Der 3. Lauf zur Deutschen Bergmeisterschaft zum 49. Wolsfelder Bergrennen 2011 stand, nur eine Woche nach dem Trierer Bergrennen, auf dem Programm. Das bedeute, angesichts der knappen Zeit für viele der angereisten Fahrer, eine Doppelbelastung und enormen Zeitdruckt. Teils musste noch repariert oder die beruflichen Verpflichtungen mit den Rennterminen in Einklang gebracht werden. Die Starter des KW Berg Cups hatten da etwas mehr Zeit, da seit ihrem ersten Lauf im luxemburgischen Eschdorf bereits ein Monat vergangen war. Großes leisteten hier die Teams von Holger Hovemann und Steffen Hofmann. Beide hatten in Trier einen bzw. zwei Motorschäden zu beklagen. Ihre Motorengurus von Risse Motorsport (Holger Hovermann) und Achim Thomas (Steffen Hofmann) bauten innerhalb von nur 4 Tagen einen komplett neuen Motor auf, was ich auch auszahlen sollte.
Die etwa 170 angereisten Starter bezogen also nun im kleinen Örtchen Wolsfeld, unlängst der Deutsch-Luxemburgischen Grenze ihren Platz im Fahrerlager. Das Wetter präsentierte uns am Freitag einen Sonnen-Regen-Wolken Mix mit teils ergiebigen Regenfällen, so dass wir uns mental schon auf ein Regenrennen einstellten - aber es kam dann doch alles anders als erwartet.

Der Trainingstag, welcher traditionell am Pfingst-Sonntag ausgerichtet wird, blieb den ganzen Tag trocken und zog sich aufgrund vieler kleiner Unterbrechungen durch Ausrutscher oder Technische Defekte etwas hin. Die sehr selektive, enge und nur knapp 1,7 km lange Strecke hat es in sich und hat etwas von einem Hubschrauberflug im Wohnzimmer. Mit teils spektakulären Drifts und berherzten Fahrmanövern bekamen die etwa 5.000 angereisten Zuschauer einiges geboten. Besonders die Bit-Kurve ist immer wieder ein beliebter Zuschauplatz, da man dort den Rennwagen näher als an kaum einer anderen Rennstrecke kommt. Tobias Klima und Lutz Hesse's Rennwagen bekamen im Training einen "auf's linke Auge" und präsentierten sich am Renn-Montag im trendigen einäugigen Piratenlook. Einen besonderen Augenschmaus bot der frisch und komplett neu aufgebaute VW Minichberger Scirocco I 16V aus dem Hause Minichberger Motorsport, den das erfahre Duo Hansi Eller und Mario Minichberger diese Saison pilotieren werden. Das Training verlief komplett im trockenen und zeigte schon dort, wie stark das Rennen am Montag werden sollte - André Schrörs z.B. stach mit seinem Talbot Lotus Sunbeam aus der Menge heraus und setzte sich auf Rang 2 hinter Holger Hovemann.

 

Am Pfingstmontag regnete es leider, was die Zeitplanung des ein oder anderen, nach der letzten, kurzen Nacht auf dem Sommernachtsball, doch etwa durcheinander brachte. Viele Fahrer rüsteten von Slicks auf Intermeds oder Regenreifen um. Die Strecke trocknete aber schnell ab, so dass die späteren Starter bei fast komplett trockener Strecke den ersten Wertungslauf absolvieren konnten. Da Wolsfeld eine der wenigen Strecken ist, wo ein Tourenwagen den Gesamtsieg erringen kann, lies dies auf einen Schlagabtausch zwischen dem mehrfachen Gesamtsieger Bruno Ianiello und dem Osella PA20/S Piloten Uwe Lang, hoffen.  Den Gesamtsieg konnte Uwe Lang, nach einem packenden Duell mit dem spektakulär fahrenden Luxemburger Joe Schmitz auf seinem Radical Powertec SR8-LM für sich verbuchen. Burno Ianiello folgte mit seinem Lancia Delta S4 auf Rang 3. Ebenso konnte Uwe Lang die Gruppe E2-SC bis 3000ccm vor eben Joe Schmitz für sich entscheiden. Die kleineren CNs aus der Gruppe E2-SC bis 2000ccm gewann Georg Olbrich (Osella PA21/P) vor Bernd Letmade (Norma M20) und Dany Rollinger (Osella PA21 Junior). Das Starterfeld der Gruppe E2-SS wurde durch den, für den MSC Rhön startenden, Thomas Rössler dominiert. Er verwies mit seinem Dallara F305/07 seinen Kontrahenten Frank Debruyne (Dallara F300) und Roland Tromp (Martini Opel MK79) auf die Ränge 2 und 3.
Die Klasse der FS/E1/E2-SH Fahrzeuge über 2000ccm gewann der Schweizer Bruno Ianiello (Lancia Delta S4) deutlich vor seinem Markenkollegen Jürgen Gerspacher und Norbert Handa (Lancia Delta Integrale EVO 3). In der Klasse FS/E1/E2-SH siegte der Quierschieder Gino Kruhs (Renault Mégane Maxi 16V) vor Fabian Schmitz (VW Golf I GTI) und Bob Kellen (Ford Escort RS2000). Bei den 1600er FS/E1/ES-SH Startern siegte wieder einmal Egidio Pisano (VW Spiess Golf I 16V) sher deutlich vor Rui Gonsalves (Honda Civic VTEC) und Thomas Krüger auf seinem Werks Mugen Honda Civic.

Der KW Berg Cup Gruppe H war natürlich wieder in Klassen gut besetzt und konnte den Fans Motorsport in Reinkultur bieten. Die Gruppe H über 2000ccm gewann  Siegfried Hauff (Opel Kadett C Coupé 16V) vor Thorsten König (BMW 320iS) und Thomas Ostermann (Hartge BMW 325i). Nach dem kapitalen Motorschaden in Trier, vor knapp einer Woche, rechneten wohl wenige mit einem Start vom Gruppe H Dauersieger Holger Hovemann. Doch seinen Mannen von Risse Motorsport bauten ihm innerhalb von 3 Tagen einen neuen Motor auf. Holger sagte,  er wüsste gar nicht wie er den Jungs danken sollte. Er tat es auf seine Art und Weise, in dem er seinen gelb-grünen Opel Risse Kadett C Coupé 16V zum Sieg in der Gruppe H bis 2000ccm prügelte. Auf Rang 2 und 3 folgten Trier-Gewinner, Björn Wiebe (Renault Clio Williams BWR 16V) und dem in einer völlig anderen Welt fahrenden Norbert Wimmer auf seinem BMW 2002tii 8V. Was Norbert mit seinem 8V leistet und schlicht nicht Worte zu kleiden - RESPEKT! Bei den 1600ern spielte der Österreicher Hans Paulitsch die pure Power seines VW Minichberger Scirocco I 16V aus und verwies Frank Brügge (VW Brügge Golf I 20V) und Mario Fuchs (Daihatsu Charade 4x4) auf die Ränge 2 und 3. Schnellster 8V war hier wieder einmal der glänzend fahrende Stefan Faulhaber (Opel Risse Kadett C Coupé 8V).
Die Klasse der 1300er gewann Markus Spöri, die Allradvorteile seine Suzuki Swift 4WD auf der Strecke ausspielen konnte. Die Berg Cup Urgesteine Klaus Bernert (VW Polo II 16V) und Franz Weißdorn (VW Polo I 16V) . Bester 8V war hier Gaststarter Florian Schmitz (VW Polo II 8V). Trotz seinem kleinen Ausritt im Training konnte Tobias Klimsa seinen VW Schneider Polo I 8V auf dem 1. Platz ind er Klasse abstellen, auf den Plätzen 2 und 3 folgten Bernd Deutsch (Schneider Audi 50 8V) und Olaf Katrimski (Fiat Uno 8V).

 

Jochen Stoll gewann auf seinem Peugeot 306 S16 die Gruppe N bis 2000ccm vor Kai Neu (Ford Escort) und Herbert Schmitz (Opel Astra GSi 16V). Die Klasse bis 1400ccm wurde durch Jürgen Plumm (Daihatsu Charade 4x4) vor Dennis Reusrath (ebenfalls Daihatsu Charade 4x4) und Tim Voerhoeven (Citroen AX GTI) gewonnen. Bei den klassischen Fahrzeugen aus dem Classic Berg Cup/ Classic Berg Pokal bis und über 2000 ccm gewann wieder einmal René Frank mit seinem Schnitzer BMW E30 M3 DTM vor Richard Rein (Ford Capri 2600 RS) und Armin Westenhöfer (VW Scirocco II). Neuzugang Roger Moser fiel hier leider mit defekter Antriebswelle im 3. Lauf aus. In der kleineren 1600er Klasse siegte Jürgen Fechter (VW Golf GTI) vor Andreas Gmeinder (VW Passat Typ 32) und Ronny Hering (VW Scirocco GTI).

 

Hoch her ging es auch bei den Fahrern aus dem NSU Berg Pokal. Die Dame und Herren der luftgekühlten Heckmotorfraktion liesen es wieder richtig krachen. Bereits im Training wurden konstant schnelle Zeiten gefahren und sogar ein neuer NSU Streckenrekord durch Jörg Davidovic aufgestellt. Am Renn Tag hatte allerdings die Stunde für den Rekord Champion Steffen Hofmann geschlagen, er gewann die Klasse mit knapp 6 sek. Vorsprung auf den zweitplatzierten Jörg Davidovic und dem drittplatzierten Uwe Schindler. Auf einem tollen 4. Rang folgte die einzige Dame im Feld, Nicola Höllerich. Nici lies richtig die Kuh fliegen und konnte sich im ersten Wertungslauf noch auf Rang 3 platzieren. Sie setzte ihre Fahrt mit konstant schnellen Zeiten fort und freute sich riesig über ihre tolle Platzierung.

Der nächste Lauf findet Mitte Juli beim Homburger Bergrennen statt.

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