Er ist das entscheidende "Rädchen im Uhrwerk" eines Formel-1-Wagens - der Reifen! Das "schwarze Gold" sorgt dafür, dass die vom Motor erzeugte Kraft auf die Straße übertragen werden kann. Damit gehört der Formel-1-Reifen zu den wichtigsten Bestandteilen des Rennwagens. Er ist etwas ganz Besonderes und seine Mischung ein gut gehütetes Geheimnis.

Auch, wenn sich im Jahr 2010 das Größenverhältnis zwischen Hinter - und Vorderreifen wieder verändert hat, so bleibt doch die Funktion gleich. Abrieb und Haftung sind die wichtigsten Komponenten und verkörpern damit das Besondere gegenüber herkömmlichen Autoreifen. Bei der Haftung sind es die chemischen Verbindungen, die letztendlich die Wirkungsweise zwischen Reifen und Untergrund beeinflussen. Beim Abrieb hingegen ist es die Eigenschaft, sich zu verformen und die Haltbarkeit. Diese beiden Eigenschaften machen Formel-1-Reifen einzigartig. Aber auch der Druck, die Außen- und Straßentemperaturen sowie der persönliche Fahrstil beeinflussen den Gripp und die Leistung der Reifen.

Das jeweilige Mischverhältnis der Reifen von Pirelli oder Bridgestone ist ein gut gehütetes Geheimnis. Eines ist jedoch Fakt: Es gibt über 220 unterschiedliche Stoffe, die kombiniert werden können. Das zeigt annähernd wie viele Möglichkeiten es gibt und wie aufwendig das Mischverhältnis eines Reifens sein kann. Üblich ist die Verwendung von gut einhundert verschiedenen Materialien. Trotz der unglaublich vielen Möglichkeiten gibt es eine Grundmischung, die erhalten bleibt und lediglich um die anderen Stoffe ergänzt wird. So ist das netzförmige Verweben der Karkasse grundsätzlich mit Polyester und Nylon verwebt. In der Mischung des Gummis bilden immer Öl, einige Schwefelstoffe und zudem Karbon die Basis.

Der Vorteil eines Formel-1-Reifens gegenüber dem herkömmlichen Autoreifen liegt eindeutig darin, dass er lediglich wenige 100 Kilometer Laufleistung erbringen muss - ein Straßenreifen hingegen durchaus auch mal zwanzigtausend Kilometer, bevor er ausgetauscht werden muss. Formel-1-Reifen sind deshalb wesentlich weicher und aufwändiger produziert, was sie natürlich auch teurer macht. Bei gewöhnlichen Autoreifen können Autofahrer Preise vergleichen und sich bei Anbietern wie Toroleo das beste Angebot heraussuchen. Aber auch hier gibt es Mischungsunterschiede der Hersteller. Der Härtegrad, die Temperatur und die jeweilig vorherrschenden Eigenschaften der Straße bestimmen die Inhaltsstoffe eines Reifens.  

Wichtige weitere Komponenten der Formel-1-Reifen bilden neben der Aerodynamik auch die Auflagefläche und die Luft im Reifen. Besonders bei der Befüllung wird von den Teams gern mit Gasmischungen experimentiert. Einfluss auf die Wirkungsweise der Befüllung hat auch die äußere Luftfeuchtigkeit. Oft ist trotz einer vielleicht hervorragenden Reifenmischung die tatsächliche Wirkungsweise des "schwarzen Goldes" auch für die Formel-1-Teams immer wieder eine Überraschung. Ein Grund mehr, weiter mit Gasgemischen und Reifenzusammensetzungen zu experimentieren, um ganz vorne mitfahren zu können.