Anfang August in der Deutschen Bergmeisterschaft – die Hälfte der Saison ist fast rum und der Terminkalender ist eng. Rennen Nummer 5, das 42. Hauenstein Bergrennen 2011, vom MSC Rhön stand vor der Tür und lag aufgrund des Termins inmitten der Urlaubszeit einiger Fahrer. Dennoch fanden etwa 150 Starter den Weg ins kleine Örtchen Hausen, in der schönen Rhön. Das Wetter präsentierte sich von seiner schönen Seite und lies, trotz anders lautender Vorhersage der Wetterkaffeesatzleser, auf ein reibungsloses Rennen hoffe. Die schnellste und längste Strecke in der Deutschen Bergmeisterschaft, stellt höchste Herausforderungen an Mensch und Maschine. Dies mussten leider einige der Fahrer erfahren – so viele Motorschäden und technische Probleme haben wir bisher bei keinem anderen Rennen gesehen. Leider traf es auch den Lokalmatador Sebastian Schmitt mit seinem neu aufgebauten, bärenstarken Opel Gerent Kadett C Coupé 16V, sowie die Herren Holger Hovemann, André Schrörs, Martin Kleiner, Markus Spöri und Wolfgang Glas. Die weiteren Aussichten auf die Saison sind bei manch einem daher noch ungewiss. 
Einige Premieren gab es auch zu sehen – so präsentierte der mehrfache Deutsche Bergmeister Norbert Brennen seinen neu angeschafften Opel Vectra V8 DTM, Steffen Hofmann startete nicht auf seinem bekannten blau/weißen NSU TT sondern auf einem orangenen Modell, dessen Besitzer ungenannt bleiben möchte - und eben Basti Schmitt, der mit seinem Gerent Kadett vor heimischen Publikum debütieren wollte.

Das Wetter am Trainingstag hielt zum Glück und bescherte den Fahrern und Zuschauern feinsten Motorsport. Gerade in der stark umkämpften Gruppe H bis 2L Hubraum kam vieles anders als erwartet. Dauersieger und Top Favorit, Holger Hovemann kam nicht so richtig in Schwung und wurde auf Rang 4 durchgereicht. Fahrerisch war er wie immer top unterwegs, dafür klang das Risse Aggregat nicht so bissig wie sonst. Mario Minichberger konnte sich hier, das erste Mal auf dem neu aufgebauten VW Minichberger Scirocco I 16V sitzend, deutlich auf den ersten Rang setzen. Auf Rang 2 und 3 folgten hier Dieter Rottenberger (BMW 318i STW) und Ralf Kroll im bärenstarken VW Lehmann Golf I 16V.
Viele der Fahrer wurde am Sonntag Morgen wohl durch lautes Regengeprassel aus dem Schlaf gerissen und wussten, dass sie wohl oder übel auf Regenreifen umrüsten müssen. Hier wurden Erinnerungen an das letzte Jahr wach, wo sintflutartige Regenfälle das Endergebnis total durcheinander würfelten. Um 9.15 Uhr ging es also los, die 42. Ausgabe des Hauenstein Bergrennens wart gestartet.

Der Schweinfurter Osella BMW PA20/S Pilot, und 2-facher Deutscher Bergmeister, Uwe Lang zeigte wieder einmal mehr seine Klasse und sicherte sich den Gesamtsieg vor dem besten Tourenwagen Piloten, Reto Meisel auf seinem Mercedes 190E RM1 Judd V8 und Thomas Rössler auf Dallara Spiess F305. Uwe Lang gewann somit auch überlegen die Klasse E2/SC bis 3000ccm vor Urs Müller auf Osella Zytek PA30 und Rolf Köppel auf Norma BMW M14. In der kleineren Klasse E2/SC bis 2000ccm sicherter sich wieder einmal mehr Georg Olbrich (Osella Honda PA21) den Sieg vor dem schnellen Österreicher Arno Bereiter (PRC Honda CN) und Bernd Letmade (Norma Honda M20).
Wie eingangs schon erwähnt, gewann Reto Meisel neben seinem tollen 2. Gesamtrang, dem Tourenwagengesamtsieg, natürlich auch seine Klasse FS/E1-SH über 2000ccm. Ihm folgten mit Respektabstand, Klaus Hoffmann auf seinem Opel Astra Coupé V8 DTM und Norbert Handa mit seinem Lancia Delta Integrale EVO III. Norbert Brenner patzte in der Jopp Kurve und drehte sich im 2. Wertungslauf raus, somit war für ihn das Rennen gelaufen. Bei den kleineren FS/E1 bis 2000ccm stellte Bernd Frank seinem bildschönen BMW 320 STW auf P1 ab. Ihm folgten auf P2 Gino Gruhs (Renault Mégane Maxi 16V) und Stefan Grünig (VW Golf II 16V).
Im KW Berg Cup der Gruppe H über 2000 ccm gewann der Duderstädter Markus Wüstefeld auf seinem Mercedes AMG 190E 2.5 16V Klasse I deutlich vor Siegfried Hauff (Opel Kadett C Coupé 16V) und Maximilian Bachmann (BMW 325i). Zurück zur anfangs angesprochenen, hart umkämpften Gruppe H bis 2000 ccm. Nicht umsonst wird diese Klasse, die Königsklasse genannt, denn nirgendwo anders ist das Feld so voll und so stark umkämpft. Holger Hovemann viel gleich im ersten Lauf aufgrund einer defekten Zylinderkopfdichtung aus – andere Mitfavoriten des Top 5 Feld raffte es ja bereits einen Tag zuvor dahin. Somit trumpfte Mario Minichberger wieder enorm stark auf und fuhr entfesselt auf P1 in der Klasse. Im folgten Dieter Rottenberger (BMW 31i STW) und ein toll fahrender Peter Naumann (VW Polo II G40 Supercharger), der im ersten Lauf noch auf P1 lag. Schnellster 8V Pilot war hier Christian Auer auf dem Wimmer BMW 2002tii 8V. Besonders ist hier Patrick Orth zu erwähnen, der mit seinem selbst aufgebauten BMW 320iS 16V, eines der wohl größten Talente am Berg ist. Im Regen ist der Mann einfach saustark – im ersten Lauf lag er auf P6 von 25 Startern in der Klasse! 

Der Sieg in der wieder erstarkten 1600er Klasse ging an einen weiteren VW Minichberger Scirocco I 16V, den Hans Paulitsch mit 5 sek. Abstand vor dem zweitplatzierten Helmut Maier (VW Spiess Golf I 16V) auf P1 prügelte. Auf Rang 3 folgte hier der sympathische Belgier, Werner Heindrichs mit seinem Opel Corsa A 16V. Auch die Klasse der kleinen 1300er Schreihälse sollte einen neuen Saisonsieger bekommen. Der fehlerfrei fahrende Jürgen Gehrig sicherte sich eben mit seinem VW Polo I 16V seinen ersten Saisonsieg vor Hugo Moser (VW Polo I 16V) und Manfred Konrad (VW Corrado 16V). Der schnellste 8 Ventiler war hier Helmut Götzl auf seinem VW Polo II 8V. Franz Koob kommt seinem selbst aufgebauten Fiat X1/9 Dallara 16V immer besser zurecht und freute sich über seine gute Platzierung im Mittelfeld der Klasse. „Trotzdem fehlt uns immer noch einiges an Leistung“, sagte uns Franz nach dem Rennen. „Aber wir sind auf einem guten Weg, das Auto ist ja noch am Anfang seiner Entwicklung.“
Fast voll besetzt war die Klasse der kleinsten – in der 1150er Klasse konnte Motorenpabst und Rennfahrer Jürgen Schneider den ersten Sieg für den VW Schneider Polo II 16V verbuchen. Auf den Rängen 2 und 3 folgten Berd Deutsch (Audi 50 8V) und Tobias Stegmann (Audi 50 8V), der bereits seinen 2. Podestplatz in dieser Saison einfahren konnte.
Kommen wir zu den Seriennahen Fahrzeugen aus den Gruppen G und N. Die Gruppe N gewann Jochen Stoll (Peugeot 306 S16) vor Herbert Schmitz (Opel Astra GSi) und Kai Neu (Ford Escort). In der Gruppe G sicherte sich Michael Frank (VW Polo) den Sieg vor Alexander Reder (BMW 318iS) und Axel Pohlmann (Alfa Romeo 75).

Die klassischen Fahrzeuge auf dem Classic Berg Cup (mit NSU Berg Pokal) und dem Classic Berg Pokal waren natürlich auch am Hauenstein Bergrennen am Start. Die Klassensieger hießen hier, bei nur je einem Auto pro Klasse, Stephan Collisi (Benke Condor), Roger Moser (BMW E21 Gruppe 2) und René Frank (BMW E30 M3 DTM). In der Klasse bis 1300 und 1600 ccm gewann Andreas Gmeider (VW Passat Typ 32) vor Jürgen Fechter (VW Golf I) und Ronny Hering (VW Sciorcco I). Eine Überraschung gab es auch im NSU Berg Pokal. Steffen Hofmann, war nicht wie sonst üblich in seinem bekannten NSU am start, sondern mit einem orangen Renner. Nach Rennwertung gewann Steffen Hofmann die Klasse vor Uwe Schindler und Michael Vogel. Auf einem tollen 4. Rang und sein bestes Ergebnis bisher, fuhr unser „Raketen Bär“, Bernhart Neuner ein. Er ist ein echter Regenprofi, wie sich im ersten Lauf zeigte. Denn da lag der „Bär“ noch auf dem 3. Rang hinter Uwe Schindler!
Bereits am nächsten Wochenende geht es zu unserem Heimrennen, dem 44. Osnabrücker ADAC Bergrennen 2011, in die Borgloher Schweiz. Dort wird wieder Top Motorsport geboten – wie immer eines der Saisonhighlights.

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