Passend zum 20. Jubiläum und Auflage 5 nach Wiederbelebung des legendären Glasbachrennens seit den 90er Jahren - lud die RSG Altensteiner Oberland wie die letzten 4 Jahre zuvor wieder zum Internationalen ADAC Glasbachrennen - zum bereits dritten Mal mit EBM Prädikat ein. Gegenüber den Vorjahren wurden allerdings ein paar Änderungen eingeführt. Zum einen verzichtete man zur Verwunderung vieler, auf den bewährten und zuverlässigen Zeitnahme Dienstleister von Thomas Stoll und seinem Berg-Zeitnahme Team, was man auch leider am Samstag sehr deutlich merkte. Denn die Zeiten, die von Streckensprecher Uli Kohl schon unter Vorbehalt durchgegeben wurden, mussten mehrfach von ihm wieder korrigiert werden und sorgten für reichlich Verwirrung unter Fans und Fahrern. Viele erwarteten eine Top Veranstaltung mit vielen tollen Fahrzeugen und einem flüssigen Rennablauf - einer Europameisterschaft würdigen Veranstaltung eben. Dieser war leider am Anfang etwas holprig, da das Training am Samstag, aufgrund von technischen Problemen erst mit etwas über 1 Stunden Verspätung gestartet werden konnte.

Das Wetter drohte das ganze ebenfalls noch zu verkomplizieren.  Was am Freitag noch bei tollem Wetter mit einem extra angesetzten Präsentationslauf begann wurde durch die drohende, aufziehende Unwetterfront  am Samstagabend nachhaltig gestört. Nach einer nicht ganz glücklichen Entscheidung der Rennleitung und den Sportkommissaren sollte der Rennbeginn auf 9.30 Uhr verschoben werden, damit alle Teilnehmer die gleichen Streckenvoraussetzungen vorfinden sollten. Durch mehrere Zwischenfälle und einem ausgedehnten Rahmenprogramm mit Renntaxis und Racetruck wurde der letzte, der beiden Wertungsläufe erst um kurz vor 18 Uhr beendet. 

Weil pünktlich zur zweiten Startgruppe am Samstag wieder einmal der Regen einsetzte1, war auch kein wirklich aufschlussreiches Ergebnis vom Training zu verzeichnen und ließen die Fahrer und Zuschauer weiter rätseln, wer denn die modernste Bergrennstrecke Europa am schnellsten bezwingen wird. Die 35 Kurven, verteilt auf 5500m verläuft auf einem sehr kurvenreichen Teilstück der  L1027 von Steinbach (380 m ü NN) bis hoch hinauf zum Rennsteig auf 640 m ü NN und überwindet dabei einen Höhenunterschied von 260 m. Mit diesen charakteristischen Eckdaten und gespickt mit modernster und sicherster Technik ist diese Rennstrecke wohl einzigartig in Deutschland. Laut Organisationsleiter Marcus Malsch hat man hier Kapazitäten für 35.000 Zuschauer entlang der Strecke geschaffen und war somit nun einem großen Besucheransturm gewachsen. 

Doch nun zum eigentlichen Renngeschehen. Nachdem der mehrfache Europa-Bergmeister Simone Faggioli und sein Landsmann Christian Merli, wegen ihrer Titelambitionen in der italienischen Bergmeisterschaft, im Heimatland starteten, schrumpfte das Feld der Favoriten doch etwas zusammen. Somit machte der Tscheche Milos Benes im Osella Zytek FA30 bereits im ersten Lauf alles klar und legte damit den Grundstein zum Sieg vor Fausto Bormolini im verbesserten Reynard K02 Formel 3000. Patrick Zajelsnik folgte mit etwas Respektabstand im Norma M20F mit Mugen V8 Power auf Rang 3. David Hauser im, zum Verkauf stehenden, Wolf GB 08 F1 Prototypen kam auf P4 ins Ziel, Vladimir Vitver in Audi TT-R WTR DTM E2-SH Rennwagen komplettierte die Top 5. Eine Glanzvorstellung bot wieder einmal Tourenwagen und Multifunktionsrennass Jörg Weidinger im BMW 318i STW von Teampartner Dieter Rottenberger. Jörg gewann zum wiederholten Male den Tourenwagengesamtsieg und schrammte nur ganz knapp an seinem alten Streckenrekord vorbei. Der Klassensieg war ihm damit natürlich ebenfalls sicher, aber dazu später mehr.  Das Ergebnis der Gruppe E2-SS bis 3000 ccm glich dem Gesamtergebnis fast - nur das hier die  Reihung Milos Benes vor Fausto Bormolini und David Hauser lautete. Eine Klasse niedriger in der Gruppe E2-SS bis 2000 ccm gewann der Deutsche Automobilbergmeister Frank Debruyne im Dallara F303 vor Mathieu Wolpert im betagten BSR VW 389 und Georg Lang im wieder reparierten Tatuus Formula Renault 2.0.

Patrick Zajelsnik war wieder sehr flott unterwegs und markierte seine außergewöhnlich gute Form mit seinem Klassensieg in der Gruppe E2-SC bis 3000 ccm Hubraum. Dino Gebhard im Osella BMW PA20/S war ebenfalls mit schwerem Fuße unterwegs und sicherte sich sein bisher bestes Saisonergebnis vor Petr Vitek im Osella BMW PA20/S.

Vor knapp zwei Jahren war dieser Mann noch fast unbekannt, nun führt er die Deutsche Bergmeisterschaft an - die Rede ist von Thomas Conrad in seinem Eigenbau CRS MTK S 5/7 mit 2 L Renault Triebwerk. Deswegen verwundert es nicht, dass er sich den Klassensieg in der Gruppe E2-SC bis 2000 ccm Hubraum sicherte. Geburtstagskind Bernd Letmade im Norma Honda M20 folgte auf P2 vor Peter Amann im PRC S4 Honda. Franceso D'Acri war leider mal wieder Einzelstarter in seiner Gruppe E2-SC bis 1300 ccm Hubraum und gewann diese somit. Einen hauchdünnen Sieg für der Tscheche Vladimir Vitver im Audi TT-R WTTR DTM in der Gruppe E2-SH über 3000 ccm. Norbert Brenner folgte mit 0.616 Sekunden Abstand auf Rang 2. Der Österreicher Herbert Pregartner Über-Porsche 911 GT2 RSR folgte mit Respektabstand auf P3. Die Gruppe der GT Fahrzeuge gewann  im internen Porscheduell Nicolas Werver im Porsche 997 Cup S vor Yannik Bodson im Porsche 997 GT3 Cup.  Ein weiterer Tscheche, Jan Milon im infernalisch antretenden Skoda Fabia WRC gewann die Gruppe E1/FS/H über 3000 ccm. Norbert Handa, mit neuem leistungsgestärkten Triebwerk im Lancia Delta Integrale EVO III, platzierte sich auf P2 und verwies Marcus Gesell im Seat Leon Supercopa  auf P3. Berg-Cup Neueinsteiger Marcel Gapp im weißen BMW E36 M3 strich seinen ersten Klassensieg in der Gruppe E1/FS/H bis 3000 ccm Hubraum ein. Ihm folgten Karl-Hein Schlachter im wunderschönen BMW 2002tii Alpina  auf P2 und Karl-Heinz Schauperl im VW Käfer auf P3. Alfa Romeo 147 JTDM Pilot Christian Triebstein aus Zierenberg gewann die Gruppe E1/FS/H Diesel bis 2000 ccm vor Karlheinz Meurer im VW Golf V R-TDI und Jürgen Fechter im VW Golf V TDI RSR.

Die mit nur 16 Fahrzeugen sehr dünn besetzte Gruppe E1/FS/H bis 2000 ccm gewann Ausnahmetalent Jörg Weidinger im BMW 318i STW mit fast 12 Sekunden Abstand auf den zweitplatzierten Roman Sonderbauer im Opel Ziegler Kadett C Coupé 16V. Berg-Cup Wiedereinsteiger Dirk Preißer platzierte sich im orangefarbenen Opel Frank Kadett C Coupé 16V  stark auf P3. Schnellster 8V Pilot und nicht minder stark auftretend war Hans-Peter "Hansi" Eller im Opel Krause Kadett C Coupé 8V auf P4. Christian Dümler im VW Golf II 8V machte die Top 5 komplett.  In der Gruppe E1/FS/H bis 1600 ccm eilt André Stelberg, im Bärenstarken und wie ein Brett liegenden VW Schneider RSB Corrado 16V, quasi von Sieg zu Sieg. Manfred Schulte im Citroen AX Kit Car EVO folgte mit Respektabstand auf P2. 100octane.de Kameramann und Fiat Uno 16V Pilot Sven Koob wurde starker Dritter in der Klasse. Benedikt Schulte im weißen Citroen AX Sport 8V wurde schnellster 8V in der Gruppe. Armin Ebenhöh im VW Minichberger Scirocco I 16V steht seinem Markenkollegen aus der höheren Klasse in nichts nach und streicht ebenfalls einen weiteren Saisonsieg in der Gruppe E1/FS/H bis 1400 ccm ein. Einen wahren Husarenritt legte Frank Duscher im VW Polo I 8V hin, in dem sich den zweiten Klassenplatz und die schnellste 8V Zeit einfuhr.  Thomas Pröschel vom MSF Ettetal im VW Schneider Polo II 16V kam knapp dahinter auf P3 ins Ziel. Knapp besetzt aber dadurch nicht weniger unterhaltsam war die Gruppe E1/FS/H bis 1150 ccm, die Thomas Stelberg im VW Schneider Polo II 16V gewinnen konnte. Jürgen Heßberger im Fiat 127 Sport Martini Racing 8V kam als schnellster 8V Pilot auf P2. Silvia Ebenhöh im sonor klingenden VW Weißdorn Polo I 8V komplettierte das Stockerl auf P3.

Der NSU Bergpokal im KW Berg-Cup war mit nur 6 Fahrzeugen an den Glasbach gekommen. Jörg Davidovic im weißen NSU TT gewann hier mit 26 Sekunden Abstand auf Walter Voigt im NSU TT Spiess und Wolfgang Schwalbe im orangefarbenen NSU TT. Horst Fleischer und Roman Szott komplettieren die Top 5. Rudi Bicciato im Mitsubishi Lancer EVO 6 gewann die Gruppe F über 2000 ccm vor Lars Bröker im Mitsubishi Lancer EVO X und Albert Vogt im Subaru Impreza WRX STi. Eine Klasse tiefer, in der Gruppe F bis 2000 ccm, gewann Alexander Reder im BMW 318iS und Kai Neu im Ford Focus ST170 und Friedhelm Gürzgen im BMW 318Ti Compact. Lukas Vojacek gewann die große Phalanx der Gruppe A über 2000 ccm Mitsubishi EVOs vor dem Österreicher Christian Schweiger und der Italienerin Gabriella Pedroni. Noch mehr Mitsubishi EVOs waren in der Gruppe N über 2000 ccm am Start. Hier konnte sich Igor Stefahovski gegen Jiri Los und Martin Jerman durchsetzen. Michael Hulm im seltenen BMW E36 M3 GT setzte sich in der Gruppe G LG1 gegen Hans-Joachim Brett im BMW Z4 durch.

Weitere Klassensieger: