Die Halbzeit in der Deutschen Bergmeisterschaft ist bereits erreicht und die Marathon Highlight Woche für die meisten Bergrennfahrer neigte sich mit der 46. Auflage des Osnabrücker Bergrennen 2013 dem krönenden Ende. Die Wetteraussichten für das Rennwochenende am Uphöfener Berg waren hervorragend lies auf ein wahres Top-Motorsportevent hindeuten. Das Team um Bernd Stegmann sollte ja schließlich für den ganzjährigen und unermüdlichen Einsatz für ihr Bergrennen in Hilter/Borgloh entlohnt werden - und das sollten sie auch. Knapp 15.000 Uhr Zuschauer säumten die  2,03 km lange Bergrennstrecke in der Borgloher Schweiz. Getreu dem Motto "Der Bernd ruft!" freuen sich mittlerweile viel der Internationalen Gäste in Osnabrück an den Start zu gehen - man ist damit auf Augenhöhe zu den anderen Top Veranstaltungen in der Deutschen Bergmeisterschaft wie Mickhausen oder das Glasbachrennen.

Der selektive 2,03 km lange Kurs mit durchschnittlich 4,5% Steigung ist das nördlichste Rennen in der Meisterschaft, welches 1968 vor etwa 7.000 Zuschauern mit rund 140 Teilnehmern ausgetragen wurde. Nun - 46. Ausgaben später hat sich das Osnabrücker Bergrennen zu einem der Medien- und Motorsportevents auf nationaler und internationaler Ebene gewandelt. Darum hatte der MSC Osnabrück nun ein wahres Rekordstarterfeld von knapp 180 Startern zu verzeichnen, und das nur eine Woche nach dem Europameisterschaftslauf am Glasbach. Wie sonst auch wurde das Thema Cars & Fun beim MSC Osnabrück wieder groß geschrieben, denn man wollte den Leuten ja schließlich etwas bieten. Neben dem Schauspieler Norbert Heisterkamp der in der legendären Schwarzen Witwe, einem Opel Rekord A, als Taxi den Berg hinauf fuhr waren auch der ehemalige Walter Röhrl Opel Ascona A und auch Titus Dittmann mit seiner Dodge Viper mit am Start. Zwei Premieren gab es auch zu bewundern - zum einen wurde der wohl weltweit erste E-Mobil Berg-Cup mit etwa 20 Fahrzeugen ausgetragen als auch der erste Einsatz eines BMW Z4 GT3 am Berg, welcher sich mit seinem Piloten Henry Walkenhorst als zweitschnellster Tourenwagen extrem gut geschlagen hatte. 

Vor dem ersten Trainingslauf gab es einen kurzen Regenschauer, der manch einem noch zu einem kurzen Reifenwechsel am Morgen hinreißen ließ - aber das war dann auch das einzig negative am Wetter, denn sonst gab es nur Sonne pur und Traumwetter. Leider wurde der Traininsgsamstag von ein teils heftigen Unfällen geprägt, so dass seit langen einmal wieder nur drei Trainingsläufe abgehalten werden konnten. Daniel Schrey verunfallte mit seiner ehemaligen Oreca Dodge Viper GTS-R aus der GT1 Meisterschaft in Höhe des Posten 8 schwer und beschädiget das Auto dabei nachhaltig. Ebenso tat es Tim Gürtzgen im BMW 2002am Ende des Geschlängels im Wald als er frontal in die Reifenkette krachte. Die beiden Unfälle und der Motorschaden von Vaclav Yanik im ersten Trainingslauf durchkreuzten den straffen Zeitplan von Rennleiter Holger Maes und Leiter der Streckensicherung Michael Schrey. Beide waren hochengagiert und packten selbst beim Reifenaufstellen tatkräftig mit an - so muss das sein. In den großen Klassen wurde eifrig angegast und geblufft, was  das Zeug hält - wollte man doch nicht die Karten zu schnell offen legen. In der Gruppe H bis 2L Hubraum zeichnete sich so langsam eine kleine Wachablösung an - André Wiebe und Patrick Orth waren extrem gut aufgelegt und ließen auf einiges hoffen - doch spielten hier auch alle mit offenen Karten? Man wusste es nicht. Doch am Rennsonntag mussten die Karten ja wohl oder übel offen gedeckt werden - und das taten auch alle.

Julien Docummun holte sich seinen ersten Klassen- Gesamtsieg und Streckenrekord in einem Zug als er sich am Ende mit knapp einer Sekunde Vorsprung vor seinem Teamkameraden und Landsmann Marcel Steiner platzierte. Joel Volluz, der dritte Osella Zytek FA30 aus dem Team Ceylin Motorsport, kam als Dritter aufs Podium. Irgendwie können einem die Schweizer Angst machen, denn da hatte kein anderer mehr nur den Hauch einer Chance, zumal der viert- und sechstplatzierte auch aus der Schweiz kommen. Der Luxemburger Guy Demuth patze im zweiten Heat und knallte rückwärts in die Leitplanken. So sah dann auch die Platzierung in der Gruppe E2-SS bis 3000 ccm Hubraum aus. Die Gruppe E2-SS bis 1600 ccm gewann Frederic Souris im Dallara 396 vor Robert Meiers im Dallara Formel 3 und Roland Braquet im Tatuus F2000. Bei den zahlreich angereisten Fahrzeugen der Gruppe E2-SC (CN) bis 3000 ccm  Hubraum konnte sich der Slowene Patrick Zajelsnik im Norma M20F gegen den mehrfachen Deutschen Bergmeister Uwe Lang im Osella BMW PA20/S Evo und Schweizer Urs Müller im Osella Zytek PA30. Die kleinere Klasse E2-SC (CN) bis 2000 ccm wurde von Jiri Svoboda im Norma Honda M20F  dominiert. Ihm folgten mit Respektabstand  Dioisio Perez-Pascual  und Bern Letmade, beide auf Norma Honda M20. Der Osteroder Uwe Kaufel im PRC VW C3 setzte sich erfolgreich gegen Gerhard Siebert auf Osella BMW PA18 und Stephan Collisi im Behnke Condor BMW in der Gruppe E2-C3 bis 2000 ccm durch.

Der Wechsel zu den Tourenwagen - hier konnte Klaus Hoffmann im Opel Astra Coupé V8 DTM sich gesamt gegen Lokalmatador Henry Walkenhorst im Rundstrecken BMW Z4 GT3 und Dan Michl im Lotus Evora Hartley durch. Klaus Hoffmann gewann somit seine Klasse E2-SH über 2000 ccm vor dem eben genannten Dan Michl. Henry Walkenhorst wurde nur als einzelner in seiner Klasse gewertet, da seinem Mitstreiter Romain Theissen im ersten Lauf die Fronthaube am Porsche 997 GT3 R hochklappte. In der Gruppe FS/E1 über 2000 ccm siegte der Innsbrucker Herbert Stolz auf Porsche 935 DP2 deutlich vor Frank Neugebauer im Porsche 996 GT3 RSR und Jürgen Gerspacher im Lancia Delta S4. Thorsten Meier kam mit immer wieder auftretenden Getriebeproblemen am Tij-Power Seat Leon 1.8T leider nicht in Wertung.  Eine Klasse niedriger in der Gruppe FS/E1 bis 2000 ccm setze sich Hans-Peter "Hansi" Eller in VW Minichberger Scirocco I 16V gegen den frisch vermählten Andrä Schrörs, der in der Zwischenzeit seine Karin heiratete, auf Talbot Lotus Sunbeam durch. Auf Rang 3 landete ein angeschlagener Ben Lintgen im Ford Puma Cup.

Die beiden Klassen der Gruppe FS/E1  bis 1300 und 1600 ccm wurden zusammengelegt. Hier konnte unser kleiner giftgrüner Opel Corsa A GSI 16V mit Tobias Auchter am Steuer einen Sieg vor Manfred Schulte im lauthals brüllenden Citroen AX Sport 16V Kit Car und Thomas Stelberg in Sohnemanns VW Schneider Polo I 16V erringen. Franz Weißdorn patzte hier im 4. Lauf als er vergaß die Schutzfolie seiner Hinterreifen vorm Start zu entfernen - was dann auch prompt mangels Gripp in einem Unfall endete - sehr Schade. Komme wir zur Gruppe H in der es immer heiß zugeht - heiß, oh ja sehr heiß. Während der Duderstädter Markus Wüstefeld in seinem Mercedes Benz AMG 190E Evo 2 einen ungefährdeten Sieg in der Gruppe H über 2000 ccm vor Ralf Iwan im Opel Kadett C Coupé 2.5 16V und Thomas Ostermann im Hartge BMW 325i einfahren konnten, so ging es in der Königsklasse bis 2000 ccm super spannend zu. Bereits am Vortag waren André Wiebe, Roman Sonderbauer, Patrick Orth und Dieter Rottenberger extrem nahe beieinander und verbreiteten schon mächtig Spannung in der Klasse. Letzter hatte dann nach dem ersten Lauf einen Motorschaden zu beklagen und zog sein Fahrzeug aus dem Wettbewerb zurück. Nun war er Kampf um die Spitz entfacht - der Youngster des Jahres 2012, Patrick Orth peitschte seinen BMW Frank 320iS gekonnt den Uphöfener Berg hinauf und setzte sich nach dem dritten Lauf an die Spitze. André Wiebe war anfangs nicht flott unterwegs, holte aber zusehend auf, so dass das Ganze zu einer ganz knappen Kiste wurde. Doch am Ende konnte sich PO, wie Patrick Orth genannt wird, durchsetzen und den ersten Klassen und Gruppensieg mehr als nur verdient für sich verbuchen - ganz großes Kino - Gratulation nochmals an dieser Stelle. Schnellster 8V Pilot wurde Johann Hatezic im Opel Ascona B 8V, der wieder einen flotten Reifen auf den Asphalt brannte.

In der Gruppe H bis 1300 ccm betrieb Manfred Konrad im VW Corrado 16V Schadensbegrenzung - Armin Ebenhöh konnte er im VW Minichberger Polo I 16V nicht einfangen und musst sich gleichzeitig von unten gegen den heranpreschenden Gerhard Moser im VW Polo I 16V wehren. Der schnellste 8V Pilot ist ein weiteres der Eichbühler Nils Abb im VW Schneider Polo II 8V geworden. Same Procedure as last year Mr. Stegmann - Yes, same procedure als last year - Tobias Stegmann gewann im Schneider Audi 50 8V zum wiederholten Mal die Gruppe H bis 1150 ccm bei seinem Heimrennen in der Borgloher Schweiz. Tobias Klimsa kam im VW Scheider Polo I 8V nach über einem Jahr Pause auf einen respektablen zweiten Platz. Bernd Deutsch belegte ebenfalls im Schneider Audi 50 8V den dritten Rang.

Ex-Europameister Roland Wanek gewann als Einzelstarter im Mitsubishi Evo IX seine Gruppe A über 2000 ccm. Der Weg zweiten Orths sollte auch zum Sieg führen - Papa Ralf Orth tat seinem Sohnemann gleich und gewann im BMW 320iS die Gruppe A-F bis 2000 ccm deutlich vor Herbert Schmitz auf Opel Astra GSI und Markus Goldbach im Renault Clio. Die Gruppe A-F bis 1400 ccm gewann Christoph Hilmes auf VW Polo II  vor Hartmut Grebe auf Ford Fiesta. Daniel Donkels im Renault Clio 3 RS war Einzelstarter in der Gruppe N bis 2000 ccm. Porsche 997 GT3 RS Pilot gewann die Gruppe G LG1 vor Axel Pohlmann im Alfa Romeo 75 TS. Die Markenpokalwertung  konnte ein weitere Mann aus dem Osnabrücker Land für sich gewinnen - Manfred Lewe im Seat Leon Supercopa WTCC gewann hier vor Manuel Rubow auf Renault Clio RS Cup III und Carsten Woyak auf Seat Leon Cupra R.

Bei den klassischen Schönheiten aus dem Classic Berg Cup und den Anhang K Fahrzeugen war ein tolles großes Starterfeld in Osnabrück zu sehen. Hendrik van Delden gewann im VW Käfer 1302 RS vor Uwe Koenzen im Ginetta G4 die Klasse der GT Fahrzeuge Anhang K bis 1600 und über 2000 ccm. Ex-Schnitzer BMW E30 M3 DTM Pilot René Frank gewann die Klasse CTC/CGT über 2000 ccm vor Albert Vogt im BMW 325i und Heinz Neurohr auf seiner Renault Alpine A310. Eine Klasse darunter aber dafür nicht minder interessant konnte sich Wilhelm Vinke im bärenstarken Opel Kadett B 1900 einen Klassensieg vor Werner Weiss im infernalisch brüllenden Ford Zakspeed Escort RS1800 BDA und Stefan Scholz im Opel Kadett C Coupé GTE, erringen. Ronny Hering und Detlef Schröder folgten auf den Rängen 4 und 5. Im NSU Bergpokal ist die Stunde des Jörg Höbers geschlagen. Bereits seinen zweiten Klassensieg fuhr er mit seinem NSU TT vor Karsten Steinert und Jörg Davidovic ein. Frank Kleineberg und Karlheinz Meurer folgten auf P4 und P5. In zwei Wochen geht es bereits weiter, beim Hauenstein Bergrennen in der Rhön.

 

Weitere Klassensieger:

  • Richard Allen Hall - Lotus Seven S1 - GLP Modus 2 bis 2000 ccm
  • Burckhard Bock - Opel Manta B  - GLP Modus 2 bis BJ. 1985
  • Joachim Gräsel - Morris Mini Cooper S - GLP Modus 2 bis BJ: 1970
  • Daniel Alders - E4x4 Spider Karmann Ghia - Elektro Fahrzeuge E-Sportprotypen E6
  • Michael J.A. Eymann - Tesla Roadster - Elektro Fahrzeuge E-Sportprotypen E4
  • Dirk Dreßler - Nissan Leaf - Elektro Fahrzeuge LG größer 15KG
  • Friedrich Lückemeier - German E-Car Agila - Elektro Fahrzeuge LG größer 30KG
  • Peter Schaar - Opel Ampera - Elektro Fahrzeuge LG größer 10KG

 

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