Fast wäre man versucht zu sagen: „The same procedure as last year.“ Und läge damit sicher nicht daneben. Denn die KW Berg-Cup Delegation, die es am 24. und 25. Mai ins österreichische Ötscherland zog, war auch im zweiten Anlauf leider klein, aber dafür wieder sehr fein. Keiner der Akteure bereute seine Teilnahme. Beginnend mit der offenen, freundlichen Aufnahme über den jeweils pünktlichen Trainings- und Rennbeginn, die zügige Durchführung, das frühzeitige Ende an beiden Tagen bis hin zur zeitnahen Siegerehrung präsentierte sich die veranstaltende Truppe von Emsi Motorsport in Bestform. Da störte auch der kurze Regen im zweiten Trainingslauf nur minimal. Dafür wartete der Renn-Sonntag mit besten Konditionen, Wärme und Sonnenschein auf. Die hochselektiven und mit 15 Kurven gespickten 3,235 Steinleiten-Kilometer und die Fahrerpräsentation am Samstagabend im Festzelt, verbunden mit der Vorführung eines ersten Videos vom Trainingsgeschehen, sind hier nur ein Auszug weiterer „Schmankerl“ des Berg-Wohlfühl-Wochenendes.

 

Dem wir uns nun ausführlich widmen wollen. Beginnend mit dem Augenreiben, dass den einen oder anderen beim Blick auf die mit drei Teilnehmern aufwartende 1150er Klasse in den ersten Nennlisten befallen haben dürfte. „Wie bitte, eine volle 1150er Klasse bei einem KW Berg-Cup Lauf im Ausland? Das hat es doch schon lange nicht mehr gegeben!“ Völlig richtig, zuletzt beim St. Agatha Event 2011. Leider platzte die sensible Seifenblase schon vor dem Start. Silvia Ebenhöh musste absagen, da die bereits in Eschdorf nervenden Elektronikprobleme am Weißdorn Racing Polo nicht auf die Schnelle zu beheben waren. Und so wurden – völlig regelkonform – Robert Bauer und Thomas Stelberg flugs in die 1,4 Liter Klasse gehievt. Um dort unter anderen auf gute, alte Bekannte wie Helmut Götzl, Armin Ebenhöh und Franz Weißdorn zu treffen. Während die beiden Letztgenannten übrigens wie üblich mit Begleitung und Team unterwegs waren, bildeten Robert, Thomas und Helmut als absolute „Einzelkämpfer“ die möglicherweise erste „Polo-Boys“ Berg-WG. Vom Stimmungsbild nun aber rasch zum Sport. Der bei den 1400ern vom Familien-Generationen-Duell Franz Weißdorn gegen seine beiden zusammen im Team fahrenden Schwiegersöhne Armin Ebenhöh und Wolfi Glas geprägt wird. In der ersten Übungsauffahrt kann sich „Mr. Berg-Cup“ Franz Weißdorn noch vor Armin Ebenhöh behaupten. In der zweiten „verwässert“ der kurze Regen das Bild im wahrsten Sinne des Wortes. Hier setzen sich 8-Ventiler VW Polo Pilot Helmut Götzl und 1150er Vertreter Robert Bauer (VW EMP Polo) als Zweit- und Drittschnellste bestens in Szene. Im trockenen, finalen Probe-Heat stürmt Armin Ebenhöh im Minichberger Polo 16-Ventiler trotz Ganganzeigeproblemen zur Bestzeit. Vor Franz Weißdorn (VW Polo 16V/P2) und Jakob Löffler (P3) im Suzuki Swift. Im Feld der neun 1,4-Liter E1 Fahrzeuge ist Robert Bauer Vierter, Helmut Götzl Sechster und Thomas Stelberg Siebter. Das Rennen ist in allen drei Läufen ein komplettes Abziehbild des Trainings. An den Positionen ändert sich nichts. Der Siegervorsprung von Armin Ebenhöh auf Franz Weißdorn beträgt 4,305 Sekunden, Helmut Götzl ist der 1400er KW 8V-Trophy Sieger.

Ein rabenschwarzes Wochenende zum Vergessen erleben die KW Berg-Cup 1,6-Liter Piloten Helmut Maier und Manfred Schulte. Im Training platzieren sie sich auf den Positionen fünf und sieben. Am Ende von Manfreds letztem Übungs-Heat bricht am Citroen Dobrowolski AX der Stummel des äußeren Antriebswellengelenkes gleich hinter der Durchführung durch die Radnabe. Da ein Ersatz nicht rechtzeitig zu beschaffen ist, packt das Team noch am Samstagabend zusammen. Nicht viel besser ergeht es Helmut Maier. Schaltprobleme bremsen den Spiess Golf 16V bereits im ersten Wertungslauf ein. Als Ursache wird ein aufgefranstes Schaltseil diagnostiziert. Mangels Teilen ist die erforderliche Express-Reparatur nicht durchführbar – früher Feierabend auch für Helmut. Fortan ist die 1600er Klasse eine rein österreichische Angelegenheit. Im Training setzt „Local-Hero“ Manfred Aflenzer im VW Polo 16V mit Fabelzeiten die Maßstäbe. Vor Manuel Michalko (P2/Citroen Saxo) und Christian Speckl (P3) im VW Golf. Im Rennen rechnen alle mit einem souveränen Aflenzer-Alleingang. Aber nach dem ersten Run führt plötzlich Manuel Michalko vor Christian Speckl und Manfred Aflenzer, dem 3,403 Sekunden auf den Leader fehlen. Was war passiert? Das Polo Steuergerät spielte völlig unerwartet und ohne Auftrag Start/Stopp Automatik, stellte den Motor mitten im ersten Heat ab. Quälend lange Zeit vergeht bergauf rollend, dann springt das 250 PS starke Triebwerk wieder an – weiter geht’s Richtung Ziel. Durchgang zwei steht an. Und wieder rechnen alle damit, dass Manfred Aflenzer trotz des Rückstandes noch zum Sieg fahren kann, dass er eine grandiose Aufholjagd startet. Doch daraus wird nichts. Diesmal spielt zwar die Elektronik mit, dafür überrascht der Polo jetzt mit gewaltigem Überbremsen hinten. Manfred steht beim Verzögern zweimal kriminell quer, verliert das Auto um ein Haar aus der Kontrolle. So wird es wieder „nur“ die drittschnellste Laufzeit. Manfred Aflenzer erkennt, dass dies nicht sein Wochenende ist und verzichtet auf den letzten Run. So besteht die endgültige Stockerlbesatzung aus Manuel Michalko als Sieger, Christian Speckl auf Position 2 und Robert Klaus im Peugeot 205 RS 16 als Drittem. Eine rein österreichische Angelegenheit eben? Fast – denn bei Manuel Michalkos Siegfahrten sorgt einer von Manfred Schultes AX Ersatzmotoren für den nötigen Vortrieb. Der Berg-Cup Vizepräsident hatte damit Manuel, der auf ein neues Triebwerk wartet, kurzfristig generös aus der Patsche geholfen.

Auch bei den 2-Litern bedarf es länderübergreifender Zusammenarbeit. Diesmal zu deutschen Gunsten. Oder war es doch anders? Wir werden sehen. Alles beginnt im Training. Peter Naumann sieht im ersten Heat das Ziel nicht. Eine Antriebswelle des aufgeladenen VW Polo 16V Super Charger versagt den Dienst. Peter selbst hat keine dabei. Dafür aber „Golfer“ Christoph Lampert aus Vorarlberg. Das Naumann Team repariert. Das neue Teil ist etwas länger. Deshalb wird der Polo einseitig um 15 Millimeter verbreitert und liegt infolge dessen in Links- und Rechtskurven von nun an unterschiedlich. Was Peter nicht daran hindert, im dritten Übungs-Run die zweitschnellste Zeit zu setzen. Genau in diesem Durchgang fällt Christoph Lampert aus. Er wird doch nun die Welle nicht etwa selbst brauchen…? Schnell kommt Aufklärung: Christoph hat auf der Kurveninnenseite den Randstein touchiert und sich vehement gedreht, ist breitseits angeschlagen. Eine Spätschicht steht an. Nun hilft Peter Naumann mit Equipment zum Vermessen der Achsgeometrie. Sonntags fahren beide. Ach so, am Training haben noch mehr teilgenommen? Stimmt, ja. Exakt 28 2-Liter Fahrzeuge waren am Samstag auf der Steinleiten unterwegs. Für die Bestzeiten sorgte Vorjahressieger Jörg Weidinger im BMW 318i STW. Vor Peter Naumann (P2) und Hansi Eller (P3) im Minichberger Scirocco. Roman Sonderbauer ist im Ziegler Kadett Fünfter, Norbert Wimmer im BMW 2002 als Siebter schnellster 8-Ventiler. KW Berg-Cup Rookie Markus Saal lässt in seiner 16V Kadett Limousine als Zwölfter aufhorchen, Edmund Bodenmüller (Minichberger C-Coupé) ist Vierzehnter. Jürgen Schuster kämpft mit kleineren technischen Problemchen und liegt einen Platz dahinter. Johann Hatezic behauptet sich im Opel Ascona in der KW 8V-Trophy als Zweiter vor Daniel Bayer im C-Coupé. Das Rennen beginnt mit einem typischen Jörg Weidinger Blitzstart. Er drückt seine Vorjahres-Bestmarke bis auf 1:20,228 nach unten und distanziert so seinen nächsten Verfolger Peter Naumann (P2) um 3,265 Sekunden. 62 Hundertstel zurück folgt Hansi Eller als Dritter vor den schnellsten Österreichern Jürgen Halbartschlager (VW Golf) und Michael Auer im VW Scirocco. Dicht dahinter ist Roman Sonderbauer Sechster, Norbert Wimmer fliegt als Klassensiebter und schnellster KW 8V-Trophy Pilot durchs Ziel, übt trotz eines nicht korrekt arbeitenden Stoßdämpfers keine erkennbare Zurückhaltung. Markus Saal ist starker Zehnter. Daniel Bayer schiebt sich auf die zweite 8-Ventiler Position. Sorgen bei Roman Sonderbauer: Die Kadett Kühlwassertemperatur ist nach der Zieldurchfahrt ungewohnt hoch, Flüssigkeit wird heraus gedrückt. In der Pause vor dem zweiten Heat sucht sein Team nach möglichen Ursachen. Im zweiten Run baut Jörg seine Führung zügig weiter aus. Sie beträgt nun 6,489 Sekunden. Dahinter hat Hansi Eller voll aufgedreht, passiert die Steinleiten 0,782 Sekunden schneller als im ersten Versuch. Peter Naumann dagegen büßt etwas Zeit ein. Hansi schlüpft an ihm vorbei und ist neuer Zweiter. Daniel Bayer reißt ein Motorproblem aus dem Rennen. Die Sorgenfalten bei Sonderbauer Motorsport werden tiefer. Zwar ist der Pilot schneller geworden, um 0,619 Sekunden sogar, aber die Kühlprobleme sind immer noch da. Vor dem dritten Run beschließt man schweren Herzens, das Risiko einer eventuellen Ausweitung des Schadens nicht einzugehen und zieht den Kadett zurück. Der dritte Lauf bringt nicht mehr viel Aufregendes. Jörg Weidinger gewinnt einmal mehr souverän, diesmal 9,806 Sekunden vor Hansi Eller (P2). Peter Naumann bleibt knapp dahinter Dritter, ist im letzten Durchgang wieder mit einer 1:23er Zeit unterwegs. Dahinter tauscht der Austria-Express die Plätze. Mit einem fulminanten Endspurt zieht Michael Auer noch an Jürgen Halbartschlager (P5) vorbei auf Rang vier. Norbert Wimmer gewinnt auf Platz sechs die 2-Liter KW 8V-Trophy. Siebter ist Markus Habeler im Nemeth Scirocco, Christoph Lampert beendet das Rennen als Achter. Nicolas Reiter wird im Escort Mk1 Neunter, KW Berg-Cup Neueinsteiger Marcus Saal Zehnter. Jürgen Schuster sichert sich Endposition zwölf vor Edi Bodenmüller, der Dreizehnter wird. Johann Hatezic ist auf Platz siebzehn zweitbester KW 8V-Trophy Pilot, Holger Alt wird im Ford Escort RS 2000 Zweiundzwanzigster.

In der E1 über 2000 ccm haben KW Berg-Cup Rookie Werner Walser im 265 PS starken C-Kadett und Norman Struckmann im Ford Escort Cosworth RS (350 PS) einen schweren Stand. Denn die Konkurrenz ist in Bezug auf Motorleistung haushoch überlegen, ist mit bis zu 700 Pferdestärken und 864 Newtonmetern Drehmoment unterwegs. Davon lassen sich Werner und Norman – wenn überhaupt – nur mäßig beeindrucken und mischen munter im Klassengetümmel mit. Andreas Gabat ist im ex Dieter Höller Cossie Trainingsschnellster, übernimmt im ersten Rennlauf die Führung. Im zweiten wird er mit „Rot“ gestoppt, zurückgeführt, taucht zur Verblüffung aller im Fahrerlager unter. Des Rätsels Lösung: Eine Antriebswelle ist defekt. So ist der Weg frei für Austria-Volksheld und Publikumsliebling Karl Schagerl im VW Golf Rallye TSFI-R. Er gewinnt vor Thomas Holzmann im Mitsubishi Lancer EVO IV (P2) und Karl Werner (Audi S2/R quattro) als Drittem. Norman Struckmann arbeitet sich von Anfangs-Position acht über Rang sechs bis auf Endplatz fünf nach vorne, Werner Walser wird Neunter.

Bleibt noch der Blick auf das Tourenwagen Gesamtranking. Bei dem sich wieder einmal die E2-SH Gretchenfrage aufwirft: Ist ein BMW Silhouettenrenner mit V8 Indy Racing League Motor und Prost Formel 1 Getriebe, der zwar aussieht wie ein Tourenwagen, wirklich ein Tourenwagen? Gewertet wird er jedenfalls mit den Rennsportfahrzeugen. Erich Edlinger gewinnt seine Klasse auf dem BMW 320 IRL vor den Osella PA 20 Piloten Michael Behnke (P2) und Phillip Wilhelm auf Rang drei. Dazu die Gesamtwertung. Seine 1:16,441 aus der ersten Sonntagsauffahrt dürfen als neuer Tourenwagen Streckenrekord verkündet werden. Am Tag der Europawahl scheint ein stimmiges Rennsport-Europa fast weiter entfernt als je zuvor. Denn auch die Internationale Gruppe E1-FIA wird zusammen mit den E2 Sportscars und den CN Fahrzeugen gewertet. Also Kategorie 1 Autos zusammen mit Kategorie 2 Boliden. Dieser Absatz klingt kritisch. Und das soll er auch, allerdings im positiv-sachlichen Sinne. Die fahrerische Leistung und das technische Knowhow von Erich Edlinger und seinem Team schmälern diese Zeilen nicht – im Gegenteil. Hut ab und Daumen hoch vor der gezeigten Performance.

Ob das alles den KW Berg-Cup tangiert? Ja, schon. Denn der wünscht sich nichts mehr als ein zumindest europaweit einheitliches technisches Reglement mit ebensolcher Auslegung. Denn die KW Berg-Cup Spitzenpiloten fahren immer wieder weit vorne mit, auch in der Gesamtwertung. Jörg Weidinger ist in St. Anton Sechster Over-All, Hansi Eller Zwölfter, Peter Naumann Dreizehnter. Auch 8-Ventiler Spezialist Norbert Wimmer gelingt auf Gesamtrang achtzehn der Sprung unter die Top-Twenty. Berücksichtigt man Erich Edlinger nicht, ist Jörg Weidinger mit dem Minimalrückstand von 0,545 Sekunden aus drei Läufen zweitschnellster Tourenwagen hinter Karl Schagerl, dem 480 PS und knapp 600 Newtonmeter im Allrad-Turbo-Golf zur Verfügung stehen.

Wie auch immer, Politik und Regelauslegung hin oder her, die KW Berg-Cup Truppe hat sich in Österreich von ihrer besten Seite gezeigt und tolle Leistungen geboten, konnte alte Freunde begeistern und neue hinzu gewinnen. Die sie größtenteils leider erst wieder im September trifft. Vom 26. bis zum 28. in St. Agatha, wenn es wieder zum großen Freundschafts-Kräftemessen zwischen österreichischen und deutschen Gipfelstürmern geht.

Zuvor stehen sieben KW Berg-Cup Auftritte in Deutschland auf dem Spielplan. Der nächste findet bereits in knapp zwei Wochen statt. Beim 52. Wolsfelder AvD/EMSC Bergrennen nahe der Bierstadt Bitburg in der Eifel. Am Pfingstwochenende, vom 07. bis zum 09. Juni. Das ist doch ein idealer Zeitpunkt um sich zu treffen – oder etwa nicht?

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News - Bergrennen

Der KW Berg-Cup in Mickhausen: Gelungenes Finale in den Stauden

Die Auflage 2017 – von der alle Freunde des Bergrennsports inständig hoffen, dass sie nicht zur „Final Edition“ wird – war sicher eine der besten der letzten Jahre. Auch Petrus spielte diesmal zumindest einigermaßen mit. Am Trainingssamstag verwöhnte er sogar mit sehr annehmbarem Herbstwetter, ließ es danach allerdings nachtsüber regnen. Das hörte zwar am Sonntagvormittag auf, aber in den Waldpassagen blieb die 2,2-Kilometer-Strecke tückisch feucht, stellte dadurch höchste Anforderungen an die Pilotinnen und Piloten des „Int. 37. ADAC Bergrennen Mickhausen“. 174 davon nahmen die drei Übungsdurchgänge programmgemäß um Punkt 09:30 Uhr in Angriff. Kurz vor halbsieben tauchten die letzten Autos abends wieder ins Fahrerlager ein. Am Sonntag wurde eine Stunde früher aufgerufen und begonnen. Viele rechneten mit einer stark von Unterbrechungen geprägten ersten Auffahrt. Ganz gemäß der Faustformel: „Wird nur auf trockener Piste trainiert und das Rennen startet nass, so sind häufige Ausrutscher vorprogrammiert.“ Dies traf in Mickhausen zum Glück nicht zu. Hier hat wahrscheinlich der Wertungsmodus geholfen. Der vorsah, nur die zwei besten von drei Heats zum Schlussresultat zu addieren. Da für den weiteren Verlauf des Sonntags Wetterbesserung in Aussicht gestellt war, hielt sich die Angriffslust im ersten Run in Grenzen. Erst ab dem Zweiten wurde die vornehme Zurückhaltung abgelegt, was vermehrte Vorfälle nach sich zog. Die aber allesamt glücklicherweise glimpflich verliefen. Bevor wir uns jetzt gleich das Geschehen im Einzelnen betrachten muss unbedingt noch erwähnt werden, dass Mickhausen 2017 wirklich ein würdiger Abschluss der 30. KW Berg-Cup Saison war. Mit einem tollen internationalen Fahrerfeld, das einerseits durch das Top-Prädikat „Int. FIA Hill Climb Cup“ angelockt worden war, andererseits durch den guten Ruf der Veranstaltung des ASC Bobingen. Die für die herzliche Aufnahme des Berg-Trosses im Fahrerlagerort Münster seit jeher bekannt und nicht zuletzt deshalb bei vielen Aktiven echt beliebt ist. Sehr emotional gestaltet sich immer wieder die letzte Talfahrt nach Rennende über die Strecke durch das Spalier der super mitgehenden Fans. Von denen viele auch noch der stimmungsvollen Siegerehrung im Vorstartbereich beiwohnen, die dieses Jahr gegen 19 Uhr beendet war. Der Verlauf eines Rennens mit dem Modus „Zwei aus Drei“ ist schwierig zu schildern. Weil es keine Durchgängigkeit, dafür aber viele Veränderungen gibt. Wie das in den Klassen mit Beteiligung von KW Berg-Cup Aktiven nun genau ausgesehen hat, das wollen wir uns im Folgenden betrachten.

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Der KW Berg-Cup in St. Agatha/A: Flottes Rennen vor vollem Haus

 Die in der Überschrift getroffene Aussage „flottes Rennen“ gilt übrigens nicht nur für die gefahrenen Top-Zeiten, sondern auch für die Abwicklung. Das Team des MSC Rottenegg liefert zum 30. Rennjubiläum eine perfekte Arbeit ab. Ein Traum sind die Probeheats. Sie beginnen am Samstag erst um 12 Uhr, dies aber minutengenau. 182 Fahrzeuge werden dazu aufgerufen, die beiden Auffahrten auf der flüssigen, ultraschnellen 3,2-Kilometer-Strecke von Esthofen hinauf nach St. Agatha sind schon gegen 16:30 Uhr beendet. Traditionell wird in Oberrösterreich der Sonntag mit einem dritten Trainings-Run begonnen. Dieser startet um 8:30 Uhr. Nach einer Stunde und vierzig Minuten sind alle oben. Mein Block, auf dem ich routinemäßig die wichtigsten Vorfälle festhalte, ist so gut wie leer. Nur ein paar Notizen über das Wetter habe ich hin gekritzelt. Trocken steht da, morgens kühl. Am Samstag wärmt die Sonne das Asphaltband etwas auf, am Renntag hält sie sich oft hinter Wolken versteckt. In Anbetracht der hohen Zahl an Teilnehmern wird der Rennbeginn flugs auf 12 Uhr vorgezogen. Ein weiser Beschluss, denn im ersten Race-Heat wird nun merklich hitziger agiert. Was ein Teil der Betonwandelemente und Leitplanken zu spüren bekommt. Aber es bleibt bei glimpflich verlaufenden Einzelfällen, die Blessuren an den Sicherheitseinrichtungen werden schnell behoben. In der zweiten und letzten Bergfahrt haben sich die Gemüter schon wieder beruhigt, gegen 17:15 Uhr schließt die Startnummer 1, Christian Merli im Osella FA30, mit dem neuen Streckenrekord von 1:02,129 das EXCAPE Autobergrennen Esthofen – St. Agatha spektakulär und würdig zugleich ab.

Wie immer ist die Rückführung ein letztes Highlight, denn Fans und Rennautos teilen sich dabei diszipliniert die Straße. Und begeisterte Zuschauer hatte es auch in 2017 an beiden Tagen reichlich. Ganz genauso wie aktive KW Berg-Cup’ler. 48 davon haben sich an der Reise nach St. Agatha beteiligt. Das ist mehr als ein Viertel des imposanten Gesamtfeldes. Wie es den Einzelnen in unserem rot-weiß-roten Nachbarland ergangen ist, das wollen wir uns nun gemeinsam Klasse für Klasse ansehen.

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Der KW Berg-Cup in Unterfranken: Runde 50. Auflage des Klassikers

Zum runden Geburtstag ein rundum gelungenes Rennen, besser hätte es für den GAMSC Würzburg am letzten Wochenende gar nicht laufen können. Eine nasse Fahrbahn gab es nur am Trainingssamstag bis gegen Mittag, der Sonntag bot dann echt annehmbares Wetter. Zwar etwas kühl, in der Tendenz aber eher freundlich. An beiden Tagen schaffte die Mannschaft rund um Peter Thumbeck einen pünktlichen Beginn, legte damit den Grundstein dazu, dass alle drei pro Tag geplanten Läufe auf der 3,05-Kilometer-Strecke durchgezogen werden konnten. Trotz der insgesamt 181 teilnehmenden Autos, von denen 47 in der angegliederten Gleichmäßigkeitsprüfung starteten, lag der Schluss des Fahrbetriebes jeweils kurz vor 17:30 Uhr. Die Feiern zum „Fünfzigsten“ beschränkten sich auf den Samstagabend. Im Festzelt, das sehr gut besucht war, erlebten die Gäste ein buntes Programm, zu dem die Eichenbühler Vereine verschiedene attraktive Einlagen beisteuerten. Besonders interessant war für alle Freunde des Bergrennsports sicher der Beitrag der Feuerwehr, an dem Nils Abb federführend mitgearbeitet hatte. In einer gut inszenierten Multimediashow ließ dieser 50 Jahre Bergrennen Unterfranken Revue passieren, wobei die gezeigten Bilder bei vielen Besuchern Erinnerungen auffrischten und Emotionen auslösten. Und damit zurück aus dem Festzelt an die Rennstrecke. Wie immer steigen wir mit dem NSU-Bergpokal, für den Unterfranken der vorletzte Lauf des Jahres war, in die Berichterstattung ein. Elf der luftgekühlten Heckmotorfahrzeuge nahmen daran teil. Der Übungssamstag bot wenig Überraschendes. Jörg Davidovic ließ sich die beste Zeit gutschreiben. Karsten Steinert folgte als Zweiter, dahinter bezog Gaststarter Andreas Reich Position drei. Ihm folgten, eng zusammenliegend, Thomas Krystofiak (TP4) und Uwe Schindler als Fünfter. Der Renntag zeichnete dann ab Platz zwei ein etwas anderes Bild. Uwe Schindler fuhr im ersten Heat auf die Drei vor, setzte sich vor Thomas Krystofiak (P4) und Andreas Reich (P5). Der Letztgenannte hatte in der zweiten Auffahrt ein Problem, vollendete diese nicht. Seinen fünften Rang übernahm Mike Vogel. Vor ihm hatte sich nichts geändert, allerdings war Thomas Krystofiak weiterhin nahe an Uwe Schindler dran. Im dritten und letzten Run schaffte der sehr gleichmäßig agierende Thomas Krystofiak noch die Wende, zog um 0,459 Sekunden an Uwe Schindler vorbei. Der Endstand: Klassensieg für Jörg Davidovic vor Karsten Steinert (P2) und Thomas Krystofiak als Drittem. Uwe Schindler beendet das Rennen auf der Vier, Fünfter ist Mike Vogel.

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News - Rundstrecke

Götz und Pommer gewinnen Hitzeschlacht in Most im Mercedes-AMG

Die Schlange hat zugebissen: Markus Pommer (27/Neckarsulm) und Maximilian Götz (32/Uffenheim, beide MANN-Filter Team HTP) gewannen in der leuchtend gelben "Mamba" das Sonntagsrennen des ADAC GT Masters in Most und fuhren damit den ersten Saisonsieg für Mercedes-AMG ein. Die Positionen zwei und drei gingen wie am Vortag an die Corvette-Fahrer Marvin Kirchhöfer (24/Markkleeberg) und Daniel Keilwitz (28/Villingen, beide Callaway Competition) sowie die Tabellenführer Robert Renauer (33/Jedenhofen) und Mathieu Jaminet (23/F, beide Precote Herberth Motorsport) im Porsche. "Besser konnte es heute nicht laufen", jubelte Sieger Maximilian Götz im Ziel. "Es ist toll, den ersten Sieg in diesem Jahr geholt zu haben. Das war wichtig für die Meisterschaft."

Pole-Setter Götz setzt sich ab
 
Pole-Position, schnellste Rennrunde und ungefährdeter Sieg: Maximilian Götz und Markus Pommer hatten in Most am Sonntag trotz Temperaturen von knapp 25 Grad alles unter Kontrolle. Pole-Setter Götz blieb beim Start in Führung und fuhr danach einen Vorsprung von fünf Sekunden auf die Verfolger heraus. Teamkollege Pommer, der zur Rennmitte das Cockpit des Mercedes-AMG übernahm, brachte danach den ersten Saisontriumph souverän ins Ziel. Sein Vorsprung betrug am Ende 1,9 Sekunden. Für Götz war es der insgesamt fünfte Sieg in der Serie und der erste seit dem Lausitzring 2014. Partner Pommer musste nicht so lange auf einen weiteren Triumph warten. Seinen bisher einzigen Sieg hatte er 2017 auf dem Nürburgring eingefahren.
 
Zweite wurden wie im ersten Rennen die Corvette-Fahrer Kirchhöfer/Keilwitz, die die Sieger jedoch nie wirklich gefährden konnten. Den letzten Podestplatz schnappten sich - ebenfalls wie im ersten Durchgang - Robert Renauer und Mathieu Jaminet im Porsche. Das Duo profitierte allerdings von einer Strafe des in der ersten Rennhälfte auf Podestkurs liegenden Mercedes-AMG von Indy Dontje (25/NL) und Maximilian Buhk (25/Schwarzenbeck, beide MANN-Filter Team HTP), die die vorgeschriebene Mindestzeit beim Boxenstopp unterschritten und am Ende 16. wurden. Renauer und Jaminet bauten mit dem zweiten Podium in Folge ihre Führung in der Gesamtwertung aus.

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Jeffrey Schmidt und Stefan Mücke holen ersten ADAC GT Masters-Sieg

Premierenerfolg für Jeffrey Schmidt (24/CH) und Stefan Mücke (36/Berlin, beide BWT Mücke Motorsport) im ADAC GT Masters. Die Audi-Fahrer gewannen bei der Premiere der "Liga der Supersportwagen" in Tschechien das Samstagsrennen in Most. Platz zwei ging an Marvin Kirchhöfer (24/Markkleeberg) und Daniel Keilwitz (28/Villingen, beide Callaway Competition) in der Corvette C7 GT3-R. Als Dritte fuhren die neuen Tabellenführer Robert Renauer (33/Jedenhofen) und Mathieu Jaminet (23/F, beide Precote Herberth Motorsport) ebenfalls auf das Podest. "Ich bin absolut sprachlos", so Sieger Stefan Mücke nach dem Rennen. "In einem so harten Umfeld einen Sieg zu holen ist absolut was Besonderes - vor allem wenn es mit dem eigenen Team gelingt."

Schmidt und Mücke souverän an der Spitze
 
Während Premieren-Pole-Setter Jeffrey Schmidt beim Start erfolgreich die Führung verteidigte, wurde es dahinter turbulent. Alexander Zöchling (30/A, MRS GT-Racing) verdrängte im BMW M6 GT3 Marvin Kirchhöfer auf Rang zwei, noch weiter hinten kollidierten in Kurve zwei mehrere Fahrzeuge und sorgten für eine kurze Safety-Car-Phase. Nachdem in Runde vier das Rennen wieder freigegeben wurde, setzte sich Schmidt an der Spitze leicht ab. Beim Fahrerwechsel zu Teamkollege Stefan Mücke hatte er einen Vorsprung von knapp zwei Sekunden herausgefahren. Auch der Berliner blieb souverän an der Spitze und baute seinen Vorsprung zwischenzeitlich auf mehr als fünf Sekunden aus. Im Ziel lag er schließlich 4,3 Sekunden vor Kirchhöfer/Keilwitz. Sowohl für Jeffrey Schmidt als auch für Stefan Mücke war es der erste Sieg im ADAC GT Masters, für ihren Rennstall BWT Mücke Motorsport der insgesamt dritte. Schmidt gewann zudem in der Pirelli-Junior-Wertung.

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Doppelsieg für Lamborghini im zweiten Saisonrennen

Lamborghini war im Sonntagsrennen des ADAC GT Masters in der Motorsport Arena Oschersleben das Maß der Dinge: Mirko Bortolotti (28/I) und Andrea Caldarelli (28/I, beide ORANGE1 by GRT Grasser) siegten mit 1,8 Sekunden Vorsprung vor ihren Markenkollegen Rolf Ineichen (29/I) und Christian Engelhart (30/Wolnzach, beide GRT Grasser Racing Team). Als Dritte holten Dominik Schwager (41/München) und Luca Ludwig (29/Bonn, beide HB Racing) den ersten Podestplatz für den in diesem Jahr in der "Liga der Supersportwagen" debütierenden Ferrari 488 GT3. "Das war perfekt", freute sich Sieger Bortolotti. "Die Leistung war richtig gut. Wir haben keine Fehler gemacht und sind sehr zufrieden."

Lamborghini-Duo behauptet Führung
 
Das zweite Saisonrennen stand vor mehr als 25.000 Zuschauern (am Wochenende) ganz im Zeichen der beiden Lamborghini Huracán, die sich bereits im Qualifying die ersten beiden Positionen gesichert hatten. Polesetter Christian Engelhart verteidigte beim Start gegen Markenkollege Andrea Caldarelli die Führung. Während die Reihenfolge an der Spitze bis zu Pflichtboxenstopps zur Rennmitte gleich blieb, setzte sich das Duo stetig von den Verfolgern ab. Doch kurz nachdem Rolf Ineichen von Engelhart und Mirko Bortolotti von Caldarelli übernommen hatten, wechselte die Führung: Bortolotti ging in Runde 23 am Markenkollegen vorbei und eroberte den ersten Platz. Auch danach dominierten die beiden Lamborghini das Rennen. Bis zum Einsatz des Safety-Cars zur Bergung des Mercedes-AMG von Kim-Luis Schramm (20/Ilmenau) hatten sie bereits einen Vorsprung von rund zehn Sekunden auf die Verfolger herausgefahren. Bortolotti gelang danach ein problemloser Sieg und sah 1,8 Sekunden vor Ineichen die Zielflagge. Für Bortolotti war es der dritte Sieg im ADAC GT Masters, für seinen neuen Teamkollegen Caldarelli der erste. Ineichen sicherte sich als Zweiter den Sieg in der Pirelli-Trophy-Wertung.

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