW Berg-Cup Fans und Freunde, damit seid ihr mit den Ereignissen in St. Anton an der Jeßnitz vertraut. Bereits am kommenden Wochenende geht es mit dem 44. Homburger ADAC Bergrennen „Karlsberg Rennen“ weiter, das dann bereits KW Berg-Cup Lauf Nummer sieben in der 30. Saison unserer Traditionsmeisterschaft ist. Nach einer zweiwöchigen Pause folgt dann der nächste Doppelstint. Am 29. und 30. Juli geht es in die Rhön auf die Highspeed-Piste des Hauenstein-Bergrennens, eine Woche später steht in Osnabrück vom 03. bis 06. August das große 50. Jubiläum des dortigen ADAC Bergrennens im Terminplan. Besucht ihr eine der genannten Veranstaltungen? Ja? Das ist super, wir vom KW Berg-Cup und unsere Veranstalter-Partner freuen uns ehrlich auf euch.

 

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News - Bergrennen

Der KW Berg-Cup in Mickhausen: Gelungenes Finale in den Stauden

Die Auflage 2017 – von der alle Freunde des Bergrennsports inständig hoffen, dass sie nicht zur „Final Edition“ wird – war sicher eine der besten der letzten Jahre. Auch Petrus spielte diesmal zumindest einigermaßen mit. Am Trainingssamstag verwöhnte er sogar mit sehr annehmbarem Herbstwetter, ließ es danach allerdings nachtsüber regnen. Das hörte zwar am Sonntagvormittag auf, aber in den Waldpassagen blieb die 2,2-Kilometer-Strecke tückisch feucht, stellte dadurch höchste Anforderungen an die Pilotinnen und Piloten des „Int. 37. ADAC Bergrennen Mickhausen“. 174 davon nahmen die drei Übungsdurchgänge programmgemäß um Punkt 09:30 Uhr in Angriff. Kurz vor halbsieben tauchten die letzten Autos abends wieder ins Fahrerlager ein. Am Sonntag wurde eine Stunde früher aufgerufen und begonnen. Viele rechneten mit einer stark von Unterbrechungen geprägten ersten Auffahrt. Ganz gemäß der Faustformel: „Wird nur auf trockener Piste trainiert und das Rennen startet nass, so sind häufige Ausrutscher vorprogrammiert.“ Dies traf in Mickhausen zum Glück nicht zu. Hier hat wahrscheinlich der Wertungsmodus geholfen. Der vorsah, nur die zwei besten von drei Heats zum Schlussresultat zu addieren. Da für den weiteren Verlauf des Sonntags Wetterbesserung in Aussicht gestellt war, hielt sich die Angriffslust im ersten Run in Grenzen. Erst ab dem Zweiten wurde die vornehme Zurückhaltung abgelegt, was vermehrte Vorfälle nach sich zog. Die aber allesamt glücklicherweise glimpflich verliefen. Bevor wir uns jetzt gleich das Geschehen im Einzelnen betrachten muss unbedingt noch erwähnt werden, dass Mickhausen 2017 wirklich ein würdiger Abschluss der 30. KW Berg-Cup Saison war. Mit einem tollen internationalen Fahrerfeld, das einerseits durch das Top-Prädikat „Int. FIA Hill Climb Cup“ angelockt worden war, andererseits durch den guten Ruf der Veranstaltung des ASC Bobingen. Die für die herzliche Aufnahme des Berg-Trosses im Fahrerlagerort Münster seit jeher bekannt und nicht zuletzt deshalb bei vielen Aktiven echt beliebt ist. Sehr emotional gestaltet sich immer wieder die letzte Talfahrt nach Rennende über die Strecke durch das Spalier der super mitgehenden Fans. Von denen viele auch noch der stimmungsvollen Siegerehrung im Vorstartbereich beiwohnen, die dieses Jahr gegen 19 Uhr beendet war. Der Verlauf eines Rennens mit dem Modus „Zwei aus Drei“ ist schwierig zu schildern. Weil es keine Durchgängigkeit, dafür aber viele Veränderungen gibt. Wie das in den Klassen mit Beteiligung von KW Berg-Cup Aktiven nun genau ausgesehen hat, das wollen wir uns im Folgenden betrachten.

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Der KW Berg-Cup in St. Agatha/A: Flottes Rennen vor vollem Haus

 Die in der Überschrift getroffene Aussage „flottes Rennen“ gilt übrigens nicht nur für die gefahrenen Top-Zeiten, sondern auch für die Abwicklung. Das Team des MSC Rottenegg liefert zum 30. Rennjubiläum eine perfekte Arbeit ab. Ein Traum sind die Probeheats. Sie beginnen am Samstag erst um 12 Uhr, dies aber minutengenau. 182 Fahrzeuge werden dazu aufgerufen, die beiden Auffahrten auf der flüssigen, ultraschnellen 3,2-Kilometer-Strecke von Esthofen hinauf nach St. Agatha sind schon gegen 16:30 Uhr beendet. Traditionell wird in Oberrösterreich der Sonntag mit einem dritten Trainings-Run begonnen. Dieser startet um 8:30 Uhr. Nach einer Stunde und vierzig Minuten sind alle oben. Mein Block, auf dem ich routinemäßig die wichtigsten Vorfälle festhalte, ist so gut wie leer. Nur ein paar Notizen über das Wetter habe ich hin gekritzelt. Trocken steht da, morgens kühl. Am Samstag wärmt die Sonne das Asphaltband etwas auf, am Renntag hält sie sich oft hinter Wolken versteckt. In Anbetracht der hohen Zahl an Teilnehmern wird der Rennbeginn flugs auf 12 Uhr vorgezogen. Ein weiser Beschluss, denn im ersten Race-Heat wird nun merklich hitziger agiert. Was ein Teil der Betonwandelemente und Leitplanken zu spüren bekommt. Aber es bleibt bei glimpflich verlaufenden Einzelfällen, die Blessuren an den Sicherheitseinrichtungen werden schnell behoben. In der zweiten und letzten Bergfahrt haben sich die Gemüter schon wieder beruhigt, gegen 17:15 Uhr schließt die Startnummer 1, Christian Merli im Osella FA30, mit dem neuen Streckenrekord von 1:02,129 das EXCAPE Autobergrennen Esthofen – St. Agatha spektakulär und würdig zugleich ab.

Wie immer ist die Rückführung ein letztes Highlight, denn Fans und Rennautos teilen sich dabei diszipliniert die Straße. Und begeisterte Zuschauer hatte es auch in 2017 an beiden Tagen reichlich. Ganz genauso wie aktive KW Berg-Cup’ler. 48 davon haben sich an der Reise nach St. Agatha beteiligt. Das ist mehr als ein Viertel des imposanten Gesamtfeldes. Wie es den Einzelnen in unserem rot-weiß-roten Nachbarland ergangen ist, das wollen wir uns nun gemeinsam Klasse für Klasse ansehen.

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Der KW Berg-Cup in Unterfranken: Runde 50. Auflage des Klassikers

Zum runden Geburtstag ein rundum gelungenes Rennen, besser hätte es für den GAMSC Würzburg am letzten Wochenende gar nicht laufen können. Eine nasse Fahrbahn gab es nur am Trainingssamstag bis gegen Mittag, der Sonntag bot dann echt annehmbares Wetter. Zwar etwas kühl, in der Tendenz aber eher freundlich. An beiden Tagen schaffte die Mannschaft rund um Peter Thumbeck einen pünktlichen Beginn, legte damit den Grundstein dazu, dass alle drei pro Tag geplanten Läufe auf der 3,05-Kilometer-Strecke durchgezogen werden konnten. Trotz der insgesamt 181 teilnehmenden Autos, von denen 47 in der angegliederten Gleichmäßigkeitsprüfung starteten, lag der Schluss des Fahrbetriebes jeweils kurz vor 17:30 Uhr. Die Feiern zum „Fünfzigsten“ beschränkten sich auf den Samstagabend. Im Festzelt, das sehr gut besucht war, erlebten die Gäste ein buntes Programm, zu dem die Eichenbühler Vereine verschiedene attraktive Einlagen beisteuerten. Besonders interessant war für alle Freunde des Bergrennsports sicher der Beitrag der Feuerwehr, an dem Nils Abb federführend mitgearbeitet hatte. In einer gut inszenierten Multimediashow ließ dieser 50 Jahre Bergrennen Unterfranken Revue passieren, wobei die gezeigten Bilder bei vielen Besuchern Erinnerungen auffrischten und Emotionen auslösten. Und damit zurück aus dem Festzelt an die Rennstrecke. Wie immer steigen wir mit dem NSU-Bergpokal, für den Unterfranken der vorletzte Lauf des Jahres war, in die Berichterstattung ein. Elf der luftgekühlten Heckmotorfahrzeuge nahmen daran teil. Der Übungssamstag bot wenig Überraschendes. Jörg Davidovic ließ sich die beste Zeit gutschreiben. Karsten Steinert folgte als Zweiter, dahinter bezog Gaststarter Andreas Reich Position drei. Ihm folgten, eng zusammenliegend, Thomas Krystofiak (TP4) und Uwe Schindler als Fünfter. Der Renntag zeichnete dann ab Platz zwei ein etwas anderes Bild. Uwe Schindler fuhr im ersten Heat auf die Drei vor, setzte sich vor Thomas Krystofiak (P4) und Andreas Reich (P5). Der Letztgenannte hatte in der zweiten Auffahrt ein Problem, vollendete diese nicht. Seinen fünften Rang übernahm Mike Vogel. Vor ihm hatte sich nichts geändert, allerdings war Thomas Krystofiak weiterhin nahe an Uwe Schindler dran. Im dritten und letzten Run schaffte der sehr gleichmäßig agierende Thomas Krystofiak noch die Wende, zog um 0,459 Sekunden an Uwe Schindler vorbei. Der Endstand: Klassensieg für Jörg Davidovic vor Karsten Steinert (P2) und Thomas Krystofiak als Drittem. Uwe Schindler beendet das Rennen auf der Vier, Fünfter ist Mike Vogel.

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News - Rundstrecke

Lamborghini-Fahrer Ineichen/Engelhart holen letzten Saisonsieg

Mit einem der spektakulärsten Rennen der Saison verabschiedet sich das ADAC GT Masters in Hockenheim in die Winterpause. Rolf Ineichen (39/CH) und Christian Engelhart (30/Wolnzach, beide GRT Grasser Racing Team) holten mit ihrem Lamborghini Huracán den Sieg im 14. Rennen des Jahres. Der neue Champion Jules Gounon (22/F) und Daniel Keilwitz (28/Villingen) sicherten mit Rang zwei Callaway Competition auch den Gewinn der Team-Wertung, der zweite Platz sicherte Keilwitz noch Rang zwei in der Fahrerwertung. Platz drei holten die Audi-Fahrer Jeffrey Schmidt (23/CH) und Christopher Haase (29/Kulmbach, beide Montaplast by Land-Motorsport). "Ich kann es kaum fassen", so Sieger Ineichen im Ziel. "Das war das schwierigste Rennen meiner Karriere. Wir haben gekämpft bis zur letzten Minute."

Die erste Hälfte des Finalrennens stand ganz im Zeichen von Pole-Setter Philipp Eng (27/A, BMW Team Schnitzer) im BMW, der bis zum Fahrerwechsel das Feld anführte, doch danach wurde es an der Spitze turbulent. Nachdem Rolf Ineichen den auf Platz zwei liegenden Lamborghini von Partner Christian Engelhart übernommen hatte, machte der Schweizer Druck auf den führenden BMW, der nun von Nick Catsburg (29/NL) gefahren wurde. Mehrmals versuchte er am M6 GT3 vorbeizukommen. Dahinter schlossen schließlich Porsche-Pilot Robert Renauer (32/Jedenhofen, Precote Herberth Motorsport) und der frischgebackene Champion Jules Gounon zum Führungsduo auf. Renauer überholte kurze Zeit später Ineichen und griff in den Schlussrunden den führenden BMW an. Mehrmals wechselte zwischen dem BMW und dem Porsche die Führung, ehe es in der Schlussrunde ausgangs der Spitzkehre eine Berührung zwischen den beiden Fahrzeugen gab: Während Catsburg weiterfuhr und als Erster die Zielflagge sah, fiel Renauer nach einem Dreher zurück. Doch unmittelbar nach der Zieldurchfahrt wurde Catsburg aufgrund der Kollision mit Renauer nachträglich mit einer 30-Sekunden-Zeitstrafe belegt, das BMW-Duo wurde auf Rang 13 gewertet. Somit kamen Engelhart und Ineichen, der in der Schlussphase den Corvette-Piloten und neuen Champion Gounon hinter sich halten konnte, zu ihrem zweiten Saisonsieg. Ineichen feierte zudem den Laufsieg in der Trophy-Wertung für nicht-professionelle Fahrer. Für das GRT Grasser Racing Team war es der insgesamt dritte Erfolg der Saison.

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Im zweiten Anlauf: Jules Gounon ist der neue ADAC GT Masters-Champion

Jules Gounon (22, F) hat es geschafft: Nachdem der Corvette-Pilot bereits im Vorjahr bis zum Saisonfinale um den Fahrertitel im ADAC GT Masters gekämpft hatte, sicherte er sich diesen dank eines Start-Ziel-Siegs in Hockenheim in seiner zweiten Saison in der "Liga der Supersportwagen". "Ich bin sehr glücklich über den Titelgewinn. Es ist mein erster überhaupt im Motorsport", freute sich der Franzose. "Ich hatte nach meinem Unfall beim Finale im vergangenen Jahr mit Hockenheim noch eine Rechnung offen, daher ist es toll, dass ich es hier geschafft habe." 

Der Franzose hat die Motorsportgene von seinem Vater Jean-Marc geerbt. Dieser schaffte als Pilot sogar den Sprung in die Formel 1. Dennoch wollte Gounon Senior seinen Filius nicht zu früh in ein Cockpit setzen. "Es war vor allem eine Geldfrage", so Jean-Marc Gounon. Erst mit 15 Jahren bekam Jules zu Weihnachten ein Kart und begann danach als echter Spätstarter, erste Rennen zu bestreiten. Anschließend sammelte er in französischen Formelserien und im Porsche Carrera Cup Frankreich erste Erfahrungen im professionellen Motorsport. Durch langjährige Kontakte zu Callaway Competition brachte Jean-Marc Gounon seinen Sohn schließlich kurz vor dem letztjährigen Saisonstart des ADAC GT Masters in Oschersleben zu dem Corvette-Team. Mit seinen Erfolgen im ADAC GT Masters machte Gounon in der Motorsportwelt auf sich aufmerksam. Ende Juli wurde er von Audi für seinen ersten Werkseinsatz überhaupt verpflichtet und gewann auf Anhieb mit den ADAC GT Masters-Kollegen Markus Winkelhock (37/Schorndorf) und Christopher Haase (29/Kulmbach) für das Audi Sport Team Saintéloc das 24-Stunden-Rennen in Spa. Gounon ist großer Radsportfan und dreht zwischen seinen Renneinsätzen immer wieder Touren mit seinem Rennrad. Dabei bewältigt er auch berüchtigte Abschnitte der Tour de France, wie in diesem Sommer den legendären Mont Ventoux mit 1.600 Höhenmetern auf rund 20 Kilometern.

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Sebastian Asch und Edoardo Mortara neue Sieger am Sachsenring

Den Mercedes-AMG-Piloten Sebastian Asch (31/Ammerbuch) und Edoardo Mortara (30/I, beide BWT Mücke Motorsport) wurde nachträglich der Sieg im Sonntagsrennen des ADAC GT Masters auf dem Sachsenring zugesprochen. Durch das neue Rennergebnis schiebt sich vor dem Saisonfinale am kommenden Wochenende auf dem Hockenheimring die Tabellenspitze noch dichter zusammen. Die beiden Rennen werden am Samstag und am Sonntag (jeweils ab 13.00 Uhr) bei SPORT1 live und in voller Länge übertragen. Außerdem sind sie online im Livestream auf sport1.de, adac.de/motorsport und unter youtube.com/adac zu sehen. 

 Asch und DTM-Star Mortara hatten die Zielflagge am vergangenen Sonntag als Dritte gesehen, doch im Anschluss an die technische Nachkontrolle wurden die beiden erstplatzierten Fahrzeuge des Mercedes-AMG Team ZAKSPEED disqualifiziert, da die Fahrzeuge nicht der GT3-Homologation entsprach. Das Mercedes-AMG Team Zakspeed hat die angekündigte Berufung gegen die Disqualifikation zurückgezogen, damit steht der Wertungsausschluss nun fest. Zweite hinter Asch und Mortara sind Patrick Assenheimer (25/Lehrensteinsfeld) und Maximilian Götz (31/Uffenheim, beide Mercedes-AMG Team HTP Motorsport) in einem weiteren Mercedes-AMG. Rang drei geht an das Audi-Duo Jeffrey Schmidt (23/CH) und Christopher Haase (29/Kulmbach, beide Montaplast by Land-Motorsport).

Das neue Rennergebnis macht den Titelkampf der "Liga der Supersportwagen" beim Saisonfinale am kommenden Wochenende in Hockenheim noch spannender. Der Vorsprung von Corvette-Pilot und Tabellenführer Jules Gounon, der nun insgesamt 131 Punkte auf dem Konto hat, auf Verfolger Philipp Eng im BMW beträgt nur noch 15 Punkte. Asch klettert mit 104 Zählern auf den dritten Tabellenrang. Ebenfalls noch Titelchancen haben die Audi-Piloten Kelvin van der Linde (21/ZA, Aust Motorsport, 101 Punkte) und Connor De Phillippi (24/USA)/ Christopher Mies (28/Heiligenhaus, beide Montaplast by Land-Motorsport, 98 Punkte). Insgesamt werden in Hockenheim noch 50 Punkte vergeben.

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