Der KW Berg-Cup in St. Anton/A: „Bergrennen in den Bergen – einfach genial!“

Das in der Überschrift verwendete Statement stammt nicht vom Schreiber dieser Zeilen, sondern von Jörg Davidovic, der erstmals in St. Anton an der Jeßnitz zusammen mit einigen Wegbegleitern aus dem NSU-Bergpokal dabei war. „Alles das, was uns St. Anton erfahrene Kollegen im Vorfeld an Positivem über diese Veranstaltung berichtet haben, stimmt haargenau“ äußerten die NSU’ler unisono. Also die Dinge wie herzlicher Empfang, selektive Rennstrecke, super Organisation und flüssige Abwicklung. Der Trainingstag gestaltete sich nicht nur wettertechnisch traumhaft: Pünktlicher Beginn um 09:00 Uhr, drei Läufe über je 3,235 „Steinleiten-Kilometer“, Unterbrechungen nur zum Kehren, Feierabend zur besten Kaffeezeit gegen halb vier. Auf diesen frühen Schluss reagierte das Organisationsteam von Emsi Motorsport sofort, zog die abendliche Fahrer- und Videopräsentation um eine Stunde vor. Wie gewohnt war das Festzelt im Startbereich dann ab 19:00 Uhr gut gefüllt, die Stimmung der Anwesenden bombastisch.

Bei besten äußeren Bedingungen begann das „19. Internationale Bergrennen St. Anton / Jeßnitz“ wie vorgesehen um 09:00 Uhr. So problemlos wie der Übungstag gestaltete sich der Sonntag (09.07.) allerdings nicht. Bereits der erste Teilnehmer strandete kurz vor dem Ziel mit Motorschaden samt Ölaustritt. Dies blieb nicht der einzige zeitraubende Vorfall. Weiterer Technik-Trouble, Kontakte mit Leitplanken und Rundballen sowie nicht vorgesehene Geländeerkundungen gesellten sich dazu. Reichlich Gelegenheiten also für die Emsi-Truppe um zu zeigen, was in ihr steckt. Doch die Mannschaft um Rennleiter Helmut Emsenhuber bewahrte stets die Ruhe und den Überblick, keine Unterbrechung dauerte ungebührlich lang. Die Fahrer erhielten zwischen den drei Heats genügend lange Pausen, um sich um sich selbst und die sensible Technik ihrer vierrädrigen Lieblinge zu kümmern. Trotz des für das Streckenpersonal sehr arbeitsintensiven Tages quollen schon um 16:34 Uhr die finalen Ergebnislisten aus dem Drucker. Für die Leistung aller derer, die an der Renndurchführung beteiligt waren, möchten wir an dieser Stelle ein ganz großes Kompliment aussprechen, verbunden mit einem riesigen Dankeschön.

 

So, und nun wollen wir uns um den Wettbewerb selbst kümmern. Dass der NSU-Bergpokal diesmal mit von der Niederösterreich-Partie ins schöne Ötscherland war, habt ihr ja bereits in der Einführung erfahren. Leider schrumpfte die Abordnung der luftgekühlten Heckmotorfahrzeuge aus verschiedenen Gründen schon vor Antritt der Reise auf drei zusammen. Die aber hatten alle richtig Spaß, freuten sich darüber, für ihren regelbedingt einzigen möglichen Auslandsevent die richtige Wahl getroffen zu haben, genossen ihren Aufenthalt und das ihren Fahrzeugen entgegengebrachte Interesse sichtlich. Die Geschichte ihres Rennens ist schnell erzählt. Am Ranking, das sie am Samstag gleich in der ersten Auffahrt herstellen, ändert sich bis zur Siegerehrung nichts mehr. Jörg Davidovic gewinnt souverän, Mike Vogel holt sich Rang zwei, Dritter der NSU‘ler ist in St. Anton Christoph Schwarz.

Damit sind wir bei den Hubraumklassen der stark verbesserten Tourenwagen (TW) angelangt. 1150er sucht man im Mostviertel leider vergeblich, deshalb steigen wir mit den 1,4-Litern in die Berichterstattung ein. Das Resultat des Trainings ist brisant, die Plätze eins bis vier liegen innerhalb von 0,574 Sekunden zusammen, zwischen dem Zweiten und dem Vierten beträgt die Lücke gar nur 99 Tausendstel. Ihr möchtet die Namen dazu? Gerne, hier sind sie: Auf der imaginären Pole Position (TP1) hat sich Armin Ebenhöh – noch immer im Reserve VW Polo 16V unterwegs – häuslich eingerichtet. Neben ihm steht als Zweiter Hugo Moser, die nächste Startreihe eröffnet Franz Weißdorn (beide VW Polo 16V) als Dritter. Vierter im Bunde der Spitzenzeiten ist der Local Hero Jakob Löffler auf seinem Suzuki Swift GTI. Dieses Quartett zieht sich in Race Heat eins in unveränderter Reihung etwas weiter auseinander, Armin Ebenhöhs Führung vor Hugo Moser beträgt 0,447 Sekunden. Der Letztgenannte markiert im zweiten Run die Klassen-Benchmark, robbt sich damit bis auf 0,340 Sekunden an Armin Ebenhöh heran. Damit will sich Hugo Moser aber noch nicht zufriedengeben. Voll motiviert gibt er im letzten Lauf noch einmal alles, drückt seine eigene Marke um unglaubliche 1,679 Sekunden auf 1:26,173 nach unten. Das ist der Sieg für ihn, Armin Ebenhöh bleibt Platz zwei, Dritter ist Franz Weißdorn. Auf der Vier läuft Jakob Löffler ein, Frank Duscher wird im 8-Ventiler VW Polo Fünfter, er nimmt auch den 1400er KW 8V-Trophy Gewinnerpokal mit heim in die Oberpfalz. Youngster Tobi Mayer beendet seinen ersten Steinleiten-Auftritt im VW Polo 16V auf Position sechs.

In der 10 Teilnehmer umfassenden 1,6-Liter Klasse sind vier KW Berg-Cup’ler dabei – zumindest eine gewisse Zeit lang. Doch der Reihe nach. In den drei Probegalopps setzen sich zwei Österreicher auf die Top-Plätze. Christian Schneider ist mit seinem Peugeot 205 der Schnellste, Rang zwei holt sich im 16-Ventiler VW Golf 1 Florian Pyringer. 1,271 Sekunden hinter der Bestzeit ist Valentin Schneider im TSM-Golf Dritter, Übungsrang fünf sichert sich Helmut Maier auf seinem Spiess Golf 16V. Der Renntag bringt nicht allen KW Berg-Cup Startern Glück. Valentin Schneider touchiert im ersten Heat die Leitplanke und scheidet aus. Auch Wolfi Glas ist im VW Golf 1 20-Ventiler eine Wiederholung oder Verbesserung seiner Samstagszeiten vorerst nicht gegönnt. Er schlägt an derselben Stelle wie Valentin Schneider an die Leitschienen an, kann aber mit Zeitverlust ins Ziel fahren. In Lauf zwei ist Wolfi wieder dabei, unterbietet in diesem auch seine Trainingsleistung um 1,095 Sekunden, fehlt aber dann im dritten Run. Das Siegerpodest ist eine rein rot-weiß-rote Angelegenheit. Christian Schneider gewinnt vor Florian Pyringer (P2) und Norbert Strasser jun., der mit seiner Toyota Corolla AE86 Dritter wird. Auf Position fünf ist Helmut Maier bester KW Berg-Cup Vertreter, Rookie Jürgen Frommknecht beendet sein erstes St. Anton Wochenende im Honda CRX als Achter.

Das Training der 28 2-Liter-Renner, von denen 11 zum KW Berg-Cup gehören, verspricht prickelnde Spannung. Und dies gleich in mehrfacher Hinsicht. An der Spitze bahnt sich ein beinhartes Duell zwischen Christopher Neumayr, der sich mit seinem Ford NPM – IRS Escort in 1:21,339 die Bestzeit holt, und Tom Strasser jun. (TP2) an. Im VW Scirocco STW benötigt der Letztgenannte exakt 182 Tausendstel mehr. Rang drei geht an Jürgen Halbartschlager, der einen VW Golf 16V bewegt. Vierter ist Diethard Sternad im Alfa Romeo 156 STW, ihm folgt im VW Golf 2 16V Hansi Eller auf der Übungsfünf. Auf Klassenplatz sieben lässt sich Norbert Wimmer im BMW 2002 die schnellste 8-Ventiler Zeit gutschreiben. Direkt hinter ihm, ganze 13 Tausendstel zurück, fliegt der Briegel Kadett von Michael Rauch durchs Ziel. Am Sonntag geht das große Kräftemessen munter weiter. An der Reihung der ersten vier aus dem Training ändert sich im ersten Heat nichts. Tom Strasser ist bis auf winzige 103 Tausendstel an Christopher Neumayr dran, Jürgen Halbartschlager fehlen nur 0,868 Sekunden auf den Leader. Auf diesen hat Didi Sternad schon 2,713 Sekunden Rückstand. Direkt hinter ihm lauert ein KW Berg-Cup Expresszug, der aus Michael Rauch (P5), Dirk Preisser (P6) im Opel Kadett C 16V, Norbert Wimmer (P7) und Hansi Eller als Achtem besteht. Das Zeitfenster, in dem sich die auf den Rängen vier bis acht platzierten Piloten bewegen, ist 73 Hundertstel schmal. Es wird gnadenlos schnell gefahren. Auch im zweiten Run, der für Tom Strasser leider der letzte ist. Er schlägt an die Leitplanke an, danach stehen nicht mehr alle Scirocco-Räder exakt in der gewünschten Richtung. Zwar schleppt er sich noch ins Ziel hoch, zu Lauf drei kann er aber nicht mehr antreten. Christopher Neumayr (P1) liegt nun relativ klar vor Jürgen Halbartschlager (P2) in Front, Dirk Preisser ist bis auf die Drei nach vorne gestürmt, Hansi Eller hat die Sechs bezogen. Das ist aber noch lange nicht der Endstand. Denn in Auffahrt drei erwischt es Jürgen Halbartschlager, der sich mit einem Rundballen anlegt und dabei den Kürzeren zieht. Von derlei und vom langen Warten am Start völlig unbeeindruckt sichert Christopher Neumayr seinen Sieg ab. Den er mit einem großen Vorsprung von 7,746 Sekunden holt. Hinter ihm fängt Didi Sternad (P2) Dirk Preisser (P3) um die Winzigkeit von 2 Tausendsteln ab. Finaler Vierter ist Hansi Eller, der damit weitere wichtige KW Berg-Cup Zähler holt. Michael Rauch verteidigt die fünfte Position konsequent, mit der er auch den 2-Liter KW 8V-Trophy Sieg holt. Direkt hinter ihm kommt Norbert Wimmer als Sechster und zweitschnellster 8-V’ler oben an. Die Top-Ten komplettieren auf der Sieben Lokalmatador Michi Emsenhuber im VW Corrado 16V sowie Michael Wels (P8/VW Scirocco 16V), Franz Roider (P9/Ford Mondeo STW) und „Drifterkönig“ Hermann Blasl (P10) auf seinem Opel C-Kadett 16V. Alex Pleier (P12) setzt sich im Kadett-Duell um 8-Ventiler Rang drei knapp gegen Daniel Bayer (P13/8VP4) durch. Steinleiten-Neuling Jens Weber kommt mit seinem 16-Ventiler Kadett von Lauf zu Lauf immer besser mit der Strecke zurecht, er wird schlussendlich Fünfzehnter. Als Siebzehnter ist Rookie Martin Kellndorfer in seinem C-Coupé zugleich 8V-Fünfter. Rang sechs der Sonderwertung in Rot geht an Johann Hatezic, der im bewährten Opel B Ascona auf der Neunzehn einläuft. Großes Pech hat Neueinsteiger Johannes Pabst bei seinem ersten Rennen zum KW Berg-Cup. Am Ende des zweiten Heats liegt er auf Position zweiundzwanzig, fällt aber danach im dritten Run leider mit einem Schaden am Motor seines Opel Kadett D 16V aus. 

Der Diesel Golf von Karlheinz Meurer zeigt sich da wesentlich standfester, bewältigt die Steinleiten an beiden Tagen total ohne Probleme. Dass er in seiner Klasse in St. Anton keinen Mitbewerber hat, sieht Karlheinz gelassen. Denn sowohl die Strecke als auch die Veranstaltung haben ihm richtig Spaß gemacht und entschädigen für die lange An- und Abreise.

Wie üblich gibt es in Österreich über 2000 Kubikzentimeter nur mehr eine Klasse, in der sich eine ganze Menge leistungsstarker Turbo-Allradler tummeln. Da ist es klar, dass unsere bis-3-Liter-Autos einen sehr schweren Stand haben. Zumindest in der St. Anton Tageswertung, für die Vergabe der KW Berg-Cup Punkte wird die 3000-Kubik-Grenze natürlich berücksichtigt. Auch Sabine Röck wird ihre verdienten Zähler nicht aus der Alleinunterhalter-Klasse beziehen, die man für sie und ihren VW Golf 1 Turbo wohlmeinend eingerichtet hatte. Die Story der Veranstaltungswertung ist, da sich an den Top-Fünf weder im Training noch im Rennen etwas ändert, sehr schnell darzustellen. Allen vorneweg fliegt im VW Golf Rallye TFSI-R der Local-Hero Karl Schagerl. Im zweiten Race-Heat schraubt er den Tourenwagen-Streckenrekord auf 1:15,756 herunter, erzielt dabei eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 153,7 km/h. Das macht ihn zum 2017er St. Anton Überflieger, er sichert sich 2,7 Sekunden vor dem schnellsten Rennsportfahrzeug (Christoph Lampert/Osella PA2000 Evo) auch den Gesamtsieg. Mit auf das Klassenpodium steigen Lancia Integrale Pilot Felix Pailer (P2) und als Dritter Karl Werner im Audi S2-R Quattro. Auf der Vier läuft Stefan Wiedenhofer mit seinem exotischen Mitsubishi Mirage R5 WRT ein. Hinter ihm platziert sich der beste Fahrer mit einem Saugmotor. Das ist Bernhard Permetinger im BMW M3 E30. Die sechstschnellsten Zeiten dieser Abteilung setzt – wenn wir flugs intern zusammenlegen – Sabine Röck. Im Training ist Alexander Bärtl, der von Anfang an mit einem störrischen Getriebe an seiner Opel Kadett Limousine hadert, noch guter Achter. Im ersten Rennlauf sieht er allerdings das Ziel nicht. Alle denken bei der Ausfallmeldung sofort an seine Gearbox, aber leider ist es der 8-Ventil-Motor, der ernste Probleme bereitet. Seine beiden mitangereisten KW 8V-Trophy Kollegen bleiben von solcherlei Unbill verschont, spulen ihr Programm souverän ab. Rechnen wir Sabine Röck mit ein, so ist Karl-Heinz Schlachter mit seinem 2,5-Liter BMW 2002 tii Alpina Zehnter, Werner Walser platziert sich in seiner Opel C-Kadett Limousine als Elfter. Damit ist auch das 8-Ventiler Ergebnis klar: Karl-Heinz Schlachter gewinnt vor Werner Walser (8VP2).

So, liebe KW Berg-Cup Fans und Freunde, damit seid ihr mit den Ereignissen in St. Anton an der Jeßnitz vertraut. Bereits am kommenden Wochenende geht es mit dem 44. Homburger ADAC Bergrennen „Karlsberg Rennen“ weiter, das dann bereits KW Berg-Cup Lauf Nummer sieben in der 30. Saison unserer Traditionsmeisterschaft ist. Nach einer zweiwöchigen Pause folgt dann der nächste Doppelstint. Am 29. und 30. Juli geht es in die Rhön auf die Highspeed-Piste des Hauenstein-Bergrennens, eine Woche später steht in Osnabrück vom 03. bis 06. August das große 50. Jubiläum des dortigen ADAC Bergrennens im Terminplan. Besucht ihr eine der genannten Veranstaltungen? Ja? Das ist super, wir vom KW Berg-Cup und unsere Veranstalter-Partner freuen uns ehrlich auf euch.

 

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News - Bergrennen

Der KW Berg-Cup in Unterfranken: Runde 50. Auflage des Klassikers

Zum runden Geburtstag ein rundum gelungenes Rennen, besser hätte es für den GAMSC Würzburg am letzten Wochenende gar nicht laufen können. Eine nasse Fahrbahn gab es nur am Trainingssamstag bis gegen Mittag, der Sonntag bot dann echt annehmbares Wetter. Zwar etwas kühl, in der Tendenz aber eher freundlich. An beiden Tagen schaffte die Mannschaft rund um Peter Thumbeck einen pünktlichen Beginn, legte damit den Grundstein dazu, dass alle drei pro Tag geplanten Läufe auf der 3,05-Kilometer-Strecke durchgezogen werden konnten. Trotz der insgesamt 181 teilnehmenden Autos, von denen 47 in der angegliederten Gleichmäßigkeitsprüfung starteten, lag der Schluss des Fahrbetriebes jeweils kurz vor 17:30 Uhr. Die Feiern zum „Fünfzigsten“ beschränkten sich auf den Samstagabend. Im Festzelt, das sehr gut besucht war, erlebten die Gäste ein buntes Programm, zu dem die Eichenbühler Vereine verschiedene attraktive Einlagen beisteuerten. Besonders interessant war für alle Freunde des Bergrennsports sicher der Beitrag der Feuerwehr, an dem Nils Abb federführend mitgearbeitet hatte. In einer gut inszenierten Multimediashow ließ dieser 50 Jahre Bergrennen Unterfranken Revue passieren, wobei die gezeigten Bilder bei vielen Besuchern Erinnerungen auffrischten und Emotionen auslösten. Und damit zurück aus dem Festzelt an die Rennstrecke. Wie immer steigen wir mit dem NSU-Bergpokal, für den Unterfranken der vorletzte Lauf des Jahres war, in die Berichterstattung ein. Elf der luftgekühlten Heckmotorfahrzeuge nahmen daran teil. Der Übungssamstag bot wenig Überraschendes. Jörg Davidovic ließ sich die beste Zeit gutschreiben. Karsten Steinert folgte als Zweiter, dahinter bezog Gaststarter Andreas Reich Position drei. Ihm folgten, eng zusammenliegend, Thomas Krystofiak (TP4) und Uwe Schindler als Fünfter. Der Renntag zeichnete dann ab Platz zwei ein etwas anderes Bild. Uwe Schindler fuhr im ersten Heat auf die Drei vor, setzte sich vor Thomas Krystofiak (P4) und Andreas Reich (P5). Der Letztgenannte hatte in der zweiten Auffahrt ein Problem, vollendete diese nicht. Seinen fünften Rang übernahm Mike Vogel. Vor ihm hatte sich nichts geändert, allerdings war Thomas Krystofiak weiterhin nahe an Uwe Schindler dran. Im dritten und letzten Run schaffte der sehr gleichmäßig agierende Thomas Krystofiak noch die Wende, zog um 0,459 Sekunden an Uwe Schindler vorbei. Der Endstand: Klassensieg für Jörg Davidovic vor Karsten Steinert (P2) und Thomas Krystofiak als Drittem. Uwe Schindler beendet das Rennen auf der Vier, Fünfter ist Mike Vogel.

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Der KW Berg-Cup in Osnabrück: Langes Jubiläum in der Borgloher Schweiz

Die Einleitung zum Report über das „50. Int. Osnabrücker ADAC Bergrennen“ fällt mir schwerer als ansonsten üblich. Denn ich sehe das Geschehen in der Borgloher Schweiz aus zwei verschiedenen Blickwinkeln. Da ist zum einen der Veranstalter, der sich unheimlich angestrengt hat, um das Jubiläum würdig und in großem Rahmen zu feiern. Also hat er sein schon in den letzten Jahren großes Zusatzprogramm noch um einen Nostalgie-Autocorso am Samstag sowie um eine Fahrerparade am Sonntag erweitert. Schon vor Beginn des Geschehens am 2,030 Kilometer langen Uphöfener Berg wurden alle Fahrer gleich zweimal eingeladen: Am Donnerstagabend zum FunTriathlon-Event auf die neue E-Kart-Bahn Nettedrom und ins Rutschenparadies des Nettebades, Bustransfer und Verköstigung inklusive. Und auch bei der eigentlichen Feier der 50. Bergrennauflage freitagabends im VIP-Zelt waren die Aktiven herzlich willkommen, wurden dort mit Show und Talk unterhalten und so auf das weitere Wochenende eingestimmt.
Um den Zeitplan zu entzerren begann die Abnahme bereits donnerstags, die ersten Übungsauffahrten fanden am Freitag statt. Aber leider meinten es die Gipfelsturmgötter mit dem MSC Osnabrück und den aktiven Pilotinnen und Piloten nicht so besonders gut. Schon kurz nach dem Auftakt des Samstagstrainings begann es zu regnen. Die Vorfälle auf der Strecke häuften sich, eine lange Ölspur musste zeitraubend beseitigt werden. Am Sonntag blieb es zwar bei angenehmen Temperaturen trocken, aber dennoch mussten ungewöhnlich viele Dreher, Ausrutscher und Einschläge abgearbeitet werden. Die 26(!) protokollierten Unterbrechungen schlugen mit knapp vier Stunden zu Buche. Daher blieb es an den beiden Haupttagen für die knapp 190 Rennstarter bei der Minimalanzahl von zwei Läufen.
Damit möchte ich zum Blickwinkel der Fahrer kommen, die teilweise bis zu viele hundert Kilometer weit angereist waren. Und noch am Sonntagabend diese Strecke mit Gespann zurückfahren mussten, um am Montagmorgen wieder ihrem Beruf nachgehen zu können. Für den größten Teil davon war es am Wochenende nichts mit lange schlafen, denn ab spätestens 7:30 Uhr dröhnten die Rennmotoren. Zwischen den beiden Läufen klafften – nicht zuletzt hervorgerufen durch die schon beschriebenen Vorfälle – stundenlange Lücken. Und wer am Beginn einer der zwei Startgruppen dabei war, der musste teils äußerst geduldig auf seine Rückführungen warten. Trotz nur zweier Rennläufe, deren letzter kurz nach 18:00 Uhr beendet war, begann die Siegerehrung deutlich nach 20 Uhr, bis zu ihrem Ende dauerte es weit mehr als eine Stunde. All dies produzierte reichlich Missmut. Aber einfach nur auf den Veranstalter und das Rahmenprogramm zu schimpfen, trifft nicht wirklich des Pudels Kern. Denn die Mannschaft des MSC Osnabrück, die echte Schwerstarbeit leistete, hatte mit dem Freitagstraining und dem stets pünktlichen Beginn alles ihr zur Verfügung stehende ausgeschöpft, um das Riesenfeld so oft wie möglich nach oben zu bringen. Die Problematik dieses Unterfangens sowie die Ausweitung des Showteils waren im Vorfeld nie verschwiegen worden. Außerdem wurde schon sehr früh um Verständnis dafür gebeten, dass in diesem Jahr das Jubiläum im Mittelpunkt stehen würde. In Zukunft wird Organisationsleiter Bernd Stegmann anders planen: „Ab 2018 konzentrieren wir uns an erster Stelle auf den Rennsport!“

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Der KW Berg-Cup am Hauenstein: Spannende Tourenwagen-Fights

Und das nicht nur in den verschiedenen Klassen, sondern auch in der Tourenwagen-Gesamtwertung, deren Top-Zwanzig final ausschließlich aus KW Berg-Cup Aktiven bestanden. Doch der Reihe nach. Wetterkapriolen – so wie den Nebel 2016 – gab es diesmal nicht. Die bayerische Rhön zeigte sich von ihrer angenehmen Seite. Immer trocken und mit moderaten Temperaturen gewährleistete sie beim „48. ADAC/MSC-Rhön Hauenstein-Bergrennen“ am 29. und 30. Juli gleichbleibende Verhältnisse für alle Teilnehmer. Beide Tage zeichnete ein minutiöser Beginn aus, an den sich ein flüssiger Verlauf der jeweils drei Auffahrten anschloss. Besonders erfreulich: Sowohl am Samstag als auch am Sonntag war die Action auf den schnellen 4,2 Kilometern von Hausen hinauf Richtung Hochrhönstraße deutlich vor 17:00 Uhr zu Ende. Die Strecke mit den Schlüsselstellen Jopp-Kurve und Schikane zeigte sich übrigens in einem sehr guten Zustand und ermöglichte schnelle Zeiten. Diese wollen wir uns nun gemeinsam anschauen und darüber berichten, welche KW Berg-Cup‘ler denn am Hauenstein besonders flott und damit erfolgreich unterwegs gewesen sind.

Im NSU-Bergpokal sind dies in der Rhön eindeutig Steffen Hofmann (P1), Jörg Höber (P2) und Uwe Schindler (P3), die sich in der genannten Reihenfolge die Podestränge sichern. Im Training stört Frank Kleineberg noch etwas deren Kreise, ist da Dritter. Aber gleich im ersten Rennlauf ziehen ihn Technik-Gremlins aus dem Verkehr. Um die Plätze hinter dem Stockerl balgen sich fortan Thomas Krystofiak, Mike Vogel und Horst Fleischer. Aber schon im zweiten Race-Heat wird diese Auseinandersetzung entschieden. Thomas Krystofiak bleibt auf Position vier, Horst Fleischer wird Fünfter, Mike Vogel Sechster.

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News - Rundstrecke

Audi-Doppelsieg im Regen von Zandvoort

Regen in Zandvoort: Diese Bedingungen scheinen Audi im ADAC GT Masters besonders zu liegen. Mit den Vorjahreschampions Connor De Phillippi (24/USA) und Christopher Mies (28/Heiligenhaus) gelang der Marke mit den vier Ringen der erste Sieg in der "Liga der Supersportwagen" seit dem letztjährigen Rennwochenende auf dem Dünenkurs. Mit Platz zwei in einem turbulenten Rennen sorgten Jeffrey Schmidt (23/CH) und Christopher Haase (29/Kulmbach) für einen Doppelsieg für Montaplast by Land-Motorsport. Rang drei ging erstmals an Florian SpenGötz dominiert erste Rennhälfte 

Als es kurz vor dem Start zum achten Saisonlauf des ADAC GT Masters zu regnen begann, war klar, dass die Zuschauer ein spektakuläres Rennen erleben würden. Nach dem Aus des führenden Pole-Setters Mirko Bortolotti (27/I, GRT Grasser-Racing-Team) wegen eines Defektes in der vierten Runde, stand die erste Rennhälfte ganz im Zeichen von Mercedes-AMG-Pilot Maximilian Götz (31/Uffenheim, beide Mercedes-AMG Team HTP Motorsport), der an der Spitze zwischenzeitlich einen Vorsprung von mehr als 17 Sekunden herausfuhr. Dahinter wechselten auf der nassen Strecke immer wieder die Positionen. Als zur Rennmitte im Kampf um Platz drei Lamborghini-Pilot Christian Engelhart (30/Wolnzach, GRT Grasser-Racing-Team) und Kelvin van der Linde (21/ZA, Aust Motorsport) im Audi kollidierten, gab es die erste von insgesamt vier Safety-Car-Phasen. Die anschließenden Pflichtboxenstopps wirbelten das Feld wieder durcheinander. Während Götz-Partner Patrick Assenheimer (25/Lehrensteinsfeld) auf Platz fünf liegend von der Strecke rutschte, führte nach den Fahrerwechseln Audi-Pilot Jeffrey Schmidt (23/CH), der die Spitzenposition bis zur drittletzten Runde verteidigte. Dann ging sein Teamkollege Connor De Phillippi im zweiten Audi des Teams Montaplast by Land-Motorsport vorbei und fuhr zum ersten Saisonsieg für sich und Partner Christopher Mies, der das Auto auf Platz sechs liegend an den US-Amerikaner übergeben hatte. Für Schmidt sprang neben Platz zwei noch der Sieg in der Junior-Wertung heraus.

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Corvette-Piloten Gounon/Van der Zande gewinnen in Zandvoort

Jubel bei den niederländischen Fans: Lokalmatador Renger van der Zande (31/NL, Callaway Competition) und Tabellenführer Jules Gounon (22/F) gewannen mit ihrer Corvette C7 in Zandvoort den siebten Lauf des ADAC GT Masters. Dank seines zweiten Saisonsiegs sicherte sich Gounon damit den inoffiziellen Titel des Halbzeitmeisters. Ebenfalls auf das Podium kamen zum ersten Mal in dieser Saison die Audi-Fahrer Markus Pommer (26/Neckarsulm) und Kelvin van der Linde (21/ZA, beide Aust Motorsport) und das Mercedes-AMG-Duo Indy Dontje (24/NL) und Marvin Kirchhöfer (23/Markkleeberg, beide Mercedes-AMG Team HTP Motorsport). "Der Sieg fühlt sich an, als hätte ich eine Weltmeisterschaft gewonnen", jubelte ADAC GT Masters-Premierensieger van der Zande. "Hier beim Heimspiel in Zandvoort zu gewinnen ist einfach unglaublich."

Trio an der Spitze
 
Während Pole-Setter Jules Gounon beim Start die Führung verteidigte, ging Mercedes-Pilot Luca Stolz (21/Brachbach, Mercedes-AMG Team ZAKSPEED) am ebenfalls aus der ersten Reihe gestarteten Markus Pommer vorbei auf Rang zwei. In den folgenden Runden setzten sich Gounon, Stolz und Pommer langsam von den Verfolgern ab. Das Trio lag dabei bis zu den Pflichtboxenstopps innerhalb von knapp einer Sekunde. Danach fuhr van der Zande, der in Zandvoort den verletzten Stammpiloten Daniel Keilwitz (27/Villingen) vertritt, zum zweiten Saisonsieg für die Corvette mit der Startnummer 77. Für den Lokalmatador war es der erste Triumph in der "Liga der Supersportwagen", für Gounon nach dem Red Bull Ring der zweite der Saison. Dank dieses Erfolgs baute er seine Führung in der Meisterschaft weiter aus und sicherte sich den inoffiziellen Titel des Halbzeitmeisters.

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Heimsieg für Grasser-Lamborghini auf dem Red Bull Ring, Podium für DTM-Pilot Auer

Österreich jubelt auf dem Red Bull Ring: Die Lamborghini-Piloten Rolf Ineichen (39/CH) und Christian Engelhart (30/Wolnzach, beide GRT Grasser-Racing-Team) triumphierten im Sonntagsdurchgang auf dem Red Bull Ring zum ersten Mal in diesem Jahr - sehr zur Freude ihres Rennstalls, der nur unweit der österreichischen Strecke seinen Sitz hat. Als Zweiter im Rennen mit dem schnellsten Durchschnittstempo in der Geschichte des ADAC GT Masters fuhr DTM-Tabellenführer Lucas Auer (22/A) zusammen mit Sebastian Asch (31/Ammerbuch, beide BWT Mücke Motorsport) im Mercedes-AMG auf das Podium. Platz drei holten die Tabellenführer und Samstagssieger Jules Gounon (22/F) und Daniel Keilwitz (27/Villingen, beide Callaway Competition) in einer Corvette C7. "Wir sind sehr happy und sehr dankbar", so Sieger Ineichen. "Das Auto war heute wirklich perfekt, besser ging es nicht. Das Team hat super gearbeitet." Ineichen/Engelhart waren im sechsten Saisonrennen die sechsten unterschiedlichen Sieger der Saison 2017.

Engelhart bestimmt das Tempo
 
Die erste Rennhälfte stand ganz im Zeichen von Pole-Setter Christian Engelhart. Der Lamborghini-Pilot drehte die schnellsten Runden im Feld und setzte sich an der Spitze kontinuierlich ab. Als er zur Rennmitte an Partner Rolf Ineichen übergab, betrug sein Vorsprung fast sieben Sekunden. Ineichen baute danach den Abstand zu den in Zweikämpfe verwickelten Verfolgern zwischenzeitlich auf mehr als zehn Sekunden aus. Nach 41 Runden sah der Schweizer als Sieger die Zielflagge - obwohl sein Lamborghini Huracán in der Schlussphase an Aussetzern litt und der Vorsprung auf 3,6 Sekunden schrumpfte. Für Engelhart und Ineichen war es nach Oschersleben 2016 der zweite Gesamterfolg im ADAC GT Masters. Mit einer Durchschnittgeschwindigkeit von 170,9 km/h war der Sonntagslauf das bisher schnellste Rennen in der Geschichte des ADAC GT Masters.

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