Zur Überschrift: Unberechtigte Superlative, Übertreibung, Schönfärberei? Mitnichten, liebe Bergrennsportfreunde! Denn einmal mehr glänzte der veranstaltende MSC Rottenegg am 27. und 28. September mit einer superschnellen Abwicklung seiner Veranstaltung in echt rekordverdächtigem Tempo. Davon ließen sich auch die Aktiven anstecken, der Schweizer Eric Berguerand verbesserte im Lola FA 99 Formel 3000 Renner den absoluten Uralt-Streckenrekord auf der 3,2-Kilometer Highspeed-Piste gleich zweimal. Die Bestmarke steht jetzt auf 1:05,469. Danach hatte es in den beiden Trainingssitzungen am Samstagnachmittag noch nicht unbedingt ausgesehen, die auf feuchter, später auftrocknender Bahn in Angriff genommen wurden. Der dritte, von vielen Fahrern heiß geliebte Proberitt am Sonntagvormittag fiel stellenweisem Nebel zum Opfer. Okay, Safety first – dagegen ist nichts einzuwenden. Zum pünktlichen Rennstart um 12:30 Uhr herrscht dann Kaiserwetter. Warm, freundlich, beste Fernsicht bis ins Gebirge, Top-Bedingungen auf der Strecke, Massen an begeisterten Zuschauern – einfach ein Bergrenntraum. Bereits kurz nach 16 Uhr sind beide Wertungsläufe des 156 Starter umfassenden Feldes samt der Zwischendurch-Rückführung abgewickelt. Die letzte Talfahrt führt die Aktiven durch ein Riesenspalier der Fans. Emotion pur ist angesagt. Logisch, das da beste Stimmung, Lachen, leuchtende Augen und auch das eine oder andere Tränchen auf der Tagesordnung stehen. Was die starke KW Berg-Cup Truppe beim Trip nach Oberösterreich so alles erlebt hat und wer in der Nähe der Schlögener Donauschlinge besonders viel Grund zur Freude hatte, darüber wollen wir nun im Detail berichten.

Die 1150er Klasse ist voll. Nein, damit ist nicht gemeint dass deren Teilnehmer bei einer wilden Party überreichlich Alkohol konsumiert und deshalb noch Nachwehen haben. Wo nur denkt ihr denn bitte hin, liebe Leser? Sondern es geht darum, dass erfreulicherweise vier der Hubraumwinzlinge die zum Teil sehr lange Reise nach St. Agatha auf sich genommen haben. Und damit dem Schicksal der Zusammenlegung entgehen. Dementsprechend motiviert geben sie Gas. Jürgen Heßberger heftet im Fiat 127 Sport Martini Racing die Trainingsbestzeit an seine Fahnen, knapp vor Marken- und Typenkollege Jörg Eberle (P2). Die erste Übungsfahrt findet noch ohne Thomas Stelberg statt. An seinem Schneider-Polo 16V gibt es ein Problem mit dem Nockenwellenantrieb, in der zweiten Auffahrt setzt sich Thomas an die dritte Position, Vierte ist Silva Ebenhöh im Weißdorn Racing Polo. Am Rennsonntag sind die 8V’ler dann doch unter sich. Der Motor des Stelberg Polo hat noch immer Schwierigkeiten damit, das korrekte Öffnen und Schließen seiner 16 Ventile optimal zu koordinieren. Jürgen Heßberger schnappt sich die Führung. Aber Jörg Eberle probt den Aufstand gegen den oftmaligen Klassenprimus, fliegt nur 0,202 Sekunden hinter diesem durchs Ziel und damit auf P2, Dritte ist Silvia Ebenhöh. Spannung liegt in der Luft. Aber Jürgen verfolgt ein klares Ziel: Denn wenn schon sein geliebter 1. FC Nürnberg zurzeit nicht erstklassig ist, dann muss halt er selbst die Ehre Frankens als Sportland hochhalten. Da kämen der Jahres-Klassenerfolg und der mögliche Gewinn der KW 8V-Trophy gerade recht. Kurzum, Schluss mit Taktik und vornehmer Zurückhaltung, maximale Punkte müssen her, basta! Also legt Jürgen im zweiten Heat ohne Kompromisse los und verbessert sich um knapp eine Sekunde. Auch Jörg wird schneller, aber es reicht nicht um Jürgens 73. Berg-Klassensieg zu verhindern. Das 1150er KW 8V-Trophy Resultat entspricht dem Klassen-Ranking: Es gewinnt Jürgen Heßberger vor Jörg Eberle (P2) und Silvia Ebenhöh (P3).

Ungläubiges Augenreiben beim Blick auf die 1,4-Liter Trainings-Ergebnisliste. Denn die wird von einem Renault angeführt. Nein, bevor ihr fragt, Hans-Peter Wiebe hat seinen R8 Gordini zu Hause in der Garage gelassen. Überraschung 1: Der in der Steiermark beheimatete Manfred Meinhard hat im Clio S 1400 in 1:28,793 die Top Marke aufgestellt. Überraschung 2: Lediglich 32 Tausendstel dahinter meldet sich Gerhard Moser im Polo 16V bei seinem ersten und einzigen Berg-Gastspiel 2014 auf Position 2 zu Wort. Weitere 17 Hundertstel zurück ist Franz Weißdorn im Polo Honda 16V Übungsdritter. Dann folgen der erstmals im Minichberger Scirocco agierende Wolfi Glas (P4) und Frank Duscher im VW Polo (P5) als schnellster 8-Ventiler Pilot. Im Rennen stellt Franz Weißdorn sofort und klar die gewohnte Hackordnung wieder her. Er führt deutlich vor Gerhard Moser (P2) und Manfred Meinhard (P3). Der mit einem nervösen Scirocco-Heck hadernde Wolfi Glas ist Vierter, Thomas Pröschel im Schneider Polo 16V Fünfter. Bei den 8V’lern hat Frank Duscher die Nase vorne, gefolgt von Nils Abb (8V-P2) im Schneider Polo sowie Helmut Götzl (VW Polo/8V-P3), der mit seinem Gasfuß nicht zufrieden ist und diesen für „zu leicht“ befindet. Der finale zweite Run ändert an der Reihung auf den Plätzen eins bis fünf nichts mehr, diese wird zum Endstand. In der 1400er KW 8V-Trophy findet Nils Abb bei seiner Schlussattacke 0,882 Sekunden und presst sich an Frank Duscher (8V-P2), der seinerseits etwas Zeit liegen lässt, vorbei zum Sieg in der Sonderwertung der roten Startnummern. Helmut Götzl bringt Rang drei sicher unter Dach und Fach, Vierter wird Klaus Streiberger (VW Polo).

In der Abteilung bis 1600 ccm hat die KW Berg-Cup Abordnung einen schweren Stand. Denn bereits im Training fahren die Rot-Weiß-Roten Asse Fabelzeiten. Allen voran Manfred Aflenzer (P1/Polo 16V) und Thomas Strasser jun. (P2) im Polo 16-Ventiler mit Minichberger Technik. Übungs-Rang drei geht an Norbert Strasser jun. im heckgetriebenen Toyota Corolla 16V. Mikko Kataja zieht sich mit einer undichten Ölleitung am Toyota Starlet bereits beim ersten Kennenlernen der Strecke selbst aus dem Verkehr. Zwar kann er vor Ort reparieren, aber die Lager samt Kurbelwelle erscheinen ihm grenzwertig. Also ab nach Hause um den Toyota bis Mickhausen wieder in Topform zu bringen. Manfred Schulte ist im Citroen AX Kit-Car trotz des eingebauten schwächeren Reservemotors Fünfter, Helmut Maier im Spiess Golf 16-Ventiler Achter und Valentin Schneider im TSM Golf 16V Neunter der 16 Klassenstarter. Für Helmut Maier kommt es knüppeldick: Nach dem Training wird ein tiefer Riss in einer der vorderen Bremsscheiben festgestellt. Ein passendes Ersatzteil gibt es nicht. Damit bleibt Helmut in Österreich ohne Punkte. In Rennlauf eins diktieren die Österreicher das Tempo an der Spitze. Manfred Aflenzer (P1) fliegt scheinbar mühelos auf und davon. Seine nächsten Verfolger sind Thomas Strasser jun. (P2) und Christian Schneider im Peugeot 205 GTi (P3). Norbert Strasser jun. ist Vierter. Ihm sitzt Valentin Schneider auf P5 mit lediglich 0,341 Sekunden Rückstand im Nacken, weitere 51 Hundertstel zurück ist Manfred Schulte mit Luft nach hinten Sechster. Damit sind bereits die endgültigen Platzierungen bezogen, nur die Zeitabstände wachsen zum Teil etwas an.

46 Nennungen in der 2-Liter Klasse. Leider können nicht alle angemeldeten Fahrer anreisen. Aus der KW Berg-Cup Delegation fehlen z.B. die erkrankten BMW Piloten Dieter Rottenberger und Marco Fink sowie Opel Kadett Spezi Stefan Faulhaber. 39 Bergrenner nehmen die Probedurchgänge in Angriff. Andreas Marko lässt sich im Audi A4 STW Quattro mit 1:20,351 die schnellste Zeit gutschreiben. Wie üblich sind die Rückstände der Verfolger minimal, deren Namen bekannt und wiederkehrend. In St. Agatha bedeutet dies im Klartext: Position zwei für Hansi Eller im Minichberger Scirocco, Rang drei für Peter Naumann im aufgeladenen VW Polo G40. Vierter ist Roman Sonderbauer im Ziegler Kadett 16V, Fünfter „Golfer“ Markus Reich. Björn Wiebe kreuzt mit 199,62 km/h die Ziellinie auf P6. Schnellster KW 8V-Trophy Pilot ist Norbert Wimmer im BMW 2002 vor den Kadett-Treibern Bernd Ehrle und Walter Terler. Sollte es erstmals seit dem Regenrennen 2008, dessen Sieger Andi Marko hieß, in St. Agatha wieder einen österreichischen Klassenerfolg geben? Nein, dazu kommt es auch 2014 nicht, nach dem ersten Run liegen fünf KW Berg-Cup Piloten an der Spitze, Andreas Marko ist Sechster. Björn Wiebe hat den Renault Williams Wiebe Laguna auf Platz eins gefahren. Peter Naumann ist Zweiter, Hans-Peter Eller Dritter. Rang vier für Roman Sonderbauer, als Fünfter ist Markus Reich schnellster Österreicher. Ach ja, habe ich schon erwähnt dass die Jungs auf den Rängen eins bis einschließlich sechs innerhalb von 1,294 Sekunden liegen? Wie, das habt ihr euch schon gedacht? Kompliment, super, ihr habt die zurück liegenden Ergebnisse und Berichte echt gründlich studiert. Bitte weiter so! Fünf der Top-Sechs legen im zweiten Heat noch einen Zahn zu. Nur Markus Reich macht da leider nicht mit, er verliert im Vergleich seiner beiden Wertungsläufe vier Tausendstelsekunden. Andreas Marko seinerseits feilt auf den 3,2 Kilometern 0,497 Sekunden von seiner ersten Zeit weg. Das genügt um P5 zu übernehmen, Markus Reich wird final Sechster. Ganz vorne ändert sich nichts mehr. Auch wenn Peter Naumann alles aus sich und seinem Polo Super Charger heraus quetscht und mit 210,94 Sachen den höchsten 2-Liter Top-Speed im Zielbereich auf die Piste knallt, er bleibt Zweiter. Hinter dem souverän agierenden Björn Wiebe (P1) und vor Hansi Eller als Drittem, der vierte Rang gehört Roman Sonderbauer. Christoph Lampert fährt im VW Golf GTi 16V auf Rang sieben, Achter wird Christopher Neumayr im Ford IRS 16V. Jürgen Halbartschlager (VW Golf 16V) läuft als Neunter ein, Norbert Wimmer wird in der Endabrechnung Zehnter und ist zugleich schnellster 8V’ler (8V-P1). Mit ihm steigen Bernd Ehrle als Zweiter und Walter Terler als Dritter auf das Siegerpodest der roten Startnummern. Im Opel Ascona B wird Roland Christall Sonderwertungs-Vierter. 8V-P5 geht an Thomas Dümler, der im VW Golf II seines Juniors und Teampartners Christian sein erstes Bergrennen seit 2003 trotz des Respekts vor Strecke und Auto sichtlich genießt.

Für die Klasse über 2000 Kubik gilt ähnliches wie für die 1600er. Rot-Weiß-Rot gibt den Ton an respektive das Tempo vor. Um dem Chronisten die Arbeit zu erleichtern behalten die ersten sechs des Samstags auch am Renntag ihre Positionen akribisch bei. Danke dafür, meine Herren! Was aber nicht heißt, dass hier Geschenke verteilt wurden. Ganz im Gegenteil. Sieger Andreas Gabat muss im Ford Escort Cosworth alle Register ziehen um die stürmischen Attacken des aufstrebenden Karl Schagerl (P2) und seines VW Golf Rallye TFSI-R abzuwehren. Nach 6,4 Rennkilometern sind die beiden nur durch 0,71 Sekunden voneinander getrennt, das entspricht exakt 11 Hundertsteln Differenz pro Kilometer. Dritter wird Herbert Pregartner im Porsche 911 GT2 RSR. Gemeinsam gerechnet verfügt die Podiumsbesetzung in ihren Autos über mehr als 2000 PS. Die Ehrenplätze gehen an Felix Pailer (P4) im Lancia Integrale und an Audi S2R Quattro Pilot Werner Karl (P5). Im 15 Starter starken Feld gelingt Norbert Handa im offensichtlich immer besser funktionierenden neuen Lancia Delta Rang sechs. Direkt dahinter platziert sich als Siebter Bernhard Permetinger im 2,5-Liter BMW M3 E30. Norman Struckmann beendet im Ford Escort RS Cosworth sein Austria-Weekend als Elfter. Werner Walser sichert sich auf seiner Kadett Limousine den KW 8V-Trophy Klassensiegerpokal.

Schnell erzählt ist auch die Geschichte der drei in St. Agatha vertretenen E2-Silhouette Boliden. Konrad Ohrhallinger kämpft das ganze Wochenende über mit der Technik seines BMW und fällt im Rennen aus. Zwischen Holger Hovemann und seinem neuen Kadett V8 GT/R besteht noch immer keine dicke Freundschaft, nur langsam nähern sich die beiden einander an. Daher hat Holger, dessen Projekt ja noch immer ganz am Anfang steht, gegen den ausgereiften High-End-Renner namens BMW 320 IRL von Erich Edlinger (P1) keine Chance. Holger sammelt fleißig weiter Erfahrungen, Daten und Kilometer, wird im Wettbewerb Klassenzweiter. Über den Winter wird es am „Neuen“ ganz sicher eine Fülle von Verbesserungen geben. Neben Detailarbeiten stehen dabei Gewicht, Leistung und Sperrdifferential im Fokus des Teams.

Erich Edlinger mischt an der Spitze des Gesamt-Rankings munter mit, fährt bis auf Rang vier nach vorne. Im zweiten Heat kommt er an den von Georg Plasa im BMW 320 Judd V8 2007 aufgestellten Tourenwagen Streckenrekord von 1:12,696 bis auf 0,281 Sekunden heran. Klar, die E2-SH Fahrzeuge der Neuzeit sind Rennsport-Prototypen, aber die Autos von Erich und Georg folgen einem ähnlichen Konzept. Platz eins bis fünf der St. Agatha Tourenwagenwertung belegen die Piloten der E1 über 2000 Kubikzentimeter. Daran schließen sich die Top-Sechs der 2-Liter Klasse nahtlos an.

Unser Ausflug nach Österreich hat gezeigt, wie schön Bergrennsport sein kann. Eine KW Berg-Cup Station gibt es 2014 noch. Am kommenden Wochenende. In der Nähe von Augsburg, in Mickhausen. Das wieder mit einem absolut gigantischen Fahrerfeld aufwartet, auch oder gerade im Tourenwagenbereich. Rund 225 Nennungen wurden angenommen. Glaubt man dem Wetterbericht, beschert uns der Altweibersommer ein weiteres angenehmes Wochenende. Ideal zum Bergrennsport genießen mit allen Sinnen. Also, worauf warten? Schnell die benötigten Siebensachen zusammen packen und auf nach Mickhausen! Sichert euch die besten Plätze, freut euch darauf. So wie ich.

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News - Bergrennen

Der KW Berg-Cup in Mickhausen: Gelungenes Finale in den Stauden

Die Auflage 2017 – von der alle Freunde des Bergrennsports inständig hoffen, dass sie nicht zur „Final Edition“ wird – war sicher eine der besten der letzten Jahre. Auch Petrus spielte diesmal zumindest einigermaßen mit. Am Trainingssamstag verwöhnte er sogar mit sehr annehmbarem Herbstwetter, ließ es danach allerdings nachtsüber regnen. Das hörte zwar am Sonntagvormittag auf, aber in den Waldpassagen blieb die 2,2-Kilometer-Strecke tückisch feucht, stellte dadurch höchste Anforderungen an die Pilotinnen und Piloten des „Int. 37. ADAC Bergrennen Mickhausen“. 174 davon nahmen die drei Übungsdurchgänge programmgemäß um Punkt 09:30 Uhr in Angriff. Kurz vor halbsieben tauchten die letzten Autos abends wieder ins Fahrerlager ein. Am Sonntag wurde eine Stunde früher aufgerufen und begonnen. Viele rechneten mit einer stark von Unterbrechungen geprägten ersten Auffahrt. Ganz gemäß der Faustformel: „Wird nur auf trockener Piste trainiert und das Rennen startet nass, so sind häufige Ausrutscher vorprogrammiert.“ Dies traf in Mickhausen zum Glück nicht zu. Hier hat wahrscheinlich der Wertungsmodus geholfen. Der vorsah, nur die zwei besten von drei Heats zum Schlussresultat zu addieren. Da für den weiteren Verlauf des Sonntags Wetterbesserung in Aussicht gestellt war, hielt sich die Angriffslust im ersten Run in Grenzen. Erst ab dem Zweiten wurde die vornehme Zurückhaltung abgelegt, was vermehrte Vorfälle nach sich zog. Die aber allesamt glücklicherweise glimpflich verliefen. Bevor wir uns jetzt gleich das Geschehen im Einzelnen betrachten muss unbedingt noch erwähnt werden, dass Mickhausen 2017 wirklich ein würdiger Abschluss der 30. KW Berg-Cup Saison war. Mit einem tollen internationalen Fahrerfeld, das einerseits durch das Top-Prädikat „Int. FIA Hill Climb Cup“ angelockt worden war, andererseits durch den guten Ruf der Veranstaltung des ASC Bobingen. Die für die herzliche Aufnahme des Berg-Trosses im Fahrerlagerort Münster seit jeher bekannt und nicht zuletzt deshalb bei vielen Aktiven echt beliebt ist. Sehr emotional gestaltet sich immer wieder die letzte Talfahrt nach Rennende über die Strecke durch das Spalier der super mitgehenden Fans. Von denen viele auch noch der stimmungsvollen Siegerehrung im Vorstartbereich beiwohnen, die dieses Jahr gegen 19 Uhr beendet war. Der Verlauf eines Rennens mit dem Modus „Zwei aus Drei“ ist schwierig zu schildern. Weil es keine Durchgängigkeit, dafür aber viele Veränderungen gibt. Wie das in den Klassen mit Beteiligung von KW Berg-Cup Aktiven nun genau ausgesehen hat, das wollen wir uns im Folgenden betrachten.

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Der KW Berg-Cup in St. Agatha/A: Flottes Rennen vor vollem Haus

 Die in der Überschrift getroffene Aussage „flottes Rennen“ gilt übrigens nicht nur für die gefahrenen Top-Zeiten, sondern auch für die Abwicklung. Das Team des MSC Rottenegg liefert zum 30. Rennjubiläum eine perfekte Arbeit ab. Ein Traum sind die Probeheats. Sie beginnen am Samstag erst um 12 Uhr, dies aber minutengenau. 182 Fahrzeuge werden dazu aufgerufen, die beiden Auffahrten auf der flüssigen, ultraschnellen 3,2-Kilometer-Strecke von Esthofen hinauf nach St. Agatha sind schon gegen 16:30 Uhr beendet. Traditionell wird in Oberrösterreich der Sonntag mit einem dritten Trainings-Run begonnen. Dieser startet um 8:30 Uhr. Nach einer Stunde und vierzig Minuten sind alle oben. Mein Block, auf dem ich routinemäßig die wichtigsten Vorfälle festhalte, ist so gut wie leer. Nur ein paar Notizen über das Wetter habe ich hin gekritzelt. Trocken steht da, morgens kühl. Am Samstag wärmt die Sonne das Asphaltband etwas auf, am Renntag hält sie sich oft hinter Wolken versteckt. In Anbetracht der hohen Zahl an Teilnehmern wird der Rennbeginn flugs auf 12 Uhr vorgezogen. Ein weiser Beschluss, denn im ersten Race-Heat wird nun merklich hitziger agiert. Was ein Teil der Betonwandelemente und Leitplanken zu spüren bekommt. Aber es bleibt bei glimpflich verlaufenden Einzelfällen, die Blessuren an den Sicherheitseinrichtungen werden schnell behoben. In der zweiten und letzten Bergfahrt haben sich die Gemüter schon wieder beruhigt, gegen 17:15 Uhr schließt die Startnummer 1, Christian Merli im Osella FA30, mit dem neuen Streckenrekord von 1:02,129 das EXCAPE Autobergrennen Esthofen – St. Agatha spektakulär und würdig zugleich ab.

Wie immer ist die Rückführung ein letztes Highlight, denn Fans und Rennautos teilen sich dabei diszipliniert die Straße. Und begeisterte Zuschauer hatte es auch in 2017 an beiden Tagen reichlich. Ganz genauso wie aktive KW Berg-Cup’ler. 48 davon haben sich an der Reise nach St. Agatha beteiligt. Das ist mehr als ein Viertel des imposanten Gesamtfeldes. Wie es den Einzelnen in unserem rot-weiß-roten Nachbarland ergangen ist, das wollen wir uns nun gemeinsam Klasse für Klasse ansehen.

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Der KW Berg-Cup in Unterfranken: Runde 50. Auflage des Klassikers

Zum runden Geburtstag ein rundum gelungenes Rennen, besser hätte es für den GAMSC Würzburg am letzten Wochenende gar nicht laufen können. Eine nasse Fahrbahn gab es nur am Trainingssamstag bis gegen Mittag, der Sonntag bot dann echt annehmbares Wetter. Zwar etwas kühl, in der Tendenz aber eher freundlich. An beiden Tagen schaffte die Mannschaft rund um Peter Thumbeck einen pünktlichen Beginn, legte damit den Grundstein dazu, dass alle drei pro Tag geplanten Läufe auf der 3,05-Kilometer-Strecke durchgezogen werden konnten. Trotz der insgesamt 181 teilnehmenden Autos, von denen 47 in der angegliederten Gleichmäßigkeitsprüfung starteten, lag der Schluss des Fahrbetriebes jeweils kurz vor 17:30 Uhr. Die Feiern zum „Fünfzigsten“ beschränkten sich auf den Samstagabend. Im Festzelt, das sehr gut besucht war, erlebten die Gäste ein buntes Programm, zu dem die Eichenbühler Vereine verschiedene attraktive Einlagen beisteuerten. Besonders interessant war für alle Freunde des Bergrennsports sicher der Beitrag der Feuerwehr, an dem Nils Abb federführend mitgearbeitet hatte. In einer gut inszenierten Multimediashow ließ dieser 50 Jahre Bergrennen Unterfranken Revue passieren, wobei die gezeigten Bilder bei vielen Besuchern Erinnerungen auffrischten und Emotionen auslösten. Und damit zurück aus dem Festzelt an die Rennstrecke. Wie immer steigen wir mit dem NSU-Bergpokal, für den Unterfranken der vorletzte Lauf des Jahres war, in die Berichterstattung ein. Elf der luftgekühlten Heckmotorfahrzeuge nahmen daran teil. Der Übungssamstag bot wenig Überraschendes. Jörg Davidovic ließ sich die beste Zeit gutschreiben. Karsten Steinert folgte als Zweiter, dahinter bezog Gaststarter Andreas Reich Position drei. Ihm folgten, eng zusammenliegend, Thomas Krystofiak (TP4) und Uwe Schindler als Fünfter. Der Renntag zeichnete dann ab Platz zwei ein etwas anderes Bild. Uwe Schindler fuhr im ersten Heat auf die Drei vor, setzte sich vor Thomas Krystofiak (P4) und Andreas Reich (P5). Der Letztgenannte hatte in der zweiten Auffahrt ein Problem, vollendete diese nicht. Seinen fünften Rang übernahm Mike Vogel. Vor ihm hatte sich nichts geändert, allerdings war Thomas Krystofiak weiterhin nahe an Uwe Schindler dran. Im dritten und letzten Run schaffte der sehr gleichmäßig agierende Thomas Krystofiak noch die Wende, zog um 0,459 Sekunden an Uwe Schindler vorbei. Der Endstand: Klassensieg für Jörg Davidovic vor Karsten Steinert (P2) und Thomas Krystofiak als Drittem. Uwe Schindler beendet das Rennen auf der Vier, Fünfter ist Mike Vogel.

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News - Rundstrecke

Götz und Pommer gewinnen Hitzeschlacht in Most im Mercedes-AMG

Die Schlange hat zugebissen: Markus Pommer (27/Neckarsulm) und Maximilian Götz (32/Uffenheim, beide MANN-Filter Team HTP) gewannen in der leuchtend gelben "Mamba" das Sonntagsrennen des ADAC GT Masters in Most und fuhren damit den ersten Saisonsieg für Mercedes-AMG ein. Die Positionen zwei und drei gingen wie am Vortag an die Corvette-Fahrer Marvin Kirchhöfer (24/Markkleeberg) und Daniel Keilwitz (28/Villingen, beide Callaway Competition) sowie die Tabellenführer Robert Renauer (33/Jedenhofen) und Mathieu Jaminet (23/F, beide Precote Herberth Motorsport) im Porsche. "Besser konnte es heute nicht laufen", jubelte Sieger Maximilian Götz im Ziel. "Es ist toll, den ersten Sieg in diesem Jahr geholt zu haben. Das war wichtig für die Meisterschaft."

Pole-Setter Götz setzt sich ab
 
Pole-Position, schnellste Rennrunde und ungefährdeter Sieg: Maximilian Götz und Markus Pommer hatten in Most am Sonntag trotz Temperaturen von knapp 25 Grad alles unter Kontrolle. Pole-Setter Götz blieb beim Start in Führung und fuhr danach einen Vorsprung von fünf Sekunden auf die Verfolger heraus. Teamkollege Pommer, der zur Rennmitte das Cockpit des Mercedes-AMG übernahm, brachte danach den ersten Saisontriumph souverän ins Ziel. Sein Vorsprung betrug am Ende 1,9 Sekunden. Für Götz war es der insgesamt fünfte Sieg in der Serie und der erste seit dem Lausitzring 2014. Partner Pommer musste nicht so lange auf einen weiteren Triumph warten. Seinen bisher einzigen Sieg hatte er 2017 auf dem Nürburgring eingefahren.
 
Zweite wurden wie im ersten Rennen die Corvette-Fahrer Kirchhöfer/Keilwitz, die die Sieger jedoch nie wirklich gefährden konnten. Den letzten Podestplatz schnappten sich - ebenfalls wie im ersten Durchgang - Robert Renauer und Mathieu Jaminet im Porsche. Das Duo profitierte allerdings von einer Strafe des in der ersten Rennhälfte auf Podestkurs liegenden Mercedes-AMG von Indy Dontje (25/NL) und Maximilian Buhk (25/Schwarzenbeck, beide MANN-Filter Team HTP), die die vorgeschriebene Mindestzeit beim Boxenstopp unterschritten und am Ende 16. wurden. Renauer und Jaminet bauten mit dem zweiten Podium in Folge ihre Führung in der Gesamtwertung aus.

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Jeffrey Schmidt und Stefan Mücke holen ersten ADAC GT Masters-Sieg

Premierenerfolg für Jeffrey Schmidt (24/CH) und Stefan Mücke (36/Berlin, beide BWT Mücke Motorsport) im ADAC GT Masters. Die Audi-Fahrer gewannen bei der Premiere der "Liga der Supersportwagen" in Tschechien das Samstagsrennen in Most. Platz zwei ging an Marvin Kirchhöfer (24/Markkleeberg) und Daniel Keilwitz (28/Villingen, beide Callaway Competition) in der Corvette C7 GT3-R. Als Dritte fuhren die neuen Tabellenführer Robert Renauer (33/Jedenhofen) und Mathieu Jaminet (23/F, beide Precote Herberth Motorsport) ebenfalls auf das Podest. "Ich bin absolut sprachlos", so Sieger Stefan Mücke nach dem Rennen. "In einem so harten Umfeld einen Sieg zu holen ist absolut was Besonderes - vor allem wenn es mit dem eigenen Team gelingt."

Schmidt und Mücke souverän an der Spitze
 
Während Premieren-Pole-Setter Jeffrey Schmidt beim Start erfolgreich die Führung verteidigte, wurde es dahinter turbulent. Alexander Zöchling (30/A, MRS GT-Racing) verdrängte im BMW M6 GT3 Marvin Kirchhöfer auf Rang zwei, noch weiter hinten kollidierten in Kurve zwei mehrere Fahrzeuge und sorgten für eine kurze Safety-Car-Phase. Nachdem in Runde vier das Rennen wieder freigegeben wurde, setzte sich Schmidt an der Spitze leicht ab. Beim Fahrerwechsel zu Teamkollege Stefan Mücke hatte er einen Vorsprung von knapp zwei Sekunden herausgefahren. Auch der Berliner blieb souverän an der Spitze und baute seinen Vorsprung zwischenzeitlich auf mehr als fünf Sekunden aus. Im Ziel lag er schließlich 4,3 Sekunden vor Kirchhöfer/Keilwitz. Sowohl für Jeffrey Schmidt als auch für Stefan Mücke war es der erste Sieg im ADAC GT Masters, für ihren Rennstall BWT Mücke Motorsport der insgesamt dritte. Schmidt gewann zudem in der Pirelli-Junior-Wertung.

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Doppelsieg für Lamborghini im zweiten Saisonrennen

Lamborghini war im Sonntagsrennen des ADAC GT Masters in der Motorsport Arena Oschersleben das Maß der Dinge: Mirko Bortolotti (28/I) und Andrea Caldarelli (28/I, beide ORANGE1 by GRT Grasser) siegten mit 1,8 Sekunden Vorsprung vor ihren Markenkollegen Rolf Ineichen (29/I) und Christian Engelhart (30/Wolnzach, beide GRT Grasser Racing Team). Als Dritte holten Dominik Schwager (41/München) und Luca Ludwig (29/Bonn, beide HB Racing) den ersten Podestplatz für den in diesem Jahr in der "Liga der Supersportwagen" debütierenden Ferrari 488 GT3. "Das war perfekt", freute sich Sieger Bortolotti. "Die Leistung war richtig gut. Wir haben keine Fehler gemacht und sind sehr zufrieden."

Lamborghini-Duo behauptet Führung
 
Das zweite Saisonrennen stand vor mehr als 25.000 Zuschauern (am Wochenende) ganz im Zeichen der beiden Lamborghini Huracán, die sich bereits im Qualifying die ersten beiden Positionen gesichert hatten. Polesetter Christian Engelhart verteidigte beim Start gegen Markenkollege Andrea Caldarelli die Führung. Während die Reihenfolge an der Spitze bis zu Pflichtboxenstopps zur Rennmitte gleich blieb, setzte sich das Duo stetig von den Verfolgern ab. Doch kurz nachdem Rolf Ineichen von Engelhart und Mirko Bortolotti von Caldarelli übernommen hatten, wechselte die Führung: Bortolotti ging in Runde 23 am Markenkollegen vorbei und eroberte den ersten Platz. Auch danach dominierten die beiden Lamborghini das Rennen. Bis zum Einsatz des Safety-Cars zur Bergung des Mercedes-AMG von Kim-Luis Schramm (20/Ilmenau) hatten sie bereits einen Vorsprung von rund zehn Sekunden auf die Verfolger herausgefahren. Bortolotti gelang danach ein problemloser Sieg und sah 1,8 Sekunden vor Ineichen die Zielflagge. Für Bortolotti war es der dritte Sieg im ADAC GT Masters, für seinen neuen Teamkollegen Caldarelli der erste. Ineichen sicherte sich als Zweiter den Sieg in der Pirelli-Trophy-Wertung.

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