Auf geht’s zur zweiten Runde der Deutschen Bergmeisterschaft. Traditionell ist das Wolsfelder AvD Bergrennen vom EMSC Bitburg an Pfingsten der Austragungsort für hochkarätigen Automobilrennsport. Dieses Jahr feiert das älteste noch ausgetragene Bergrennen mit DMSB Prädikat seine 50. Ausgabe des Eifel-Klassikers. Die sehr selektive Strecke mit vielen Spitzkehren ist nur 1,64 km lang, verlangt dem Fahrer aber dafür alles ab. Die Wettervorhersage war ausgesprochen gut und lockte über 150 Starter mit ihren Fahrzeugen in den kleinen Ort Wolsfeld, unweit von Bitburg und der luxemburgischen Grenze. Für Spannung ist hier immer gesorgt, da aufgrund der Streckencharakteristik hier auch ein Tourenwagen um den Gesamtsieg mitreden kann. Die Favoriten in diesem Jahr standen auf jeden Fall schon vor dem Rennen fest – schafft es der mehrfache Sieger Bruno Ianniello mit seinem Lancia Delta S4 sich gegen den Luxemburger Guy Demuth in seiner hochmodernen Osella Rakete vom Typ FA30 durchzusetzen? Ebenso spannend wurde die Gruppe H bis 2000ccm Hubraum betrachtet – hier rollte Sebastian Schmitt mit seinem neu aufgebauten Opel Gerent Kadett CQP Evo II an den Start. Gepaart mit von je 15 cm mehr Karosseriebreite  und einem scharf nachgewürztem Motor aus dem Hause Gerent Rennsporttechnik in Lage, sollte der Kadett in Wolsfeld beim seinem ersten Rennen, den Rollout haben. Die Risse Mannschaft um Holger Hovemann baute nach dessen unsanftem Einschlag in Eschdorf den roten Risse Kadett in Windeseile wieder auf, so dass einem Start in Wolsfeld auch hier nichts im Weg stehen sollte.  Am Samstagabend lud der EMSC Bitburg seine 50. Ausgabe des Rennens mit einem Festakt ein, durch den Streckensprecher Urgestein Hannes Martin gekonnt führte.  Neben vielen Rückblicken auf 50. Jahre Bergrenngeschichte wurden viele Benzingespräche geführt und die oder andere Anekdote von damals erzählt.

Bereits am Sonntag im Training wurde mächtig an gegast und bot so den Zuschauern und Fans einen ersten Vorgeschmack auf den Renn Montag. Hier lag „Raketen Bruno“ Ianniello noch mit seinem Lancia Delta S4 mit einer knappen halben Sekunde in Führung, dicht gefolgt von Guy Demuth in seinem Osella Zytek FA30. Tommy Rollinger komplettierte das Trainings Stockerl mit seiner Lola B02/50 auf Rang 3. Pech hatte Horst Wiebe im Training gleich 2 mal – erst fuhr er Ausgangs der Bit Kurve in Graben und hatte später im Training noch einen kapitalen Motorschaden zu beklagen. Eifrig schraubte die ganze Familie Wiebe in einer Nachtschicht am havarierten Mégane, ohne ihn aber wieder  für den Renn Montag fit zu bekommen.  Andrä Schrörs riss im Training der Gaszug, der wieder repariert werden konnte. Andrea Schönborn scherte am Familien Golf I GTI 16V die Antriebswelle ab, die aber auch wieder ersetzt werden konnte. Basti Schmitt gewöhnte sich langsam an die properen Ausmaße seines CQPs und verglich die Fahrt ein wenig mit Truck Grand Prix auf einer Kartbahn – ansonsten war er guter Dinge, was denn Renntag angehen sollte.

Den Gesamtsieg holte sich dann doch recht deutlich der Luxemburger Osella Zytek FA30 Pilot Guy Demuth mit knapp 3 Sekunden Vorsprung auf Bruno Ianniello im Lancia Delta S4 16V. Ihm folgte Tommy Rollinger auf Lola B02/50 F3000. Rang 4 belegte ein sehr stark fahrender Frank Debruyne mit seinem Dallara F300 Formel 3 Fahrzeug. Auf P5 konnte Herbert Stolz seinem Porsche 935 DPII als zweitschnellster Tourenwagen abstellen.

Bereits auf P6 im Gesamtklassement und 3. Der Gesamttourenwagen folgte Basti Schmitt mit seinem Opel Gerent Kadett CQP Evo II.  Die Gruppe E2-SS bis 2000ccm + Formel 3 gewann Frank Debruyne mit seinem Dallara F300 vor dem mehrfachen luxemburgischen Altmeister Leon Linden (Dallara  F304) und Robert Meiers im Toyota Formel 3. Guy Demuth, Tommy Rollinger, Dino Gebhard und Uwe Kaufel (nach dem Ausfall von Gerhard Siebert) waren allesamt Einzelstarter in ihren Klassen und gewannen diese somit. Bei den Gruppe E2-SC bis 2000ccm konnte Georg Olbrich auf seinem Osella PA21P vor Bernd Letmade auf seiner Norma Honda M20. Gerhard Siebert schied mit seinem Osella PA18 aus.  

In der großen Klasse der Gruppe FS/E1 Berg und FIA/E2-SH setzte sich Bruno Ianniello mit seinem Lancia Delta S4 16V deutlich auf Platz 1. Das Stockerl komplettierte  Herbert Stolz mit seinem Porsche 935 DPII vor Klaus Hoffmann auf Opel Astra Coupé V8 DTM. Bei den 2L FS/E1 und FIA/E2-SH trumpfte Andrea Schönborn im VW Golf I GTI 16V auf und zeiget ihre Klasse. Ihr folgten mit etwas Respektabstand  Ford Escort RS2000 Quertreiber Bob Kellen und Ralf Kleinsorg im BMW 316i. Bei den 1600ern stellte der Eidgenosse  Martin Bächler auf VW Lupo Junior Cup ganz knapp  vor Fabian Schmitz (VW Golf I GTI) ab. Auf P3 folgte Franz Hasenstab mit seinem Peugeot 206. Bei den kleineren 1300ern der FS/E1 und FIA/E2-SH gewann Sylvain Labat (Simca 1000 Rallye 2) vor Canio Marchione (Fiat 127) und Thomas Bodtländer (Peugeot 205 Rallye).

Wechseln wir nun in den KW Berg Cup der Gruppe H, welcher in Wolsfeld wieder sehr zahlreich vertreten ist. Auch die Klasse über 2000 ccm war dieses Mal sehr gut besetzt. Der Österreicher Bernhard Permetinger trieb seinen BMW E30 M3 als schnellster in der Klasse den Wolsfelder Berg hinauf. Auf P2 folgte Harald Ludwig im BMW E36 M3 vor einem gut aufgelegten Thomas Ostermann (Hartge BMW E30 325i) auf P3. In der Königsklasse bis 2000ccm Hubraum ging es spannend zu wie nie zuvor. Basti Schmitt feuerte sein Gerent CQP Evo 2, mit einer knappen halben Sekunde Vorsprung auf den zweitplatzierten Roman Sonderbauer (Opel Risse Kadett C Coupé 16V), auf P1 und fuhr im letzten Lauf sogar noch einen neuen 2L Streckenrekord für Wolsfeld. Damit hatte sicherlich keiner gerechnet, dass Basti mit dem Breitbau C Coupé so schnell und so gut auf der doch sehr verwinkelten Strecke zurechtkommt.  Ebenfalls sehr gut unterwegs war Björn Wiebe, der die Talsohle vom letzten Jahr endgültig überwunden hat und zu einer tollen Form zurückgekehrt ist. Belohnt wurde er mit Rang 3 in der Gruppe H bis 2000 ccm Hubraum. Holger Hovemann saßen seine beiden unfreiwilligen Ausflüge vom Glasbach und Eschdorf doch noch irgendwie im Kopf – trotz alledem konnte er sich knapp auf Rang 4 positionieren. Lokalmatador Patrick Orth zeigte wieder einmal mehr, welches Potential in ihm steckt – er zirkelte seinen selbst aufgebauten BMW E30 320iS mehr als nur gekonnt und spektakulär durch die Kurvengeschlängel auf Platz 5 von 29 Startern. Ganz große Klasse, wie wir finden. Bester 8V Pilot und zugleich 6. in der 2L Klasse wurde Markenkollege Norbert Wimmer auf seinem wunderschönen BWM 2002tii 8V. Peter Naumann war mit seinem aufgeladenem VW Polo II G40 Supercharger bis zum 3. Lauf noch vorn mit dabei, wurde aber durch eine herausgesprungene Sicherung der Benzinpumpe gestoppt und verlor so knapp 6 Sekunden. Hans-Peter „Hansi“ Eller hatte leider direkt im ersten Lauf Feindkontakt und schied mit dem VW Minichberger Scirocco I 16V aus. 8V Siegaspirant Stefan Faulhaber hatte Getriebeprobleme am Briegel Kadett C Coupé 8V zu beklagen und musste ebenfalls vorzeitig das Rennen beenden.

Die 1600er Klasse bot auch für jeden einiges an Überraschungen. Tobias Auchter war bereits im Training super flott unterwegs, verlor aber im ersten Lauf den Fahrbahnkontakt und überschlug sich mit seinem Opel Corsa GSi 16V. Für ihn war das Rennen und evtl. auch die ganze Saison 2012 gelaufen – sehr schade. Nun war die Zeit für Thorsten Brunner auf seinem Nemeth Golf 16V gekommen. Er sicherte sich seinen ersten Klassensieg in der Gruppe H bis 1600 ccm. Eine richtig tolle Leistung zeigte unser 100octane.de Chef Videograf und Rallyepilot Sven Koob. Er wollte eigentlich nur, Just for Fun hier in Wolsfeld mit seinem Citroen Saxo an den Start gehen. Aber wer Sven kennt, weiß das der Mann fahren kann – und wie – er holte doch recht unerwartet den 2. Platz in der Klasse vor Berg Cup Neuzugang Ralf Gazelkowski im Ford Puma. Die jungen wilden sind eben nicht zu stoppen.  Werner Heindrichs kämpfte noch mit stumpfer Waffe, da sein neu aufgebauter Opel Veytal Corsa 16V noch nicht wieder einsatzbereit ist – am Iberg soll es aber dann soweit sein. Drücken wie ihm die Daumen, dass alles bis dahin fertig wird. Starter gibt es in der 1300er Klasse immer gewohnt viele – entsprechend spannend gestaltete sich also auch hier der Rennverlauf. Bei André Stelberg ist auch endlich der Knoten geplatzt und konnte zeigen, dass mit ihm auf jeden Fall zu rechnen ist. Er gewann die Klasse mit seinem VW Schneider Polo I 16V vor Klaus Bernert (VW Polo II 16V) und Berg Cup Urgestein Franz Weißdorn (VW Polo Honda 16V). Bester 8V Pilot wurde hier  Christoph Bauer auf VW Polo II 8V. Der Defektteufel schlug hier bei Markus Spöri zu und legte den Suzuki Swift GTi 4WD 16V lahm.

Bei den kleinsten und drehfreudigsten, der Klasse bis 1150 ccm sicherte sich Motorenpapst Jürgen Schneider auf VW Schneider Polo II 16V den zweiten Saisonsieg nach Eschdorf. Auf den Rängen 2 und 3 folgten Bernd Deutsch Schneider Audi 50 8V und Peter Richter VW Capricorn Polo I 8V. Tobias Stegmann hatte den ganzen Tag mit Elektronikproblemen an seinem Schneider Audi 50 8V zu kämpfen und kam deshalb nicht richtig in den Tritt. Auch die klassischen Fahrzeuge waren gut vertreten. René Frank konnte mit seinem Schnitzer BMW E30 M3 DTM den ersten Saisonsieg einfahren. Ford Capri 2600 RS Treter Richard Rein stellte das Auto nach dem 4. Lauf auf P2 ab. Ronny Hering hatte Mühe nach seinem Ausritt in Eschdorf einen neuen Blinker für den Scirocco I GTI zu bekommen. Letzten Endes kaufte er neben dem Blinker noch eine Ersatzkarosse mit dazu – nur so für alle Fälle. Ein 3. Platz war hier der Lohn für seine Mühe. Hannes Feldmann war Einzelstarter in seiner Gruppe, ebenso wie Francis Kienert.

Ebenfalls wieder vorzüglich besetzt waren die Freunde der Heckmotorfraktion aus dem NSU Bergpokal. Mit vielen Spitzenzeiten hauten sich die Top 5 die Platzierungen munter hin und her. Jörg Davidovic lies hier aber trotzdem nichts anbrennen und stellte den TT auf P1 ab. Ihm folgte Uwe Schindler im NSU TT KWR auf P2 und Steffen Hofmann, der noch etwas Kummer mit der Elektronik an seinem TT hat, auf P3. Eine tolle Leistung zeigte auch wieder Nicola „Nici“ Höllerich im NSU TT Reich. Zwischenzeitlich sogar auf P3 liegend beendete sie das Rennen auf P4 vor Jörg Höber. Dieser stellte seinen Fahrstil auf einen deutlich harmonischeren um als im letzten Jahr und darf nun die Früchte ernten. Gerne Weiter so.

In der Gruppe N/F bis 2000 ccm gewann Jochen Stoll mit seinem sonor klingenden Peugeot 306 S16 vor Hebert Schmitz (Opel Astra GSi 16V) und Jürgen Fechter (VW Scirocco). Bei den Fahrzeugen bis 1400 ccm gewann Jürgen Plumm (Daihatsu Charade 4x4) vor Tom Verhoeven (Citroen AX GTI) und Dennis Reusrath (Daihatsu Charade 4x4). In knapp 5 Wochen geht beim Ibergrennen in Heilbad-Heiligenstadt weiter. Bis dahin – Alles Gute.

Weitere Klassensieger:

Johny Blom – Citroen DS3 R3 – Gruppe A über 2000 ccm
Joelle Wiltgen – Honda Civic Type R – Gruppe A bis 2000 ccm
Marco Wielsch – Audi A3 – Gruppe G (LG2)
Arno Billen – BMW 318iS – Gruppe G (LG3)
Romain Theissen – Porsche 997 Cup – Gruppe GT über 3500 ccm
Sepp Koller – Alfa 147 JTD Cup – Gruppe H Diesel bis 2000 ccm

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News - Bergrennen

Der KW Berg-Cup in Mickhausen: Gelungenes Finale in den Stauden

Die Auflage 2017 – von der alle Freunde des Bergrennsports inständig hoffen, dass sie nicht zur „Final Edition“ wird – war sicher eine der besten der letzten Jahre. Auch Petrus spielte diesmal zumindest einigermaßen mit. Am Trainingssamstag verwöhnte er sogar mit sehr annehmbarem Herbstwetter, ließ es danach allerdings nachtsüber regnen. Das hörte zwar am Sonntagvormittag auf, aber in den Waldpassagen blieb die 2,2-Kilometer-Strecke tückisch feucht, stellte dadurch höchste Anforderungen an die Pilotinnen und Piloten des „Int. 37. ADAC Bergrennen Mickhausen“. 174 davon nahmen die drei Übungsdurchgänge programmgemäß um Punkt 09:30 Uhr in Angriff. Kurz vor halbsieben tauchten die letzten Autos abends wieder ins Fahrerlager ein. Am Sonntag wurde eine Stunde früher aufgerufen und begonnen. Viele rechneten mit einer stark von Unterbrechungen geprägten ersten Auffahrt. Ganz gemäß der Faustformel: „Wird nur auf trockener Piste trainiert und das Rennen startet nass, so sind häufige Ausrutscher vorprogrammiert.“ Dies traf in Mickhausen zum Glück nicht zu. Hier hat wahrscheinlich der Wertungsmodus geholfen. Der vorsah, nur die zwei besten von drei Heats zum Schlussresultat zu addieren. Da für den weiteren Verlauf des Sonntags Wetterbesserung in Aussicht gestellt war, hielt sich die Angriffslust im ersten Run in Grenzen. Erst ab dem Zweiten wurde die vornehme Zurückhaltung abgelegt, was vermehrte Vorfälle nach sich zog. Die aber allesamt glücklicherweise glimpflich verliefen. Bevor wir uns jetzt gleich das Geschehen im Einzelnen betrachten muss unbedingt noch erwähnt werden, dass Mickhausen 2017 wirklich ein würdiger Abschluss der 30. KW Berg-Cup Saison war. Mit einem tollen internationalen Fahrerfeld, das einerseits durch das Top-Prädikat „Int. FIA Hill Climb Cup“ angelockt worden war, andererseits durch den guten Ruf der Veranstaltung des ASC Bobingen. Die für die herzliche Aufnahme des Berg-Trosses im Fahrerlagerort Münster seit jeher bekannt und nicht zuletzt deshalb bei vielen Aktiven echt beliebt ist. Sehr emotional gestaltet sich immer wieder die letzte Talfahrt nach Rennende über die Strecke durch das Spalier der super mitgehenden Fans. Von denen viele auch noch der stimmungsvollen Siegerehrung im Vorstartbereich beiwohnen, die dieses Jahr gegen 19 Uhr beendet war. Der Verlauf eines Rennens mit dem Modus „Zwei aus Drei“ ist schwierig zu schildern. Weil es keine Durchgängigkeit, dafür aber viele Veränderungen gibt. Wie das in den Klassen mit Beteiligung von KW Berg-Cup Aktiven nun genau ausgesehen hat, das wollen wir uns im Folgenden betrachten.

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Der KW Berg-Cup in St. Agatha/A: Flottes Rennen vor vollem Haus

 Die in der Überschrift getroffene Aussage „flottes Rennen“ gilt übrigens nicht nur für die gefahrenen Top-Zeiten, sondern auch für die Abwicklung. Das Team des MSC Rottenegg liefert zum 30. Rennjubiläum eine perfekte Arbeit ab. Ein Traum sind die Probeheats. Sie beginnen am Samstag erst um 12 Uhr, dies aber minutengenau. 182 Fahrzeuge werden dazu aufgerufen, die beiden Auffahrten auf der flüssigen, ultraschnellen 3,2-Kilometer-Strecke von Esthofen hinauf nach St. Agatha sind schon gegen 16:30 Uhr beendet. Traditionell wird in Oberrösterreich der Sonntag mit einem dritten Trainings-Run begonnen. Dieser startet um 8:30 Uhr. Nach einer Stunde und vierzig Minuten sind alle oben. Mein Block, auf dem ich routinemäßig die wichtigsten Vorfälle festhalte, ist so gut wie leer. Nur ein paar Notizen über das Wetter habe ich hin gekritzelt. Trocken steht da, morgens kühl. Am Samstag wärmt die Sonne das Asphaltband etwas auf, am Renntag hält sie sich oft hinter Wolken versteckt. In Anbetracht der hohen Zahl an Teilnehmern wird der Rennbeginn flugs auf 12 Uhr vorgezogen. Ein weiser Beschluss, denn im ersten Race-Heat wird nun merklich hitziger agiert. Was ein Teil der Betonwandelemente und Leitplanken zu spüren bekommt. Aber es bleibt bei glimpflich verlaufenden Einzelfällen, die Blessuren an den Sicherheitseinrichtungen werden schnell behoben. In der zweiten und letzten Bergfahrt haben sich die Gemüter schon wieder beruhigt, gegen 17:15 Uhr schließt die Startnummer 1, Christian Merli im Osella FA30, mit dem neuen Streckenrekord von 1:02,129 das EXCAPE Autobergrennen Esthofen – St. Agatha spektakulär und würdig zugleich ab.

Wie immer ist die Rückführung ein letztes Highlight, denn Fans und Rennautos teilen sich dabei diszipliniert die Straße. Und begeisterte Zuschauer hatte es auch in 2017 an beiden Tagen reichlich. Ganz genauso wie aktive KW Berg-Cup’ler. 48 davon haben sich an der Reise nach St. Agatha beteiligt. Das ist mehr als ein Viertel des imposanten Gesamtfeldes. Wie es den Einzelnen in unserem rot-weiß-roten Nachbarland ergangen ist, das wollen wir uns nun gemeinsam Klasse für Klasse ansehen.

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Der KW Berg-Cup in Unterfranken: Runde 50. Auflage des Klassikers

Zum runden Geburtstag ein rundum gelungenes Rennen, besser hätte es für den GAMSC Würzburg am letzten Wochenende gar nicht laufen können. Eine nasse Fahrbahn gab es nur am Trainingssamstag bis gegen Mittag, der Sonntag bot dann echt annehmbares Wetter. Zwar etwas kühl, in der Tendenz aber eher freundlich. An beiden Tagen schaffte die Mannschaft rund um Peter Thumbeck einen pünktlichen Beginn, legte damit den Grundstein dazu, dass alle drei pro Tag geplanten Läufe auf der 3,05-Kilometer-Strecke durchgezogen werden konnten. Trotz der insgesamt 181 teilnehmenden Autos, von denen 47 in der angegliederten Gleichmäßigkeitsprüfung starteten, lag der Schluss des Fahrbetriebes jeweils kurz vor 17:30 Uhr. Die Feiern zum „Fünfzigsten“ beschränkten sich auf den Samstagabend. Im Festzelt, das sehr gut besucht war, erlebten die Gäste ein buntes Programm, zu dem die Eichenbühler Vereine verschiedene attraktive Einlagen beisteuerten. Besonders interessant war für alle Freunde des Bergrennsports sicher der Beitrag der Feuerwehr, an dem Nils Abb federführend mitgearbeitet hatte. In einer gut inszenierten Multimediashow ließ dieser 50 Jahre Bergrennen Unterfranken Revue passieren, wobei die gezeigten Bilder bei vielen Besuchern Erinnerungen auffrischten und Emotionen auslösten. Und damit zurück aus dem Festzelt an die Rennstrecke. Wie immer steigen wir mit dem NSU-Bergpokal, für den Unterfranken der vorletzte Lauf des Jahres war, in die Berichterstattung ein. Elf der luftgekühlten Heckmotorfahrzeuge nahmen daran teil. Der Übungssamstag bot wenig Überraschendes. Jörg Davidovic ließ sich die beste Zeit gutschreiben. Karsten Steinert folgte als Zweiter, dahinter bezog Gaststarter Andreas Reich Position drei. Ihm folgten, eng zusammenliegend, Thomas Krystofiak (TP4) und Uwe Schindler als Fünfter. Der Renntag zeichnete dann ab Platz zwei ein etwas anderes Bild. Uwe Schindler fuhr im ersten Heat auf die Drei vor, setzte sich vor Thomas Krystofiak (P4) und Andreas Reich (P5). Der Letztgenannte hatte in der zweiten Auffahrt ein Problem, vollendete diese nicht. Seinen fünften Rang übernahm Mike Vogel. Vor ihm hatte sich nichts geändert, allerdings war Thomas Krystofiak weiterhin nahe an Uwe Schindler dran. Im dritten und letzten Run schaffte der sehr gleichmäßig agierende Thomas Krystofiak noch die Wende, zog um 0,459 Sekunden an Uwe Schindler vorbei. Der Endstand: Klassensieg für Jörg Davidovic vor Karsten Steinert (P2) und Thomas Krystofiak als Drittem. Uwe Schindler beendet das Rennen auf der Vier, Fünfter ist Mike Vogel.

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News - Rundstrecke

Renauer/Jaminet holen in Zandvoort ersten Saisonsieg für Porsche

Robert Renauer (33/Jedenhofen) und Mathieu Jaminet (23/F, beide Precote Herberth Motorsport) positionieren sich im Titelkampf. Im Sonntagsrennen in Zandvoort in den Niederlanden fuhren sie mit einem souveränen Start-Ziel-Sieg zum ersten Saisonerfolg von Porsche im ADAC GT Masters. Platz zwei ging an die Mercedes-AMG-Paarung Patrick Assenheimer (26/Heilbronn) und Raffaele Marciello (23/I, beide AutoArenA Motorsport) vor Adrien de Leener (28/B) und Klaus Bachler (27/A, beide KÜS Team75 Bernhard) in einem weiteren Porsche 911 GT3 R. "Das war ein perfekter Tag", jubelte Sieger Jaminet. "Endlich den ersten Saisonsieg für uns und Porsche geholt zu haben ist großartig." 

Problemloser Triumph für Renauer/Jaminet

Pole-Setter Jaminet behauptete beim Start die Führung und setzte sich in den Folgerunden stetig von seinen Verfolgern ab. Zwischenzeitlich fuhr der Franzose einen Vorsprung von fast 3,5 Sekunden heraus und übergab schließlich beim Pflichtboxenstopp mit einem Zeitpolster von knapp 2,5 Sekunden an Partner Renauer. Auch der Bayer zeigte anschließend eine fehlerlose Leistung und sah nach 35 Runden mit 4,9 Sekunden Vorsprung als Sieger die Zielflagge. Jaminet und Renauer sicherten damit Porsche den ersten Sieg der Saison. Für Jaminet war es der zweite im ADAC GT Masters, für Teamkollege Renauer der fünfte. Dabei hatte das Wochenende für das Duo mit einem Rückschlag begonnen: Nach einem Unfall von Renauer im ersten Freien Training am Freitag musste der Porsche in einer Nachtschicht wieder instand gesetzt werden. 

Den zweiten Platz fuhren die Mercedes-AMG-Fahrer Assenheimer/Marciello ein. Startfahrer Marciello lag in der ersten Rennhälfte auf dem fünften Rang, absolvierte aber den Boxenstopp später als die direkten Konkurrenten. Das zahlte sich aus: Partner Assenheimer lag danach bereits auf Rang drei und ging schließlich an Porsche-Pilot de Leener vorbei auf die zweite Position - das beste Saisonergebnis für das AutoArenA-Duo. De Leener und Partner Klaus Bachler mussten sich am Ende mit dem dritten Rang begnügen, nachdem Bachler beim Start den Porsche bereits auf den zweiten Rang vorgefahren hatte. 

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Lamborghini-Duo Perez Companc/Mapelli siegt in Zandvoort

Ezequiel Perez Companc (24/RA) und Marco Mapelli (31/I, beide GRT Grasser Racing Team) heißen die Sieger des Samstagsrennens des ADAC GT Masters in Zandvoort. Die Lamborghini-Fahrer setzten sich mit einem knappen Vorsprung von 0,703 Sekunden gegen die Audi-Piloten Sheldon van der Linde (19/ZA) und Kelvin van der Linde (22/ZA, beide Montaplast by Land-Motorsport) sowie deren Teamkollegen Jake Dennis (24/B) und Christopher Mies (29/Heiligenhaus) durch. „Ich freue mich sehr über den Sieg“, so Pole-Setter und Sieger Perez Companc. „Das Rennen war sehr hart, denn unsere Verfolger haben uns ständig unter Druck gesetzt. Die Zuschauer haben viele enge Kämpfe gesehen.“ 

Teamkollegen kollidieren im Kampf um Platz eins

Das Samstagsrennen in Zandvoort begann turbulent. Pole-Setter Ezequiel Perez Companc blieb beim Start vorn, doch ausgangs der ersten Kurve ging der von Platz zwei gestartete Mirko Bortolotti (28/I, ORANGE1 by GRT Grasser) im Schwesterauto am Argentinier vorbei. Doch nur zwei Kurven später kollidierten die beiden Huracán GT3. Während Perez Companc wieder die Führung übernahm, drehte sich Bortolotti von der Strecke. Zur Bergung seines Fahrzeugs ging für drei Umläufe das Safety-Car auf die Strecke. Anschließend verteidigte Perez Companc bis zum Pflichtboxenstopp gegen die beiden dicht folgenden Audi von Montaplast by Land-Motorsport die Spitzenposition. Nach dem Pflichtboxenstopp mit Fahrerwechsel blieb der Lamborghini weiter an der Spitze. Marco Mapelli, der in Zandvoort seinen ersten Einsatz in der diesjährigen ADAC GT Masters-Saison hatte, fuhr danach den Sieg sicher ins Ziel. Für Perez Companc war es nach dem Lausitzring 2017 der zweite Sieg in der „Liga der Supersportwagen“ und der zweite in der Pirelli-Junior-Wertung. Partner Mapelli triumphierte erstmals in der Serie.

Die Audi-Fahrer Sheldon und Kelvin van der Linde fuhren auf Rang zwei, nachdem sie ihren Boxenstopp eher als ihre Teamkollegen Jake Dennis und Christopher Mies absolviert hatten, die nach ihrem Fahrerwechsel auf Rang drei zurückfielen. Für die van-der-Linde-Brüder war es nach dem Saisonauftakt in Oschersleben der zweite Podestplatz der Saison, für ihre Teamkollegen der erste des Jahres.

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Audi-Duo Salaquarda/Stippler siegt im Sonntagsrennen auf dem Nürburgring

Premierenerfolg für das Team ISR beim ADAC GT Masters: Filip Salaquarda (34/CZ) und Frank Stippler (43/Bad Münstereifel) gewannen im Audi R8 LMS für das Team aus Tschechien das Sonntagsrennen der „Liga der Supersportwagen“ auf dem Nürburgring. Im Kampf um Platz zwei setzten sich die Mercedes-AMG-Fahrer Markus Pommer (27/Neckarsulm) und Maximilian Götz (32/Uffenheim, beide Mann-Filter Team HTP Motorsport) in der vorletzten Runde gegen die Audi-Piloten Mike David Ortmann (18/Ahrensfelde) und Markus Winkelhock (38/Schorndorf, beide BWT Mücke Motorsport) durch. „Ein großartiger Tag“, so Premierensieger Salaquarda. „Gleich in unserer ersten ADAC GT Masters-Saison ein Rennen zu gewinnen, ist wirklich fantastisch.“ 

Auf dem Weg zum ersten ADAC GT Masters-Sieg ihres Rennstalls zeigten die beiden Team-ISR-Piloten eine souveräne Vorstellung. Nachdem Frank Stippler bereits im Qualifying die erste Pole-Position für die tschechische Mannschaft eingefahren hatte, ließ er auch beim Start nichts anbrennen und verteidigte seine Spitzenposition. Bis zum Pflichtfahrerwechsel zur Rennmitte fuhr der Lokalmatador aus Bad Münstereifel einen Vorsprung von knapp zwei Sekunden heraus. Partner Salaquarda baute diesen anschließend bis zum Ziel auf 11,4 Sekunden aus. Für das Team ISR war es im achten Rennen der erste Sieg in der „Liga der Supersportwagen. Während Filip Salaquarda das erste Mal in der Serie ganz oben auf dem Podest stand, war es für Stippler der zweite Triumph. Seinen ersten hatte er ebenfalls auf dem Nürburgring gefeiert: 2008 in einem Porsche. 

Spannend bis in die Schlussphase verlief dagegen der Kampf um die Podestplätze. Erst in der vorletzten Runde ging Mercedes-AMG-Pilot Markus Pommer an Audi-Fahrer Mike David Ortmann vorbei und sicherte sich und Partner Götz so Rang zwei. Das Duo verringerte durch seinen zweiten Podestplatz des Wochenendes den Rückstand auf die Tabellenführung auf lediglich einen Zähler. Für die Drittplatzierten Ortmann und Winkelhock war es im Audi R8 LMS der erste Podestplatz des Jahres. Ortmann holte gleichzeitig seinen ersten Sieg in der Pirelli-Junior-Wertung.

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