Alles war noch offen. Vor dem vorletzten Rennen zum KW Berg-Cup Gruppe H in dessen Jubiläums-Saison 2012. In Oberösterreich fielen nun die ersten endgültigen Entscheidungen. Welche? Und wie heißen die Sieger? Etwas Geduld bitte, die folgenden Zeilen geben gleich darüber Auskunft. Alles begann in Ruhe, ganz ohne Stress. Zwei Trainingssitzungen am Samstag, beginnend um 13:00 Uhr, eine am Sonntagmorgen. Zwei Rennläufe á 3,2 Kilometer ab 12:30, Rennende kurz vor 16:00 Uhr! Gänsehaut-Feeling pur für die 151 Starter bei der finalen Rückführung. Tausende begeisterte Fans standen an der Strecke Spalier, spendeten Beifall, klatschten ab. Verdiente Glücksmomente als Ausgleich für eine lange, Anfang Mai beginnende, strapaziöse Saison.

Das Training begann trocken, ab der Hälfte des Feldes wurde es in der ersten Auffahrt nass. Regen unterschiedlicher Stärke begleitete den weiteren Samstag, am Sonntag gab es zum Beginn nur noch in den Waldpassagen einige wenige feuchte Flecken. Die schnell verschwanden, spätestens als die Sonne heraus kam und die Berg-Gemeinde mit ihren wärmenden Strahlen verwöhnte. Den Rest zum Rundum-Wohlfühl-Ambiente trugen die Fahrer bei, mit teils unglaublichen Leistungen und Zeiten.  

Leider nur zwei Starter in der 1150er Klasse. Von der Papierform her sollte es eine klare Angelegenheit für Thomas Stelberg im Schneider Polo 16V sein. Doch seit Osnabrück Anfang August ist er nicht mehr im Rennauto gesessen, an dem es noch dazu einige Veränderungen gab. So macht am Samstag Jörg Eberle, dessen neuer Motor immer besser zu gehen scheint, im 8-Ventiler Fiat 127 die Pace. Im letzten Probegalopp verkürzt Thomas den Abstand, aber Jörg bleibt im italienischen Renner weiterhin aufmüpfig und schnell. Bis zum Rennstart findet man im Team Schneider / Stelberg den richtigen Dreh, stellt Fahrer und Fahrzeug optimal auf den Wettbewerb ein. Prompt geht Thomas, der Kaufmann aus dem Bergischen Land, mit 1,1 Sekunden Vorsprung in Führung, baut diese im zweiten Heat aus und gewinnt zum zweiten Mal in dieser Saison nach Eschdorf seine Klasse.

12 Starter in der 1,4 Liter Abteilung. 1,4 Liter? Hat der Schreiberling dieser Zeilen am Vortag zu tief ins Glas geblickt? Mitnichten. Man übernimmt die in Österreich übliche Klasseneinteilung, die 1300er KW Berg-Cup Truppe geht mit einem satten 100 ccm Handicap ins Rennen, stellt sich der Herausforderung. Nach längerer Pause meldet sich Gerhard Moser mitsamt giftgrünem Polo 16V zurück. Verlernt haben beide nichts, markieren hochmotiviert bei ihrem „Heim-Grand-Prix“ die Pole-Position, eine Hundertstelsekunde vor Franz Weißdorn, dem wiederum Schwiegersohn Wolfi Glas im Minichberger Polo 16V dichtauf folgt, lediglich 9 weitere Hundertstel zurück. Die Moser-Brüder freuen sich diebisch, die mit Motorradzylinderköpfen bestückten Franz Weißdorn und Manfred Konrad (VW Corrado 16V) im Training hinter sich gelassen zu haben. Der Begriff „Mopedfahrer“ wird für sie geprägt. Die so Bezeichneten wollen das natürlich nicht auf sich sitzen lassen, sinnen auf Revanche, greifen im ersten Rennlauf bedingungslos an, stürmen an die Spitze. Franz Weißdorn (Polo 16V), Manfred Konrad und Gerhard Moser heißt nun der Stand der Dinge. Dahinter reihen sich Wolfgang Glas und Christoph Bauer im 8-Ventiler Polo ein, der nach seiner Babypause erstmals wieder bei einem Bergrennen startet. Sein im August geborener Junior Maxl schnupperte bereits bei der Niederbayern-Rallye erste Motorsportluft, ist auch in St. Agatha im Fahrerlager dabei. Unter Aufsicht und Betreuung von Mama Steffi und einiger CK Racing-Girls. Im zweiten Heat zieht die „Moped-Gang“ an der Spitze das Tempo nochmals an, hält die Platzierungen. Gerhard Moser bleibt trotz höherem Top-Speed im Ziel 1,77 Sekunden hinter seiner Zeit aus dem ersten Durchgang zurück, rettet mit 7 Hundertstelsekunden Vorsprung Platz drei vor dem heranstürmenden Wolfi Glas. Österreichs Gerhard Schermann verhindert im Suzuki Swift Kit-Car den totalen Durchmarsch der KW Berg-Cup Mannschaft. Schiebt sich knapp an Christoph Bauer vorbei, der sich auf Klassenrang sechs den Siegerpokal in der 1300er KW 8V-Trophy sichert. Klassengewinner Franz Weißdorn wittert nach Saisonerfolg Nummer drei nun Morgenluft. Und stellt beim Abendessen auf dem Bierdeckel erste Hochrechnungen in Sachen Sieg in der Berg-Cup Division I an.

Hoffentlich hat er dabei an Hans Paulitsch aus der 1600er Klasse gedacht. Denn der stürmt mit Siebenmeilenstiefeln mit seinem Minichberger Scirocco 16V Richtung Spitze der Divisions-Tabelle. Am Samstag sieht es allerdings so aus, als ob ein zweiter Rang in St. Agatha das für ihn maximal Erreichbare sein würde. Denn ein völlig entfesselt auffahrender Manuel Michalko sorgt im Citroen Saxo für die Bestzeiten. Fliegt im Nassen der auf Regenreifen setzenden Konkurrenz auf Slicks pro Lauf um 5 Sekunden und mehr auf und davon. Erst am Sonntag kann Hans Paulitsch die Hackordnung wieder herstellen, setzt mit 1:24,218 die schnellste 1,6 Liter Trainingszeit. Manuel Michalko ist nun 0,79 Sekunden zurück Zweiter vor Norbert Strasser jun. im Toyota Corolla AE86. Das Renntempo liegt noch höher, die beiden an der Spitze schenken sich nichts. Schlussendlich gewinnt Hans Paulitsch mit exakt einer Sekunde Vorsprung vor Manuel Michalko, der dritte Podiumsplatz geht an Norbert Strasser jun., die Ehrenplätze an Werner Heindrichs im Veytal Corsa (P4), Helmut Maier (P5), der mit Gewöhnungsproblemen an neue Vorderachsteile am Spiess Golf 16V mehr kämpft als mit seinen Gegnern, und Manfred Schulte im Citroen AX Kit-Car als Sechstem.

Absoluter Brennpunkt des Geschehens ist – einmal mehr – die 2-Liter Klasse. 38 Starter nehmen das Training auf. Darunter die beiden Top-Favoriten auf den KW Berg-Cup Gesamtsieg 2012: Herausforderer Sebastian Schmitt im Gerent Kadett 16V und Titelverteidiger Hansi Eller im Scirocco 16V von Team-Partner Mario Minichberger. Basti Schmitt könnte den ganz großen Erfolg bereits in St. Agatha einfahren. Dazu muss er mindestens 98,63 Berg-Cup Zähler holen, Platz vier würde reichen. Aber es mangelt nicht an Gegnern. Heiß auf den 2-Liter Sieg sind die üblichen Verdächtigen. Hansi Eller zum Beispiel. Genauso natürlich Roman Sonderbauer, Peter Naumann und Jörg Weidinger, der wieder im Rottenberger BMW 320i STW sitzt. Sie alle konnten in diesem Jahr schon Klassenerfolge feiern. Dazu die österreichische Elite, mit Andreas Marko im ex-STW Audi A4 Quattro als Speerspitze und Diethard Sternad (Alfa Romeo 156 STW) als Adjutant. Auf nasser Piste demonstriert Andi Marko die Vorzüge seines Allradantriebes. Aber bereits in der zweiten Auffahrt kommt ihm Jörg Weidinger beachtlich nahe. Am Sonntagmorgen, im finalen Trainingslauf, rückt der BMW Fahrwerksingenieur die Verhältnisse gerade, legt 1:20,612 auf das noch kühle Renn-Parkett, markiert damit die Top-Zeit, 1,72 Sekunden vor Marko. Diesem folgt ein Pulk, der mit ihm innerhalb von 1,03 Sekunden zusammen liegt. In diesem befinden sich die Herrschaften Hansi Eller, Markus Reich (VW Golf II 16V), Roman Sonderbauer (Risse Kadett 16V) und Peter Naumann im aufgeladenen VW Polo 1.4 Super Charger. Direkt hinter diesem D-Zug, auf Position sieben, platziert Norbert Wimmer seinen BMW 2002 als schnellsten 8-Ventiler. Und Titel-Aspirant Sebastian Schmitt? Am Samstag ist er gemächlich unterwegs, inspiziert lediglich die Strecke. „Weil es ja morgen eh trocken ist. Also bringt das Regentraining nichts.“ Am Sonntag warten alle gespannt auf seine erste „echte“ Zeit. Plötzlich helle Aufregung. Als Basti auf der Strecke ist, wird das Training unterbrochen. „Die Startnummer 307, Sebastian Schmitt, ist mit einem technischen Problem stehen geblieben“ wird gemeldet. Bald ist klar: Der Auspuffkrümmer ist gerissen, Basti hat sicherheitshalber den Motor abgestellt. Bis zum Rennstart bleiben noch 90 Minuten. Die Zeit reicht zur Reparatur, der Krümmer wird geschweißt, Sebastian bleibt gelassen, zeigt keine Nerven. Dann kommt die Stunde der Wahrheit, in Lauf eins müssen die Karten aufgedeckt werden. Sebastian unterbietet als erster 2-Liter Pilot an diesem Wochenende die 1:20er Marke um 19 Hundertstelsekunden. Er führt vor Peter Naumann, Hansi Eller, Markus Reich und Roman Sonderbauer. Dann ist der Trainingsschnellste dran, Jörg Weidinger. Sein Start misslingt, nur zögerlich setzt sich der ex-STW BMW in Bewegung. Trotzdem holt Jörg mit 1:19,442 die Bestzeit. Nach den KW Berg-Cup Recken gehen die Österreicher auf die Bahn. Diethard Sternad reiht sich hinter Roman Sonderbauer ein. Als letzter Teilnehmer der Klasse katapultiert sich Andreas Marko mit einem Bombenstart auf die Strecke. Die Spannung im Umfeld ist zu spüren, ja zu greifen. Die Uhr bleibt bei 1:20,040 stehen – Rang drei. Rückführung, dann der große Showdown. Sebastian Schmitt wird noch einmal schneller, fährt 1:19,411. Jörg Weidinger kommt diesmal besser von der Linie, aber es ist noch immer nicht optimal. Auf den folgenden 3,2 Kilometern holt er alles aus sich und dem weißblauen ex-Rundstreckenauto heraus, erzielt unglaubliche 1:18,836. Das muss der Sieg sein. Wenn, ja wenn nicht Andreas Marko eine Fabelzeit gelingt. Wieder legt dieser furios los, drückt seine persönliche Bestmarke nach unten, auf 1:19,941. Aber es reicht nicht. Jörg Weidinger gewinnt, 1,114 Sekunden vor Sebastian Schmitt, weitere 0,589 Sekunden zurück folgt Andreas Marko als bester Österreicher. Die weitere Reihung lautet: Peter Naumann (P4), Hansi Eller (P5), Markus Reich (P6) und Andreas Sternad (P7), der noch um winzige 0,173 Sekunden an Roman Sonderbauer (P8) vorbei schlüpft, dem auf die Windschutzscheibe austretendes Kühlwasser die Sicht nimmt. Die Top-Ten komplettieren Norbert Wimmer (P9, schnellster 8-Ventiler) und Roland Eder im VW Golf 16V. In der 2-Liter KW 8V-Trophy holt sich Stefan Faulhaber im Briegel Kadett Platz zwei vor Rückkehrer Bernd Ehrle im verbesserten Opel Kadett. Die Pokale für Rang vier und fünf gehen an Golf Pilot Christian Dümler und Bernhard Lang im Ford Escort RS 2000 Spezial. Seinen Klassensieg widmet Jörg Weidinger unserem unvergessenen Georg Plasa, dessen schier unerschöpfliches technisches Know-How auch in den Rottenberger-BMW beim Umfunktionieren vom Rundstreckenauto zum perfekten Bergrenner eingeflossen ist. Nach Dieters Plänen hätte – da er selbst zum St. Agatha Termin wegen der Hausmesse seines Arbeitgebers regelmäßig verhindert ist – Georg eines Tages den 320i STW in Österreich an seiner Stelle fahren sollen. Und Jörg ist sich absolut sicher „Georg wäre an diese Aufgabe genauso ernsthaft wie ich heran gegangen und hätte das selbe gute Ergebnis abgeliefert. Darum gehört dieser Erfolg ihm.“

Eine Klasse höher führt Manfred Kronlachner erstmals seinen neu aufgebauten Toyota MR 2 Turbo auf einer Bergrennstrecke aus und beendet die Premiere auf Position dreizehn. Das Tourenwagengesamtklassement gewinnt Erich Edlinger im BMW 320 IRL der Gruppe E2-SH. Auf Rang zwei läuft Porsche 911 GT2 RSR Pilot Herbert Pregartner ein, Dritter wird Felix Pailer im Lancia Delta Integrale. Dahinter folgen bereits die schnellsten 2-Liter Gruppe H Tourenwagen mit Jörg Weidinger, Sebastian Schmitt und Andreas Marko. Der Rückstand von Jörg auf „Pailix“ beträgt nach 2 Läufen nur 0,625 Sekunden. Das erwähnte Trio hält PS-Protze wie den Subaru Impreza EVO II von Mike Jelinek und den großvolumigen Opel Omega von Roland Luger hinter sich.

In der 25. Saison des KW Berg-Cups Gruppe H sind beim Gastspiel in Österreich wichtige Entscheidungen gefallen. Mit einem dritten und zwei zweiten Plätzen sowie mit den Klassensiegen in Wolsfeld, am Iberg, am Hauenstein, in Oberhallau und in Unterfranken fährt der 28-jährige selbständige Meister für Heizungsbau und Gas- Wasserinstallation Sebastian Schmitt im Gerent Kadett 16V zu seinem bisher größten Triumph, zum Divisions- und Gesamtsieg im KW Berg-Cup Gruppe H. Dazu steht der aus der Rhön stammende Wahl-Düsseldorfer vor dem Gewinn des DMSB Bergpokals der Tourenwagen. Auch Platz zwei der Divisions- und Gesamtwertung ist fest zementiert. Hansi Eller und Mario Minichberger können in Mickhausen nicht mehr von dieser Position verdrängt werden. Sie stehen bei der KW Berg-Cup Meisterfeier am 03. November im Schwarzwald zum vierten Mal in Folge auf dem Podest des Rankings „Over All“. Norbert Wimmer gewinnt die KW 8V-Trophy im BMW 2002 zum drittenmal hintereinander und darf die „Pokale Pilsner Trophy“ nach der Siegerehrung endgültig in seinen Pokalschrank stellen. Wer zu Norbert auf das Siegerpodest steigt wird erst in Mickhausen geklärt. Genauso wie der Ausgang der Rookie-Wertung, in der der Endspurt zwischen Christian Dümler und Harald Ludwig statt finden wird. Der KW Berg-Cup Youngster 2012 ist Patrick Orth im BMW 320iS vor Beatrice Flik, Platz drei ist noch vakant. Völlig offen ist nach wie vor der Ausgang in der Division I. Die Top-Favoriten sind Manfred Konrad, Franz Weißdorn und Hans Paulitsch.

Wie heißt es doch immer? Genau, zusammengezählt wird ganz zum Schluss. Ganz zum Schluss, das heißt beim glanz- und stimmungsvollen Berg-Oktoberfest am 5. und 6. Okt. in Mickhausen, in der Nähe von Augsburg. Dort können wir alle live mit erleben, ob die Divisions-Bierdeckel-Hochrechnung von Franz Weißdorn in seinem Sinne aufgeht. Bis dann – ich freue mich darauf. Und wie!

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News - Bergrennen

Der KW Berg-Cup in Mickhausen: Gelungenes Finale in den Stauden

Die Auflage 2017 – von der alle Freunde des Bergrennsports inständig hoffen, dass sie nicht zur „Final Edition“ wird – war sicher eine der besten der letzten Jahre. Auch Petrus spielte diesmal zumindest einigermaßen mit. Am Trainingssamstag verwöhnte er sogar mit sehr annehmbarem Herbstwetter, ließ es danach allerdings nachtsüber regnen. Das hörte zwar am Sonntagvormittag auf, aber in den Waldpassagen blieb die 2,2-Kilometer-Strecke tückisch feucht, stellte dadurch höchste Anforderungen an die Pilotinnen und Piloten des „Int. 37. ADAC Bergrennen Mickhausen“. 174 davon nahmen die drei Übungsdurchgänge programmgemäß um Punkt 09:30 Uhr in Angriff. Kurz vor halbsieben tauchten die letzten Autos abends wieder ins Fahrerlager ein. Am Sonntag wurde eine Stunde früher aufgerufen und begonnen. Viele rechneten mit einer stark von Unterbrechungen geprägten ersten Auffahrt. Ganz gemäß der Faustformel: „Wird nur auf trockener Piste trainiert und das Rennen startet nass, so sind häufige Ausrutscher vorprogrammiert.“ Dies traf in Mickhausen zum Glück nicht zu. Hier hat wahrscheinlich der Wertungsmodus geholfen. Der vorsah, nur die zwei besten von drei Heats zum Schlussresultat zu addieren. Da für den weiteren Verlauf des Sonntags Wetterbesserung in Aussicht gestellt war, hielt sich die Angriffslust im ersten Run in Grenzen. Erst ab dem Zweiten wurde die vornehme Zurückhaltung abgelegt, was vermehrte Vorfälle nach sich zog. Die aber allesamt glücklicherweise glimpflich verliefen. Bevor wir uns jetzt gleich das Geschehen im Einzelnen betrachten muss unbedingt noch erwähnt werden, dass Mickhausen 2017 wirklich ein würdiger Abschluss der 30. KW Berg-Cup Saison war. Mit einem tollen internationalen Fahrerfeld, das einerseits durch das Top-Prädikat „Int. FIA Hill Climb Cup“ angelockt worden war, andererseits durch den guten Ruf der Veranstaltung des ASC Bobingen. Die für die herzliche Aufnahme des Berg-Trosses im Fahrerlagerort Münster seit jeher bekannt und nicht zuletzt deshalb bei vielen Aktiven echt beliebt ist. Sehr emotional gestaltet sich immer wieder die letzte Talfahrt nach Rennende über die Strecke durch das Spalier der super mitgehenden Fans. Von denen viele auch noch der stimmungsvollen Siegerehrung im Vorstartbereich beiwohnen, die dieses Jahr gegen 19 Uhr beendet war. Der Verlauf eines Rennens mit dem Modus „Zwei aus Drei“ ist schwierig zu schildern. Weil es keine Durchgängigkeit, dafür aber viele Veränderungen gibt. Wie das in den Klassen mit Beteiligung von KW Berg-Cup Aktiven nun genau ausgesehen hat, das wollen wir uns im Folgenden betrachten.

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Der KW Berg-Cup in St. Agatha/A: Flottes Rennen vor vollem Haus

 Die in der Überschrift getroffene Aussage „flottes Rennen“ gilt übrigens nicht nur für die gefahrenen Top-Zeiten, sondern auch für die Abwicklung. Das Team des MSC Rottenegg liefert zum 30. Rennjubiläum eine perfekte Arbeit ab. Ein Traum sind die Probeheats. Sie beginnen am Samstag erst um 12 Uhr, dies aber minutengenau. 182 Fahrzeuge werden dazu aufgerufen, die beiden Auffahrten auf der flüssigen, ultraschnellen 3,2-Kilometer-Strecke von Esthofen hinauf nach St. Agatha sind schon gegen 16:30 Uhr beendet. Traditionell wird in Oberrösterreich der Sonntag mit einem dritten Trainings-Run begonnen. Dieser startet um 8:30 Uhr. Nach einer Stunde und vierzig Minuten sind alle oben. Mein Block, auf dem ich routinemäßig die wichtigsten Vorfälle festhalte, ist so gut wie leer. Nur ein paar Notizen über das Wetter habe ich hin gekritzelt. Trocken steht da, morgens kühl. Am Samstag wärmt die Sonne das Asphaltband etwas auf, am Renntag hält sie sich oft hinter Wolken versteckt. In Anbetracht der hohen Zahl an Teilnehmern wird der Rennbeginn flugs auf 12 Uhr vorgezogen. Ein weiser Beschluss, denn im ersten Race-Heat wird nun merklich hitziger agiert. Was ein Teil der Betonwandelemente und Leitplanken zu spüren bekommt. Aber es bleibt bei glimpflich verlaufenden Einzelfällen, die Blessuren an den Sicherheitseinrichtungen werden schnell behoben. In der zweiten und letzten Bergfahrt haben sich die Gemüter schon wieder beruhigt, gegen 17:15 Uhr schließt die Startnummer 1, Christian Merli im Osella FA30, mit dem neuen Streckenrekord von 1:02,129 das EXCAPE Autobergrennen Esthofen – St. Agatha spektakulär und würdig zugleich ab.

Wie immer ist die Rückführung ein letztes Highlight, denn Fans und Rennautos teilen sich dabei diszipliniert die Straße. Und begeisterte Zuschauer hatte es auch in 2017 an beiden Tagen reichlich. Ganz genauso wie aktive KW Berg-Cup’ler. 48 davon haben sich an der Reise nach St. Agatha beteiligt. Das ist mehr als ein Viertel des imposanten Gesamtfeldes. Wie es den Einzelnen in unserem rot-weiß-roten Nachbarland ergangen ist, das wollen wir uns nun gemeinsam Klasse für Klasse ansehen.

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Der KW Berg-Cup in Unterfranken: Runde 50. Auflage des Klassikers

Zum runden Geburtstag ein rundum gelungenes Rennen, besser hätte es für den GAMSC Würzburg am letzten Wochenende gar nicht laufen können. Eine nasse Fahrbahn gab es nur am Trainingssamstag bis gegen Mittag, der Sonntag bot dann echt annehmbares Wetter. Zwar etwas kühl, in der Tendenz aber eher freundlich. An beiden Tagen schaffte die Mannschaft rund um Peter Thumbeck einen pünktlichen Beginn, legte damit den Grundstein dazu, dass alle drei pro Tag geplanten Läufe auf der 3,05-Kilometer-Strecke durchgezogen werden konnten. Trotz der insgesamt 181 teilnehmenden Autos, von denen 47 in der angegliederten Gleichmäßigkeitsprüfung starteten, lag der Schluss des Fahrbetriebes jeweils kurz vor 17:30 Uhr. Die Feiern zum „Fünfzigsten“ beschränkten sich auf den Samstagabend. Im Festzelt, das sehr gut besucht war, erlebten die Gäste ein buntes Programm, zu dem die Eichenbühler Vereine verschiedene attraktive Einlagen beisteuerten. Besonders interessant war für alle Freunde des Bergrennsports sicher der Beitrag der Feuerwehr, an dem Nils Abb federführend mitgearbeitet hatte. In einer gut inszenierten Multimediashow ließ dieser 50 Jahre Bergrennen Unterfranken Revue passieren, wobei die gezeigten Bilder bei vielen Besuchern Erinnerungen auffrischten und Emotionen auslösten. Und damit zurück aus dem Festzelt an die Rennstrecke. Wie immer steigen wir mit dem NSU-Bergpokal, für den Unterfranken der vorletzte Lauf des Jahres war, in die Berichterstattung ein. Elf der luftgekühlten Heckmotorfahrzeuge nahmen daran teil. Der Übungssamstag bot wenig Überraschendes. Jörg Davidovic ließ sich die beste Zeit gutschreiben. Karsten Steinert folgte als Zweiter, dahinter bezog Gaststarter Andreas Reich Position drei. Ihm folgten, eng zusammenliegend, Thomas Krystofiak (TP4) und Uwe Schindler als Fünfter. Der Renntag zeichnete dann ab Platz zwei ein etwas anderes Bild. Uwe Schindler fuhr im ersten Heat auf die Drei vor, setzte sich vor Thomas Krystofiak (P4) und Andreas Reich (P5). Der Letztgenannte hatte in der zweiten Auffahrt ein Problem, vollendete diese nicht. Seinen fünften Rang übernahm Mike Vogel. Vor ihm hatte sich nichts geändert, allerdings war Thomas Krystofiak weiterhin nahe an Uwe Schindler dran. Im dritten und letzten Run schaffte der sehr gleichmäßig agierende Thomas Krystofiak noch die Wende, zog um 0,459 Sekunden an Uwe Schindler vorbei. Der Endstand: Klassensieg für Jörg Davidovic vor Karsten Steinert (P2) und Thomas Krystofiak als Drittem. Uwe Schindler beendet das Rennen auf der Vier, Fünfter ist Mike Vogel.

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News - Rundstrecke

Götz und Pommer gewinnen Hitzeschlacht in Most im Mercedes-AMG

Die Schlange hat zugebissen: Markus Pommer (27/Neckarsulm) und Maximilian Götz (32/Uffenheim, beide MANN-Filter Team HTP) gewannen in der leuchtend gelben "Mamba" das Sonntagsrennen des ADAC GT Masters in Most und fuhren damit den ersten Saisonsieg für Mercedes-AMG ein. Die Positionen zwei und drei gingen wie am Vortag an die Corvette-Fahrer Marvin Kirchhöfer (24/Markkleeberg) und Daniel Keilwitz (28/Villingen, beide Callaway Competition) sowie die Tabellenführer Robert Renauer (33/Jedenhofen) und Mathieu Jaminet (23/F, beide Precote Herberth Motorsport) im Porsche. "Besser konnte es heute nicht laufen", jubelte Sieger Maximilian Götz im Ziel. "Es ist toll, den ersten Sieg in diesem Jahr geholt zu haben. Das war wichtig für die Meisterschaft."

Pole-Setter Götz setzt sich ab
 
Pole-Position, schnellste Rennrunde und ungefährdeter Sieg: Maximilian Götz und Markus Pommer hatten in Most am Sonntag trotz Temperaturen von knapp 25 Grad alles unter Kontrolle. Pole-Setter Götz blieb beim Start in Führung und fuhr danach einen Vorsprung von fünf Sekunden auf die Verfolger heraus. Teamkollege Pommer, der zur Rennmitte das Cockpit des Mercedes-AMG übernahm, brachte danach den ersten Saisontriumph souverän ins Ziel. Sein Vorsprung betrug am Ende 1,9 Sekunden. Für Götz war es der insgesamt fünfte Sieg in der Serie und der erste seit dem Lausitzring 2014. Partner Pommer musste nicht so lange auf einen weiteren Triumph warten. Seinen bisher einzigen Sieg hatte er 2017 auf dem Nürburgring eingefahren.
 
Zweite wurden wie im ersten Rennen die Corvette-Fahrer Kirchhöfer/Keilwitz, die die Sieger jedoch nie wirklich gefährden konnten. Den letzten Podestplatz schnappten sich - ebenfalls wie im ersten Durchgang - Robert Renauer und Mathieu Jaminet im Porsche. Das Duo profitierte allerdings von einer Strafe des in der ersten Rennhälfte auf Podestkurs liegenden Mercedes-AMG von Indy Dontje (25/NL) und Maximilian Buhk (25/Schwarzenbeck, beide MANN-Filter Team HTP), die die vorgeschriebene Mindestzeit beim Boxenstopp unterschritten und am Ende 16. wurden. Renauer und Jaminet bauten mit dem zweiten Podium in Folge ihre Führung in der Gesamtwertung aus.

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Jeffrey Schmidt und Stefan Mücke holen ersten ADAC GT Masters-Sieg

Premierenerfolg für Jeffrey Schmidt (24/CH) und Stefan Mücke (36/Berlin, beide BWT Mücke Motorsport) im ADAC GT Masters. Die Audi-Fahrer gewannen bei der Premiere der "Liga der Supersportwagen" in Tschechien das Samstagsrennen in Most. Platz zwei ging an Marvin Kirchhöfer (24/Markkleeberg) und Daniel Keilwitz (28/Villingen, beide Callaway Competition) in der Corvette C7 GT3-R. Als Dritte fuhren die neuen Tabellenführer Robert Renauer (33/Jedenhofen) und Mathieu Jaminet (23/F, beide Precote Herberth Motorsport) ebenfalls auf das Podest. "Ich bin absolut sprachlos", so Sieger Stefan Mücke nach dem Rennen. "In einem so harten Umfeld einen Sieg zu holen ist absolut was Besonderes - vor allem wenn es mit dem eigenen Team gelingt."

Schmidt und Mücke souverän an der Spitze
 
Während Premieren-Pole-Setter Jeffrey Schmidt beim Start erfolgreich die Führung verteidigte, wurde es dahinter turbulent. Alexander Zöchling (30/A, MRS GT-Racing) verdrängte im BMW M6 GT3 Marvin Kirchhöfer auf Rang zwei, noch weiter hinten kollidierten in Kurve zwei mehrere Fahrzeuge und sorgten für eine kurze Safety-Car-Phase. Nachdem in Runde vier das Rennen wieder freigegeben wurde, setzte sich Schmidt an der Spitze leicht ab. Beim Fahrerwechsel zu Teamkollege Stefan Mücke hatte er einen Vorsprung von knapp zwei Sekunden herausgefahren. Auch der Berliner blieb souverän an der Spitze und baute seinen Vorsprung zwischenzeitlich auf mehr als fünf Sekunden aus. Im Ziel lag er schließlich 4,3 Sekunden vor Kirchhöfer/Keilwitz. Sowohl für Jeffrey Schmidt als auch für Stefan Mücke war es der erste Sieg im ADAC GT Masters, für ihren Rennstall BWT Mücke Motorsport der insgesamt dritte. Schmidt gewann zudem in der Pirelli-Junior-Wertung.

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Doppelsieg für Lamborghini im zweiten Saisonrennen

Lamborghini war im Sonntagsrennen des ADAC GT Masters in der Motorsport Arena Oschersleben das Maß der Dinge: Mirko Bortolotti (28/I) und Andrea Caldarelli (28/I, beide ORANGE1 by GRT Grasser) siegten mit 1,8 Sekunden Vorsprung vor ihren Markenkollegen Rolf Ineichen (29/I) und Christian Engelhart (30/Wolnzach, beide GRT Grasser Racing Team). Als Dritte holten Dominik Schwager (41/München) und Luca Ludwig (29/Bonn, beide HB Racing) den ersten Podestplatz für den in diesem Jahr in der "Liga der Supersportwagen" debütierenden Ferrari 488 GT3. "Das war perfekt", freute sich Sieger Bortolotti. "Die Leistung war richtig gut. Wir haben keine Fehler gemacht und sind sehr zufrieden."

Lamborghini-Duo behauptet Führung
 
Das zweite Saisonrennen stand vor mehr als 25.000 Zuschauern (am Wochenende) ganz im Zeichen der beiden Lamborghini Huracán, die sich bereits im Qualifying die ersten beiden Positionen gesichert hatten. Polesetter Christian Engelhart verteidigte beim Start gegen Markenkollege Andrea Caldarelli die Führung. Während die Reihenfolge an der Spitze bis zu Pflichtboxenstopps zur Rennmitte gleich blieb, setzte sich das Duo stetig von den Verfolgern ab. Doch kurz nachdem Rolf Ineichen von Engelhart und Mirko Bortolotti von Caldarelli übernommen hatten, wechselte die Führung: Bortolotti ging in Runde 23 am Markenkollegen vorbei und eroberte den ersten Platz. Auch danach dominierten die beiden Lamborghini das Rennen. Bis zum Einsatz des Safety-Cars zur Bergung des Mercedes-AMG von Kim-Luis Schramm (20/Ilmenau) hatten sie bereits einen Vorsprung von rund zehn Sekunden auf die Verfolger herausgefahren. Bortolotti gelang danach ein problemloser Sieg und sah 1,8 Sekunden vor Ineichen die Zielflagge. Für Bortolotti war es der dritte Sieg im ADAC GT Masters, für seinen neuen Teamkollegen Caldarelli der erste. Ineichen sicherte sich als Zweiter den Sieg in der Pirelli-Trophy-Wertung.

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