Wieder einmal ist es soweit, denn bereits nur eine Woche nach dem Berg Europameisterschaftslauf am Glasbach, steht das Osnabrücker Bergrennen in seiner 48. Auflage vor der Tür. Viele der bereits am Glasbach startenden Fahrer haben die einwöchige Pause für einen kleinen Kurzurlaub zwischen den beiden Rennen genutzt oder fahren im Anschluss daran weiter in den Norden. Der MSC Osnabrück lockte mit einem wirklich traumhaften Rekordstarterfeld auf die im letzten Jahr komplett neu asphaltierte Rennstrecke unlängst von Osnabrück. Diese wurde dieses Jahr nochmals überarbeitet - der Asphalt setzte sich und die Bankette wurde befestigt, der Grip auf der Strecke ist hervorragend. Über 210 Teilnehmer folgten dem Ruf des Bernd Stegmanns und boten den über 35.000 oder mehr angereisten Zuschauern absolut großartigen Motorsport mit tollem Rahmenprogramm.

Es kam sogar soweit, dass die Autobahnausfahrten der A33 und A30 in Richtung Borgloh dicht waren. Im Verkehrsfunk gab es derweil Durchsagen wegen einer Großveranstaltung in Borgloh, denn die angereisten Gäste fanden alsbald keinen Platz mehr auf der schon 11 Hektar großen Parkfläche und es musste auf die oberen Fahrerlager ausgewichen werden.  Die Preise wurden ab 14 Uhr halbiert und man ließ den 3. Wertungslauf etwas später beginnen. "Im Grunde genommen waren wir ausverkauft", sagte uns Organisationsleiter Bernd Stegmann im Gespräch. Da zahlte sich die ganze Arbeit über das Jahr hinweg aus, viele Pressemitteilungen und über 250.000 Flyer wurden zur Werbung verteilt, viele Veranstaltungen wurden besucht - als Dank gab es das Bergrennen Highlight der Saison oder vielleicht sogar das beste Bergrennen überhaupt? Seit dem 100octane.de dabei ist, auf jeden Fall, so meinen wir.

Die Wetteraussichten für das Rennwochenende am Uphöfener Berg waren eine Woche zuvor doch eher durchwachsen, wandelte sich aber dann Donnerstag zu seiner besten Seite und lockte den Besucherrekord von den bereits eben erwähnten mehr als 35.000 + X Zuschauern an die Strecke. Das Team um Bernd Stegmann sollte ja nun schließlich für den ganzjährigen und unermüdlichen Einsatz für ihr Bergrennen in Hilter/Borgloh entlohnt werden. Der selektive 2,03 km lange Kurs mit durchschnittlich 4,5% Steigung ist das nördlichste Rennen in der Meisterschaft, welches 1968 vor etwa 7.000 Zuschauern mit rund 140 Teilnehmern ausgetragen wurde. Nun - 48. Ausgaben später hat sich das Osnabrücker Bergrennen zu einem der Medien- und Motorsportevents auf nationaler und internationaler Ebene gewandelt. Darum hatte der MSC Osnabrück nun ein wahres Rekordstarterfeld von über 210 Startern zu verzeichnen, und das nur eine Woche nach dem Europameisterschaftslauf am Glasbach. Wie sonst auch wurde das Thema Cars & Fun beim MSC Osnabrück wieder groß geschrieben, denn man wollte den Leuten ja schließlich etwas bieten. Neben dem bestens besuchten VIP Zelt, der RWE Erlebniswelt waren auch Schauspieler Norbert Heisterkamp - aktuell gerade im Kino mit dem Youtube Film Kartoffelsalat - der im nagelneuen Mercedes Benz AMG GTS als Taxi den Berg hinauf fuhr waren  auch Titus Dittmann mit seinem 67er Ford Mustang und GRIP Moderator Niki Schelle im Suzuki Swift Hayabusa Turbo mit dabei.

Das Training lief bis auf ein paar Unfälle und Unterbrechungen sehr flott ab, was auch durch stark deformierte Leitplanken durch zwei kräftige Einschläge von Nicolas Werver im Porsche 997 GT3 und Marie Alicia Vogt im BMW 325i. Auch Benedikt Schult hatte im ersten Training sein Aha-Erlebnis, als sein Citroen AX Sport eine gewisse Eigendynamik entwickelte, aufstieg und Benedikt den drohenden Überschlag mit einem gekonnten Lenkeingriff verhindern konnte, dabei aber leicht an der Osnabrücker Planke anschlug und sich die Felgen der linken Seite beschädigte. "Zum Glück sind das stabile Rallye Felgen, andere wären wahrscheinlich in zig Einzelteile zersprungen", feixte Benedikt am Sammelpunkt.

Das top eingespielte Team vom Leiter der Streckensicherung Holger Maes und Rennleiter Michael Schrey packten feste zu und ließen so nur ganz kurze Unterbrechungen zu. Um 17 Uhr war der 3. Trainingslauf beendet und das vierte freiwillige Training wurde von vielen Teilnehmern gerne genutzt und um 18.15 beendet. Das Rennen selbst war auf nur drei Wertungsläufe begrenzt, rechnete man doch nicht mit einem so flüssigen Rennablauf. Um kurz vor 18 Uhr war dann auch hier Schluss und die Sieger standen fest. Unter tosendem Applaus und Begleitung von 6 hübschen Cheerleaderinnen wurden die letzten Teilnehmer an der Startlinie gegenüber dem VIP Zelt empfangen. Hier fand auch zum zweiten Mal die Siegerehrung statt, was bei allen Gästen und Teilnehmern sehr gut ankam. Gewonnen hat das große Rennspektakel am Uphöfener Berg der Schweizer Eidgenosse Joel Volluz im Osella Zytek FA30 vor seinem Landsmann Eric Berguerand im verbesserten Formel 3000 Lola FA99 und dem Luxemburger David Hauser im Wolf GB08 F1.  Den Tourenwagengesamtsieg konnte sich Tourenwagenass Nicolas Werver aus Frankreich im Porsche 997 Cup vor Vorjahressieger Nikolay Zlatkov in einem der beiden Audi Quattro S1. Oh ja, es waren wieder zwei dieser soundtechnisch omnipräsenten Rennwagen der 80er am Start. Auf P3 landete der Tourenwagensieger vom letzten Jahr, Henry Walkenhorst im ebenso soundstarken BMW Z4 GT3, der tags zuvor bei der VLN erfolgreich im Einsatz war.

Joel Volluz gewann natürlich auch seine Gruppe E2-SS bis 3000 ccm Hubraum vor Eric Berguerand und David Hauser. In dieser Gruppe waren 10 Fahrzeuge am Start, was in Deutschland mehr als nur einzigartig ist. Das mit 14 Startern ebenfalls sehr gut besetzte Feld der Gruppe E2-SS bis 2000 ccm Hubraum konnte Vorjahressieger Anthony Loeullieux im bärenstarken Tatuus Formula Masters Honda vor dem britischen Dallara F305/7 Fahrer Paul Buckingham und dem mehrfachen Deutschen Bergmeister Frank Debruyne im Dallara Opel F303 gewinnen. Thierry Bertin im Dallara PB08 Suzuki gewann die Gruppe E2-SS bis 1600 ccm vor Irena Stec im Gloria SRL C8 und Hannes Feldmann im Formel Ford van Diemen 1600. Für einen weiteren ehemaligen Deutschen Bergmeister lief es ebenfalls richtig gut in der Borgloher Schweiz. Uwe Lang im Osella BWM PA20/S EVO  setzte sich gegen Vaclav Janik im modernen Norma M20FC und Laszlo Szasz im Juno Alfa durch und gewann die Gruppe E2-SC bis 3000 ccm. Letzter klingt fast so wie die alten DTM und ITC Alfa 155. Eine Klasse tiefer, in der Gruppe E2-SC bis 2000 ccm, stand der Franzose Kevin Durot im Norma M20F ganz oben auf dem Podium. Petra Trnka im Mitsubishi Turbo befeuerten Norma Honda M20 kam vor dem weiteren Tschechen Jiri Svoboda im Norma M20F auf P2. Der Ostfale Günter Miethke musste seinen Start zum Rennen bereits aufgrund eines Kupplungsdefektes seiner Norma Honda M20 absagen. Bei den Fahrzeugen der E2-SH über 2000 ccm machte der Routinier Norbert Brenner alles klar und gewann im Opel Vectra GTS V8 DTM die Gruppe vor Holger Hovemann im Opel Kadett C Coupé V8 GT/R, der zweitschnellste Fahrzeug overall mit Dach war und sich sichtlich damit zufrieden zeigte. Konstrukteur Norbert Vornholt tat es ihm natürlich gleich und freute sich ebenso. Den dritten Rang sicherte sich der Österreicher Herbert Pregartner im über 900 PS starken Porsche 911 GT2 RSR. Die Klasse der GT Fahrzeuge gewann Lokalmatador Henry Walkenhorst im einsatzerprobten BMW Z4 GT3 vor Teampartner Ralf Oeverhaus im BMW Z4 GT3 und Yanick Bodson im Porsche 997 GT3 Cup.

Der Wechsel zu den Tourenwagen. Der Franzose Nicolas Werver im Porsche 997 GT3 Cup gewann nach seinem unfreiwilligen Leitplankenkontakt an Posten 4 im Training die große Gruppe H/FS/E1 über 3000 ccm Hubraum vor dem sympathischen Bulgaren Nikolay Zlatkov im Prospeed Audi Quattro S1. Ach ja, schön war die Zeit der Audi Quattros in der Gruppe B. Der Schweizer René Ruch im orangen Ferrari F355 GT mit Zytek V8 Treibwerk folgte auf P3. Bergrennen Wiederkehrer Benjamin Bellingradt setzte zum ersten Mal seinen Porsche 996 GT3 Cup R am Berg ein. Im zweiten Lauf hatte er mit komischem Kraftstoff im Tank seines Zuffenhausener Rennwagen zu tun, so dass dieser nur auf 4 Zylindern lief. Kurzerhand musste er den ganzen Inhalt abpumpen und alles reinigen. Zum dritten Lauf war dann alles wieder im Lot und alle 6 Zylinder konnten ihre knapp 500 PS auf die Hinterachse übertragen. Weitere Starts in diesem Jahr könnten also möglich sein. Der Österreicher Bernhard Permetinger im BMW E30 M3 konnte sich in der Gruppe H/FS/E1 über 2000 ccm den Sieg vor Hans-Peter Wiebe im Renault Williams Wiebe Laguna BTCC sichern.  Ralf Iwan im Opel Kadett C Coupé 2.5 machte das Stockerl komplett.  

Ein weiterer Wiebe, namens André war sehr super schnell unterwegs und konnte sich einen verdienten Sieg in der Königsklasse der Tourenwagen mit immerhin 27 Startern sicher, denn diese war wie immer top umkämpft. Roman Sonderbauer im Opel Ziegler Kadett C Coupé 16V lag im ersten Lauf noch vorne, konnte diese aber nicht bis zum Ende verteidigen. Patrick Orth im infernalisch klingenden BMW Frank 320is preschte auf Rang 3 vor und verwies Dieter Rottenberger im BMW 318i STW auf Rang 4. Rainer Schönborn im VW Golf I GTI 16V wurde schneller 5. vor dem schnellsten 8V Piloten in der Klasse, Norbert Wimmer im BMW 2002tii 8V. Die Gruppe H/FS/E1 Diesel gewann Andreas von der Haar im VW Golf V R-TDI vor Karl-Heinz Meurer, ebenfalls im VW Golf V R-TDI.

Ganz schön eng ging es in der Gruppe H/FS/E1 bis 1600 ccm zu. Hier wurde Duelle im Hundertstelsekunden Bereich ausgefochten - Manfred Schulte im Citroen AX Nemeth Kit Car EVO setzte sich gegen André Stelberg im VW Schneider RSB Corrado 16V und sicherte sich seinen bereits dritten Klassensieg dieses Jahr. Lustig und Haarscharf duellierten sich die jungen Wilden Sven Koob im Fiat Uno 16V und Andy Heindrichs im Opel Schneider Corsa A 16V, mit dem dann letztlich besseren Ende für Sven Koob. Es hat viel Spaß gemacht, den beiden zuzuschauen.  Schnellster 8V Pilot wurde Benedikt Schulte im Citroen AX Sport 8V. Armin Ebenhöh fuhr einem ungefährdeten Sieg in der Gruppe H/FS/E1 bis 1400 ccm entgegen.  Schwiegerpapa Franz Weißdorn im reparierten VW Polo Honda I 16V kam verdient auf P2. Mega Kampf zwischen den 8V Piloten in der Klasse. Nils Abb im VW Schneider Polo II 8V lag anfangs vorne und lieferter sich einen heißen Kampf mit Marcel Hellberg. Der kam als schnellster 8 Ventiler im VW Brügge Polo II 8V mit P3 aufs Podium.

Zwei 16V Polos kämpften um den Sieg in der Gruppe H/FS/E1 bis 1150 ccm. Motorenbauer Jürgen Schneider im VW Schneider Polo II 16V gewann vor Robert Bauer im VW Polo II 16V. Tobias Stegmann im Schneider Audi 50 8V kam als schnellster 8V vor heimischem Publikum auf P3 in der Klasse.

Der NSU Bergpokal war mit 9 Fahrzeugen wieder ganz ordentlich besetzt und lockte zahlreiche NSU Fans an die Strecke in die Borgloher Schweiz. Jörg Davidovic musste sich dieses Mal ganz schön lang machen und sich mit all seinem Können seinen stärksten Verfolger Karsten Steinert zur Wehr setzen. Frank Kleineberg wurde schneller dritter vor Uwe Schindler und Thomas Krystofiak im NSU 1200C Langnasenprinz.

In der Gruppe A über 2000 ccm trumpfte der ehemalige Bergeuropameister Roland Wanek im Mitsubishi EVO IX mächtig auf  und verwies Albert Vogt im Subaru Impreza auf Platz 2 der Klasse. Eine Klasse Tiefer bis 2000 ccm gewann Ralf Orth im BMW 320is gegen  Patrick Orth im VW Golf III GTI. Nein, hier sprechen wir nicht von Ralf Orths Sohn Patrick sondern von seinem Namensvetter der eben auch flott den Berg hochfährt. Auf Rang 3 landete Kevin Veit im BMW Wiebe E30. Lokalmatador Christoph Hilmes im VW Polo II gewann spektakulär die kleinste Klasse der Gruppe A bis 1400 ccm vor Hartmut Grebe im Ford Fiesta Fun. Daniel Donkels gewann im Renault Clio III Cup die Gruppe der Markenpokale vor Manuel Rubow im Seat Leon Supercopa Mk 2 und Christian Eckstein im BMW M235i Racing Cup.

Weitere Klassensieger: