Zwei Wochen nach dem Mega Bergrennen Event beim Osnabrücker Bergrennen 2015 mit weit über 35.000 Zuschauern, zog der Tross weiter in die Bayrische Rhön, an den Hauenstein. Hier gibt es wieder Rennen pur - kein Event, sondern einfach nur Bergrennen mit rustikaler Rennwurst statt feinem gekochtem und einem Festzelt mit zünftiger Musik. Das macht die Abwechslung in der deutschen Bergmeisterschaft eben aus, so daß für jedem Geschmack  etwas dabei ist.   Das Team um Christian Leutheuser und Bernd Seyd lockte ebenfalls ein Rekordstarterfeld mit 212 Startern in den idyllisch gelegenen Ort Hausen, unlängst der ehemaligen innerdeutschen Grenze.  Das Rennen genießt nicht zuletzt wegen seiner imposanten Streckenlänge von 4,2 km wahren Kultstatus bei den Fahrern und Gästen, so kommen die Fahrer hier mit außen herum organisierter Rückführung auf über 60 gefahrene Kilometer im Rennwagen.  Begonnen wurde das Training bei hochsommerlichen Außentemperaturen von über 25°C und insgesamt 3 durchgeführten Trainingsläufen für die Teilnehmer der Deutschen Bergmeisterschaft.

Die knapp 80 Fahrzeuge der GLP konnten aufgrund von Unfällen etwas in Verzug geratenen Zeitplans, nur zwei Mal die Powerstrecke in der Hochrhön unter Räder nehmen. Der Veranstalter berief sich dabei auf die in der Auschreibung/Nennung, welcher jede Fahrer unterschrieben hatte, hingewiesene Möglichkeit Läufe ersatzlos zu streichen um den Teilnehmern der Deutschen Bergmeisterschaft ihre drei Trainingsläufe zu ermöglichen, was nicht bei allen Teilnehmern auf offene Ohren stieß.  Eine andere Möglichkeit bestand so leider nicht, da so sonst nicht drei Trainingsläufe bis 18 Uhr durchgeführt werden konnten.  Der Hauenstein ist eine der anspruchsvollsten Strecken für Mensch und besonders fürs Material, in Deutschland. Viele Vollgaspassagen mit Höchstdrehzahl verlangen den Triebwerken alles ab, so dass jedes Jahr der ein oder andere Motorschaden zu verzeichnen ist. Leider traf es dabei auch Holger Hovemann, dem eine defekte Ölpumpe im dritten Trainingslauf einen gewaltigen Strich durch die Rechnung machte. "Nach der Schikane im oberen Teil der Strecke, wurde der Motor auf einmal zäh. Kurz vorm Ziel trat ich dann gleich die Kupplung, worauf der 5,7L Lotus LT5 Motor sofort ausging und ein Lagerschaden die Folge des ganzen war. Meine Saison ist wohl somit leider gelaufen", so ein sichtlich zerknirschter Holger Hovemann im Gespräch mit uns. Das NSU TT Aggregat im Heck von Jutta Fischer-Neuner - ja auch die Frau vom langjährigen NSU Bergpokal Präsidenten Bernhard Neuner fährt mittlerweile Bergrennen - verwehrte am Rennsonntag seinen Dienst und wartet auf Reparatur durch NSU Walter Inhaber und NSU Spezialist Jörg Höber. "Der wollte da schon längst einen neuen Motor einbauen", feixte eine trotzdem zufrieden lächelnde Jutta Fischer-Neuner nach dem Rennen. Stefan Faulhaber stellte nach langem Warten auf dringend benötigte Teile, seinen Opel Kadett C Coupé 1600 16V der Öffentlichkeit vor. Der Motor ist eine Neuentwicklung von Risse Motorsport aus Soest.

Wahre Wunder vollbrachte VW Minichberger Scirocco I 16V Pilot Armin Ebenhöh. Er fuhr am Samstag wie entfesselt die fünftschnellste Zeit - in der Königsklasse bis 2000 ccm, nur dass Armin keinen 2L Rennwagen pilotiert, sondern einen 1,4 L. Hut ab mein lieber Armin, das war ganz großes Kino und wahrhaft Oscarverdächtig. Eine weitere Nominierung aber dieses Mal für den Rennsonntag, gibt es für Opel Schneider Corsa A 16V Pilot Andy Heindrichs. An den unterhaltsamen Duellen zwischen ihm und Sven Koob erfreuen wir uns ja regelmäßig, so machte das was Andy am Sonntag zeigte noch mehr Spaß. Dort stand er nach fulminanter Fahrt nach dem ersten Lauf auf P1 in der Klasse bis 1600 ccm. Alle schauten, grübelten wie er das wohl gemacht hat - einfach voll rein gehalten, so sah es zumindest von außen aus. Den Sieg musste er dann aber doch an einen seiner Kontrahenten abgeben, aber dazu gleich mehr.

Geschlagen geben musste sich der mehrfache Deutsche Automobil Bergmeister Norbert Brenner keinem, denn er fuhr mit seinem Opel Vectra GTS V8 DTM zum Gesamtsieg in der Rhön. Auf P2 und P3 kamen die beiden anderen Markenkollegen auf Opel Astra Coupé V8 DTM in Person von Klaus Hoffmann und Lokalmatador Sebastian Schmitt. Das Klassenergebnis der Gruppe E2-SH über 3000 ccm glich dann auch dem Endergebnis im Gesamtklassement. Endlich lief das Ding mal - und wie sogar - denn Norbert Handa im Lancia Delta Integrale Evo III kam als schnellster Tourenwagen auf den Gesamtrang 4 und verwies Porsche 935 DP2 Pilot Herbert Stolz auf Rang 5.

Seine Ambitionen auf den Deutschen Bergmeister Titel der Rennsportfahrzeuge stellte Ausnahmetalent Thomas Conrad ein weiteres Mal unter Beweis. Nachdem sein E2-SC 2L Sportwagen beim Osnabrücker Bergrennen nachhaltig beschädigt wurde, rückte er im Ersatzrennwagen Formula Renault 2.0 an und wurde Gesamtsechster, verwies sogar Uwe Lang im deutlich potenteren 3L E2-SC Osella PA 20/S auf Rang 7. Der Monzinger Björn Wiebe im Renault Williams Wiebe Laguna BTCC fuhr wie entfesselt die 4,2 km lange Strecke hinauf und wurde mit 10 Sekunden Vorsprung auf den nächsten, schnellster 2L Tourenwagen am Hauenstein und kam auf Gesamt P8. Doch nun die Klassenergebnisse im Einzelnen.

Die Gruppe E2-SS bis 2000 ccm Hubraum gewann logischerweise auch Thomas Conrad im Formula Renault 2.0 vor einem ebenfalls stark fahrenden Mathieu Wolpert im betagten BSR VW 389 und Georg Lang im weiteren Formula Renault 2.0. Georgs Papa Uwe Lang gewann, trotz gebrochenem Heckflügel am Osella PA20/S, die Gruppe E2-SC bis 3000 ccm. Markenkollegen Dino Gebhard und Karl-Philipp Eiermann kamen auf P2 und P3.  Der Detmolder Bernd Letmade gewann im Norma Honda M20 überlegen die Gruppe E2-SC bis 2000 ccm vor Uwe Wolpert im UWR WFK Honda 07 und Peter Amann im PRC Honda. Wie bereits oben geschrieben gewann Norbert Brenner die Gruppe E2-SH über 3000 ccm vor Klaus Hoffmann und Sebastian Schmitt, Holger Hovemann schied leider mit technischem Defekt am Samstag aus. Die Durststrecke von Norbert Handa im Lancia Delta Evo III scheint nun endlich beendet und wurde mit einem Sieg in der Gruppe E1/FS/H über 3000 ccm gekrönt. Der Innsbrucker Kaufmann Herbert Stolz im Porsche 935 DP2 kam vor Norman Struckmann im Ford Escort Cosworth auf P2. Sabine Röck im VW Golf I Turbo wurde vierte. Wie gut ehemalige STW/BTCC Tourenwagen am Berg funktionieren, zeigte Familienoberhaupt Hans-Peter Wiebe im wunderschönen Renault Williams Wiebe Laguna BTCC in Originallackierung. Er gewann die Gruppe E1/FS/H über 2000 ccm vor Helmut Knoblich im neu angeschafften Schirra Mini Cooper S und Österreicher Bernhard Permetinger im sonor klingenden BMW E30 M3. Schnellster 8V Pilot in der Klasse wurde Karl-Heinz Schlachter im Alpina BMW 2002. Jürgen Fechter im VW Golf V R-TDI setzte sich in der Gruppe E1/FS/H Diesel gegen Sepp Koller im Alfa 147 Diesel durch.

Auch Björn Wiebe stellte sein und das Potenzial seines Renault Williams Wiebe Laguna BTCC eindrucksvoll unter Beweis. Mit 10 Sekunden Abstand auf den zweitplatzierten Roman Sonderbauer im Opel Ziegler Kadett C Coupé 16V gewann er eindrucksvoll die Gruppe E1/FS/H bis 2000 ccm Hubraum. Dieter Rottenberger wurde im BMW 318i STW bei seinem Heimrennen dritter vor Michael Rauch im bärenstarken Opel Kadett C Coupé 8V mit Gerent Power. So hatte das erfolgsverwöhnte Team von Christian Auer und Norbert Wimmer das Nachsehen und wurde nicht die schnellste 8V Mannschaft in der Klasse. Auf P6 und P7 folgten gleich die nächsten schnellen 8V Piloten in Person von Bernd Ehrle im Opel Kadett C Coupé 8V und Stefan Glass im Ford Escort Lotus Twincam 8V.  Die jungen Wilden aus der Gruppe E1/FS/H bis 1600 ccm bieten seit Beginn der Saison Spannung und Fahrspaß pur. Nach starkem Kampf setzte sich André Stellberg im bärenstarken VW Schneider RSB Corrado 16V dann doch gegen Youngster Andy Heindrichs im Opel Schneider Corsa A 16V durch. Manfred Schulte haderte im Citroen Nemeth AX Kit Car Evo 16V mit Bedingungen und schlechten Sichtverhältnissen durch beschlagene Scheiben, kam auf keine Zeiten und fand sich auf einem guten dritten Rang wieder. Schnellster 8V Pilot wurde wieder einmal Benedikt Schulte im Citroen AX Sport 8V.

Armin Ebenhöh brannte auch im Regen ein Feuerwerk ab und gewann in seinem VW Minichberger Scirocco I 16V die Gruppe E1/FS/H bis 1400 ccm vor Wiederkehrer Hugo Moser im neu motorisierten und infernalisch gehendem VW Polo I 16V und dem schnellsten 8V Piloten der Klasse, Frank Duscher im VW Polo I 8V. Letzterer hatte im Training Pech, als sich im ersten Lauf der linke Vorderreifen von der Felge löste und er in der Schikane stehen bleiben musste. Robert Bauer fuhr im VW Polo II 16V ebenfalls einem ungefährdetem Sieg in Gruppe E1/FS/H bis 1150 ccm entgegen. Jürgen Heßberger im Fiat 127 Sport Martini Racing wurde zweiter und schnellster 8V Pilot in der Klasse. Jörg Eberle im weiteren Fiat 127 Super wurde dritter. Irgendwie gewinnt doch immer ein Hofmann im NSU Bergpokal, wenn einer mit diesem Nachnamen mitfährt. Nur das dieses Mal Steffens jüngerer Bruder Lukas ganz oben auf dem Treppchen stand, während sich Steffen und Teampartner Jörg Davidovic im gemeinsamen Urlaub die Sonne auf den Pelz scheinen lassen. Uwe Schindler konnte hier im NSU TT KWR nur wenig entgegen setzen und kam auf P2 ins Ziel. Starker Dritter wurde Frank Kleineberg im NSU 1000C. Walter Voigt im historischen NSU Spiess TT wurde vierter vor Alexander Follmann im von Detlef Schmidt kurzerhand geliehenen NSU TT.

Albert Vogt gewann als Einzelstarter seine Gruppe A/F über 2000 ccm. Top besetzt war die Gruppe A/F bis 2000 ccm in der sich Kai Neu im Ford Focus ST170 gegen Patrick Orth im VW Golf III GTI und Alexander Reder im BMW 318i E36 durchsetzte. Ralf Orth im BMW E30 suchte vergeblich die ihm fehlenden Sekunden, fand diese aber nicht und musste sich mit Rang 4 zufrieden geben. Die Gruppe A/F bis 1400 ccm gewann Hartmut Grebe im Ford Fiesta 1.4 Fun vor Robert Maslonka im VW Polo und Tim Fröhlich in der Renault Alpine A110. Ralf Fladung gewann im Peugeot 206 RC die Gruppe N bis 1600 ccm vor Christoph Kaiser im Suzuki Swift Sport. Michael Hulm auf BMW E36 M3 GT siegte in der Gruppe G vor Hans-Joachim Brett auf BMW Z4 und Matthias Marquardt im BMW 318 Ti.

Die Platzierungen in der GLP sahen nach diversen Wertungsausschlüssen und Startverzicht wie folgt aus:

  • GLP Tourenwagen - Klasse 35: Reiner Hergehan - BMW 318is
  • GLP IG-Histo Berg - Klasse 37: Armin Limmer - Alfa Romeo
  • GLPBerg - Klasse 38: Jochen Hacker - NSU Brixner Spyder

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