Am kommenden Wochenende (5. und 6. Mai) ist es nun wieder soweit. Mit dem Eschdorfer Bergrennen steigt der absolute Saisonhöhepunkt im Luxemburger Motorsportkalender. Glänzte ihr „European Hill Race“ bereits in der Vergangenheit mit Rekordteilnehmerfeldern, so konnte die veranstaltende „Union des Pilotes“ zur nunmehr 24. Ausgabe noch einmal eins drauflegen, sodass das Teilnehmerfeld erneut sowohl qualitativ als auch quantitativ mit insgesamt 241 eingeschriebenen Fahrzeugen alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt. Wie gewohnt geht es in Eschdorf sowohl um Punkte zur Luxemburger, als auch deutschen und belgischen Bergmeisterschaft, zum bei den Zuschauern überaus beliebten „KW-Gruppe H-Bergcup“ sowie, nach mehrjähriger Unterbrechung, auch wieder zum deutschen „AvD-Sportwagenbergcup“. Daneben werden erneut zahlreiche Gastfahrer aus Frankreich, England und dieses Jahr besonders stark vertreten vor allem auch der Schweiz an den Start gehen. 

Gleich fünf Fahrer auf recht unterschiedlichen Fahrzeugen dürften am Sonntag den Gesamtsieg untereinander ausmachen. Da wären einerseits die beiden Osella-Zytek Fa30 des Schweizer Bergmeisters 2010 und 2011 Marcel Steiner und des Luxemburger Titelverteidigers Guy Demuth, andererseits der neue Dallara GP2 von David Hauser, der nun erstmals in Luxemburg zu sehen sein wird, sowie die beiden Lola-Cosworth B99/50 F3000 des Franzosen Alban Thomas, Vierter der französischen Bergmeisterschaft 2011, und Eric Berguerand, der bereits 2007 in Eschdorf Gesamtdritter gewesen war. Während Marcel Steiner liebend gern in die Fussstapfen seines Vaters Heinz treten würde, der 1995 und 96 auf einem Martini Formel 2 in Eschdorf den Tagessieger stellte, zeigte sein Markenkollege Guy Demuth mit dem Sieg beim Auftaktrennen der Luxemburger Bergmeisterschaft in Lorentzweiler und seinem guten dritten Platz beim Rennen zur französischen Bergmeisterschaft am vergangenen Sonntag in Abreschviller, dass er sich nach Christian Hauser (1991, 97 und 2002) und „Conny“ (1994 und 98) nun endlich auch in Eschdorf als dritter einheimischer Fahrer ins Siegerpalmarès eintragen möchte. 

Mit ihren von der ehemaligen Formel 1-Rennschmiede speziell für Bergrennen entwickelten Osella Fa30-Einsitzern verfügen Steiner und Demuth vom Fahrzeug her über die derzeitigen „Überflieger“ im Bergrennsport, während ihre Rivalen auf die traditionellere Formelwagenbauweise mit frei stehenden, unverkleideten Rädern vertrauen. Alban Thomas war im Lola-Cosworth F3000 am Sonntag in Abreschviller nur ganze 6 Hundertstelsekunden (!) langsamer als der dort Drittplatzierte Guy Demuth, derweil David Hauser am Col St Pierre in der EM-Wertung seinerseits als Dritter nur 6 Hundertstel hinter Alban Thomas zurücklag. Nachdem im Vorjahr in Eschdorf die vier Erstplatzierten nur durch 27 Hundertstel getrennt waren, verspricht dies demnach auch dieses Jahr wieder Spannung pur, zumal auch der Schweizer Eric Berguerand hoch motiviert mit seinem in Eigenregie aerodynamisch verbesserten Lola ex-F3000 nach Eschdorf anreist, nachdem er hier bereits 2007 vor seinem schweren Unfall beim EM-Rennen Les Rangiers den dritten Gesamtrang hinter Lionel Regal und Fabien Frantz belegt hatte. Im insgesamt 9 Fahrzeuge starken F3000-Feld stechen desweiteren die Franzosen Joël Roussel und Daniel Allais, sowie der Brite Colin Le Maitre hervor, während man ebenfalls gespannt sein darf, wie weit sich Tommy Rollinger hier nach vorne schieben kann. Besonderes Augenmerk gilt darüber hinaus dem Schweizer Tourenwagen-Bergmeister 2010 Toni Büeler, der einen ehemaligen Martini Mk69 Formel 2 mit einem Dreiliter-BMW-M3-Motor fährt, ein in Europa einzigartiges Fahrzeug.

Besonders stark ist wie in Eschdorf gewohnt erneut das Feld der zweisitzigen, offenen Sportwagen, wo insgesamt 30 Fahrer genannt haben. Darunter befinden sich gleich 14 Dreiliter-Fahrzeuge, von denen gleich drei mit F3000-Motoren und 10 mit BMW M3-Antrieb ausgerüstet sind. Nachdem er es am Sonntag in Abreschviller als Gesamtsechster bei seinem schnellsten Rennlauf in den Windschatten der F3000 schaffte, darf man den Deutsch-Slowenen Patrik Zajelsnik im Norma-Mugen-Honda wohl als Favoriten ansehen, der durchaus auch im Kampf um die Top 5 der Gesamtwertung ein Wörtchen mitreden könnte. Seine wichtigsten Gegner im imposanten Sportwagenfeld werden auf jeden Fall die beiden belgischen Bergmeister Jelle De Coninck (2011) und Jacques Marchal (2010) auf ihren beiden Norma-BMW sein, wobei Marchal seit 2004 in Eschdorf immer noch den Sportwagenrekord (52,08) hält. Doch auch ihre beiden Landsleute und Markenkollegen Emmanuel Gonay und Georges Hubert, sowie vor allem der Franzose Yannick Latreille, derzeit Dritter der französischen Bergmeisterschaft 2012, sind nicht zu unterschätzen. Auch der Schweizer Urs Müller im Osella-Zytek Pa30, dem jedoch mit zwei Sitzen ausgestatteten Schwesterauto der Fa30 von Steiner und Demuth, zählt zum engen Favoritenkreis auf den Sportwagensieg, während der in Österreich lizenzierte Luxemburger Nic Brebsom erstmals seinen neuen Norma mit Karbonfiber-Monocoque und Zytek-F3000-Motor einsetzt.

Nachdem er in der Vergangenheit bereits mehrfach in seinem bisherigen Opel Astra DTM dabei war, wird der achtfache deutsche Bergmeister Norbert Brenner (1995, 96, 97, 98, 2003, 04, 05, 08) nun erstmals seinen neuen Opel Vectra V8 DTM dem Eschdorfer Publikum präsentieren. Derart gerüstet dürfte er als Hauptanwärter auf den Tourenwagensieg gelten, doch so manche Herausforderer lauern auf die geringste Schwäche des Odenwälders. So etwa der französische Tourenwagen-Bergmeister 2010 Nicolas Werver, der im Porsche 997 GT3 erstmals in Eschdorf an den Start geht und derzeit nach drei Meisterschaftsläufen in seiner Heimat mit klarem Vorsprung die Tabelle anführt. Doch auch Norbert Handa, deutscher Bergmeister 2010 und 2002, im Lancia Delta Integrale (rund 650 PS) und der Österreicher Herbert Stolz, deutscher Bergmeister 2006, im bis zu 800 PS starken Porsche 935 Bi-Turbo, der seit 2004 in Eschdorf den Tourenwagenrekord (54,400 sec.) hält, zählen zum engen Favoritenkreis. Ganz besonders gespannt darf man jedoch auf den Schweizer Tourenwagenbergmeister 2011 Hans Schori sein, dessen auch als „Bergmonster“ bekannter, mit Turbo- und Kompressoraufladung ausgerüsteter Mitsubishi Lancer RS je nach Ladedruck zwischen 750 und 800 PS leistet. Sein Landsmann und Mitsubishi-Markenkollege René Laubscher verfügt seinerseits über etwa 730 Turbo-PS. Vorerst noch unter Vorbehalt ist zudem die erstmalige Eschdorf-Teilnahme des Franken Klaus Hoffmann, der derzeit auf die für Mitte der Woche in Aussicht gestellte Lieferung eines Teils für seinen Opel Astra V8 DTM wartet. Schnell und wunderschön präsentiert sich darüber hinaus der BMW M3 3,2 Liter im Silhouetten-Look von Lutz Pfeil, während erstmals seit über 30 Jahren mit dem F355 GT des Schweizers René Ruch auch ein Ferrari bei einem Luxemburger Bergrennen an den Start geht. Im Feld der insgesamt vier Porsche GT3 sind mit Romain Theissen, der in der Luxemburger Bergmeisterschaft in Lorentzweiler mit einer Laufgesamtbestzeit und der drittschnellsten Gesamtbestzeit im dritten Rennlauf in Abreschviller bereits zwei Mal optimal punktete, und Alain Pier gleich zwei einheimische Fahrer am Start. Auch Christian Franck im Seat Leon Supercopa möchte sich im Tourenwagenfeld möglichst weit nach vorne schieben, während aus der Schweiz mit dem ex-Armin Hahne-BMW M3 DTM in den Original-Jägermeister-Farben von Albert Dobler und dem Alfa Romeo 155 STW von Patrick Golliard zwei Fahrzeuge mit interessanter Rennsporthistorie anreisen.

Nicht zu vergessen natürlich das mit 58 Fahrzeugen erneut imposante Gruppe H-Feld des deutschen „KW-Bergcup“ mit seinen spektakulär aufgemotzten VW Polo, Golf, Scirocco und Corrado, BMW 2002, 320 und M3, Renault Clio und Mégane, Ford Escort, Opel Kadett, Corsa und Ascona, Fiat 127, 128 und X1/9 usw., wo Fahrer wie Holger Hovemann, Sebastian Schmitt, Dirk Preisser oder Walter Terler  (alle Opel Kadett), Peter Naumann (Polo Kompressor), Hansi Eller (Scirocco) oder Dieter Rottenberger (BMW 318 STW) den Ton angeben. Und auch die NSU-Fans kommen mit gleich 14 Exemplaren voll auf ihre Kosten.

Weitere Infos und die Starterliste: www.union-des-pilotes.net

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