Mit auf die tausendstel Sekunde gezeiteten Bergprüfungen oder Rundstreckenrennen hat die creme21 youngtimer rallye zwar wenig gemeinsam, für die Fans der „in die Jahre gekommenen Gebrauchtwagen“ ist Europas größte Youngtimer Rallye mit knapp 200 Startern, Teams aus 7 Nationen und 29 verschiedene Automarken aus den 70er und 80er Jahren aber trotzdem ein absolutes Highlight des Veranstaltungskalenders.

Die 13. Auflage der „creme“, wie die Rallye in Kultkarrenkreisen einfach kurz genannt wird, begann am 17. September rund um den „Schuppen Eins“, dem „Zentrum für Automobilkultur und Mobilität“ in der Bremer Überseestadt. Nach der Einschreibung, der technischen Abnahme der jungen Oldies durch den AvD und der offiziellen Begrüßung des Veranstalterteams vom Oldenburger Youngtimer Club e.V. starteten die Teilnehmer direkt an der Weserpromenade zum Abendprolog nach Rastede, wo der örtliche Automobilclub auf dem Marktplatz bei einsetzender Dunkelheit in toller Atmosphäre eine Fahrzeugvorstellung zur Etappenzieleinfahrt organisiert hatte.

Am folgenden Donnerstag ab 9 Uhr gingen die 193 Youngtimer dann im Minutenabstand von einem Oldenburger Möbelhausparkplatz auf die erste Wertungsroute durch das sonnige Niedersachsen in Richtung Süden. 

Navigiert wird bei der „creme“ nach einem tabellarisch aufgebauten Roadbook mit Angaben zur zu fahrenden, partiellen km-Distanz, zum Standort, zur Richtung und zur Fahrrichtung, die der Copilot an den Fahrer weitergeben und kontrollieren muss. Während der Etappen müssen sich die Teams bei beschilderten Parkplatzstopps nahe der Route immer wieder Wertungsprüfungen stellen, die in Form von Gesellschaftsspielen, „Schlag den Raab“- ähnlichen Geschicklichkeitsaufgaben, Prüfungen mit dem Fahrzeug oder anderen, von dem als „Staffies“ benanntem Rallyeteam erdachten, Nettigkeiten auftreten können. So darf man unter anderem auch täglich 21 Sekunden in ein Köfferchen, was wohl aus dem Kinderzimmer eines „Staffies“ überlebt hat, schauen und sich den wechselnden Inhalt merken. Zu diesem wird dann bei einem späteren Halt eine Frage gestellt, die sich auf Inhaltsdetails bezieht. Mit einer klassischen Oldtimerrallye hat die „creme“ also wenig gemeinsam. Soll aber auch nicht, hier steht der Spaß und das touristische Fahrerlebnis im Vordergrund. So sieht man auch bei der abendlichen Siegerehrung nicht immer die gleichen Gesichter die Preise abräumen, denn häufig gehört auch ein bisschen Glück zum Sieg dazu. 

Zurück zur ersten der beiden Tages-Etappen am Donnerstag. Auf dem Weg in das Schaumburger Land musste ein Kleingeldbetrag von knapp 7 DM in Gedenken an die ehemalige deutsche Westwährung möglichst schnell und richtig gezählt werden. Eine lösbare Aufgabe für die Teams die schnell gemeistert ist und nicht lange von der Weiterfahrt aufhält. Ende des Vormittags-Stints war später am Bückeburger Schloss zur Mittagsrast. Hier bestand anschließend die Möglichkeit als Verdauungsspaziergang kurz das nahegelegene Hubschraubermuseum zu durchwandern.

Schon erstaunlich was hier so alles fliegen soll, von skurrilen Eigenbauten in puristischer Leichtbauweise bis zum Bananenhubschrauber ist man gut sortiert. Von Bückeburg aus ging es dann weiter gen Südosten nach Alfeld im Großraum Hannover, wo mit dem Fagus-Werk aus 1911, was 2011 zum UNESCO-Welterbe erklärt wurde, Industriekultur der Spitzenklasse zu umfahren war und dabei auf einem Fragebogen 10 betagte Werbeslogans den Produkten zugeordnet werden mussten. Anschließend ging es dann weiter Richtung Harz mit dem Ziel Maritim Hotel in Braunlage. Unterwegs musste noch Holzlabyrinth, also das Spiel wo die Kugel auf dem Weg durch den Irrgarten nicht in die Löcher fallen darf, gespielt werden und die Kofferfrage beantwortet werden. Man suchte hier das genaue Datum der diesjährigen Le Mans Classics, was auf einem Aufkleber, der sich unter vielen anderen Dingen im Koffer befand, zu entdecken war. Nicht unbedingt leicht zu merken, dieses Detail, aber hier trennt sich dann halt die Spreu vom Weizen. 

Das Starterfeld der „creme“ war auch in diesem Jahr wieder bewusst vom Veranstalter breit aufgestellt. Von Kleinwagen wie zum Beispiel Citroen 2CV alias Ente, VW 1300 aka Käfer, Fiat 500 oder Opel Corsa über Sportwagen wie Ford Capri, VW Scirocco, Opel Manta, Triumph Spitfire oder Alfa Montreal bis zu Boliden wie Ford Mustang Mach1, Buick Riviera, BMW 635csi oder Mercedes SL 500 waren zahlreiche Fahrzeugvarianten im Rallyefeld vertreten. So konnten viele Zuschauer am Straßenrand ihr damaliges Alltagsfahrzeug im Rallyefeld mit dem faszinierten Kommentar „den hatte ich auch mal“ wieder entdecken, und das als Anstoß nehmen ihrem Nachwuchs von den damaligen Erlebnissen mit diesem Schätzchen zu berichten. 

Am Freitag ging es dann von Braunlage aus Richtung Osten zur „Stadt aus Eisen“ Ferropolis in Gräfenhainichen im Landkreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt. Wertungsprüfungen auf dem Weg dorthin waren ein Zitate Memory, wo man losgelassene Sprüche berühmter Persönlichkeiten deren Bildern zuordnen musste, und als Geschicklichkeitsaufgabe das senkrechte fallen lassen von 10 Bleistiften nacheinander in aufgestellte, leere Mineralwasserglasflaschen aus ca. 1,20 m Höhe, was sich als nicht ganz einfach erwies. Wer lange Weile hat kann es ja einfach mal zuhause ausprobieren, das notwendige Equipment ist ja schnell beschafft.

Auf „Ferropolis“ gab es vor dem Mittagessen noch Pümpelwerfen auf eine senkrecht stehende Spanplattenzielscheibe zu bewältigen. Man hatte hier 3 Wurfversuche das Abflußreinigungsutensil am Holzwerkstoff per Sog zu befestigen. Je öfter der Pümpel fest pappte, je besser war das Prüfungsergebnis. Danach gab es Gegrilltes oder Pasta in der Orangerie zur Auswahl und einen Verdauungsspaziergang um die Braunkohlebagger zum wassergeflutetem, ehemaligen Abbaugebiet, dem heutigen Gremminer See. Als nächstes Stand das Überfahren von 2 hupenden Holzkeilen mit dem rechten Vorderrad auf einem Möbelhausparkplatz in Dessau auf dem Programm, bevor es dann zum Tages-Highlight Motorsport Arena Oschersleben weiter ging. Hier angekommen musste in der Boxengasse eine kurze GLP in 21 Sekunden gefahren werden, damit man sich 5 Runden hinter dem Pacecar auf dem knapp 3,6 km langen Mickey-Mouse-Kurs mit Überholerlaubnis auf den Geraden verdient hatte. Eine coole Nummer mit hohem Spaßfaktor, mit Sicherheit eins der absoluten Highlights der 2014er „creme“. Ziel war auch am Freitag wieder das wohl mit viel Pflegeaufwand und wenig Reinvestition der Einnahmen im 70/80er-Jahre-Einrichtungsstil erhaltene Maritim-Hotel in Braunlage. Im Koffer befanden sich Freitag übrigens 5 Ferrari-Lego-Beutel von einer Tankstellenkette, die das tägliche Schnäppchentanken zwischen 18 und 20 Uhr, zum Leidwesen der Bevölkerung, mit erfunden hat. 4 Tüten mit Fahrzeugen und eine mit Mechanikern und Werkstattausrüstung waren im Kinderzimmer-Gepäckstück deponiert, gefragt wurde nach der Anzahl der Räder zusammen aus allen 5 Beuteln. Wie viele sind es also gewesen?

Die Routenführung der „creme“ führt die Teilnehmer im wesentlich über Land- oder Kreisstraße, welche natürlich sehr fahraktiv und damit schön kurvig umgesetzt werden. Bundesstraßen oder Autobahnen werden wegen der mangelnden Freude beim Befahren mit dem Youngtimer möglichst vermieden. Streckenscout Martin Vorwahl hat mittlerweile einen sehr guten Riecher für die richtigen Pisten, er hat auch dieses Jahr wieder traumhafte Routen im Roadbook verewig. Vielen Dank dafür noch einmal an den „Streckengott“, wie der gute Martin häufig liebevoll genannt wird. 

Am Samstag startete das Feld erneut von Braunlage aus zu ersten Stopp am Fahrzeugmuseum Benneckenstein, wo ein wenig Ostalgie in Form von Militärgerät, Fahrzeugen, Campingequipment und Spielzeug zu besichtigen war. Auf dem Parkplatz mussten in einer Tabletpräsentation 10 Filme oder Serien aus den 70ern wie z.B. Dirty Harry, Mad Max oder Soko5113 in einem Zusammenschnitt von 2 min. erkannt und notiert werden. Danach wurde westwärts Richtung Hannoversch Münden gefahren, wo vor der Mittagspause noch ein strategisches Würfelfeldspiel gegen ein Wettbewerbsteam bestritten werden musste. Nach der Mittagspause ging es dann gleich beim nächsten Halt spielerisch weiter, ein Puzzle aus Styroporteilen musste in möglichst kurzer Zeit in eine Kiste passgenau eingesetzt werden. Auch der Koffer und die dazugehörige Frage war natürlich wieder Programm. Die Staffies waren einkaufen und haben die erworbenen Artikel in den Koffer gepackt. Gefragt wurde dann später nach dem Gesamtwert der Einkäufe wie Dosenbier, H4-Birne, Lollis, Vampirgebiß etc. in Euro. 18,33 € wurde hier in die verwertbaren Artikel investiert, wie bei der Tagessiegerehrung später nach dem Abendessen bekannt gegeben wurde. Etappenziel am Samstag war das Lenkwerk in Bielefeld, wo die letzte Tagesaufgabe bewältigen werden musste. Es waren 10 Märchen wie z.B. Rumpelstilzchen und Schneewittchen aus modernen Umschreibungen/Schlagzeilen zu identifizieren und zu notieren. 

Ab 20.30 Uhr fand dann die große Abschlußparty in der Fahrzeughalle des Lenkwerks statt. Viele Teilnehmer erscheinen hier traditionell im Style der 70er mit Kotletten, Batik T-Shirt, Schlaghosen, Plateauschuhen o.ä., so dass hier einige recht schrille Erscheinungen zu bewundern waren. Für super Stimmung sorgte die Bremer Band „Flying Soul Toasters“, so dass die Tanzfläche vor den verglasten Einstellboxen mit ihren eingeparkten Boliden bis tief in die Nacht gut besucht war. Eine geniale Party auf der es an nichts fehlte, vielen Dank für die gute Organisation an das Team vom Lenkwerk und den Unterstützungspartner Opel. 

Am Sonntagmorgen beim Start der letzten Etappe am Lenkwerk in Bielefeld wurden die abfahrenden Fahrzeuge vom stellvertretenden Chefredakteur der AutoBild klassik Christian Steiger dem Publikum in einer interessanten Moderation vorgestellt. Beim Warten auf die Abfahrt mussten die Teams 5 Interieurbilder von Fahrzeugen aus den 70/80ern der Marke und Typenbezeichnung zugeordnet werden. Hier waren unter anderem ein BMW E3, ein Hanomag Henschel und ein Talbot Matra Rancho gefragt. Ziel der 51 km kurzen Schlussetappe, und damit auch der 1.050 km langen, gesamten creme21 youngtimer rallye 2014, war beim Transportgerätehersteller fetra in Borgholzhausen. Hier musste der Youngtimer als letzte WP noch möglichst genau in einem Abstand von 1,5 m rückwärts vor einen Transportwagen geparkt werden, bevor man dann endgültig nach 5 Tagen hartem Rallyeeinsatz das Zieltor durchfahren durfte.

Nach einer kurzen Mittagspause bei Manta-Platte oder Pflaumenkuchen fand die Siegerehrung der diesjährigen Gesamtsieger statt. Als Preise wurden hier wieder original Relikte aus den 70er Jahren in kräftig leuchtendem orange überreicht. Platz 1 belegte der Bielefelder Jan-Hendrik Linnenkamp mit seinem Beifahrer Robert Stephan aus dem Spreewald auf einem 1975er Golf 1 L, sie wurden mit einem Reiseplattenspieler und einem dazugehörigen Vinylscheibenalbum im Flowerpower-Style für ihren unermüdlichen Rallyeeinsatz belohnt. Platz 2 ging an Rainer Gellrich und Matthias Sils auf einem 1990er BMW 318iS und auf den 3. Platz schafften es Christiane und André Lehmanski auf einem 1987er Audi Urquattro. Alle weiteren Platzierungen können auf der Internetseite der creme21 rallye eingesehen werden. Die „creme“ war auch dieses Jahr wieder eine klasse Veranstaltung mit tollen Highlights und hervorragender Durchführung.

Vielen Dank an dieser Stelle noch mal an das gesamte Organisations-Team rund um die Oldenburger „Youngtimerrallye-Erfinder“ Martin Vorwahl, Alexander Mrozek und Oliver Borgmann.

Die 14. creme21 youngtimer rallye wird voraussichtlich vom 16.-20. September 2015 stattfinden.

Die Nennung wird ab Januar 2015 auf www.creme21-rallye.de möglich sein.

Weitere Fotos gibt es unter unserer Rubrik Fotos.

Weblinks:

www.schuppen-eins.de

www.hubschraubermuseum.de

www.fagus-werk.com

www.ferropolis.de

www.motorsportarena.com

www.mts-oldtimermuseum.de

www.lenkwerk-bielefeld.de

www.flyingsoultoasters.de

www.fetra.de

Fahrplan

Mittwoch, 17.9.2014

Warm-up-Party Schuppen Eins in Bremen mit anschließendem Prolog

Donnerstag, 18.9.2014

1. Etappe Oldenburg – Bückeburg 155 km

2. Etappe Bückeburg – Alfeld (Fagus-Werk) – Harz (Okertalsperre) - Braunlage 186 km

Freitag, 19.9.2014

3. Etappe Braunlage – Ferropolis („Stadt aus Eisen“) Gräfenhainichen 181 km

4. Etappe Ferropolis – Oschersleben (Motopark) – Braunlage 195 km

Samstag, 20.9.2014

5. Etappe Braunlage – Benneckenstein (Fahrzeugmuseum) - Hann. Münden 120 km

6. Etappe Hann. Münden – Bielefeld (Lenkwerk) 162 km

Sonntag, 21.9.2014

7. Etappe Bielefeld – Borgholzhausen (fetra) 51 km

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News - Bergrennen

Der KW Berg-Cup in Mickhausen: Gelungenes Finale in den Stauden

Die Auflage 2017 – von der alle Freunde des Bergrennsports inständig hoffen, dass sie nicht zur „Final Edition“ wird – war sicher eine der besten der letzten Jahre. Auch Petrus spielte diesmal zumindest einigermaßen mit. Am Trainingssamstag verwöhnte er sogar mit sehr annehmbarem Herbstwetter, ließ es danach allerdings nachtsüber regnen. Das hörte zwar am Sonntagvormittag auf, aber in den Waldpassagen blieb die 2,2-Kilometer-Strecke tückisch feucht, stellte dadurch höchste Anforderungen an die Pilotinnen und Piloten des „Int. 37. ADAC Bergrennen Mickhausen“. 174 davon nahmen die drei Übungsdurchgänge programmgemäß um Punkt 09:30 Uhr in Angriff. Kurz vor halbsieben tauchten die letzten Autos abends wieder ins Fahrerlager ein. Am Sonntag wurde eine Stunde früher aufgerufen und begonnen. Viele rechneten mit einer stark von Unterbrechungen geprägten ersten Auffahrt. Ganz gemäß der Faustformel: „Wird nur auf trockener Piste trainiert und das Rennen startet nass, so sind häufige Ausrutscher vorprogrammiert.“ Dies traf in Mickhausen zum Glück nicht zu. Hier hat wahrscheinlich der Wertungsmodus geholfen. Der vorsah, nur die zwei besten von drei Heats zum Schlussresultat zu addieren. Da für den weiteren Verlauf des Sonntags Wetterbesserung in Aussicht gestellt war, hielt sich die Angriffslust im ersten Run in Grenzen. Erst ab dem Zweiten wurde die vornehme Zurückhaltung abgelegt, was vermehrte Vorfälle nach sich zog. Die aber allesamt glücklicherweise glimpflich verliefen. Bevor wir uns jetzt gleich das Geschehen im Einzelnen betrachten muss unbedingt noch erwähnt werden, dass Mickhausen 2017 wirklich ein würdiger Abschluss der 30. KW Berg-Cup Saison war. Mit einem tollen internationalen Fahrerfeld, das einerseits durch das Top-Prädikat „Int. FIA Hill Climb Cup“ angelockt worden war, andererseits durch den guten Ruf der Veranstaltung des ASC Bobingen. Die für die herzliche Aufnahme des Berg-Trosses im Fahrerlagerort Münster seit jeher bekannt und nicht zuletzt deshalb bei vielen Aktiven echt beliebt ist. Sehr emotional gestaltet sich immer wieder die letzte Talfahrt nach Rennende über die Strecke durch das Spalier der super mitgehenden Fans. Von denen viele auch noch der stimmungsvollen Siegerehrung im Vorstartbereich beiwohnen, die dieses Jahr gegen 19 Uhr beendet war. Der Verlauf eines Rennens mit dem Modus „Zwei aus Drei“ ist schwierig zu schildern. Weil es keine Durchgängigkeit, dafür aber viele Veränderungen gibt. Wie das in den Klassen mit Beteiligung von KW Berg-Cup Aktiven nun genau ausgesehen hat, das wollen wir uns im Folgenden betrachten.

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Der KW Berg-Cup in St. Agatha/A: Flottes Rennen vor vollem Haus

 Die in der Überschrift getroffene Aussage „flottes Rennen“ gilt übrigens nicht nur für die gefahrenen Top-Zeiten, sondern auch für die Abwicklung. Das Team des MSC Rottenegg liefert zum 30. Rennjubiläum eine perfekte Arbeit ab. Ein Traum sind die Probeheats. Sie beginnen am Samstag erst um 12 Uhr, dies aber minutengenau. 182 Fahrzeuge werden dazu aufgerufen, die beiden Auffahrten auf der flüssigen, ultraschnellen 3,2-Kilometer-Strecke von Esthofen hinauf nach St. Agatha sind schon gegen 16:30 Uhr beendet. Traditionell wird in Oberrösterreich der Sonntag mit einem dritten Trainings-Run begonnen. Dieser startet um 8:30 Uhr. Nach einer Stunde und vierzig Minuten sind alle oben. Mein Block, auf dem ich routinemäßig die wichtigsten Vorfälle festhalte, ist so gut wie leer. Nur ein paar Notizen über das Wetter habe ich hin gekritzelt. Trocken steht da, morgens kühl. Am Samstag wärmt die Sonne das Asphaltband etwas auf, am Renntag hält sie sich oft hinter Wolken versteckt. In Anbetracht der hohen Zahl an Teilnehmern wird der Rennbeginn flugs auf 12 Uhr vorgezogen. Ein weiser Beschluss, denn im ersten Race-Heat wird nun merklich hitziger agiert. Was ein Teil der Betonwandelemente und Leitplanken zu spüren bekommt. Aber es bleibt bei glimpflich verlaufenden Einzelfällen, die Blessuren an den Sicherheitseinrichtungen werden schnell behoben. In der zweiten und letzten Bergfahrt haben sich die Gemüter schon wieder beruhigt, gegen 17:15 Uhr schließt die Startnummer 1, Christian Merli im Osella FA30, mit dem neuen Streckenrekord von 1:02,129 das EXCAPE Autobergrennen Esthofen – St. Agatha spektakulär und würdig zugleich ab.

Wie immer ist die Rückführung ein letztes Highlight, denn Fans und Rennautos teilen sich dabei diszipliniert die Straße. Und begeisterte Zuschauer hatte es auch in 2017 an beiden Tagen reichlich. Ganz genauso wie aktive KW Berg-Cup’ler. 48 davon haben sich an der Reise nach St. Agatha beteiligt. Das ist mehr als ein Viertel des imposanten Gesamtfeldes. Wie es den Einzelnen in unserem rot-weiß-roten Nachbarland ergangen ist, das wollen wir uns nun gemeinsam Klasse für Klasse ansehen.

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Der KW Berg-Cup in Unterfranken: Runde 50. Auflage des Klassikers

Zum runden Geburtstag ein rundum gelungenes Rennen, besser hätte es für den GAMSC Würzburg am letzten Wochenende gar nicht laufen können. Eine nasse Fahrbahn gab es nur am Trainingssamstag bis gegen Mittag, der Sonntag bot dann echt annehmbares Wetter. Zwar etwas kühl, in der Tendenz aber eher freundlich. An beiden Tagen schaffte die Mannschaft rund um Peter Thumbeck einen pünktlichen Beginn, legte damit den Grundstein dazu, dass alle drei pro Tag geplanten Läufe auf der 3,05-Kilometer-Strecke durchgezogen werden konnten. Trotz der insgesamt 181 teilnehmenden Autos, von denen 47 in der angegliederten Gleichmäßigkeitsprüfung starteten, lag der Schluss des Fahrbetriebes jeweils kurz vor 17:30 Uhr. Die Feiern zum „Fünfzigsten“ beschränkten sich auf den Samstagabend. Im Festzelt, das sehr gut besucht war, erlebten die Gäste ein buntes Programm, zu dem die Eichenbühler Vereine verschiedene attraktive Einlagen beisteuerten. Besonders interessant war für alle Freunde des Bergrennsports sicher der Beitrag der Feuerwehr, an dem Nils Abb federführend mitgearbeitet hatte. In einer gut inszenierten Multimediashow ließ dieser 50 Jahre Bergrennen Unterfranken Revue passieren, wobei die gezeigten Bilder bei vielen Besuchern Erinnerungen auffrischten und Emotionen auslösten. Und damit zurück aus dem Festzelt an die Rennstrecke. Wie immer steigen wir mit dem NSU-Bergpokal, für den Unterfranken der vorletzte Lauf des Jahres war, in die Berichterstattung ein. Elf der luftgekühlten Heckmotorfahrzeuge nahmen daran teil. Der Übungssamstag bot wenig Überraschendes. Jörg Davidovic ließ sich die beste Zeit gutschreiben. Karsten Steinert folgte als Zweiter, dahinter bezog Gaststarter Andreas Reich Position drei. Ihm folgten, eng zusammenliegend, Thomas Krystofiak (TP4) und Uwe Schindler als Fünfter. Der Renntag zeichnete dann ab Platz zwei ein etwas anderes Bild. Uwe Schindler fuhr im ersten Heat auf die Drei vor, setzte sich vor Thomas Krystofiak (P4) und Andreas Reich (P5). Der Letztgenannte hatte in der zweiten Auffahrt ein Problem, vollendete diese nicht. Seinen fünften Rang übernahm Mike Vogel. Vor ihm hatte sich nichts geändert, allerdings war Thomas Krystofiak weiterhin nahe an Uwe Schindler dran. Im dritten und letzten Run schaffte der sehr gleichmäßig agierende Thomas Krystofiak noch die Wende, zog um 0,459 Sekunden an Uwe Schindler vorbei. Der Endstand: Klassensieg für Jörg Davidovic vor Karsten Steinert (P2) und Thomas Krystofiak als Drittem. Uwe Schindler beendet das Rennen auf der Vier, Fünfter ist Mike Vogel.

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News - Rundstrecke

Götz und Pommer gewinnen Hitzeschlacht in Most im Mercedes-AMG

Die Schlange hat zugebissen: Markus Pommer (27/Neckarsulm) und Maximilian Götz (32/Uffenheim, beide MANN-Filter Team HTP) gewannen in der leuchtend gelben "Mamba" das Sonntagsrennen des ADAC GT Masters in Most und fuhren damit den ersten Saisonsieg für Mercedes-AMG ein. Die Positionen zwei und drei gingen wie am Vortag an die Corvette-Fahrer Marvin Kirchhöfer (24/Markkleeberg) und Daniel Keilwitz (28/Villingen, beide Callaway Competition) sowie die Tabellenführer Robert Renauer (33/Jedenhofen) und Mathieu Jaminet (23/F, beide Precote Herberth Motorsport) im Porsche. "Besser konnte es heute nicht laufen", jubelte Sieger Maximilian Götz im Ziel. "Es ist toll, den ersten Sieg in diesem Jahr geholt zu haben. Das war wichtig für die Meisterschaft."

Pole-Setter Götz setzt sich ab
 
Pole-Position, schnellste Rennrunde und ungefährdeter Sieg: Maximilian Götz und Markus Pommer hatten in Most am Sonntag trotz Temperaturen von knapp 25 Grad alles unter Kontrolle. Pole-Setter Götz blieb beim Start in Führung und fuhr danach einen Vorsprung von fünf Sekunden auf die Verfolger heraus. Teamkollege Pommer, der zur Rennmitte das Cockpit des Mercedes-AMG übernahm, brachte danach den ersten Saisontriumph souverän ins Ziel. Sein Vorsprung betrug am Ende 1,9 Sekunden. Für Götz war es der insgesamt fünfte Sieg in der Serie und der erste seit dem Lausitzring 2014. Partner Pommer musste nicht so lange auf einen weiteren Triumph warten. Seinen bisher einzigen Sieg hatte er 2017 auf dem Nürburgring eingefahren.
 
Zweite wurden wie im ersten Rennen die Corvette-Fahrer Kirchhöfer/Keilwitz, die die Sieger jedoch nie wirklich gefährden konnten. Den letzten Podestplatz schnappten sich - ebenfalls wie im ersten Durchgang - Robert Renauer und Mathieu Jaminet im Porsche. Das Duo profitierte allerdings von einer Strafe des in der ersten Rennhälfte auf Podestkurs liegenden Mercedes-AMG von Indy Dontje (25/NL) und Maximilian Buhk (25/Schwarzenbeck, beide MANN-Filter Team HTP), die die vorgeschriebene Mindestzeit beim Boxenstopp unterschritten und am Ende 16. wurden. Renauer und Jaminet bauten mit dem zweiten Podium in Folge ihre Führung in der Gesamtwertung aus.

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Jeffrey Schmidt und Stefan Mücke holen ersten ADAC GT Masters-Sieg

Premierenerfolg für Jeffrey Schmidt (24/CH) und Stefan Mücke (36/Berlin, beide BWT Mücke Motorsport) im ADAC GT Masters. Die Audi-Fahrer gewannen bei der Premiere der "Liga der Supersportwagen" in Tschechien das Samstagsrennen in Most. Platz zwei ging an Marvin Kirchhöfer (24/Markkleeberg) und Daniel Keilwitz (28/Villingen, beide Callaway Competition) in der Corvette C7 GT3-R. Als Dritte fuhren die neuen Tabellenführer Robert Renauer (33/Jedenhofen) und Mathieu Jaminet (23/F, beide Precote Herberth Motorsport) ebenfalls auf das Podest. "Ich bin absolut sprachlos", so Sieger Stefan Mücke nach dem Rennen. "In einem so harten Umfeld einen Sieg zu holen ist absolut was Besonderes - vor allem wenn es mit dem eigenen Team gelingt."

Schmidt und Mücke souverän an der Spitze
 
Während Premieren-Pole-Setter Jeffrey Schmidt beim Start erfolgreich die Führung verteidigte, wurde es dahinter turbulent. Alexander Zöchling (30/A, MRS GT-Racing) verdrängte im BMW M6 GT3 Marvin Kirchhöfer auf Rang zwei, noch weiter hinten kollidierten in Kurve zwei mehrere Fahrzeuge und sorgten für eine kurze Safety-Car-Phase. Nachdem in Runde vier das Rennen wieder freigegeben wurde, setzte sich Schmidt an der Spitze leicht ab. Beim Fahrerwechsel zu Teamkollege Stefan Mücke hatte er einen Vorsprung von knapp zwei Sekunden herausgefahren. Auch der Berliner blieb souverän an der Spitze und baute seinen Vorsprung zwischenzeitlich auf mehr als fünf Sekunden aus. Im Ziel lag er schließlich 4,3 Sekunden vor Kirchhöfer/Keilwitz. Sowohl für Jeffrey Schmidt als auch für Stefan Mücke war es der erste Sieg im ADAC GT Masters, für ihren Rennstall BWT Mücke Motorsport der insgesamt dritte. Schmidt gewann zudem in der Pirelli-Junior-Wertung.

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Doppelsieg für Lamborghini im zweiten Saisonrennen

Lamborghini war im Sonntagsrennen des ADAC GT Masters in der Motorsport Arena Oschersleben das Maß der Dinge: Mirko Bortolotti (28/I) und Andrea Caldarelli (28/I, beide ORANGE1 by GRT Grasser) siegten mit 1,8 Sekunden Vorsprung vor ihren Markenkollegen Rolf Ineichen (29/I) und Christian Engelhart (30/Wolnzach, beide GRT Grasser Racing Team). Als Dritte holten Dominik Schwager (41/München) und Luca Ludwig (29/Bonn, beide HB Racing) den ersten Podestplatz für den in diesem Jahr in der "Liga der Supersportwagen" debütierenden Ferrari 488 GT3. "Das war perfekt", freute sich Sieger Bortolotti. "Die Leistung war richtig gut. Wir haben keine Fehler gemacht und sind sehr zufrieden."

Lamborghini-Duo behauptet Führung
 
Das zweite Saisonrennen stand vor mehr als 25.000 Zuschauern (am Wochenende) ganz im Zeichen der beiden Lamborghini Huracán, die sich bereits im Qualifying die ersten beiden Positionen gesichert hatten. Polesetter Christian Engelhart verteidigte beim Start gegen Markenkollege Andrea Caldarelli die Führung. Während die Reihenfolge an der Spitze bis zu Pflichtboxenstopps zur Rennmitte gleich blieb, setzte sich das Duo stetig von den Verfolgern ab. Doch kurz nachdem Rolf Ineichen von Engelhart und Mirko Bortolotti von Caldarelli übernommen hatten, wechselte die Führung: Bortolotti ging in Runde 23 am Markenkollegen vorbei und eroberte den ersten Platz. Auch danach dominierten die beiden Lamborghini das Rennen. Bis zum Einsatz des Safety-Cars zur Bergung des Mercedes-AMG von Kim-Luis Schramm (20/Ilmenau) hatten sie bereits einen Vorsprung von rund zehn Sekunden auf die Verfolger herausgefahren. Bortolotti gelang danach ein problemloser Sieg und sah 1,8 Sekunden vor Ineichen die Zielflagge. Für Bortolotti war es der dritte Sieg im ADAC GT Masters, für seinen neuen Teamkollegen Caldarelli der erste. Ineichen sicherte sich als Zweiter den Sieg in der Pirelli-Trophy-Wertung.

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