Auf zum Endspurt in der Deutschen Bergmeisterschaft 2012. Viele Meisterschaften am Berg sind noch nicht entschieden, so dass alle hoch motoviert ins schöne Örtchen Eichenbühl unlängst des Mains kamen. Bei hochsommerlichen Temperaturen und einem super Tourenwagen Starterfeld in der Gruppe H bis 2000 ccm Hubraum, versprach es gutes Rennwochenenden zu werden. Leider wurde die Freude der etwa 3.000 angereisten Fans  und der etwa 190 Fahrer jäh eingebremst. Denn bereits Im Training und am frühen Rennsonntag ereigneten sich einige teils heftige Unfälle auf der Strecke.  Inmitten des  3. Wertungslaufs  verunfallte dann Ford Escort Mk III 1600 8V Pilot, Jürgen Seitz,  mit seinem Fahrzeug sehr schwer beim Durchfahren der Honda Kurve, welche eine der schnellsten und gefährlichsten Stellen der Strecke darstellt. Jürgen kam von der Strecke ab und krachte ungebremst mit sehr hoher Geschwindigkeit auf ein feststehendes Betonhindernis. Dabei wurde das Fahrzeug sehr stark beschädigt und fing Feuer. Die sofort herbeigeilten Streckenposten konnte das Feuer schnell löschen. Jürgen Seitz erlitt bei dem Unfall schwerste Frakturen an Becken, Hüfte und Beinen. Sein Gesicht und seine Leber wurden ebenfalls bei dem Unfall verletzt. Aufgrund der schweren Verletzungen wurde Jürgen mit dem Hubschrauber in ein Frankfurter Krankenhaus geflogen. Nach einer kurzen Besprechung mit den Fahrern, entschied der Rennleiter Peter Thumbeck, das Rennen abzubrechen und den bereits begonnen dritten Lauf zu annullieren. Wir wünschen Jürgen an dieser Stelle Alles erdenklich Gute für seine hoffentlich schnelle Genesung.

Den Gesamtsieg am Wochenende konnte sich Uwe Lang mit seinem Osella BMW PA20/S vor Georg Olbrich (Osella Honda PA21/P) und dem schnellsten Tourenwagen Pilot und Wahl-Eichenbühler, Norbert Brenner (Opel Vectra GTS V8 DTM) sichern. Somit gewann Uwe Lang auch die Klasse der CN & E2-SC Fahrzeuge bis 3000 ccm Hubraum vor Marken Kollege Dino Gebhard (Osella BMW PA20/S) und Rolf Köppel auf Norma BMW M14. Bei den kleineren CN & E2-SC Fahrzeugen bis 2000 ccm setzte sich Georg Olbrich (Osella Honda PA21/P) gegen einen toll fahrenden Mario Blum auf PRC Honda S4 durch.  Das Stockerl komplettierte hier Uwe Wolpert auf seinem UWR Honda. Die Gruppe der E2/C3 Fahrzeuge konnte der Österreicher Peter Ammann auf seinem PRC Honda für sich entscheiden. Er verwies Uwe Kaufel auf PCR VW C3 und Gerhard Siebert (Osella BMW PA18) auf die Ränge 2 und 3. 

Der Wahlkölner Francesco D’Acri bot mit seinem Elia Avrio ST09 wieder eine tolle Show, war aber leider wieder Einzelstarter in seiner Klasse bis 1400 ccm. In der Klasse E2-SS & FD gelang Frank Debruyne mit seinem Dallara F300 ein weitere Klassensieg und somit wichtige Punkte für seine Meisterschaftsambitionen, den normalerweise nichts mehr im Weg stehen sollte. Auf den Plätzen 2 und 3 folgten ein glänzend fahrender Mathieu Wolpert auf BSR 389 und Robert Meiers im neu angeschafften Dallara F300.

Bei den Tourenwagen der Klassen E2-SH und FS/E1-Berg gewann der mehrfache Deutsche Bergmeister und Eichenbühler, Norbert Brenner (Opel Vectra GTS V8 DTM) auf seinem Hausberg die Klasse. Norbert gab wirklich alles und hatte im Training schon sein Aha-Erlebnis, als sein Fahrzeug beim Anbremsen auf die Honda Kurve unvermittelt ausbrach, aber durch Norberts ganze Erfahrung, gekonnt wieder eingefangen werden konnte. Ihm folgte hauchdünn dahinter, sein Markenkollege, Klaus Hoffmann im Opel Astra Coupé V8 DTM. Herbert Stolz machte mit seinem Porsche 935 DP2 das Trio Infernale auf P3 komplett. Einen weiteren Klassensieg und auch für ihn und seine Frau Andrea wichtige Meisterschaftspunkte, konnte sich der VW Golf I GTI 16V Pilot Rainer Schönborn sichern. Er platzierte sich deutlich vor seinen Mitstreitern, Michael Dandl (BMW320) und Jürgen Schuster (Mazda RX7), auf Rang 1. In der kleinen FS/E1-Berg Klasse gewann Markus Goldbach mit seinem Opel Corsa A 16V vor Peugeot 206 Pilot, Hans Hasenstab.

Bei den Fahrzeugen der Gruppe H über 2000 ccm Hubraum gewann Siegfried Hauff (Opel Kadett C Coupé) vor Norman Struckmann (Ford Escort Cosworth) und Harald Ludwig (BMW M3). Markus Wüstefeld (AMG Mercedes 190E EVO 2) und Bernhard Permetinger (BMW M3) schieden mit Problemen vorzeitig aus. In der Königsklasse bis 2000 ccm Hubraum waren ganze 37 Starter an der Zahl, für dieses Jahr ein Rekord. Dass der Opel Gerent Kadett CQP Evo 2 von Sebastian Schmitt geht wie die Feuerwehr, sollte mittlerweile jeden klar sein. Aber was er im ersten Wertungslauf zeigte, war der helle Wahnsinn – er unterschritt die magische 1:22 mit einer Fabelzeit von 1:21:969 und setzte sich so an die Spitze des Feldes, die er auch bis zum Rennende nicht mehr hergeben sollte. Mario Minichberger (VW Minichberger Scirocco I 16V) folgte mit 2 Sek. Respektabstand. Die Top 5 komplettierten Peter Naumann (VW Polo II 1.4 G60 Supercharger), Ralf Kroll (VW Lehmann Golf I 16V) und Roman Sonderbauer im Opel Risse Kadett C Coupé 16V. Schnellster 8V Pilot war dieses Mal ein grandios aufgelegter Michael Rauch mit seinem Opel Briegel Kadett C Coupé 8V. Die Entscheidung der ebenfalls gut besetzten Klasse der 1600er Gruppe H Fahrzeuge, geriet nach dem schweren Unfall von Jürgen Seitz fast zur Nebensache. Hier gewann Hans Paulitsch auf dem infernalisch gehen VW Minichberger Scirocco I 16V vor Opel Zöllner Corsa A GSi 16V  Tiefflieger, Tobias Auchter und Helmut Maier auf VW Spiess Golf I 16V. Schnellster 8V Pilot wurde hier der verunfallte Jürgen Seit mit seinem Ford Escort Mk III 8V.

Bei den hoch drehenden 130ern der Gruppe H war die Entscheidung denkbar knapp. Mit nur 0.453 Sek. Vorsprung schnappte Berg-Cup Urgestein Franz Weißdorn (VW Polo I Honda 16V) dem VW Corrado 16V Piloten Manfred Konrad noch den Sieg weg. Dritter wurde Jürgen Gerig im VW Polo II 16V. Der schnellste 8V Pilot wurde der Lokalmatador Christoph Hörnig mit seinem VW Polo II 8V. Die kleinsten der Gruppe H bis 1150 ccm Hubraum kürten Motorenpabst Jürgen Schneider mit seinem VW Schneider Polo II 16V zum Sieger. Ihm folgte der zugleich schnellste 8V Pilot Bernd Deutsch auf Schneider Audi 50 8V vor seinem Schwiegersohn in Spee, Tobias Stegmann – ebenfalls auf Schneider Audi 50 8V. Sepp Koller sicherte im Alfa Romeo 147 JTD sich einen weiteren Klassensieg in der Gruppe H Dieselklasse, vor Manfred Pape im VW Golf V R-TDI.

Im Classic Berg Cup & Classic Berg Pokal gab es leider wieder einmal viele Einzelstarter in den Klassen. Richard Feulner (March Forme 2 BMW), Richard Rein (Ford Capri 2600 RS), Andreas Gmeinder (VW Passat Typ 32), Ronny Hering (VW Scirocco I) und Detlef Schröder (VW Polo I 8V) gewannen hier alle ihre Klassen. Bei den Fahrern des NSU Berg Pokals machte Steffen Hofmann den Sack zu und sicherte sich seinen 8 Titel als Meister des NSU Bergpokals und natürlich auch den Sieg in Unterfranken. Uwe Schindler folgte mit 1.1 Sek. Abstand auf Rang 2, Horst Fleischer kam nach langer Zeit auch wieder aufs Treppchen und freute sich über einen tollen 3. Rang. Jörg Davidovic rollte im ersten Wertungslauf mit andeutendem Motorschaden, sicherheitsbedingt um einen größeren Schaden zu vermeiden, lieber aus und war somit raus aus der Wertung.

Die Gruppe N bis 2000 ccm Hubraum gewann Jochen Stoll auf seinem Peugeot 306 S16 vor Patrick Orth auf seinem VW Golf III  und Herbert Schmitz im Opel Astra GSi 16V. Jürgen Fechter gewann mit seinem VW Scirocco die Gruppe N bis 1600 ccm vor Stefanie Jakobi (Honda Civic) und Hein-Peter Boch (Honda Civic). Die Gruppe N bis 1400 ccm entschied Ulrich Zeitz für sich. In der Gruppe G LG3 gewann Werner Marquart auf BMW 318ti als Einzelstarter. Ebenfalls als Einzelstarter verkommen war die beiden Mitsubishi Evo Piloten Achim Kreim (Gruppe A über 2000 ccm) und Ludger Dreyfürst (Gruppe N über 2000 ccm), die ebenfalls ihre Klassen gewannen.

Wir bereits im vorgegangenen Bericht erwähnt, waren wir aufgrund der nicht ausgestellten Presseakkreditierung mit Zugang zu den Fotopunkten, sehr gehandicapt und können daher nicht in der gewohnten Qualität und ihm gewohnten Umfang vom 45. Bergrennen Unterfranken 2012 Berichten. Der fade Beigeschmack durch die unnötige Aktion des Rennleiters bleibt leider bestehen. Weitere Informationen zu dem Vorgang finden Sie hier.

Wir sehen uns in knapp 4 Wochen beim Saisonabschluß in Mickhausen wahrscheinlich wieder.

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