Sie war mit einem Risiko verbunden – die Verlegung der KW Berg-Cup Meisterfeier aus dem nördlichen Schwarzwald ins liebliche Taubertal, in die Bad Mergentheimer Wandelhalle. Man wollte den Gästen entgegen kommen, wollte eine zentrale Lage mit guter Autobahnanbindung bieten. Und das, ohne an Attraktivität und Ambiente zu verlieren. Viele verschiedene Möglichkeiten wurden kritisch geprüft und verglichen, bevor die Wandelhalle den Zuschlag bekam. War die Vorbereitung und Durchführung der Siegerehrung in Wart für die Berg-Cup Vorstandschaft mittlerweile zur Routine geworden, zum „Business as usual“, so musste man in Bad Mergentheim von Null weg starten, musste alles neu organisieren. Dementsprechend hoch war die Anspannung, Lampenfieber und Nervosität stellte sich ein. Die erste Gretchenfrage lautete: Wird die neue Lokalität überhaupt angenommen, wie viele Gäste und Berg-Cup’ler werden der Einladung folgen? Sah es anfangs noch mager aus, so bildeten sich schon bald Sorgenfalten der positiven Art bei den Verantwortlichen. Und die Frage war plötzlich nicht mehr „wie bekommen wir die Wandelhalle voll“. Sondern: „Wie bringen wir alle rund 280 Angemeldeten unter?“ Schlussendlich gelang das, auch wenn hie und da etwas gezaubert und zusammen gerückt werden musste.

Auch das „Nennergebnis“ der Frühstarter für das traditionelle Freitagsprogramm sprengte den Rahmen des Erwarteten. Fast deren 80 fuhren am Abend mit dem Bus ins nahe gelegene Herbsthausen. Um heraus zu finden, wo denn das gleichnamige Pils herkommt. Und auch, wie es entsteht. Und ja, natürlich auch wie es schmeckt! Brauereibesichtigung mit anschließender Einkehr hieß der Programmpunkt offiziell.

Der Laune machte und anregte zu Benzingesprächen und privatem „Small Talk“. Was nach der Rückfahrt gegen Mitternacht von Manchen noch an der Hotelbar fortgesetzt wurde.

 

Am Samstag dann sprang die Siegerehrungs-Startampel Punkt 17:30 Uhr auf Grün. Der Sektempfang im Vestibül, die Öffnung des festlich dekorierten und erleuchteten Saales mit Getränkeservice  und die Einnahme des servierten Vorspeisentellers füllten die Zeit bis 18:30 Uhr. Gespannt wurde der nächste Programmpunkt erwartet, die Präsentation der brandneuen KW Berg-Cup DVD 2013 von AH Video Concept. Die parallel auf zwei große Leinwände projiziert wurde, damit die sehenswerten Bilder von jedem Platz in der Wandelhalle aus gut gesehen werden konnten. Action, Fahrer-Interviews, Motorensound und der Kommentar von Uli Kohl tauchten die Wandelhalle in echte Bergrenn-Atmosphäre. Als der Beifall zum gelungenen Werk abebbte, trat Uli in seiner Funktion als Berg-Cup Präsident live ans Rednerpult, begrüßte die hochkarätigen Ehrengäste aus Wirtschaft und Sport, hieß die Rennveranstalter und die Berg-Cup Familie herzlich willkommen. Im Rahmen seiner kurzen Rede setzte er sich mit aktuellen Themen auseinander. Zum Beispiel mit den geänderten Voraussetzungen für Rennseriengenehmigungen und mit dem Ende 2012 präzisierten Gruppe H Motorblock-Reglement, das während der Saison dann  geändert wurde. Stellte klar, dass 2013 eine Übergangssaison war. Dankte vor diesem Hintergrund den Berg-Cup Sponsoren, den Veranstalterpartnern, den Verbänden und Gremien, den aktiven Fahrern sowie den treuen Berg-Cup Fans und Freunden besonders herzlich für ihr Engagement und das Vertrauen, das sie dem KW Berg-Cup einmal mehr entgegengebracht haben. Er lobte die zielgerichtete Arbeit seiner Vorstandskollegen und die Bereitschaft der Mitglieder zur Mithilfe bei den verschiedensten Anlässen. Dann – unter der Rubrik „einfach zum Nachdenken“ – ging er auf das Thema Berg-Cup Familie ein. Deren Funktionieren in diesem Jahr von Zweiflern in Frage gestellt worden war. Er wies darauf hin, dass eine Familie kein reines „Sonnenschein-Unternehmen“ sei und auch dann eine Familie bleibe, wenn nicht alle ihre Mitglieder der gleichen Meinung sind. Wichtig sei, das gemeinsame Ziel nicht aus den Augen zu verlieren: Die saubere Ausübung des Bergrennsports, mit sportlich-fairem Wettkampf auf der Strecke und mit familiärer Kameradschaft sowie reichlich Spaßfaktor im Fahrerlager. Auch die personelle Umstrukturierung des DMSB Fachausschusses Bergrennen erwähnte er. Bedankte sich bei dessen bisherigen Mitgliedern für die geleistete Arbeit, sprach den „Neuen“ sein Vertrauen aus, freute sich darüber, dass der KW Berg-Cup von ihnen ernst genommen und angehört wird, sich konstruktiv mit einbringen kann.

Am Ende seiner Ausführungen eröffnete er das Buffet, das mit Köstlichem für jeden Geschmack aufwartete. Die Stunde danach war der Ehrung der Platzierten auf den Rängen 20 bis 4 in den KW Berg-Cup Divisionen I und II und auf den Positionen 15 bis 4 in der KW 8V-Trophy gewidmet. Dazu wurden allen Markenwertungsgewinnern je eine KW Berg-Cup DVD 2013 von AH Video Concept als Sonderpreis überreicht, alle Klassenbesten durften sich über einen Schroth 6-Punkt Renngurt freuen. Uli Kohl moderierte die Ehrungen, hatte für jeden Preisträger eine kleine Laudatio parat, erzählte Interessantes, Wissenswertes und Lustiges aus dem KW Berg-Cup Geschehen. Die Berg-Cup Vorstandsmitglieder Norbert Wimmer, Manfred Schulte und Wolfgang Glas sorgten für einen reibungslosen Ablauf der Ehrungen auf der Bühne, überreichten die Preise und gratulierten den Empfängern zu den erbrachten sportlichen Leistungen.

Bevor man sich den leckeren Nachspeisen zuwandte, die in Traumschiff-Manier in den Saal gebracht wurden, unterhielt „Dobs Brugal“ mit seiner High-Tech Show das Publikum. Am Beginn der nächsten Ehrungsrunde bedankte sich der Berg-Cup bei Andrea Kleinschmidt und Brigitte Kohl mit einem Blumenstrauß für die großzügige „Freigabe“ ihrer Ehemänner zu deren umfangreichen Tätigkeiten in der Traditions-Meisterschaft. Rüdiger Kleinschmidt, permanenter Technischer Kommissar und Cup-Auswerter in Personalunion, erhielt eine AH Berg-Cup DVD gegen „Winter-Bergrennsport-Entzugserscheinungen“. Wolfgang Glas überreichte Uli Kohl einen Geschenkkorb samt Gutschein zu einem Wellness-Wochenende als Dank der Fahrer für die geleistete Arbeit und seinen gezeigten Einsatz, was der überraschte Empfänger zumindest während der laufenden Veranstaltung noch nicht wirklich vollständig realisierte. Danach standen nur mehr die Podestplätze im Mittelpunkt. Beginnend mit der KW Berg-Cup Ravenol Youngster Wertung der bis zu 27-Jährigen. André Wiebe schloss die Saison im Renault Williams Wiebe Laguna als Dritter der Junioren ab, Platz zwei sicherte sich der Eichenbühler Schneider Polo Pilot Nils Abb. Ganz oben auf dem Siegerpodest stand die 22-jährige Beatrice Flik. Im Renault Megane Coupé war die Bankkauffrau aus dem nördlichen Schwarzwald in den Vorjahren bereits Junioren-Dritte und -Zweite gewesen, dazu erfolgreichste Dame der Division II. 2013 war sie dies sogar im Rahmen der Gesamtwertung. Von den Youngstern wurde zu den Rookies, den Neu- und Wiedereinsteigern, gewechselt. Der Süd-Schwarzwälder Marc Fischer fuhr im Opel Kadett C-Coupé auf Rang drei, der Mindelheimer Bautechniker Franz Eberle im BMW M3 E36 auf Position zwei. Der 41-jährige Sieger kam aus dem Norden, aus dem Teutoburger Wald. Elektriker Frank Lohmann war im Steilheck VW Polo der Beste des KW Berg-Cup Rookie-Jahrganges 2013. Die Preise wurden von Ehrengast Tilman Sandtler und Berg-Cup Vizepräsident Manfred Schulte überreicht. Stichwort Preise: Zu den Siegerpokalen erhielten Bea Flik und Frank Lohmann wertvolle König Rennsitze, freuten sich darüber „königlich“. Und für die jeweils zweitplatzierten Nils Abb und Franz Eberle gab es einen Gutschein für einen Schroth 6-Punkt Renngurt als Zugabe. Die besten Drei der Divisionen I und II hieß der nächste Programmpunkt, KW Berg-Cup-Sponsor und -Freund Dieter Knüttel löste Tilman Sandtler als Pokalüberreicher ab. Platz drei der Division I holten sich die niederbayerischen „Renn-Brüder“ Gerhard und Hugo Moser aus Rotthalmünster im VW Polo 16V mit einem starken Saison Schluss-Spurt. Zweiter wurde – zum vierten Mal in Folge – Manfred Konrad, der Energieanlagen-Elektroniker aus Korb in Baden Württemberg im VW Corrado 16-Ventiler. Der Divisions-Sieger wurde erst beim KW Berg-Cup Finale in Mickhausen ermittelt. Der „Schwager-Express“, bestehend aus Maler- und Lackierermeister Wolfgang Glas sowie Kfz.-Meister und Autohaus Geschäftsführer Armin Ebenhöh, setzte sich schlussendlich im Minichberger Polo 16V durch, sicherte sich die Divisionskrone. Rang drei der Division II ging an Roman Sonderbauer, den 52-jährigen Bundespolizeibeamten aus Grafling im Bayerischen Wald, im Ziegler-Kadett C-Coupé 16V. Roman gewann zusätzlich den DMSB Bergpokal der Tourenwagen und wurde megastarker Dritter in der Deutschen Berg-Meisterschaft.  Die KW Berg-Cup Divisions-Zweiten kamen aus dem Hunsrück: Die Brüder Björn und André Wiebe, beide Kfz.-Mechatroniker, 26 und 23 Jahre jung. In der ersten vollen Saison mit dem Renault Williams Wiebe Laguna trumpften sie vor allem in der zweiten Saisonhälfte stark auf. Geprägt und gewonnen aber wurde die Division II vom Team Dieter Rottenberger und Jörg Weidinger im BMW 318i STW. Der 60-jährige Verkaufsleiter aus Burkardroth in Unterfranken und der 38-jährige Happurger Fahrwerks-Ingenieur gaben das Tempo der Gruppe H bis 2-Liter Hubraum vor, gewannen fünfmal ihre Klasse. Die Top-Drei der KW 8V-Trophy – der Meisterschaft der Piloten mit 2-Ventil Motoren und den roten Startnummern auf den vorderen Türen – bildeten den Abschluss dieser Runde. Die Pokale kamen aus den Händen von KW Berg-Cup Sportleiter Wolfgang Glas und von Andreas Ungerer, dem Motorsport-Abteilungsleiter im Hause König Renn- und Sportsitze. König-Sitze unterstützt die KW Berg-Cup 8-Ventiler Subwertung schon lange, steuerte auch in diesem Jahr wertvolle und sichere Rennsitze für die Preisträger bei. Stefanie Deutsch und Tobias Stegmann fuhren im Schneider Audi 50 zu Rang drei. Zweiter wurde Nils Abb, in dessen VW Polo ebenfalls ein Schneider Motor für die nötige Power sorgt. Der Sieg aber wurde auch hier von einem Team geholt. Von Johann Hatezic und Roland Christall auf einem Opel Ascona B. Sie durften sich zusätzlich über die „Pokale Pilsner Trophy“ freuen, den KW 8V-Trophy Wanderpokal, den sie erstmals für ein Jahr in Besitz nehmen konnten.

Mit echten Mega-Hammerpreisen – zur Verfügung gestellt von den KW Berg-Cup Sponsoren, von Titus Automotive und von Berg-Cup Partner DSK – wartete einmal mehr die „DMV Team Berg-Cup“ Tombola auf. Glücksfee Elena zog die Lose mit sicherer Hand stilgerecht aus einem Pokal. Und nicht nur die absoluten Spitzenpreise wie der 1.000,-- Euro Sicherheitszellen-Gutschein, die Rennreifen, der Satz BBS Rennfelgen, die KW Sitzgarnituren und das große KW Alu-Faltzelt lösten bei den Gewinnern Jubelschreie und Beifall im Publikum aus.

Die anschließende Ehrung der drei Erstplatzierten in der Gesamtwertung des KW Berg-Cups Gruppe H 2013 nahmen Manfred Schulte und Jürgen Wohlfarth, einer der Geschäftsführer unseres langjährigen Titelsponsors KW Automotive, vor. Gemeinsam überreichten sie die drei Siegerkränze an Roman Sonderbauer (P3), Björn und André Wiebe (P2) sowie die Gesamtsieger Dieter Rottenberger und Jörg Weidinger. Bei denen noch anzumerken bleibt, dass der Begriff Team in ihrem Fall auch die beiden engagierten Mechaniker Christian und Florian ebenso einschließt wie den unvergessenen früheren KW Berg-Cup Sportleiter Georg Plasa, der mit seinem unerschöpflichen technischen Knowhow und seinen gesammelten Daten dem 2007 begonnen Projekt „BMW 318i STW“ selbstlos Starthilfe leistete. Starthilfe zum absoluten KW Berg-Cup Gipfel, der nun erreicht wurde. Der „Pokale Pilsner Cup“ genannte Wanderpokal gehört Dieter, Jörg und dem Team nun für ein Jahr.

Emotion und Gänsehaut-Feeling pur dann beim großen Schlussbild. Als alle Preisträger der 26. KW Berg-Cup Saison auf der Bühne zu den Klängen von „Stand up fort the Champions“ minutenlang stehende Ovationen und stürmischen Beifall erhielten.

Mit den Schlussworten und dem Dank an alle, die dazu beigetragen haben, dass der KW Berg-Cup auch 2013 ein Top-Erfolg und ein Motorsport-Aushängeschild war, wurde die Bar im Vestibül eröffnet.

Und damit endet auch die Chronisten-Pflicht. Aber einen kleinen Nachtrag kann der sich ja doch nicht verkneifen. Zu den Rhythmen von DJ Marco Zobel wurde ausgelassen gefeiert. Sehr ausgelassen. Und lange. Und losgelöst vom Saison- und Siegerehrungsstress schwangen einige das Tanzbein. Auch solche, von denen man es nicht unbedingt so erwartet hätte. Wer? Das würdet ihr wissen, wenn ihr da geblieben wärt. Hm, wenn der Winter eintönig, lang und kalt werden sollte, könnte man ja auch darüber noch einen detailierten Bericht schreiben, oder? Nein, keine Angst, ich bin kein Enthüllungs-Journalist und Paparazzi. Versprochen! Daher soll die einsatzfreudige und schwer arbeitende Bar-Besatzung das Schlusswort haben, das ja aus unserer Berg-Cup Sicht durchaus als Kompliment gewertet werden kann: „Uff! Bei den Galas, die wir so kennen und betreuen, da ist aber viel weniger los. Und die dauern auch nicht sooo lange.“

Bleibt die KW Berg-Cup Siegerehrung in Bad Mergentheim, und danach sieht es aus, dann werden sich die Bar-Jungs wohl an das verschärfte KW Berg-Cup Tempo gewöhnen müssen. Das nicht nur auf den Rennstrecken, sondern auch beim Feiern an den Tag (oder doch eher in die Nacht?) gelegt wird.

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