Der nun bereits 4. Lauf zur Deutschen Bergmeisterschaft und 5. Lauf für den Berg-Cup steht wie immer Ende Juni beim Ibergrennen 2013 mit seiner 18. Auflage auf dem Programm. Mit eher mäßigen Wetteraussichten machten sich trotz alledem über 130 Fahrer auf den Weg in das schöne Heilbad Heiligenstadt im Eichsfeld. Je nach Berechnung befindet sich der Mittelpunkt Deutschlands genau inmitten der Stadt – umso mehr ein Grund, eines der wohl schönsten Bergrennen im Kalender dort auszurichten. Denn fast die gesamte Stadt mit ihren etwa 35.000 Einwohnern unterstützt das Team MC Heilbad Heiligenstadt nach Leibeskräfte. Überhaupt das ganze Team hängt sich in die Ausrichtung rein, wie wohl kaum ein anderes Team – angefangen bei der unheimlich entspannten Atmosphäre die die netten Menschen ausstrahlen, über die beispiellose Pressebetreuung durch Pressequeen Silvana Tismer (die übrigens gerade mit ihrem Kumpel Fabian Klaus ein sehr empfehlenswertes Buch über Oldtimer herausgebracht hat) und das bestens eingespielte Rennleiter Kevin Ferner und Streckensicherungsleiter Leander Birkel – es gibt wirklich nichts zu meckern. Ganz im Gegenteil – denn wer hat denn schon einen Anhänger Abhol- und Lieferdienst für die Fahrer im Fahrerlager? Das Fahrerlager integriert sich komplett in den Ortskern und hat dadurch einen ganz eigenen Charme, da  alle Fahrer auf dem Asphalt stehen können. Das wirkt sich natürlich positiv auf die ganze Stimmung aus und so treffen sich Einheimische, Fahrer und Fans abends bei ausgelassener Stimmung rund das bestens besuchet Restaurant „Alex“, der jedes Jahr aufs Neue wohl seinen Jahresumsatz macht.

Das Wetter zeigte sich, wie schon erwähnt, ja leider von seiner wechselhaften Seite, so dass es immer wieder zu teils kurzen aber dafür heftigen Schauern kam. Erst am Samstagnachmittag klarte der Himmel auf und zeigte sich von seiner blauen Seite. NSU TT Pilot Leo Rabus sagte uns: „Ich habe zwei Regenreifen und zwei Slicks drauf, da muss ich morgen wenigstens nicht alle viere wechseln.“ So etwas ist typisch die fränkische Frohnatur - immer alles positiv sehen. Nicht ganz so positiv verlief das Training für den einen oder anderen Fahrer. Der amtierende Bergmeister Uwe Lang drehte sich im zweiten Trainingslauf im oberen Teil der Streck so unglücklich raus, so dass er seitlich rückwärts in der Leitplanke einschlug und ein weiteres Fahren mit dem auf über 450 PS erstarkten Osella BMW PA20/S Evo nicht zu denken war. Enttäuscht lud er auf und musste die Heimreise nach Schweinfurt antreten. Der Pechvogel schlug dann auch bei Wolfgang Glas zu, dem bei der Rückführung an seinem VW Minichberger Polo I 16V ein Ventil abriss und einen kapitalen Motorschaden zur Folge hatte.

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Am schlimmsten erwischte es aber unseren Freund Rüdiger Julius-Bernhart mit seinem wunderschön aufgebauten BMW 2002 Gruppe 5. Bereits am Samstag hatte er immer noch mit spukender Motorelektronik zu kämpfen, die dann dank der Hilfe vom MTO Engineering Ikone „Telly“ beseitig werden konnten. Rüdiger fiel im 4 Trainingslauf beim Posten 7 aus und konnte so keinen kompletten Lauf im trockenen antreten. Das dieser Posten ihm am nächsten Tag zum folgenschweren Verhängnis werden sollten, konnte zu dem Zeitpunkt noch keiner ahnen. Mit einem furiosen Start bewegte er sich die knapp 1,7 km lange Strecke auf dem Holzweg hinauf. Bei der Zufahrt auf die Zuschauerkurve am Posten 7 passierte dann das unfassbare – vermutliches, komplettes Bremsversagen am ex Gruppe 5 BMW 2002. Rüdiger versuchte noch den Wagen durch anlehnen an der rechten Leitplanke zu verzögern, doch mit knapp 200 km/h war er dafür viel zu schnell und schlug nahezu ungebremst links in den Hang ein, durchschlug dabei die Reifenbarriere und blieb qualmend auf dem Dach liegen. Rüdiger kam dann doch recht schwer verletzt mit dem eiligst herangeeilten Rettungswagen ins Heiligenstädter Krankenhaus. Wir wünschen ihm an dieser Stelle wirklich alles erdenklich Gute und eine schnelle Genesung von diesem wirklichen Horrorcrash. Der schöne 02 wurde bei dem Unfall so nachhaltig zerstört, dass das Auto nicht wieder fahren wird. So ist dieses ehrgeizige Projekt viel zu früh gestoppt worden, sehr schade wie wir finden. Eine Anmerkung in eigener Sache: Wir werden weder Fotos noch Videos von dem Unfall veröffentlichen, da wir selbst sehr eng mit Rüdiger befreundet sind, das Projekt eng über die ganze Zeit begleitet haben und es generell gegen unseren Ehrenkodex als Medienvertreter spricht.

Den Gesamtsieg konnte sich Michael Behnke mit seinem Osella BMW PA20/S recht knapp vor dem schnellsten Tourenwagen Piloten Klaus Hoffmann im Opel Astra Coupé V8 DTM. Michaels Bruder Peter verunfallte ebenfalls im ersten Wertungslauf am Posten 7 und beschädigte sich die Fronthaube.  Michael Behnke gewann somit auch die Klasse E2-SC über 2000 ccm Hubraum vor Markenkollegen Holger Fladung und Rolf Köppel im Norma BMW M14. Bernd Letmade gewann im Norma Honda M20 die Klasse E2-SC bis 2000 ccm vor Francesco D’Acri im Elia ST 09. Der Dritte im Bunde, Günter Miethke, fiel leider nach dem ersten Lauf aus und kam nicht in Wertung.  Der Osteroder PRC C3 Pilot gewann dir Klasse E2-C3 bis 2000 ccm vor Gerhard Siebert im Osella BMW PA18 und Stephan Collisi im Behnke Condor BMW. Robert Meier gewann im Dallara Toyota F300 seine Klasse E2-SS bis 2000 ccm vor Sascha Herz im Formel BMW.

Der amtierende Bergmeister für Tourenwagen Klaus Hoffmann gewann als schnellster Tourenwagenpilot somit auch seine Klasse FS/E1-Berg/E1-FIA/E2-SH über 2000 cccm Hubraum vor dem Innsbrucker Porsche 935 DP2 Pilot Herbert Stolz und dem Paderborner Thorsten Meier auf seinem Tij-Power Seat Leon 1.8T Evo. Leider hatte letzterer mit starken Getriebeproblemen zu kämpfen, so dass er die ganze Zeit keinen dritten Gang zur Verfügung hatte. Zudem kam noch, dass seine Jungs ihm nur knapp 500 PS der über 650 zur Verfügung stehenden Pferde bereit stellten – da waren ein paar Pferde wohl noch auf der heimischen Weide in Paderborn. Trotz alledem konnte Thorsten seine Bestzeit vom letzten Jahr um eine Sekunde unterbieten. In der Klasse FS/E1-Berg/E1-FIA/E2-SH bis 2000 cccm sah nach dem ersten Lauf alles nach einem Duell zwischen Peter Naumann im VW Polo II 1.4 G40 Supercharger und dem VW Minichberger Scirocco I 16V Pilot Mario Minichberger aus. Letzterer hatte ebenfalls einen schweren Motorschaden nach dem ersten Lauf zu beklagen. Polotreter Peter Naumann hatte Antriebsprobleme am Kompressor des Polos zu beklagen und konnte den zweiten Lauf ebenfalls nicht mehr in Angriff nehmen. Somit konnte Ralf Kroll im VW Lehmann Golf I 16V seinen ersten Klassensieg für 2013 verbuchen. Ihm folgte, mit knapp einer Sekunde Abstand Andrä Schrörs im SMG Talbot Lotus Sunbeam, verdient auf dem zweiten Platz. Rang Drei belegte Hans-Peter „Hansi“ Eller im infernalisch klingenden und in Windeseile aufgebauten Ford Escort RS2000 V6 STW.

Die Klassen FS/E1-Berg/E1-FIA/E2-SH bis 1150, 1300 und 1600 cccm wurden aufgrund der zu geringen Starter zusammengelegt, und nun die kleinen 1150er und 1300er gegen die größeren 1600er antreten mussten. Hier gewann Routinier Helmut Maier mit seinem VW Spiess Golf 16V vor Corsa Pilot und Jungvater Tobias Auchter im Opel Zöllner Corsa GSi 16V und VW Schneider Polo I 16V Pilot André Stelberg. Letzterer möchte sich von seinem Renngefährt trennen und bietet es derzeit zum Verkauf an. Berg-Cup Urgestein Franz Weißdorn kam mit seinem VW Honda Polo I 16V auf einen beachtlichen 4 Rang.

Die Gruppe H über 2000 ccm Hubraum gewann der Duderstädter Markus Wüstefeld im AMG Mercedes 190E Evo 2 vor Ford Escort Cosworth Pilot Norman Struckmann und Franz Eberle im BMW M3 E36. Bei den Diesel Fahrzeugen der Gruppe H konnte sich Christian Triebstein im Alfa 147 Cup vor Markenkollegen Sepp Koller platzieren. Die immer hart umkämpfte Gruppe H bis 2000 ccm konnte wieder einmal Roman Sonderbauer im Opel Ziegler Kadett C Coupé 16V für sich entscheiden – der bereits dritte Saisonsieg für den sympathischen Polizeibeamten. Dieter Rottenberger sicherte sich weitere wertvolle Punkte und stellte den BMW 318iS STW auf Rang 2 ab. Im folgten auf P3 André Wiebe im nun endgültigen und wunderschön aufgebauten Renault Laguna BTCC und eine wieder extrem stark fahrender Patrick Orth im BMW 320iS auf Rang 4. Schnellster 8V Pilot war hier ein sehr sauber fahrender Johann Hatezic im Opel Ascona B 8V. Bei den 1300er Fahrzeugen der Gruppe H bis 1300 ccm stellte VW Corrado 16V Pilot Manfred Konrad den selbigen ein weiteres Mal auf P1 ab. Gerhard Moser folgte im VW Polo I 16V mit Oettinger Kopf auf Rang 2. Starker Dritter und zugleich schnellster 8V Pilot war hier Frank Lohmann im VW Polo II Steilheck 8V.

Bei den 1150ern war wieder alles in Händen der Familie Stegmann / Deutsch. Tobias gewann vor Bernd Deutsch (beide Audi 50 8V) und Jürgen Heßberger im Fiat 127 Sport Martini Racing. Roland Wanek gewann vor seinem Markenkollegen Ludger Dreyfürst im Mitsubishi Evo IX die Klasse A/CTC/CGT/F über 2000 ccm. Patrick Orth (der andere ;-)) gewann im VW Golf III die Klasse A/CTC/CGT/F bis 2000 ccm vor einem verwunderten Lars Bröker im Honda Civic Type R und Jochen Stoll Peugeot 306 S16. Jürgen Fechter gewann im VW Scirocco die Klasse A/CTC/CGT/F bis 1600 ccm vor Hartmut Grebe im Ford Fiesta.

Der Classic Berg Cup war wieder sehr gut in Heilbad Heiligenstadt vertreten und konnte den zahlreich angereisten Zuschauern ihre schönen klassischen Fahrzeuge präsentieren. René Frank gewann hier im ex-Schnitzer BMW M3 E30 DTM die Klasse CTC/CGT über 2000 ccm vor Ford Capri 2600 RS Pilot Richard Rein und Ronny Hering im unterlegenen VW Scirocco I GTI. BWM 325i Pilot Albert Vogt belegte Rang 4 und Heinz Neurohr mit der Renault Alpine A310 V6 den 5. Rang. Ein weitere ex Linder BMW M3 E30 DTM Pilot, kam leider nicht in Wertung. Bei den Piloten aus dem NSU Bergpokal zeigte sich das gewohnte Bild an der Spitze. Uwe Schindler konnte einen weiteren Klassensieg vor Steffen Hofmann und Karsten Steinert für sich verbuchen. Ihm folgten Jörg Davidovic, Thomas Krystofiak und Nicola Höllerich auf den Rängen 4 – 6. Hannes Feldmann (Formel Ford van Diemen - Klasse CSC), Hans-Joachim Brett (BWM Z4 M Coupé – Gruppe G) und Stefano D’Acri (Peugeot 106 Rallye – Gruppe N/CTC/CGT bis 1400 ccm) waren allesamt Einzelstarter in ihren Klassen und gewannen diese somit.

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