48. Bergrennen Unterfranken 2015 - Meisterliches Finale

Durch den Wegfall des Bergrennen Mickhausen in diesem Jahr, wurde dem Bergrennen Unterfranken als Ausrichter des Finales der Deutschen Bergmeisterschaft im malerischen Ort Eichenbühl zu teil.  Somit hatte das Team um Rennleiter und Clubpräsident des GAMSC Würzburg, Peter Thumbeck, im Vorfeld einiges zu tun um dem hohen Anspruch gerecht zu werden - und dies wurde man auch in jeder Hinsicht. Mit einem Rekordstarterfeld von knapp 230 Startern,  die sich für das große Finale in Eichenbühl angemeldet haben, wurde den zahlreich angereisten Fans viel geboten. Petrus schien es anfangs erst nicht allzu gut mit der Bergrenngemeinde zu meinen, wollte er doch noch ein kleines Wörtchen beim Rennausgang mitreden, sollte aber der guten Stimmung keinen Abbruch tun. Fast jeder aus Eichenbühl und den umliegenden Ortschaften packt mit an und bietet den dieses Jahr knapp 230 angereisten  Startern wieder ein großes fränkisches Volksfest, gepaart mit leckerer Kost und viel Rennsport. Denn um den Rennsport geht es schließlich auch auf der 3050m langen, sehr selektiven Strecke von Eichenbühl nach Umpfenbach.  Der sehr technische untere Teil verlangt nach guter Streckenkenntnis und genauen Einlenkpunkten um die optimale Linie und genügend Schwung für den oberen superschnellen Teil der Strecke mitzunehmen, wo die Fahrer dann im sechsten Gang voll ausgedreht auf die Zielkurve zufahren und das Auto hart zusammenbremsen müssen.  Hier finden sich neben den beiden anderen bekannten Streckenabschnitten Klinge und Honda-Kurve, die meisten Zuschauer ein.

 

Der gesamte Freitag und Samstag war trocken und lockte zahlreiche Fans bei spätsommerlichen Temperaturen an die Strecke und wollten hochklassigen Rennsport sehen. Wie bei jedem Rennen, zeigten noch nicht alle, was sie hinter dem Volant konnten und wogen den ein oder anderen in trügerische Sicherheit. Im Berg-Cup hatte Jörg Weidinger bereits vor 2 Wochen in Oberhallau alles für den 3. Titel in Folge für Teampartner Dieter Rottenberger und sich klargemacht. Aber es gab ja noch die Titel für die Deutschen Bergmeister zu verteilen. Armin Ebenhöh, gerade frisch aus dem Urlaub zurück, hatte den Titel quasi schon fast in der Tasche, musste nur noch halbwegs gut platziert ins Ziel kommen. Armin kam, sah und siegte - sicherte sich im 1400er VW Minichberger Scirocco I 16V seinen ersten Titel "Deutscher Automobil Bergmeister der Tourenwagen". Herzlichen Glückwunsch lieber Armin! Mit etwas Abstand wurde VW Schneider RSB Corrado 16V Pilot, André Stelberg, Vizemeister. BMW 320is Pilot Ralf Orth wurde mit hauchdünnen 0,6 Zählern Abstand starker Dritter in der Deutschen Automobilbergmeisterschaft.

Noch spannender ging es bei den Rennsportfahrzeugen zu - hier konnte sich der mehrfach Deutsche Automobil Bergmeister, Norbert Brenner, im Opel Vectra GTS V8 DTM den Titel "Deutscher Automobil Bergmeister für Rennsportfahrzeuge" sichern. Nur 2,2 Zähler dahinter folgte Pechvogel Thomas Conrad, der am Samstag nach dem ersten Lauf einen Motorschaden zu verzeichnen hatte. Eiligst wurde der deutlich schwächere Renault Motor aus dem Formula Renault Tatuus eingebaut um Schadensbegrenzung zu betreiben.  Weitere 0,2 Zähler dahinter platzierte sich Frank Debruyne im Dallara Formel 3.  Somit konnten in Eichenbühl zum ersten Mal die Bergmeister gekrönt werden und der Bergrennen Saison 2015 ein toller Abschluss geboten werden.

Doch zurück zum Trainings- & Renngeschehen an sich, was auch nicht minder spannend war. Hier krönte sich Lokalmatador Norbert Brenner mit seinem Gesamtsieg und Klassensieg plus Bergmeister Titel gleich im Hattrick. Zweiter im Gesamtklassement wurde Markenkollege Klaus Hoffmann im Opel Astra Coupé V8 DTM vor dem drittplatzierten Peter Behnke im Formula Tatuus Master. Schnellster Tourenwagenpilot wurde der Innsbrucker Kaufmann Herbert Stolz im Porsche 935 DP2 vor Björn Webe im Renault Williams Wiebe Laguna BTCC und Norbert Handa im Lancia Delta Integrale EVO III.  Peter Behnke gewann natürlich auch seine Gruppe E2-SS bis 2000 ccm Hubraum vor Frank Debruyne im Dallara Opel F303 und Mathieu Wolpert im BSR VW 389. In der Gruppe E2-SC bis 3000 ccm Hubraum  gewann Michael Behnke im Osella BMW PA20/S vor Dino Gebhard und Phillip-Karl Eiermann, beide ebenfalls auf Osella BMW PA20/S. Uwe Lang trat nach dem ersten Lauf nicht mehr an und kam nicht in Wertung.  Eine Klasse tiefer bis 2000 ccm Hubraum siegte ein glänzend aufgelegter Georg Olbrich im Osella Honda PA21 vor Thomas Conrad im CRS Renault 2.0 Sportwagen und ganz knapp dahinter Bernd Letmade im Norma Honda M20. Peter Amann drehte sich im ersten Lauf in der Zielkurve heraus und kam ebenfalls nicht in Wertung. Wie so oft war Francesco D'Acri im Elia Avrio ST09 Einzelstarter in der Gruppe E2-SC bis 1600 ccm. Wie schon geschrieben, gewann Norbert Brenner  im Opel Vectra GTS V8 DTM  vor Klaus Hoffmann und Sebastian Schmitt - beide auf Opel Astra Coupé V8 DTM - die Gruppe E2-SH über 3000 ccm Hubraum.

Der Wechsel zu den Tourenwagen - Herbert Stolz im bärenstarken Porsche 935 DP2 gewann hier mit fast 3 Sekunden Abstand die Gruppe H/FS/E1 über 3000 ccm Hubraum vor Norbert Handa im endlich mal sauber laufenden Lancia Delta Integrale 16V EVO III und Norman Struckmann im Ford Escort Cosworth. Der Duderstädter Markus Wüstefeld, im wunderschönen AMG Mercedes Benz 190E EVO 2, machte in der Gruppe H/FS/E1 über 2000 ccm alles klar und siegte vor Bernhard Permetinger auf BMW E30 M3 und Hans-Peter Wiebe im weiteren Renault Williams Wiebe Laguna BTCC. Schnellster 2V Pilot in der Klasse wurde Thomas Ostermann auf Hartge BMW 325i. In der Klasse des Selbstzünder Gruppe H Diesel bis 2000 ccm gewann Jürgen Fechter auf VW Golf V R-TDI vor Karlheinz Meurer (VW Golf V R-TDI) und Sepp Koller im Alfa 147 JTD.

In der Königsklasse, der Gruppe H/FS/E1 bis 2000 ccm, wirbelte wieder einmal das Wetter die Platzierungen durcheinander. Inmitten der 2L Gruppe fing es an zu regnen. Kurz nach dem einsetzenden Regen verunfallten Michael Bodenmüller im Honda Civic Type R S2000 und Dirk Preißer im Opel Frank Kadett C Coupé schwer, beschädigten dabei ihre Rennwagen nachhaltig, so dass einen längere Unterbrechung die Folge war. Die Strecke wurde zusehend rutschiger. In dieser Zeit rüsteten einige Fahrer auf Regenreifen um und kamen nicht mehr an die Top Zeiten der Erstgestarteten in der Gruppe. So hatte Björn Wiebe im Renault Williams Wiebe Laguna BTCC die Chance auf einen weiteren Klassensieg und nutze diese auch natürlich.  Mit 3 fast identischen 1:23er Zeiten hätte er wohl auch die GLP Wertung an diesem Tage gewonnen. Als zweiter und bärenstarker 8V Pilot kam Michael Rauch im Opel Briegel Kadett C Coupé 8V mit Gerent Motorsport Power auf P2 ins Ziel. Hans-Peter Eller im weiteren Opel Kadett C Coupé 8V wurde starker dritter in der Klasse. René Frank profitierte ebenfalls von den wechselnden Bedingungen und konnte seinen ex Rundstrecken BMW 320i STW auf P4 abstellen. Norbert Wimmer im BMW 2002tii 8V kam geladenem "Regenprogramm" im Kopf auf P5.

Viel Grund zum Jubeln hatte auch Slalom-Ass Stefan Faulhaber im neu aufgebauten Opel Risse Kadett C Coupé 16V. Er gewann mit 0.025 Sekunden Vorsprung auf André Stelberg die Gruppe H/FS/E1 bis 1600 ccm Hubraum. Platz 3 ging an den VW TS Golf I 16V Piloten Valentin Schneider. Auf das Duell zwischen Sven Koob und Andy Heindrichs mussten wir leider verzichten, denn Andy flog im ersten Wertungslauf die Zündspule auseinander, und war damit raus aus dem Wettbewerb. Sven Koob bot ganz großes Kino im Fiat Uno 16V, stellte seinen Wagen auf P4 vor Manfred Schulte im bärenstarken Citroen AX Kit Car EVO III 16V ab. Schnellster 8V Pilot wurde Manfreds Sohn Benedikt im Citroen AX Sport 8V. Ab in die Klasse des Bergmeisters - die Gruppe H/FS/E1 bis 1400 ccm Hubraum gewann natürlich Maestro Armin himself. Armin Ebenhöh im VW Minichberger Scirocco I 16V siegte vor seinem Schwiegerpapa Franz Weißdorn im VW Polo Honda 16V und  Thomas Pröschel im VW Schneider Polo II 16V. Schnellster 8V Pilot im Reigen des schnellen 8V Quartetts wurde Frank Duscher im VW Polo I 8V.
Jürgen Schneider im VW Schneider Polo II 16V hatte auf der Powerstrecke am Umpfenbacher Berg leichtes Spiel mit seinen Widersachern und verwies Jürgen Heßberger im Fiat 127 Sport Martini Racing 8V, der zugleich schnellster 8V Pilot war,  auf P2. Jörg Eberle im weiteren Fiat 127 Sport kam auf P3 ins Ziel. Im Lager des NSU Bergpokals gewann wieder ein Hofmann - Lukas Hofmann zum zweiten in dieser Saison. Mit kontinuierlich flotten Zeiten stellte er seinen NSU TT vor dem neuen Meister der Saison 2015, Jörg Davidovic & Steffen Hofmann, auf P1 ab.  Thomas Krystofiak im NSU 1200C komplettierte das Stockerl auf P3. Uwe Schindler und Frank Kleineberg kamen P4 und P5.

Berg-Gelegenheitsstarter Achim Kreim im Mitsubishi Evo VIII gewann die Gruppe A über 2000 ccm vor Markenkollegen Roland Wanek und Albert Vogt im Subaru Impreza WRX Sti. Eine Klasse tiefer, in der Gruppe A bis 2000 ccm, hatte Ralf Orth im BMW 320is nichts gegen seinen nicht Verwandten Patrick Orth im VW Golf III GTI entgegen zu setzen und musste sich geschlagen geben. Letzterer gewann die Gruppe vor Ralf Orth und Alexandr Reder im BMW E36 318i.

Folgende Einzelstarter und Klassensieger werden hier aufgeführt: