Der KW Berg-Cup in Homburg: Die Gesamtführung hat wieder gewechselt

Denn freche Technik Gremlins legten den beim „43. Homburger ADAC Bergrennen“ wieder von Hansi Eller pilotierten 1,4-Liter Minichberger Scirocco 16V gleich zu Beginn des ersten Wertungslaufes lahm. Das bringt Michael Rauch/Stefan Faulhaber im Briegel 2-Liter Kadett an die Tabellenspitze vor Björn und André Wiebe im Renault Wiebe Williams Laguna. Armin Ebenhöh/Hansi Eller sind nun auf die Drei zurück gerutscht. Die Details dazu folgen wie immer in den Berichten über die einzelnen Klassen. Insgesamt sorgte das auf der vom Saarland nach Rheinland-Pfalz führenden „Käshofer Straße“ ausgetragene Rennen für zufriedene Mienen bei allen Beteiligten. Sowohl im Training als auch im Wettbewerb konnten alle drei geplanten Läufe durchgezogen werden. Der jeweils minutengenaue Beginn legte in Verbindung mit dem stets trockenen Wetter den Grundstein dafür. Zwar gab es die üblichen Unterbrechungen durch Botanik-Erkundungen und Technik-Trouble verschiedenster Art, aber unter dem Strich verliefen diese glimpflich, kosteten den veranstaltenden Homburger AC nicht allzu viel Zeit. So war am Übungssamstag um 17:45 Uhr Schluss des aktiven Geschehens auf der zunächst bergab führenden 2,6 Kilometer Piste, am Rennsonntag dann sogar rund 45 Minuten früher.  

Äußerst interessant und abwechslungsreich verläuft das Homburg Wochenende des NSU-Bergpokals. Mit einer Ausnahme: Jörg Davidovic ist in allen Auffahrten vorne, setzt die schnellste Trainingszeit und gewinnt am Sonntag unangefochten mit dem Riesenvorsprung von 7,172 Sekunden. Dahinter haben sich zwei Kampfgruppen gebildet. Thomas Krystofiak, Uwe Schindler und Alexander Follmann matchen sich um die Plätze zwei bis vier, Wolfgang Schwalbe, Michael Vogel und Neueinsteiger Christoph Schwarz sind in die Balgerei um die Positionen fünf bis sieben verwickelt. Mit zwei 1:32er und einer tiefen 1:33er Zeit setzt sich Thomas Krystofiak von Beginn weg auf Rang zwei fest, verteidigt diesen bis zum Rennende erfolgreich, trotz des enormen Drucks von hinten. Zwei Auffahrten lang kann sich Uwe Schindler auf Platz drei halten, kann seinen Vorsprung auf Alexander Follmann vor dem Finale bis auf 0,528 Sekunden ausbauen. Doch im letzten Heat wendet sich das Blatt: Denn Uwe benötigt plötzlich rund eine Sekunde mehr für die 2,6 Kilometer Bergpiste als in den Läufen zuvor, Alexander setzt dagegen mit 1:33,112 seine persönliche Bestmarke. Und schon steigt er als Dritter mit auf das Siegerpodest, Uwe Schindler wird 439 Tausendstel zurück Vierter. Und Kampfgruppe zwei? Auch die formiert sich erst im dritten Run endgültig. Mike Vogel sichert sich final Position fünf, Wolfgang Schwalbe fährt auf die Sechs und Christoph Schwarz auf die Sieben. 
 
Wenig Aufregung gibt es bei den 1150ern der gemeinsam gewerteten Gruppen H, FS und E1. Jürgen Schneider wird im Schneider Polo 16V seiner Favoritenrolle voll gerecht, sorgt immer für die flottesten Zeiten der Hubraumwinzlinge und gewinnt am Ende 5,373 Sekunden vor der am Iberg so erfolgreichen Fiat Armada. Zwischen die sich bis einschließlich Auffahrt zwei noch Walter Voigt als Vierter geschoben hatte. Aber gleich nach dem Start zu Heat drei ziehen Antriebsprobleme seinen VW Polo 16-Ventiler aus dem Verkehr. Womit wir schon beim Endstand angelangt sind: Der zweite Platz ist die Angelegenheit von Jürgen Heßberger im Fiat 127 Sport Martini Racing, Jörg Eberle sichert sich mit seinem Fiat 127 Super Rang drei. Und im Fiat 128 Rallye beendet Rolf Rauch sein Homburg Wochenende als Vierter. In Sachen 1,15-Liter KW 8V-Trophy seid ihr nun selbst gefordert, liebe Leser: Das Podest der auf 2-Ventil Motortechnik Vertrauenden bilden die Fahrer auf den Klassenplätzen zwei bis vier. Oder anders ausgedrückt: Einfach den 16V ganz vorne wegdenken, das ist alles.
 
Auch bei den 1,4-Litern sieht es zunächst stark nach „Business as usual“ aus. Aber erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Doch der Reihe nach. Wie gewohnt dominiert Hans-Peter Eller im Minichberger Scirocco 16V das Training, eilt allen anderen um 1,346 Sekunden voraus. Franz Weißdorn ist im VW Polo GT 16V der nächste Verfolger, im 8-Ventiler Schneider Polo liegt Nils Abb auf der Übungsdrei nur 531 Tausendstel hinter „Mister Berg-Cup“ zurück. Nils zeigte sich übrigens schon am Freitagabend sehr selbstbewusst: „Ich peile 1:22er Zeiten an. Das sollte machbar sein.“ Am Samstag robbt sich der 26-Jährige an dieses Ziel heran, erreicht es aber noch nicht ganz. Das ändert sich im Rennen, und wie! Nils zaubert zum Rennauftakt 1:22,280 auf die Piste, nimmt Franz Weißdorn 0,914 Sekunden ab. Das ist der erste große 1400er Knall in Homburg 2016. Der nächste folgt sogleich. Es ist einer von der bitteren Sorte. Am Start zu Heat eins setzt sich der Scirocco von Hansi Eller zwar in Bewegung, mit den vom ihm gewohnten Power-Starts hat das aber nichts zu tun, er rollt lediglich gemächlich ein paar Meter in die Strecke hinein. Die Schnelldiagnose ermittelt einen Defekt im Antriebsbereich, damit ist Hansi Eller „out of Race“. Und Nils Abb in Führung, vor Franz Weißdorn (P2), Marcel Hellberg (P3) im 8-Ventiler Brügge Polo sowie Ronnie Bucher im Schneider Polo 16V als Viertem und Frank Duscher im 8V-Polo auf Rang fünf. Puh, bei so viel Ereignissen gilt es erst einmal durchzuatmen. Doch dazu bleibt keine Zeit. Denn Franz Weißdorn will das nicht so stehen lassen. Motiviert nimmt er Nils Abb in Durchgang zwei 433 Tausendstel ab, kommt so bis auf 0,481 Sekunden an ihn heran. Ein heißes Finale steht bevor. Obendrein tut sich auch auf den anderen Klassenpositionen einiges. Ronnie Bucher ist neuer Dritter. Knapp vor Marcel Hellberg auf P4 und Frank Lohmann im Steilheck Polo, der jetzt auf der Fünf auftaucht. Lauf drei geht in Szene. Franz legt entschlossen furios los, da Nils in der Startreihenfolge der nächste ist kann er dies aus der allerersten Reihe prima mitverfolgen. Höchste Spannung liegt in der Luft. Alles dreht sich um die Frage: Schafft Franz die Wende? Die unbestechliche Uhr tickt und spuckt zunächst die Weißdorn Zeit aus. Und die ist 712 Tausendstel langsamer als im Run zuvor. Dann ist Nils oben. Auch er hat etwas mehr Zeit benötigt, ist aber im Finale exakt 2 Zehntel schneller als Franz. Damit gehört ihm der Klassensieg, 0,681 Sekunden zurück wird Franz Zweiter. Auch auf den Positionen dahinter hat sich nichts mehr geändert, Ronnie Bucher steigt als Dritter mit auf das 1,4-Liter Podest, Marcel Hellberg wird Vierter, Frank Lohmann Fünfter. Damit ist auch schon die Besetzung des KW 8V-Trophy Stockerls dieser Hubraumabteilung geregelt. Nils Abb steigt als Gewinner auf dessen höchste Stufe, Marcel Hellberg flankiert ihn als Zweiter, Frank Lohmann tut dies als Dritter. 8V-Rang vier geht an Frank Duscher, Fünfter im Rennen der roten Startnummern wird Markus Hülsmann im VW Golf 1.
 
In Sachen Wechsel der Positionen kommen die 1600er an die 1,4-Liter nicht heran. Aber in der Spitze wird gnadenlos schnell gefahren. Die imaginäre Pole Position geht an Stefan Faulhaber im Opel Minichberger Kadett C-Coupé 16V, er ist nach den drei Probegalopps 0,476 Sekunden vor André Stelberg (TP2) im VW Corrado 16-Ventiler zu finden. Routinier Helmut Maier stellt seinen Spiess Golf 16V auf die Drei, Vierter und damit bester 8-Ventiler ist im Citroen Nemeth AX Sport Benedikt Schulte, dessen Papa Manfred in Homburg leider nicht dabei sein kann. Und damit ist auch schon die komplette 1,6-Liter Story erzählt, denn das Rennresultat sieht exakt so aus wie das Trainings-Ranking. André Stelberg ist zwar stets in Tuchfühlung zu Stefan Faulhaber, kommt aber nicht ganz an ihn heran. Pro Rennkilometer ist der Minichberger Kadett 12 Hundertstel schneller als Andrés Corrado, das summiert sich bis zum Rennende auf 2,059 Sekunden zusammen. Was die beiden Frontrunner dabei leisten, könnt ihr am Ende dieses Artikels dem Bericht über die Tourenwagen (TW) Gesamtwertung entnehmen. 
 
Auch in Homburg 2016 sind die stark verbesserten Tourenwagen bis 2000 Kubik mit 22 Teilnehmern die stärkste Fraktion, knapp mehr als ein Fünftel des Gesamtfeldes ist in dieser Abteilung unterwegs. Patrick Orth ist am Übungssamstag im BMW 320iS der schnellste Pilot, 44 Hundertstel hinter ihm beansprucht André Wiebe im Renault Wiebe Williams Laguna Position zwei für sich. Christian Auer ist im 8-Ventiler BMW 2002 Dritter, Andreas Kokor mit seinem Ford Escort Mark 1 16V Vierter. Auf der Fünf und der Sechs melden sich dann schon die nächsten KW 8V-Trophy Teilnehmer. Das sind Christian Dümler (TP5) im VW Golf 2 und Michael Rauch (TP6) im Briegel Kadett. Im Rennen selbst sprintet André Wiebe sofort an die Spitze, legt eine Serie von 1:17er Zeiten auf den Asphalt und gewinnt nach drei Läufen mit 2,717 Sekunden Vorsprung vor Patrick Orth (P2). Auf Klassenrang drei ist Michael Rauch zugleich der 2-Liter KW 8V-Trophy Sieger. Nach Lauf eins ist Andreas Kokor Vierter, im zweiten Heat verlässt er die Ideallinie und sucht kurz den Graben auf. Der Escort sieht nach dem Vorfall relativ unbeschädigt aus, aber das Rennen ist für Andreas zu Ende. Und noch jemand hat mit Problemen zu kämpfen: Am BMW 2002 von Christian Auer fällt ein Zündkerzenstecker ab, macht den Vier- zum Dreizylinder. „Das ist echt ärgerlich. Denn bis zu dem Vorfall war ich richtig gut unterwegs. Als die Leistung abfiel wusste ich natürlich nicht was genau los war. Darum habe ich Gas rausgenommen und bin den Rest der Strecke komplett im fünften Gang gefahren“ gibt Christian zu Protokoll. Der fehlende Zündfunke wirft ihn auf Rang neun zurück. Aber schon nach Heat zwei ist er Fünfter, gibt diese Position bis zum Rennende nicht mehr ab. Vor ihm platziert sich Christian Dümler auf der Vier, final trennen die beiden 8V’ler nur 1,11 Sekunden. Rainer Schönborn sichert sich im VW Golf 16V Platz sechs, Hans-Peter Wiebe fährt den zweiten Renault Wiebe Williams Laguna auf Rang sieben, im 16-Ventiler Kadett C-Coupé wird Jens Weber Achter. Jürgen Schuster (Mazda RX 7) als Neunter und der Schweizer VW Golf Pilot Peter Zysset als Zehnter komplettieren die Top-Ten. Die Podestbesetzung der 2-Liter KW 8V-Trophy kennen wir bereits: Zu Sieger Michael Rauch gesellen sich Christian Dümler als Zweiter und Christian Auer als Dritter. Im Opel Ascona B sichert sich Johann Hatezic Platz vier, Fünfter der „Roten“ wird Marc Fischer im Opel Kadett C-Coupé. 
 
Von den Dieseln sind die beiden 5er-Golf R-TDI angereist. Jürgen Fechter entpuppt sich als der schnellere der beiden Selbstzünder und gewinnt die Klasse vor Karlheinz Meurer (P2).
 
Die Abteilung bis 3-Liter Hubraum bringt es auf acht Teilnehmer. Günter Göser sorgt im Opel Kadett C-Coupé 16V für die Bestzeit in den Probegalopps. Alexander Bärtl ist mit seiner Opel Nemeth Kadett C Limousine 2,376 Sekunden dahinter Zweiter. 15 Tausendstel mehr benötigt BMW E36 M3 Pilot Marcel Gapp (TP3), an den der mit Schaltschwierigkeiten am Schirra Mini Cooper S kämpfende Helmut Knoblich bis auf 25 Tausendstel heranrückt. Ein tolles Rennen scheint ins Haus zu stehen. Alexander Bärtl muss es aber mit Handicap aufnehmen. Am Ende von Trainingslauf drei geht sein Getriebe hoch, das Gehäuse platzt dabei auf. Über Nacht wird die defekte Schaltbox durch ein Getriebe mit vier Gängen ersetzt, von denen nur drei wirklich zum Rennen fahren taugen. Alexander muss mit der zweiten Welle wegstarten, aber er ist wenigstens dabei. Günter Göser kontrolliert auch in den Wertungsläufen das Geschehen von der Spitze aus und gewinnt locker vor Helmut Knoblich (P2) und Marcel Gapp, der als Dritter mit auf das Klasssenpodest steigt. Ab Heat zwei ist es zwischen Marcel und Alexander Bärtl noch ganz schön eng geworden, am Ende muss sich Alex mit Position vier zufriedengeben, sein Rückstand auf Marcel beträgt nach den insgesamt 7,8 Rennkilometern nur 184 Tausendstel. Alexander Bärtl holt sich auch die 3-Liter KW 8V-Trophy Wertung. Auf Klassenplatz sieben wird Thomas Ostermann, der nach seinem Eschdorf-Motorenproblem erstmals wieder mit dabei ist im Hartge BMW E30 Zweiter der 2-Ventiler bis 3000 Kubikzentimeter. 
 
Norbert Handa setzt im Lancia die klar beste Trainingszeit der über 3-Liter Klasse. Doch schon in der dritten Übungsauffahrt haucht der Turbolader des Delta Integrale Evo seine Lebensgeister aus, Norbert muss sein Auto aufladen. Nun tritt der Zweite des Übungssamstags voll ins Rampenlicht: Norman Struckmann übernimmt mit seinem Ford Escort RS Cosworth im Rennen die Führung, verteidigt diese auch im zweiten Durchgang, der Klassengewinn scheint zu winken. Doch das Finale verläuft aus Normans Sicht nicht wirklich wunschgemäß. Er verliert im direkten Vergleich zu Run zwei knapp 2 Sekunden. Das sind 1,796 zu viel. Denn sein einzig verbliebener ernsthafter Konkurrent, der Schweizer René Ruch im Ferrari 355 GT mit dem 500 PS starken Zytek V8 Triebwerk findet nochmals massiv Zeit und zieht im Endspurt am Cossie vorbei zum Sieg. Norman wird also Zweiter, als Dritter läuft Rüdiger Bernhard mit seinem Porsche 911 GT3 Cup im Ziel ein.
 
E2-Silhouetten-Fahrzeuge sind in Homburg nicht am Start. Holger Hovemann hatte zwar genannt, aber im Moment hat er mit seinem Team alle Hände voll zu tun um den Kadett C GT/R Risse V8 nach dem in St. Anton an der Jeßnitz aufgetretenen technischen Schaden im Hinterachsbereich so schnell wie möglich wieder flott zu bekommen. 
 
Bleibt uns noch die Betrachtung des Tourenwagen Gesamtrankings. Das sieht André Wiebe auf Platz eins, gefolgt von Patrick Orth auf der Zwei, beide sind in der 2-Liter Klasse zu Hause. Drittschnellster Division 1 Pilot ist Stefan Faulhaber aus der 1600er Abteilung, auf der TW-Vier folgt als bester Vertreter der 8-Ventiler Spezies Michael Rauch. Als Fünftem gelingt auch André Stelberg aus der 1600er Klasse der Sprung unter die Tourenwagen Top-Five. Unter den besten Zwölf der Division 1 befinden sich stolze zehn KW Berg-Cup’ler, die damit das hohe Niveau ihrer legendären Berg-Traditions-Meisterschaft deutlich unterstreichen.
 
Nur ein einziges Wochenende bleibt uns nun zum Relaxen. Dann steht wieder ein Doppelpack ins Haus. Am 30./31. Juli treffen die KW Berg-Cup Piloten im Rahmen des „21. Int. ADAC Glasbachrennens“ im südlichen Thüringen auf die Asse der FIA Berg-Europameisterschaft. Mit der Reise in den Norden zum „49. Int. Osnabrücker ADAC Bergrennen“ (06./07.08.) wird die zweite Hälfte der 29. KW Berg-Cup Saison endgültig eingeläutet. Kaum zu glauben, dass schon wieder sechs Rennen hinter uns liegen. Da ist es echt an der Zeit uns einen Plan für den weiteren Verlauf zurecht zu legen. Mit dem Ziel, noch möglichst oft hautnah dabei sein zu können. Das sollte für jeden KW Berg-Cup Fan und Freund absolute Ehrensache sein. Ihr seid dabei? Das ist super, dann lasst uns so oft wie möglich zusammentreffen, ich freue mich darauf!
 

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News - Bergrennen

Der KW Berg-Cup in Mickhausen: Gelungenes Finale in den Stauden

Die Auflage 2017 – von der alle Freunde des Bergrennsports inständig hoffen, dass sie nicht zur „Final Edition“ wird – war sicher eine der besten der letzten Jahre. Auch Petrus spielte diesmal zumindest einigermaßen mit. Am Trainingssamstag verwöhnte er sogar mit sehr annehmbarem Herbstwetter, ließ es danach allerdings nachtsüber regnen. Das hörte zwar am Sonntagvormittag auf, aber in den Waldpassagen blieb die 2,2-Kilometer-Strecke tückisch feucht, stellte dadurch höchste Anforderungen an die Pilotinnen und Piloten des „Int. 37. ADAC Bergrennen Mickhausen“. 174 davon nahmen die drei Übungsdurchgänge programmgemäß um Punkt 09:30 Uhr in Angriff. Kurz vor halbsieben tauchten die letzten Autos abends wieder ins Fahrerlager ein. Am Sonntag wurde eine Stunde früher aufgerufen und begonnen. Viele rechneten mit einer stark von Unterbrechungen geprägten ersten Auffahrt. Ganz gemäß der Faustformel: „Wird nur auf trockener Piste trainiert und das Rennen startet nass, so sind häufige Ausrutscher vorprogrammiert.“ Dies traf in Mickhausen zum Glück nicht zu. Hier hat wahrscheinlich der Wertungsmodus geholfen. Der vorsah, nur die zwei besten von drei Heats zum Schlussresultat zu addieren. Da für den weiteren Verlauf des Sonntags Wetterbesserung in Aussicht gestellt war, hielt sich die Angriffslust im ersten Run in Grenzen. Erst ab dem Zweiten wurde die vornehme Zurückhaltung abgelegt, was vermehrte Vorfälle nach sich zog. Die aber allesamt glücklicherweise glimpflich verliefen. Bevor wir uns jetzt gleich das Geschehen im Einzelnen betrachten muss unbedingt noch erwähnt werden, dass Mickhausen 2017 wirklich ein würdiger Abschluss der 30. KW Berg-Cup Saison war. Mit einem tollen internationalen Fahrerfeld, das einerseits durch das Top-Prädikat „Int. FIA Hill Climb Cup“ angelockt worden war, andererseits durch den guten Ruf der Veranstaltung des ASC Bobingen. Die für die herzliche Aufnahme des Berg-Trosses im Fahrerlagerort Münster seit jeher bekannt und nicht zuletzt deshalb bei vielen Aktiven echt beliebt ist. Sehr emotional gestaltet sich immer wieder die letzte Talfahrt nach Rennende über die Strecke durch das Spalier der super mitgehenden Fans. Von denen viele auch noch der stimmungsvollen Siegerehrung im Vorstartbereich beiwohnen, die dieses Jahr gegen 19 Uhr beendet war. Der Verlauf eines Rennens mit dem Modus „Zwei aus Drei“ ist schwierig zu schildern. Weil es keine Durchgängigkeit, dafür aber viele Veränderungen gibt. Wie das in den Klassen mit Beteiligung von KW Berg-Cup Aktiven nun genau ausgesehen hat, das wollen wir uns im Folgenden betrachten.

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Der KW Berg-Cup in St. Agatha/A: Flottes Rennen vor vollem Haus

 Die in der Überschrift getroffene Aussage „flottes Rennen“ gilt übrigens nicht nur für die gefahrenen Top-Zeiten, sondern auch für die Abwicklung. Das Team des MSC Rottenegg liefert zum 30. Rennjubiläum eine perfekte Arbeit ab. Ein Traum sind die Probeheats. Sie beginnen am Samstag erst um 12 Uhr, dies aber minutengenau. 182 Fahrzeuge werden dazu aufgerufen, die beiden Auffahrten auf der flüssigen, ultraschnellen 3,2-Kilometer-Strecke von Esthofen hinauf nach St. Agatha sind schon gegen 16:30 Uhr beendet. Traditionell wird in Oberrösterreich der Sonntag mit einem dritten Trainings-Run begonnen. Dieser startet um 8:30 Uhr. Nach einer Stunde und vierzig Minuten sind alle oben. Mein Block, auf dem ich routinemäßig die wichtigsten Vorfälle festhalte, ist so gut wie leer. Nur ein paar Notizen über das Wetter habe ich hin gekritzelt. Trocken steht da, morgens kühl. Am Samstag wärmt die Sonne das Asphaltband etwas auf, am Renntag hält sie sich oft hinter Wolken versteckt. In Anbetracht der hohen Zahl an Teilnehmern wird der Rennbeginn flugs auf 12 Uhr vorgezogen. Ein weiser Beschluss, denn im ersten Race-Heat wird nun merklich hitziger agiert. Was ein Teil der Betonwandelemente und Leitplanken zu spüren bekommt. Aber es bleibt bei glimpflich verlaufenden Einzelfällen, die Blessuren an den Sicherheitseinrichtungen werden schnell behoben. In der zweiten und letzten Bergfahrt haben sich die Gemüter schon wieder beruhigt, gegen 17:15 Uhr schließt die Startnummer 1, Christian Merli im Osella FA30, mit dem neuen Streckenrekord von 1:02,129 das EXCAPE Autobergrennen Esthofen – St. Agatha spektakulär und würdig zugleich ab.

Wie immer ist die Rückführung ein letztes Highlight, denn Fans und Rennautos teilen sich dabei diszipliniert die Straße. Und begeisterte Zuschauer hatte es auch in 2017 an beiden Tagen reichlich. Ganz genauso wie aktive KW Berg-Cup’ler. 48 davon haben sich an der Reise nach St. Agatha beteiligt. Das ist mehr als ein Viertel des imposanten Gesamtfeldes. Wie es den Einzelnen in unserem rot-weiß-roten Nachbarland ergangen ist, das wollen wir uns nun gemeinsam Klasse für Klasse ansehen.

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Der KW Berg-Cup in Unterfranken: Runde 50. Auflage des Klassikers

Zum runden Geburtstag ein rundum gelungenes Rennen, besser hätte es für den GAMSC Würzburg am letzten Wochenende gar nicht laufen können. Eine nasse Fahrbahn gab es nur am Trainingssamstag bis gegen Mittag, der Sonntag bot dann echt annehmbares Wetter. Zwar etwas kühl, in der Tendenz aber eher freundlich. An beiden Tagen schaffte die Mannschaft rund um Peter Thumbeck einen pünktlichen Beginn, legte damit den Grundstein dazu, dass alle drei pro Tag geplanten Läufe auf der 3,05-Kilometer-Strecke durchgezogen werden konnten. Trotz der insgesamt 181 teilnehmenden Autos, von denen 47 in der angegliederten Gleichmäßigkeitsprüfung starteten, lag der Schluss des Fahrbetriebes jeweils kurz vor 17:30 Uhr. Die Feiern zum „Fünfzigsten“ beschränkten sich auf den Samstagabend. Im Festzelt, das sehr gut besucht war, erlebten die Gäste ein buntes Programm, zu dem die Eichenbühler Vereine verschiedene attraktive Einlagen beisteuerten. Besonders interessant war für alle Freunde des Bergrennsports sicher der Beitrag der Feuerwehr, an dem Nils Abb federführend mitgearbeitet hatte. In einer gut inszenierten Multimediashow ließ dieser 50 Jahre Bergrennen Unterfranken Revue passieren, wobei die gezeigten Bilder bei vielen Besuchern Erinnerungen auffrischten und Emotionen auslösten. Und damit zurück aus dem Festzelt an die Rennstrecke. Wie immer steigen wir mit dem NSU-Bergpokal, für den Unterfranken der vorletzte Lauf des Jahres war, in die Berichterstattung ein. Elf der luftgekühlten Heckmotorfahrzeuge nahmen daran teil. Der Übungssamstag bot wenig Überraschendes. Jörg Davidovic ließ sich die beste Zeit gutschreiben. Karsten Steinert folgte als Zweiter, dahinter bezog Gaststarter Andreas Reich Position drei. Ihm folgten, eng zusammenliegend, Thomas Krystofiak (TP4) und Uwe Schindler als Fünfter. Der Renntag zeichnete dann ab Platz zwei ein etwas anderes Bild. Uwe Schindler fuhr im ersten Heat auf die Drei vor, setzte sich vor Thomas Krystofiak (P4) und Andreas Reich (P5). Der Letztgenannte hatte in der zweiten Auffahrt ein Problem, vollendete diese nicht. Seinen fünften Rang übernahm Mike Vogel. Vor ihm hatte sich nichts geändert, allerdings war Thomas Krystofiak weiterhin nahe an Uwe Schindler dran. Im dritten und letzten Run schaffte der sehr gleichmäßig agierende Thomas Krystofiak noch die Wende, zog um 0,459 Sekunden an Uwe Schindler vorbei. Der Endstand: Klassensieg für Jörg Davidovic vor Karsten Steinert (P2) und Thomas Krystofiak als Drittem. Uwe Schindler beendet das Rennen auf der Vier, Fünfter ist Mike Vogel.

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News - Rundstrecke

Götz und Pommer gewinnen Hitzeschlacht in Most im Mercedes-AMG

Die Schlange hat zugebissen: Markus Pommer (27/Neckarsulm) und Maximilian Götz (32/Uffenheim, beide MANN-Filter Team HTP) gewannen in der leuchtend gelben "Mamba" das Sonntagsrennen des ADAC GT Masters in Most und fuhren damit den ersten Saisonsieg für Mercedes-AMG ein. Die Positionen zwei und drei gingen wie am Vortag an die Corvette-Fahrer Marvin Kirchhöfer (24/Markkleeberg) und Daniel Keilwitz (28/Villingen, beide Callaway Competition) sowie die Tabellenführer Robert Renauer (33/Jedenhofen) und Mathieu Jaminet (23/F, beide Precote Herberth Motorsport) im Porsche. "Besser konnte es heute nicht laufen", jubelte Sieger Maximilian Götz im Ziel. "Es ist toll, den ersten Sieg in diesem Jahr geholt zu haben. Das war wichtig für die Meisterschaft."

Pole-Setter Götz setzt sich ab
 
Pole-Position, schnellste Rennrunde und ungefährdeter Sieg: Maximilian Götz und Markus Pommer hatten in Most am Sonntag trotz Temperaturen von knapp 25 Grad alles unter Kontrolle. Pole-Setter Götz blieb beim Start in Führung und fuhr danach einen Vorsprung von fünf Sekunden auf die Verfolger heraus. Teamkollege Pommer, der zur Rennmitte das Cockpit des Mercedes-AMG übernahm, brachte danach den ersten Saisontriumph souverän ins Ziel. Sein Vorsprung betrug am Ende 1,9 Sekunden. Für Götz war es der insgesamt fünfte Sieg in der Serie und der erste seit dem Lausitzring 2014. Partner Pommer musste nicht so lange auf einen weiteren Triumph warten. Seinen bisher einzigen Sieg hatte er 2017 auf dem Nürburgring eingefahren.
 
Zweite wurden wie im ersten Rennen die Corvette-Fahrer Kirchhöfer/Keilwitz, die die Sieger jedoch nie wirklich gefährden konnten. Den letzten Podestplatz schnappten sich - ebenfalls wie im ersten Durchgang - Robert Renauer und Mathieu Jaminet im Porsche. Das Duo profitierte allerdings von einer Strafe des in der ersten Rennhälfte auf Podestkurs liegenden Mercedes-AMG von Indy Dontje (25/NL) und Maximilian Buhk (25/Schwarzenbeck, beide MANN-Filter Team HTP), die die vorgeschriebene Mindestzeit beim Boxenstopp unterschritten und am Ende 16. wurden. Renauer und Jaminet bauten mit dem zweiten Podium in Folge ihre Führung in der Gesamtwertung aus.

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Jeffrey Schmidt und Stefan Mücke holen ersten ADAC GT Masters-Sieg

Premierenerfolg für Jeffrey Schmidt (24/CH) und Stefan Mücke (36/Berlin, beide BWT Mücke Motorsport) im ADAC GT Masters. Die Audi-Fahrer gewannen bei der Premiere der "Liga der Supersportwagen" in Tschechien das Samstagsrennen in Most. Platz zwei ging an Marvin Kirchhöfer (24/Markkleeberg) und Daniel Keilwitz (28/Villingen, beide Callaway Competition) in der Corvette C7 GT3-R. Als Dritte fuhren die neuen Tabellenführer Robert Renauer (33/Jedenhofen) und Mathieu Jaminet (23/F, beide Precote Herberth Motorsport) ebenfalls auf das Podest. "Ich bin absolut sprachlos", so Sieger Stefan Mücke nach dem Rennen. "In einem so harten Umfeld einen Sieg zu holen ist absolut was Besonderes - vor allem wenn es mit dem eigenen Team gelingt."

Schmidt und Mücke souverän an der Spitze
 
Während Premieren-Pole-Setter Jeffrey Schmidt beim Start erfolgreich die Führung verteidigte, wurde es dahinter turbulent. Alexander Zöchling (30/A, MRS GT-Racing) verdrängte im BMW M6 GT3 Marvin Kirchhöfer auf Rang zwei, noch weiter hinten kollidierten in Kurve zwei mehrere Fahrzeuge und sorgten für eine kurze Safety-Car-Phase. Nachdem in Runde vier das Rennen wieder freigegeben wurde, setzte sich Schmidt an der Spitze leicht ab. Beim Fahrerwechsel zu Teamkollege Stefan Mücke hatte er einen Vorsprung von knapp zwei Sekunden herausgefahren. Auch der Berliner blieb souverän an der Spitze und baute seinen Vorsprung zwischenzeitlich auf mehr als fünf Sekunden aus. Im Ziel lag er schließlich 4,3 Sekunden vor Kirchhöfer/Keilwitz. Sowohl für Jeffrey Schmidt als auch für Stefan Mücke war es der erste Sieg im ADAC GT Masters, für ihren Rennstall BWT Mücke Motorsport der insgesamt dritte. Schmidt gewann zudem in der Pirelli-Junior-Wertung.

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Doppelsieg für Lamborghini im zweiten Saisonrennen

Lamborghini war im Sonntagsrennen des ADAC GT Masters in der Motorsport Arena Oschersleben das Maß der Dinge: Mirko Bortolotti (28/I) und Andrea Caldarelli (28/I, beide ORANGE1 by GRT Grasser) siegten mit 1,8 Sekunden Vorsprung vor ihren Markenkollegen Rolf Ineichen (29/I) und Christian Engelhart (30/Wolnzach, beide GRT Grasser Racing Team). Als Dritte holten Dominik Schwager (41/München) und Luca Ludwig (29/Bonn, beide HB Racing) den ersten Podestplatz für den in diesem Jahr in der "Liga der Supersportwagen" debütierenden Ferrari 488 GT3. "Das war perfekt", freute sich Sieger Bortolotti. "Die Leistung war richtig gut. Wir haben keine Fehler gemacht und sind sehr zufrieden."

Lamborghini-Duo behauptet Führung
 
Das zweite Saisonrennen stand vor mehr als 25.000 Zuschauern (am Wochenende) ganz im Zeichen der beiden Lamborghini Huracán, die sich bereits im Qualifying die ersten beiden Positionen gesichert hatten. Polesetter Christian Engelhart verteidigte beim Start gegen Markenkollege Andrea Caldarelli die Führung. Während die Reihenfolge an der Spitze bis zu Pflichtboxenstopps zur Rennmitte gleich blieb, setzte sich das Duo stetig von den Verfolgern ab. Doch kurz nachdem Rolf Ineichen von Engelhart und Mirko Bortolotti von Caldarelli übernommen hatten, wechselte die Führung: Bortolotti ging in Runde 23 am Markenkollegen vorbei und eroberte den ersten Platz. Auch danach dominierten die beiden Lamborghini das Rennen. Bis zum Einsatz des Safety-Cars zur Bergung des Mercedes-AMG von Kim-Luis Schramm (20/Ilmenau) hatten sie bereits einen Vorsprung von rund zehn Sekunden auf die Verfolger herausgefahren. Bortolotti gelang danach ein problemloser Sieg und sah 1,8 Sekunden vor Ineichen die Zielflagge. Für Bortolotti war es der dritte Sieg im ADAC GT Masters, für seinen neuen Teamkollegen Caldarelli der erste. Ineichen sicherte sich als Zweiter den Sieg in der Pirelli-Trophy-Wertung.

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