Knapp zwei Wochen nach dem Start der Bergrennen Saison 2013 am Schottenring, zog es die große Bergrennen Gemeinde in das Großherzogtum Eschdorf im Distrikt Diekirch.  Bereits zum 25. Mal trägt die Union des Pilotes das European Hill Race in Eschdorf aus, welches damit schon längst zu den Klassikern im Kalender der Deutschen Bergmeisterschaft zählt. Die Einwohner des knapp 2.300 Seelen Dorfes inmitten der  bewaldeten Hügellandschaft mit den prägenden  Schieferfelswänden, hatten dieses Mal schon am 1. Mai die Vollgastage in ihrem Ort. Da die Union des Pilotes zum 25-jährigen Bestehen einen Doppelveranstaltung auf die Beine stellte, wurden vorab die Eschdorf Classic Days als historisches Bergrennen und ab dem 03.05.2013 die 25. Ausgabe des European Hill Race in Eschdorf durchgeführt. Das Orga Team um Yves Thommes gab sich hierbei keine Blöße und zog beide Veranstaltungen top organisiert und blitzsauber durch - ein großes Lob an die engagierte Luxemburger Truppe.

Das Wetter zeigte sich ebenfalls von seiner besten Seite und bescherte den über 180 angereisten Teilnehmern aus ganz Europa eine tolle Jubiläumsveranstaltung mit frühsommerlichen Temperaturen, die auch zahlreiche Zuschauer an die knapp 2 km lange Strecke lockte. Leider waren immer noch nicht alle Fahrer mit ihren Fahrzeugen fertig geworden - das fränkische JB Classic Racing Team mit Rüdiger Julius-Bernhart und Steffen Hofmann musste die Premiere nochmals um zwei Wochen in Richtung Wolsfeld verschieben, da man die Arbeiten am Gruppe 5 BMW 2002 erst in dieser Woche endgültig abschließen kann. Auch Norbert Wimmer und Michael Rauch fehlten noch in der heiß umkämpften Gruppe H bis 2L Hubraum.

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Dafür präsentierten zwei andere Fahrer ihre neu aufgebauten bzw. umgebauten Rennwagen. Der Youngster Sieger der letzten Saison, Patrick Orth, stand mit seinem flammneuen und wunderschön aufgebauten BMW E30 320iS am Start und setzte sich bereits nach dem ersten Trainingslauf auf Rang 3 ab. Doch die Freude währte leider nicht sehr lang, da am neuen Triebwerk ein Ventil abriss und der vierte Kolben aus dem Motorblock herausriss. Alles blockierte bei der Anfahrt auf die Kurve 3, so dass sich Patrick zu allem Überfluss noch drehte aber zum Glück nicht einschlug. Total am Boden zerstört, sah es nach der ersten Bestandsaufnahme, alles nach einem kapitalen Motorschaden aus. Wir drücken Patrick und seiner sympathischen Rennfamilie ganz feste die Daumen, dass bei ihrem Heimrennen in Wolsfeld wieder am Start stehen und endlich die Früchte der langen Arbeit ernten können.

Mehr Glück hatte der Schwelmer Talbot Lotus Sunbeam Pilot Andrä Schrörs. Er bauten seinen bekannten Lotus  über den Winter komplett um und taufte ihn nur noch in SMG Lotus. Optisch mit einem fetten Body Kit an den Audi Quattro S1 angelehnt, wollte er nach wochenlanger Arbeit endlich mit dem Fahrzeug an den Start gehen. "Er ist zwar noch nicht ganz fertig, aber ich wollte unbedingt fahren", sagte uns Andrä im Gespräch. Über die Saison wird das Auto noch weiter technisch und optisch entwickelt - wir dürfen also auch hier gespannt sein, wie es weiter geht.

Bereits am Trainingssamstag fiel der absolute Streckenrekord von Lionel Regal dem Schweizer Eidgenossen Marcel Steiner in seinem Osella Zytek FA30 zum Opfer, der aber aufgrund des Trainings noch nicht zählte. Seine beiden starken Verfolger aus Luxemburg, Guy Demuth (ebenfalls Osella Zytek FA30) und der junge David Hauser mit seinem GP2 lauerten bereits um zuzuschlagen. Die gesammelten Eindrücke aus dem Training sollten also auch am Renn Sonntag ihre Fortsetzung finden. Bei ebenfalls sommerlichen Temperaturen und einer flotten Durchführung, untermalt mit den charismatischen  Stimmen von den Streckensprechern Patrick Weber und Uli Kohl, kam bei den etwa 5.000 Zuschauern und Fahrern wieder echtes Rennfeeling auf. Mit dem ersten der drei Wertungsläufe wurde pünktlich um 8.30 Uhr begonnen und die ersten Tourenwagen aus den Reihen des NSU Bergpokals die 1,8 km lange Strecke unter die Räder nahmen. Bereits am Samstag deutete sich ja ein Fallen des Streckenrekordes an - was am Sonntag dann durch einen fehlerfrei fahrenden Marcel Steiner auch in die Tat umgesetzt wurde. Steiner unterbot mit 00:49:470 in seinem Osella Zytek FA30 den bestehenden Rekord von Lionel Regal. Somit sicherte sich Marcel Steiner in einem knappen Rennen, den Gesamtsieg vor David Hauser im Dallara SRE-CH GP2. Ihm folgte sein Landsmann Guy Demuth auf Osella Zytek FA30. Dies ist auch zugleich das Klassenergebnis der Klasse E2-SS. Im Kampf um die zahlreich vertretenen Formel 3 Fahrzeuge der Klasse E2-SS (F3) entschied das Familienduell Ludovic Cholley auf Dallara Opel F300 vor Patrick Cholley auf Dallara Opel F303-04. Frederiq Souris stellte seinen Dallara Fiat F396 auf Rang 3 ab. Altmeister Leon Linden gewann die Klasse E2-SS 100 und 2000 ccm auf seinem Dallara Opel Spiess F304 vor Hugo Vitali im Dallara Opel F2 und Roland Braquet im Tatuus Renault FR2000.

Schnellster der offenen Sportwagen gesamt und zugleich Einzelstarter in seiner Klasse der Sportwagen E2-SC über 3500 ccm war der Franzose Cyrille Franz im infernalisch klingenden Osella BMW PA27 mit 4.0 L BMW V8 Aggregat. Er verwies den Klassensieger der Klasse E2-SC bis 3000 cccm, Patrick Zajelsnik im Norma M20F Mugen V8, auf den zweiten Rang. Der Belgier Jelle De Connick belegte P2 in der Klasse bis 3000 ccm, gefolgt von Jaques Marchal - beide auf Norma BMW M20F. Bei den kleineren E2-SC/CN/C3 bis 2000 ccm Hubraum gewann der Spanier Pascual Perez auf Norma Honda M20 vor Georg Olbrich im stark überarbeiteten Osella Honda PA21P und Bernd Letmade im Norma Honda M20. Die kleinsten der E2-SC/C/C3 bis 1600 ccm gewann Sportwagen Berg Cup Pilot Francesco D'Acri im Elia Suzuki Avrio ST 09 vor Bruno Collard im BRC Suzuki CM 05 Evo.

Der amtierende Deutsche Bergmeister für Tourenwagen, Klaus Hoffmann, musste sich mit seinem Opel Astra Coupé V8 DTM dem Innsbrucker Porsche 935 DP2 Fahrer, Herbert Stolz geschlagen geben.  Letzterer stellte sein Power Pack aus Zuffenhausen auf P1 im Tourenwagen Klassement ab und sicherte sich so zugleich seinen Klassensieg in der Klasse E1-nat/EX/RACB/FS über 3500 ccm Hubraum. Markenkollege Nicolas Werver folgte mit 6 Sekunden Respektabstand auf seinem Porsche 997 GT3 Cup auf Rang 2. Das Stockerl komplettierte der Slowake Martin Kois im über 600 PS starken Rallye Cross Ford Fiesta RS Cosworth. Einen Exoten konnte man auch in der Klasse E1-nat/EX/RACB/FS bis 3000 ccm auf dem Siegertreppchen bewundern. Yannick Poinsignion feuerte seinen turbogetriebenen CG Simca Turbo deutlich auf P1. Ihm folgten auf Rängen Romain Ciuca auf Opel Kadett C  und Jean Leruth auf Honda Integra Type R. Die seit den vom DMSB angekündigten Reglementseinhaltungen gut gefüllte Klasse E1-nat/EX/RACB/FS bis 2000 ccm gewann der Polotreter Peter Naumann mit seinem aufgeladenen VW Polo II 1.4. G40 Supercharger knapp vor dem Belgier Gaetan Hayot auf VW Lehmann Golf I 16V und Markenkollegen Ralf Kroll - ebenfalls VW Lehmann Golf I 16V. Die drei hauten sich die Bestzeiten nur so um die Ohren. Eine Schrecksekunde gab es für Peter Naumann im zweiten Wertungslauf, als er diesen mit Elektronikproblemen abbrechen musste, die aber bis zum dritten Lauf wieder gefixt werden konnten.

Ebenfalls top gefüllt war die Klasse E1-nat/EX/RACB/FS bis 1600 ccm. Hier wurde bis aufs Messer gekämpft. Corsa Flieger Tobias Auchter stellte sein neu aufgebautes grünes Giftgerät namens Opel Zöllner Corsa GSI 16V nach einem erbitterten Kampf auf P2 ab. Nur Egidio Pisano war mit seinem VW Spiess Golf 16V, in der Addition der zwei besten Läufe, schneller wie Tobias. Thomas Klingelberger kam mit seinem VW Polo 6N2 JWRC Kit Car 16V nach dem dritten Wertungslauf dem dritten Rang ins Ziel. Der Luxemburger Canio Marchione gewann im Fiat 127 die Klasse E1-nat/EX/RACB/FS bis 1400 ccm vor Réginald Togaert im Peugeot 205 Rallye. Die ehemaligen Gruppe H Fahrer, die nun in die Gruppe E1-nat/EX/RACB/FS bis 1300 ccm wechseln mussten, zeigten dass es hier nicht minder schnell zugehen muss. Durchweg mit Top Zeiten duellierten sich die Herren der "Alten Garde" - mit dem besseren Ende für Franz Weißdorn im VW Polo Honda I 16V. Getriebespezialist Klaus Bernert stellte seinen VW Polo II 16V auf P2 ab, Martin Kleiner folgte ebenfalls im VW Polo II 16V auf P3. Schnellster 8V Pilot war ein mit sumpfen Waffen kämpfender und zwangsversetzter Klaus Streiberger im VW Polo II 8V "Tigger". Thomas Stelberg gab in der Klasse E1-nat/EX/RACB/FS bis 1150 ccm mit seinem VW Schneider Polo Coupé 16V den Alleinunterhalter, ebenso wie Manfred Pape im einzigen VW Golf V r-TDI Diesel in der Gruppe H.

Einen weiteren Rückkehrer mit noch nicht ganz komplettiertem Fahrzeug, fand man in der Gruppe H über 2000 ccm - Christian Auer stand hier mit dem neu aufgebauten BMW M3 ganz oben auf dem Treppchen. Ford Escort Cosworth Pilot Norman Struckmann und Hartge BMW E30 325i reihten sich auf den Rängen 2 und 3 ein. Die Gruppe H bis 2000 ccm zeigte sich leider etwas Starter bereinigt mit nur noch 11 Startern. Opel Ziegler Kadett C Coupé 16V Pilot Roman Sonderbauer, konnte seinen Vorjahressieg noch einmal wiederholen und gewann die Königsklasse deutlich vor Dieter Rottenberger im BMW 318i E36 STW. André Wiebe zeiget welches Potenzial im Ex-Werks Renault Williams Wiebe Laguna steckt und konnte sich knapp hinter Dieter Rottenberger auf P3 behaupten. Schnellster 8V Pilot war hier Alex Konstanzer im Opel Kadett C Coupé 8V.  Die Gruppe H bis 1600 ccm war leider nicht vertreten, so dass es hier keine Ergebnisse zu vermelden gibt. Dafür aber in der Gruppe H bis 1300 ccm, wo ich Manfred Konrad im VW Corrado 16V einen weiteren ungefährdeten Klassensieg einfahren konnte. Helmut Götzl war der schnellste 8V Pilot und zugleich zweiter in der Klasse. Frank Lohmann kam mit seinem VW Polo 86C Steilheck auf Rang 3. Die kleinste Klasse bis 1150 ccm gewann Fiat 127 Sport Martini Racing vor dem Mülheimer Peter Richter im VW Capricorn Polo I 8V und Volker Angelberger im Audi 50 8V.

Die wilder Meute der gepflegten Hecktrieblerbewegung aus dem NSU Bergpokal stand mit insgesamt 12 Fahrzeugen in Luxemburg  am Start und stellten somit das wohl größte Starterfeld. Uwe Schindler konnte hier einen weiteren ungefährdeten Klassensieg einfahren. Auf dem zweiten Platz folgte ein toll fahrender Karsten Steinert im schrill schreienden NSU TT. Jörg Höber komplettierte die Top 3 und Nicola Höllerich fuhr wieder einmal glänzend aufgelegt unter die Top 5 im NSU Klassement. Die Gruppe N + F bis 1300 ccm gewann Dieter Altmann jr. Im Peugeot 205 Rallye. In der größeren Klasse bis 2000 ccm gewann Ralf Orth im BMW 320iS. Werner "Jetty" Jetzt war leider auch nur Einzelstarter in seiner Gruppe N bis 3000 ccm. Er konnte den Ex-Colin McRae Subaru Impreza mit Top Zeiten wieder exzellent den Berg hinauf bewegen. Die Gruppe A bis 2000 ccm gewann  Corentin Starck im Renault Clio III Cup. In knapp zwei Wochen geht es, wie immer zu Pfingsten, nach Wolsfeld zum Wolsfelder Bergrennen in die schön Eifel.

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