Der KW Berg-Cup in Unterfranken: Bei Kaiserwetter wurden Sieger gekürt

Pause für Intermediates und Regenreifen beim 49. Int. AvD/ GAMSC Bergrennen Unterfranken Eichenbühl. Bestes Spätsommerwetter verwöhnt, es ist warm, Slicks haben Hochkonjunktur. An beiden Tagen geht es superpünktlich los, und obwohl es einige Vorfälle abzuarbeiten gilt, können an beiden Tagen drei Läufe ausgetragen werden. Da ist sogar noch eine Mittagsrast drin, auch der Feierabend des aktiven Geschehens auf der Strecke liegt nicht zu spät. Am Samstag dauert das Training bis kurz vor 18 Uhr, am Sonntag erfolgt die letzte Zieldurchfahrt gegen 16:45 Uhr. Die hohen Temperaturen und die 3,05-Kilometer-Strecke mit ihren vielen Vollgasanteilen von Eichenbühl hinauf Richtung Umpfenbach fordern Material und Piloten zugleich. Leider überstehen nicht alle den Dauer-Hochdrehzahltest unbeschadet, aber mit einer einzigen Ausnahme, auf die wir später noch zu sprechen kommen, enden alle Vorfälle relativ glimpflich. Das knapp 130 Teilnehmer umfassende Rennfeld sowie die angegliederte GLP werden vom GAMSC Würzburg rund um Cheforganisator und Rennleiter Peter Thumbeck souverän abgewickelt. Dabei erhalten die Mitglieder des im Juli dieses Jahres in Eichenbühl neu gegründeten MSC Erftal Gelegenheit hinter die Kulissen zu blicken und sich zum Teil auch gleich selbst einzubringen. Das hat mit der Zukunftssicherung des Bergrennens Unterfranken Eichenbühl zu tun, denn nach der 50. Auflage in 2017 wollen Peter Thumbeck und der GAMSC Würzburg einen Gang zurückschalten, möchten nicht mehr die immense Hauptarbeit leisten. Aber beraten und helfen, dafür sind sie auf jeden Fall zu haben. Für das runde 50er-Jubiläum wurde am letzten Wochenende schon mal beste Werbung betrieben, denn Aktive und Fans zeigten sich vom Gipfelsturm-Geschehen in Unterfranken angetan, ja begeistert. Und so eingestimmt wollen wir uns nun dem NSU-Bergpokal und den Klassen mit KW Berg-Cup Beteiligung widmen.

Für die „Luftgekühlten“ ist Unterfranken der vorletzte von 10 möglichen Saisonläufen. Jeder Fahrer und jedes Team kann maximal seine besten 8 Resultate in die 2016er Jahresendwertung einbringen. Siebenmal haben Jörg Davidovic/Steffen Hofmann vor Unterfranken hoch gepunktet, haben fünfmal die Klasse gewonnen, haben dazu zwei zweite Plätze auf dem Konto. Eigentlich sind sie damit bereits uneinholbar an der Spitze. Ungeachtet dessen gibt Steffen, der den TT mit der Startnummer 519 in Unterfranken bewegt, wie immer beherzt Vollgas, setzt die Übungsbestzeit, fährt unangefochten zum Sieg, sorgt so für Top-Ergebnis Nummer acht. Für Steffen ist es der elfte Gesamtsieg im NSU-Bergpokal. Neun davon hat er solo geholt, die beiden letzten im Team mit Jörg Davidovic. Spannend geht es hinter den Gewinnern zu. Thomas Krystofiak ist mit seiner NSU 1200C Reiselimousine Zweiter im Jahres-Ranking. Das gedenkt er auch zu bleiben, ihm gelingt die zweitbeste Zeit in den drei Probe-Heats. Vor Uwe Schindler als Drittem, Karsten Steinert (TP4) und Wolfgang Schwalbe auf der Fünf. Zwei Rennläufe lang fliegen Thomas Krystofiak und Uwe Schindler im Formationsflug den Berg hinauf. Der Abstand zwischen den beiden beträgt nie mehr als 0,659 Sekunden, mit Vorteil für Thomas. In der letzten Auffahrt kann Uwe das Tempo von Thomas, der nochmals minimal schneller wird, nicht mehr ganz mitgehen. Damit sind die noch freien Plätze auf dem Siegerpodium vergeben. Stufe zwei für Thomas Krystofiak, dritter Rang für Uwe Schindler. Die Ehrenplätze gehen an Alexander Follmann als Viertem und Wolfgang Schwalbe auf der Fünf. Wobei Wolfgang erst im finalen Lauf mit einer echt fulminanten Zeit noch um 1,312 Sekunden an Mike Vogel vorbeizieht, der sein Unterfranken Wochenende so als Sechster beendet. Bleibt noch anzumerken, dass für Horst Fleischer bereits im und für Karsten Steinert nach dem Training Schluss ist. Bei beiden sind es Probleme im Bereich Motor, die zum frühzeitigen Aufladen zwingen. Apropos Motoren: Den NSU-Bergpokal-Siegern Jörg Davidovic und Steffen Hofmann ist es ein großes Anliegen, alle ab und zu geäußerten Verdächtigungen und Gerüchte bezüglich des Hubraums ihrer Antriebsquelle seriös aus der Welt zu schaffen. Darum haben sie in Eichenbühl unseren Technischen Kommissar Rüdiger Kleinschmidt gebeten, den Motor in ihrem NSU TT mit der Startnummer 519 gleich nach dem Rennen an Ort und Stelle zu verplomben. In Mickhausen werden dann am Sonntagabend die Zylinderköpfe im Beisein von TK’s demontiert und der Hubraum exakt ermittelt. Mehr Offenheit geht wohl nicht mehr. Damit sind Jörg und Steffen aber kein Einzelfall, auch andere KW Berg-Cup Teilnehmer haben in der Vergangenheit schon ähnlich gehandelt. Spontan fallen mir da Jürgen Heßberger und Bernd Letmade ein, der damals noch im VW Polo 8-Ventiler unterwegs war.   

Widmen wir uns nun den Hubraumklassen der verbesserten Tourenwagen (TW) der gemeinsam gewerteten Fahrzeuggruppen H, FS und E1. Lasst uns, der Startabfolge entsprechend, mit den 1150ern beginnen. Bei denen es in Unterfranken so gut wie nichts Überraschendes gibt. Sie sortieren sich gleich in der ersten Übungsauffahrt zum späteren Rennergebnis. Also fast zumindest. Denn nach zwei Samstagsläufen ist Jörg Davidovic mit dem sequentiell geschalteten 16-Ventiler NSU TT Vierter. Aber da es warm ist, gibt es erneut Probleme mit dem Ölkreislauf im Zylinderkopf. Diese machen den Rückzug nötig. Jürgen Schneider gibt im VW Polo 16V das Tempo vor, im Training wie im Rennen. Schlussendlich gewinnt er 3,445 Sekunden vor Jürgen Heßberger (P2) im Fiat 127 Sport Martini Racing. Für etwas Spannung an der Spitze sorgen Schaltprobleme am Schneider Polo im zweiten Rennlauf, in dem sich Jürgen Heßberger die schnellste 1150er Zeit holt. Aber im dritten Run flutschen die Gänge im Schneider Polo wieder einigermaßen rein, ein Platztausch findet nicht statt. Rang drei ist die sichere Angelegenheit von Jörg Eberle im Fiat 127 Super, auf den vierten Rang fährt Walter Voigt mit seinem VW Polo 16V. Fünfter ist Rolf Rauch mit dem Fiat 128 Rallye vor seinem Junior Marco (P6) im Fiat 128 Coupé. Das 1,15-Liter KW 8V-Trophy Resultat erinnert an einen Fiat Markenpokal: Platz eins für Jürgen Heßberger, auf Rang zwei Jörg Eberle, Position drei sichert sich Rolf Rauch und Vierter ist Marco Rauch.

Bei den 1400ern nichts Neues. Könnte man meinen. Auf den ersten Blick zumindest. Doch im Detail gibt es durchaus Veränderungen. Okay, Hansi Eller fliegt im 16V VW Minichberger Scirocco auf und davon, holt Klassensieg Nummer zehn für das Team Ebenhöh/Eller, für ihn persönlich ist es Nummer neun in der laufenden Saison. Sieht man genauer hin, dann ist der Abstand zum Zweiten, zu Franz Weißdorn im VW Polo mit dem Hayabusa Zylinderkopf, nicht mehr ganz so groß wie in den Rennen zuvor. Die 5,384 Sekunden-Summe ergibt, geteilt durch die 3 Läufe, 1,795 pro Heat, bricht man das dann auf den Kilometer herunter, dann sprechen wir nur mehr von 0,588 Sekunden pro 1000 Meter Strecke. Bereits am Samstagabend gibt sich Franz sehr zufrieden: „Mein Motor funktioniert nun gut und hat auch richtig Leistung. Aus den Daten ist heraus zu lesen, dass ich die Top-Speed Werte des Minichberger Scirocco mitgehen kann, obwohl ich langsamer aus den Kurven herauskomme. Also ist der nächste logische Schritt die Verbesserung des Fahrwerkes, sprich die Umstellung von 13 auf 15 Zoll große Räder. Meine bisherigen 13-Zöller sind ganz einfach klar überfordert.“ Somit kennen wir den 1400er Sieger, der auch schon zusammen mit seinem Teampartner Armin Ebenhöh als Jahres-Klassengewinner feststeht, sowie den Unterfranken-Zweiten. Dem diese Position auch im Jahres Ranking kaum mehr zu nehmen sein dürfte. Dahinter geht der Punk ab. Zwei Race-Heats lang ist Local-Hero Nils Abb im 8-Ventiler Schneider Polo Dritter. Hinter ihm lauern auf der Vier Klaus Bernert im VW Polo 16V sowie Thomas Pröschel im 16-Ventiler Schneider Polo. Das genannte Trio klebt innerhalb von 619 Tausendsteln zusammen. Frank & Frank (Lohmann und Duscher) wollen da nicht nachstehen, liefern ebenfalls ihren Spannungsbeitrag, liegen nach zwei Auffahrten nur 7 Hundertstel auseinander. Mit Vorteil für Frank Lohmann (P6). Im Finale wird noch einiges bewegt. Vor allem durch Thomas Pröschel, der von Lauf zu Lauf schneller geworden ist. Dieser volle Einsatz bis zum letzten Meter bringt ihn noch auf die Drei nach vorne. Damit schiebt er Nils Abb auf Position vier zurück, Klaus Bernert, der sich nun Stück für Stück wieder der Spitze nähert, mit dem gleichen Gas-Stoß auf die Fünf. Nils Abb kann sich mit dem 1400er KW 8V-Trophy Gewinn auf seiner Heimstrecke trösten. Auf das Siegerpodest der „Roten“ begleitet ihn Frank Duscher als Zweiter, Frank Lohmann nach hartem Duell mit „Frankie D.“ als schlussendlich Dritter. Auf der vier läuft Klaus Streiberger im VW Polo „Schlumpf“ ein, Fünfter wird Markus Hülsmann im VW Golf. Nicht immer bringen Heimrennen Glück, das muss Stefan Winkler erneut erfahren, an dessen Fiat 127 wie vor zwei Jahren der Motor nicht das ganze Wochenende über mitspielt. Auch Marcel Hellberg, dem zum Trainingsauftakt unterwegs mal kurz die Heckscheibe aus dem Gummi springt, kann mit dem Brügge Polo nicht bis zum Schluss durchfahren. Nach Wertungslauf zwei muss er sich vom Wettbewerb abmelden.

Es ist soweit. Sie hatten zwar lange damit gewartet, den seit 2016 modifizierten KW Berg-Cup Team-Regeln zu entsprechen. Denen zufolge jeder der beiden Partner mindestens ein Resultat in die Jahresendwertung mit einbringen muss. Aber nun haben Stefan Faulhaber und Michael Rauch die Cockpits getauscht. Das heißt im Klartext, Michael fährt in Unterfranken Stefans 1600er Minichberger C-Kadett 16V, Stefan ist für schnelle Zeiten in Michaels 2-Liter Briegel Kadett zuständig. Das wurde von den Fans mit Spannung und Vorfreude erwartet. Im Training ist Michael Rauch (TP2) nur 0,981 Sekunden hinter Manfred Schulte im Citroen Nemeth AX Kit Car zurück, der für die Bestmarke sorgt. Dritter ist Helmut Maier im Spiess Golf 16-Ventiler, auf der Vier ist bereits Benedikt Schulte im 8-Ventiler Citroen AX Sport zu finden. Ihm folgt ein Rudel Fahrer aus der Schweiz, das von Oberhallau-Organisator Beat Halbheer (TP5) im Citroen Saxo angeführt wird. In der dritten Übungsauffahrt fehlt Michael Rauch. In der Technik des bisher so toll gelaufenen 1,6-Liter Kadetts muckt irgendetwas. Es wird nach möglichen Ursachen geforscht, auch Mario Minichberger ist involviert. Aber die Mühen bringen keinen Erfolg, Michael ist am Sonntag zum Zuschauen verurteilt. Er sieht einen Wettbewerb, in dem die 1600er Positionen von Anfang an klar verteilt sind. Manfred Schulte gewinnt vor Helmut Maier (P2) und seinem Junior Benedikt, der starker Dritter wird. Beat Halbheer beendet seinen Unterfranken Ausflug als Vierter, gefolgt von seinen Peugeot 106 fahrenden Landsleuten Lukas Siegenthaler auf Rang fünf und Andi Külling als Sechstem. Bleibt noch anzumerken, dass es zwischen Beat und Lukas immer eng war, zum Schluss trennen die beiden ganze 0,855 Sekunden. Benedikt Schulte steht übrigens nicht nur auf dem Klassenpodium, er ist auch der 1600er KW 8V-Trophy Sieger.  

Über dem Auftritt der 2-Liter Klasse steht die ganz große Frage: Kann André Wiebe, der zusammen mit seinem Bruder Björn als Team im KW Berg-Cup eingeschrieben ist, in Unterfranken das ihnen noch fehlende neunte Top-Ergebnis einfahren und damit die KW Berg-Cup Gesamtwertung für das Brüderpaar vorzeitig gewinnen? Wir erinnern uns: Aus den 13 in diesem Jahr möglichen Wertungsläufen kann jeder Fahrer und jedes Team maximal 9 Resultate in die Jahresendwertung einbringen. Die Wiebes haben vor Unterfranken achtmal hoch gepunktet. André hat siebenmal(!) gewonnen, Björn steuert einen zweiten Platz aus Wolsfeld bei. Noch einmal aufs Podium, das müsste reichen. Wer sollte denn den Piloten des ex-BTCC Renault Williams Wiebe Laguna überhaupt die Tour vermasseln können? Nun ja, da gibt es die üblichen Verdächtigen, zu denen sich an diesem Wochenende auch Dirk Preisser im weiter optimierten 16V Kadett C-Coupé sowie der Tiroler VW Scirocco 16V Pilot Thomas Strasser gesellen. Dessen erste Super-Trainingszeit am Glasbach sich tief und fest in unsere Fan-Festplatte eingebrannt hat. Allerdings streikte danach die Antriebswelle, brachte das frühe Aus. Leider hat Thomas auch in Eichenbühl kein Glück. In der ersten Auffahrt touchiert er die Leitplanke, die ihn über die Straße direkt in die gegenüberliegende Böschung schickt. Dabei wird nicht nur der Scirocco an der Front kalt verformt, auch Thomas – von dem man zunächst dachte er sei komplett okay – verletzt sich bei diesem Vorfall. Im Krankenhaus wird der glatte Bruch eines Lendenwirbels diagnostiziert. Zum Glück bedarf es keiner Operation, ein Stützkorsett reicht, der Wirbel wird von selbst wieder zusammenwachsen. Obendrein stellen ihm die Ärzte eine baldige Heimreise in Aussicht. Aber somit ist ein Top-Favorit „out of Race“. Am Übungssamstag setzt zunächst Marco Fink zweimal die Topzeit, aber in der letzten Auffahrt dreht André Wiebe voll auf, steht mit 1:23,886 auf der imaginären Pole-Position, neben ihm nimmt Marco Finks BMW 320 si WTCC Aufstellung. Drittschnellster ist Dirk Preißer, ihm folgen Hans-Peter Wiebe (TP4) im zweiten Renault Williams Wiebe Laguna sowie Patrick Orth im BMW 320is E30 auf der Fünf, als Siebter ist Stefan Faulhaber im Briegel Kadett schnellster 8-Ventiler vor dem erstaunlich starken Thomas Dümler (8V-TP2) im VW Golf II sowie Daniel Bayer im Ziegler Kadett als Drittem der „Roten“. Nach Race-Heat zwei sind die Positionen unter den besten sechs der Klasse verteilt und fix bezogen. André Wiebe enteilt an der Spitze, auch leichte Aussetzer im dritten Run können ihn nicht einbremsen. Der 26-jährige gewinnt die Klasse. In Unterfranken und zusammen mit seinem 3 Jahre älteren Bruder Björn auch endgültig in der Jahresendwertung, sie krönen ihre Saison 2016 obendrein mit dem KW Berg-Cup Gesamtsieg. Und auch in der KW Berg-Cup Ravenol Youngster Wertung heißt der Gewinner André Wiebe. Wir gratulieren zu all diesen Erfolgen herzlich! Das Unterfranken Siegerstockerl komplettiert Marco Fink als Zweiter, auf die Stufe des Dritten steigt Dirk Preißer. Stefan Faulhaber hat sich im Rennverlauf bis auf die Vier nach vorne geschoben, holt damit satte Zähler fürs Teamkonto. Der Fünfte, Patrick Orth, quält sich wie schon in Oberhallau mit dicken Problemen im Umfeld seiner Getriebe-Umrüstung ab, Schalt-Zündunterbrechung und Ganganzeige funktionieren nicht. Edi Bodenmüller holt sich mit seinem 16V Opel Kadett C-Coupé einen starken sechsten Platz, noch vor Hans-Peter Wiebe (P7), der den schnellen Schweizer Thomas Frei (Kadett C-Coupé/P8) 311 Tausendstel hinter sich halten kann. Andreas Kokor fährt im Ford Escort RS 2000 Mk 1 auf Rang neun, Zehnter ist Jens Weber im „schmalen“ Kadett C-Coupé 16V. Den KW 8V-Trophy Sieg in der Abteilung bis 2000 Kubikzentimeter sichert sich Stefan Faulhaber vor dem rundum zufriedenen Thomas Dümler (8V-P2). Dritter der roten Startnummern ist Alex Pleier (Kadett C-Coupé), die Ehrenplätze gehen an Roland Christall (8V-P4) im Opel Ascona B sowie Thomas Albinger mit seinem Kadett C-City als Fünftem.

 

Die Selbstzünder-Klasse bietet in Unterfranken nicht ganz so viel Stoff zum Erzählen. Karlheinz Meurer gerät in der ersten Trainingssitzung im Bereich der Zielkurve etwas auf Abwege, erkundet die Botanik. Was ihn aber nicht am schnellen Weitermachen hindert. In der Schlussabrechnung steht er auf Diesel-Platz zwei hinter seinem Marken- und Typenkollegen Jürgen Fechter (P1) im VW Golf V R-TDI. Senior Sepp Koller belegt mit seinem Alfa Romeo 147 JTD nach tadellosen Fahrten Platz drei. Respekt! Auch davor, dass der 83-Jährige mit Transporter, Rennauto und Anhänger wie gewohnt ganz alleine unterwegs ist. Soviel Elan möchte sich wohl jeder sehr gerne bewahren.

 

Echt gemausert hat sich die Benziner Abteilung bis 3-Liter Hubraum. Und das sowohl in Hinblick auf die Teilnehmerzahl als auch in Sachen Qualität. Den Übungssamstag beendet Alexander Bärtl mit seiner Opel Nemeth C-Kadett Limousine als Fünfter. Im letzten Probegalopp hat er sich etwas mit den Leitplanken angelegt, was aber ohne größere Kadett-Blessuren abgeht. Einen Platz vor ihm, auf P4, rangiert Marcel Gapp, dessen BMW M3 E36 uns leider im dritten Trainingslauf und im Rennen fehlt. Das Samstags-Spitzentrio ist auch am Sonntagabend unverändert vorne. Im Schirra Mini Cooper S belegt Helmut Knoblich Rang drei, Zweiter wird Günter Göser im Böhm Kadett C-Coupé. Der Sieg ist die Angelegenheit von Markus Wüstefeld im Mercedes 190 E Evo II AMG. Allerdings fällt sein Vorsprung auf Günter Göser mit exakt 3,192 Sekunden zwar deutlich, aber nicht wirklich riesig aus. Alexander Bärtl ist bei seiner ersten Unterfranken Teilnahme Klassenvierter, Fünfter wird Karl-Heinz Schlachter im BMW 2002 tii. Damit haben wir auch schon zwei Namen aus der KW 8V-Trophy Ergebnisliste genannt: Den Gewinner Alexander Bärtl und den Zweitplatzierten Karl-Heinz Schlachter. Im E30 Hartge BMW wird Thomas Ostermann Dritter, Werner Walser beendet seine Eichenbühl-Tour mit der Kadett Limousine auf Rang vier der Sonderwertung der roten Startnummern.

 

Ein Krimi der Extragüte bahnt sich in der Klasse über 3000 Kubikzentimeter an. Drei „Überautos“ mit äußerst versierten Piloten treffen aufeinander. Dies sind Herbert Pregartner im Porsche 911 GT2 RSR, der in 2016 noch sieglose Norbert Handa mit seinem Lancia Delta Integrale Evo sowie – nach langer Pause wegen Problemen im Kieferbereich – Herbert Stolz im Porsche 935 DP II. Als Vierter im Bunde ist Cossie-Pilot Norman Struckmann dabei, dem klar ist, dass ihn eine echt „schware Partie“ erwartet. Im Training geht es zunächst hin und her. Aber Norbert Handa gedenkt felsenfest, die Rolle des Hausherrn übernehmen zu wollen. Also markiert er die Bestzeit, 0,297 Sekunden vor „Pre“ Herbert Pregartner (TP2) und deren 1,279 vor Herbert Stolz. Am Sonntagvormittag fehlt dieser – leider. Aber der Helm drückt noch zu stark, er sieht deshalb von einem Start ab. Norbert Handa katapultiert sich an die Spitze, führt 361 Tausendstel vor Streckenneuling „Pre“. Aber der kontert umgehend, liegt nach dem zweiten Run 0,199 Sekunden vor Norbert Handa. Im Finale brennt die Luft. Beide Fahrer sind top motiviert, der Unterfranke Norbert Handa obendrein wild entschlossen, die Siegertrophäe nicht in die Steiermark wandern zu lassen. Herbert Pregartner beginnt, drückt seine eigene Bestmarke aus dem ersten Run nochmals um 0,941 Sekunden nach unten auf 1:20,429. Norbert benötigte für seine bisher schnellste Auffahrt 58 Hundertstel mehr. Geht der Sieg doch nach Österreich? Die Spannung ist zu spüren, ja zu greifen. Dann zeigt das Zeitendisplay für Norbert Handa 1:19,976 an, dahinter leuchtet die „Eins“ auf. Der „Lancisti“ hat gewonnen, sein Vorsprung auf „Pre“ beträgt 0,254 Sekunden. Ich kann meine grauen Zellen so viel bemühen wie ich will, aber mir fällt nicht ein, wann jemals diese Klasse so eng und spannungsgeladen war. Danke dafür! Und ein dickes Kompliment auch an Norman Struckmann, der mit dem Ford Escort RS Cosworth bravourös agierend Dritter wird. Herbert Stolz wünschen wir, dass er so bald wie möglich befreit von seinen Problemen wieder auf die Bergstrecken zurückkehren kann. Wir sind sicher, er hätte in Unterfranken 2016 für noch mehr Krimi-Feeling sorgen können. Und genau das, einen so engen Wettbewerb, wünschen wir uns noch sehr, sehr oft.

Fünf E2-Silhouetten-Fahrzeuge haben für den Unterfranken-Event genannt. In der kleinen Klasse ist Ralf Kroll mit seinem brandneuen Silver-Car S2 alleine unterwegs, tut dies mit ansprechenden Zeiten, die ihn auf Gesamtrang acht bringen. Bleiben noch vier große Boliden. Mike Manning legt mit seinem Allrad-Turbo Ford Puma einen einzigen Probe-Blitzstart hin, kurz darauf kündigt das Getriebe die weitere Mitarbeit auf. Da waren es noch drei. Bei denen das Motto hieß: Holger gegen die „DTM-Boys“. Nun ja, bitte nicht böse sein, aber mit Verlaub gesagt: In eine echte Boy-Group passt wohl keiner der verbliebenen Protagonisten mehr. Aber für Super-Rennsport, da sind sie absolute Garanten. Das Training erlebt einen entfesselten Norbert Brenner im x-ten Frühling, der im letzten Probe-Galopp mit seinem Opel Vectra GTS V8 DTM in 1:15,934 sogar Reto Meisels offiziellen TW-Streckenrekord von 1:16,24 unterbietet. Klaus Hoffmann folgt im DTM Astra V8 mit 2,477 Sekunden Rückstand als Zweiter. Dritter ist Holger Hovemann, der mit seinem Kadett GT/R Risse V8 im zweiten Übungs-Heat an der Schuttplatzkurve kurz die Leitplanken testet. Am Rennsonntag legt Norbert Brenner noch einen Zahn zu, geht mit 1:15,445 in Führung vor Klaus Hoffmann (P2) und Holger Hovemann (P3). Aber Klaus plagen schon bald Getriebeprobleme, die ihn zur Aufgabe zwingen. Von all dem ungerührt ist Norbert Brenner weiterhin furios unterwegs, holt sich wie im Vorjahr nach Hauenstein seinen zweiten Gesamtsieg. In Eichenbühl, vor eigenem Publikum. Holger Hovemann wird Klassenzweiter und Gesamtfünfter. Hm, da ist noch die Sache mit dem TW-Streckenrekord. Der bleibt hochoffiziell in Reto Meisels Besitz. Auch wenn dessen Mercedes Benz RM1 V8 mit dem Judd ex-Formel-1-Motor, mit dem der Rekord 2007 aufgestellt wurde, nach heutigen Maßstäben keinesfalls mehr ein Tourenwagen wäre. Jedenfalls nicht in Deutschland. Darüber und über die in Renn-Europa durchaus sehr verschiedene Anwendung der eigentlich schon immer klaren FIA-Regeln nachzudenken sollte – wie uns Unterfranken 2016 wieder gezeigt hat – den Motorsport-Spitzengremien durchaus ein paar Minuten Zeit wert sein. Davon mal ganz unabhängig bleibt auf jeden Fall festzuhalten: Die Leistung von Norbert Brenner war exzellent! Hut ab, Daumen hoch und tiefe Verneigung davor. Daran ändert auch das Motorenpech von Uwe Lang am Osella PA 20S Evo nichts. Denn 1:15er Zeiten, die wollen erstmal gefahren werden.

Norbert Handa gelingt auf Gesamtplatz sechs endlich wieder ein Tourenwagensieg. Ultraknapp dahinter ist Herbert Pregartner Divisions-Zweiter, und schon auf der Drei taucht bereits der schnellste 2-Liter Pilot auf: André Wiebe. Markus Wüstefeld ist in dieser Wertung Vierter, Marco Fink Fünfter. Unter den Top-25 des Gesamt-Rankings befinden sich 15 Tourenwagen, 14 davon sind im KW Berg-Cup eingeschrieben.

So, damit sind weitere sportliche Entscheidungen im NSU-Bergpokal und KW Berg-Cup gefallen. Aber noch immer sind einige Wertungen offen. Zum Beispiel bei den Rookies, in der KW 8V-Trophy sowie in einigen Klassen. Da der Unterfranken Report aus gegebenen Gründen ohnehin schon sehr lang ist, wollen wir hier nicht mehr auf alle diese Details eingehen. Sondern lieber auf die nur noch zwei(!) verbleibenden Rennen hinweisen. Für den KW Berg-Cup geht es am 24. und 25. September zum EXCAPE Autobergrennen von Esthofen nach St. Agatha. Das auch 2016 mit einem tollen Fahrerfeld aufwarten wird, zu dem über 50 aktive KW Berg-Cup’ler gehören. Übrigens braucht man von Passau aus an der Donau entlang lediglich 45 Kilometer flussabwärts zu fahren, um ins oberösterreichische Berg-Mekka zu gelangen. Nur eine Woche später (01./02.10.) steht dann in Mickhausen das große Finale auf dem Programm, bei dem auch der NSU-Bergpokal wieder mit von der Partie ist. Um da dabei zu sein müsst ihr in die Nähe von Augsburg reisen. Und egal wie lang eure Route auch ist: Für die Rückfahrt habt ihr jede Menge Zeit zur Verfügung und so gut wie keine LKWs auf der Autobahn. Denn am Montag nach dem letzten Rennen ist in Deutschland Feiertag. Sehen wir uns noch bei einem der beiden verbleibenden Top-Events, vielleicht sogar bei beiden? Das wäre genial, wir vom Berg-Cup e.V. und ich selbst freuen uns schon riesig darauf!

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News - Bergrennen

Der KW Berg-Cup in Mickhausen: Gelungenes Finale in den Stauden

Die Auflage 2017 – von der alle Freunde des Bergrennsports inständig hoffen, dass sie nicht zur „Final Edition“ wird – war sicher eine der besten der letzten Jahre. Auch Petrus spielte diesmal zumindest einigermaßen mit. Am Trainingssamstag verwöhnte er sogar mit sehr annehmbarem Herbstwetter, ließ es danach allerdings nachtsüber regnen. Das hörte zwar am Sonntagvormittag auf, aber in den Waldpassagen blieb die 2,2-Kilometer-Strecke tückisch feucht, stellte dadurch höchste Anforderungen an die Pilotinnen und Piloten des „Int. 37. ADAC Bergrennen Mickhausen“. 174 davon nahmen die drei Übungsdurchgänge programmgemäß um Punkt 09:30 Uhr in Angriff. Kurz vor halbsieben tauchten die letzten Autos abends wieder ins Fahrerlager ein. Am Sonntag wurde eine Stunde früher aufgerufen und begonnen. Viele rechneten mit einer stark von Unterbrechungen geprägten ersten Auffahrt. Ganz gemäß der Faustformel: „Wird nur auf trockener Piste trainiert und das Rennen startet nass, so sind häufige Ausrutscher vorprogrammiert.“ Dies traf in Mickhausen zum Glück nicht zu. Hier hat wahrscheinlich der Wertungsmodus geholfen. Der vorsah, nur die zwei besten von drei Heats zum Schlussresultat zu addieren. Da für den weiteren Verlauf des Sonntags Wetterbesserung in Aussicht gestellt war, hielt sich die Angriffslust im ersten Run in Grenzen. Erst ab dem Zweiten wurde die vornehme Zurückhaltung abgelegt, was vermehrte Vorfälle nach sich zog. Die aber allesamt glücklicherweise glimpflich verliefen. Bevor wir uns jetzt gleich das Geschehen im Einzelnen betrachten muss unbedingt noch erwähnt werden, dass Mickhausen 2017 wirklich ein würdiger Abschluss der 30. KW Berg-Cup Saison war. Mit einem tollen internationalen Fahrerfeld, das einerseits durch das Top-Prädikat „Int. FIA Hill Climb Cup“ angelockt worden war, andererseits durch den guten Ruf der Veranstaltung des ASC Bobingen. Die für die herzliche Aufnahme des Berg-Trosses im Fahrerlagerort Münster seit jeher bekannt und nicht zuletzt deshalb bei vielen Aktiven echt beliebt ist. Sehr emotional gestaltet sich immer wieder die letzte Talfahrt nach Rennende über die Strecke durch das Spalier der super mitgehenden Fans. Von denen viele auch noch der stimmungsvollen Siegerehrung im Vorstartbereich beiwohnen, die dieses Jahr gegen 19 Uhr beendet war. Der Verlauf eines Rennens mit dem Modus „Zwei aus Drei“ ist schwierig zu schildern. Weil es keine Durchgängigkeit, dafür aber viele Veränderungen gibt. Wie das in den Klassen mit Beteiligung von KW Berg-Cup Aktiven nun genau ausgesehen hat, das wollen wir uns im Folgenden betrachten.

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Der KW Berg-Cup in St. Agatha/A: Flottes Rennen vor vollem Haus

 Die in der Überschrift getroffene Aussage „flottes Rennen“ gilt übrigens nicht nur für die gefahrenen Top-Zeiten, sondern auch für die Abwicklung. Das Team des MSC Rottenegg liefert zum 30. Rennjubiläum eine perfekte Arbeit ab. Ein Traum sind die Probeheats. Sie beginnen am Samstag erst um 12 Uhr, dies aber minutengenau. 182 Fahrzeuge werden dazu aufgerufen, die beiden Auffahrten auf der flüssigen, ultraschnellen 3,2-Kilometer-Strecke von Esthofen hinauf nach St. Agatha sind schon gegen 16:30 Uhr beendet. Traditionell wird in Oberrösterreich der Sonntag mit einem dritten Trainings-Run begonnen. Dieser startet um 8:30 Uhr. Nach einer Stunde und vierzig Minuten sind alle oben. Mein Block, auf dem ich routinemäßig die wichtigsten Vorfälle festhalte, ist so gut wie leer. Nur ein paar Notizen über das Wetter habe ich hin gekritzelt. Trocken steht da, morgens kühl. Am Samstag wärmt die Sonne das Asphaltband etwas auf, am Renntag hält sie sich oft hinter Wolken versteckt. In Anbetracht der hohen Zahl an Teilnehmern wird der Rennbeginn flugs auf 12 Uhr vorgezogen. Ein weiser Beschluss, denn im ersten Race-Heat wird nun merklich hitziger agiert. Was ein Teil der Betonwandelemente und Leitplanken zu spüren bekommt. Aber es bleibt bei glimpflich verlaufenden Einzelfällen, die Blessuren an den Sicherheitseinrichtungen werden schnell behoben. In der zweiten und letzten Bergfahrt haben sich die Gemüter schon wieder beruhigt, gegen 17:15 Uhr schließt die Startnummer 1, Christian Merli im Osella FA30, mit dem neuen Streckenrekord von 1:02,129 das EXCAPE Autobergrennen Esthofen – St. Agatha spektakulär und würdig zugleich ab.

Wie immer ist die Rückführung ein letztes Highlight, denn Fans und Rennautos teilen sich dabei diszipliniert die Straße. Und begeisterte Zuschauer hatte es auch in 2017 an beiden Tagen reichlich. Ganz genauso wie aktive KW Berg-Cup’ler. 48 davon haben sich an der Reise nach St. Agatha beteiligt. Das ist mehr als ein Viertel des imposanten Gesamtfeldes. Wie es den Einzelnen in unserem rot-weiß-roten Nachbarland ergangen ist, das wollen wir uns nun gemeinsam Klasse für Klasse ansehen.

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Der KW Berg-Cup in Unterfranken: Runde 50. Auflage des Klassikers

Zum runden Geburtstag ein rundum gelungenes Rennen, besser hätte es für den GAMSC Würzburg am letzten Wochenende gar nicht laufen können. Eine nasse Fahrbahn gab es nur am Trainingssamstag bis gegen Mittag, der Sonntag bot dann echt annehmbares Wetter. Zwar etwas kühl, in der Tendenz aber eher freundlich. An beiden Tagen schaffte die Mannschaft rund um Peter Thumbeck einen pünktlichen Beginn, legte damit den Grundstein dazu, dass alle drei pro Tag geplanten Läufe auf der 3,05-Kilometer-Strecke durchgezogen werden konnten. Trotz der insgesamt 181 teilnehmenden Autos, von denen 47 in der angegliederten Gleichmäßigkeitsprüfung starteten, lag der Schluss des Fahrbetriebes jeweils kurz vor 17:30 Uhr. Die Feiern zum „Fünfzigsten“ beschränkten sich auf den Samstagabend. Im Festzelt, das sehr gut besucht war, erlebten die Gäste ein buntes Programm, zu dem die Eichenbühler Vereine verschiedene attraktive Einlagen beisteuerten. Besonders interessant war für alle Freunde des Bergrennsports sicher der Beitrag der Feuerwehr, an dem Nils Abb federführend mitgearbeitet hatte. In einer gut inszenierten Multimediashow ließ dieser 50 Jahre Bergrennen Unterfranken Revue passieren, wobei die gezeigten Bilder bei vielen Besuchern Erinnerungen auffrischten und Emotionen auslösten. Und damit zurück aus dem Festzelt an die Rennstrecke. Wie immer steigen wir mit dem NSU-Bergpokal, für den Unterfranken der vorletzte Lauf des Jahres war, in die Berichterstattung ein. Elf der luftgekühlten Heckmotorfahrzeuge nahmen daran teil. Der Übungssamstag bot wenig Überraschendes. Jörg Davidovic ließ sich die beste Zeit gutschreiben. Karsten Steinert folgte als Zweiter, dahinter bezog Gaststarter Andreas Reich Position drei. Ihm folgten, eng zusammenliegend, Thomas Krystofiak (TP4) und Uwe Schindler als Fünfter. Der Renntag zeichnete dann ab Platz zwei ein etwas anderes Bild. Uwe Schindler fuhr im ersten Heat auf die Drei vor, setzte sich vor Thomas Krystofiak (P4) und Andreas Reich (P5). Der Letztgenannte hatte in der zweiten Auffahrt ein Problem, vollendete diese nicht. Seinen fünften Rang übernahm Mike Vogel. Vor ihm hatte sich nichts geändert, allerdings war Thomas Krystofiak weiterhin nahe an Uwe Schindler dran. Im dritten und letzten Run schaffte der sehr gleichmäßig agierende Thomas Krystofiak noch die Wende, zog um 0,459 Sekunden an Uwe Schindler vorbei. Der Endstand: Klassensieg für Jörg Davidovic vor Karsten Steinert (P2) und Thomas Krystofiak als Drittem. Uwe Schindler beendet das Rennen auf der Vier, Fünfter ist Mike Vogel.

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News - Rundstrecke

Renauer/Jaminet holen in Zandvoort ersten Saisonsieg für Porsche

Robert Renauer (33/Jedenhofen) und Mathieu Jaminet (23/F, beide Precote Herberth Motorsport) positionieren sich im Titelkampf. Im Sonntagsrennen in Zandvoort in den Niederlanden fuhren sie mit einem souveränen Start-Ziel-Sieg zum ersten Saisonerfolg von Porsche im ADAC GT Masters. Platz zwei ging an die Mercedes-AMG-Paarung Patrick Assenheimer (26/Heilbronn) und Raffaele Marciello (23/I, beide AutoArenA Motorsport) vor Adrien de Leener (28/B) und Klaus Bachler (27/A, beide KÜS Team75 Bernhard) in einem weiteren Porsche 911 GT3 R. "Das war ein perfekter Tag", jubelte Sieger Jaminet. "Endlich den ersten Saisonsieg für uns und Porsche geholt zu haben ist großartig." 

Problemloser Triumph für Renauer/Jaminet

Pole-Setter Jaminet behauptete beim Start die Führung und setzte sich in den Folgerunden stetig von seinen Verfolgern ab. Zwischenzeitlich fuhr der Franzose einen Vorsprung von fast 3,5 Sekunden heraus und übergab schließlich beim Pflichtboxenstopp mit einem Zeitpolster von knapp 2,5 Sekunden an Partner Renauer. Auch der Bayer zeigte anschließend eine fehlerlose Leistung und sah nach 35 Runden mit 4,9 Sekunden Vorsprung als Sieger die Zielflagge. Jaminet und Renauer sicherten damit Porsche den ersten Sieg der Saison. Für Jaminet war es der zweite im ADAC GT Masters, für Teamkollege Renauer der fünfte. Dabei hatte das Wochenende für das Duo mit einem Rückschlag begonnen: Nach einem Unfall von Renauer im ersten Freien Training am Freitag musste der Porsche in einer Nachtschicht wieder instand gesetzt werden. 

Den zweiten Platz fuhren die Mercedes-AMG-Fahrer Assenheimer/Marciello ein. Startfahrer Marciello lag in der ersten Rennhälfte auf dem fünften Rang, absolvierte aber den Boxenstopp später als die direkten Konkurrenten. Das zahlte sich aus: Partner Assenheimer lag danach bereits auf Rang drei und ging schließlich an Porsche-Pilot de Leener vorbei auf die zweite Position - das beste Saisonergebnis für das AutoArenA-Duo. De Leener und Partner Klaus Bachler mussten sich am Ende mit dem dritten Rang begnügen, nachdem Bachler beim Start den Porsche bereits auf den zweiten Rang vorgefahren hatte. 

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Lamborghini-Duo Perez Companc/Mapelli siegt in Zandvoort

Ezequiel Perez Companc (24/RA) und Marco Mapelli (31/I, beide GRT Grasser Racing Team) heißen die Sieger des Samstagsrennens des ADAC GT Masters in Zandvoort. Die Lamborghini-Fahrer setzten sich mit einem knappen Vorsprung von 0,703 Sekunden gegen die Audi-Piloten Sheldon van der Linde (19/ZA) und Kelvin van der Linde (22/ZA, beide Montaplast by Land-Motorsport) sowie deren Teamkollegen Jake Dennis (24/B) und Christopher Mies (29/Heiligenhaus) durch. „Ich freue mich sehr über den Sieg“, so Pole-Setter und Sieger Perez Companc. „Das Rennen war sehr hart, denn unsere Verfolger haben uns ständig unter Druck gesetzt. Die Zuschauer haben viele enge Kämpfe gesehen.“ 

Teamkollegen kollidieren im Kampf um Platz eins

Das Samstagsrennen in Zandvoort begann turbulent. Pole-Setter Ezequiel Perez Companc blieb beim Start vorn, doch ausgangs der ersten Kurve ging der von Platz zwei gestartete Mirko Bortolotti (28/I, ORANGE1 by GRT Grasser) im Schwesterauto am Argentinier vorbei. Doch nur zwei Kurven später kollidierten die beiden Huracán GT3. Während Perez Companc wieder die Führung übernahm, drehte sich Bortolotti von der Strecke. Zur Bergung seines Fahrzeugs ging für drei Umläufe das Safety-Car auf die Strecke. Anschließend verteidigte Perez Companc bis zum Pflichtboxenstopp gegen die beiden dicht folgenden Audi von Montaplast by Land-Motorsport die Spitzenposition. Nach dem Pflichtboxenstopp mit Fahrerwechsel blieb der Lamborghini weiter an der Spitze. Marco Mapelli, der in Zandvoort seinen ersten Einsatz in der diesjährigen ADAC GT Masters-Saison hatte, fuhr danach den Sieg sicher ins Ziel. Für Perez Companc war es nach dem Lausitzring 2017 der zweite Sieg in der „Liga der Supersportwagen“ und der zweite in der Pirelli-Junior-Wertung. Partner Mapelli triumphierte erstmals in der Serie.

Die Audi-Fahrer Sheldon und Kelvin van der Linde fuhren auf Rang zwei, nachdem sie ihren Boxenstopp eher als ihre Teamkollegen Jake Dennis und Christopher Mies absolviert hatten, die nach ihrem Fahrerwechsel auf Rang drei zurückfielen. Für die van-der-Linde-Brüder war es nach dem Saisonauftakt in Oschersleben der zweite Podestplatz der Saison, für ihre Teamkollegen der erste des Jahres.

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Audi-Duo Salaquarda/Stippler siegt im Sonntagsrennen auf dem Nürburgring

Premierenerfolg für das Team ISR beim ADAC GT Masters: Filip Salaquarda (34/CZ) und Frank Stippler (43/Bad Münstereifel) gewannen im Audi R8 LMS für das Team aus Tschechien das Sonntagsrennen der „Liga der Supersportwagen“ auf dem Nürburgring. Im Kampf um Platz zwei setzten sich die Mercedes-AMG-Fahrer Markus Pommer (27/Neckarsulm) und Maximilian Götz (32/Uffenheim, beide Mann-Filter Team HTP Motorsport) in der vorletzten Runde gegen die Audi-Piloten Mike David Ortmann (18/Ahrensfelde) und Markus Winkelhock (38/Schorndorf, beide BWT Mücke Motorsport) durch. „Ein großartiger Tag“, so Premierensieger Salaquarda. „Gleich in unserer ersten ADAC GT Masters-Saison ein Rennen zu gewinnen, ist wirklich fantastisch.“ 

Auf dem Weg zum ersten ADAC GT Masters-Sieg ihres Rennstalls zeigten die beiden Team-ISR-Piloten eine souveräne Vorstellung. Nachdem Frank Stippler bereits im Qualifying die erste Pole-Position für die tschechische Mannschaft eingefahren hatte, ließ er auch beim Start nichts anbrennen und verteidigte seine Spitzenposition. Bis zum Pflichtfahrerwechsel zur Rennmitte fuhr der Lokalmatador aus Bad Münstereifel einen Vorsprung von knapp zwei Sekunden heraus. Partner Salaquarda baute diesen anschließend bis zum Ziel auf 11,4 Sekunden aus. Für das Team ISR war es im achten Rennen der erste Sieg in der „Liga der Supersportwagen. Während Filip Salaquarda das erste Mal in der Serie ganz oben auf dem Podest stand, war es für Stippler der zweite Triumph. Seinen ersten hatte er ebenfalls auf dem Nürburgring gefeiert: 2008 in einem Porsche. 

Spannend bis in die Schlussphase verlief dagegen der Kampf um die Podestplätze. Erst in der vorletzten Runde ging Mercedes-AMG-Pilot Markus Pommer an Audi-Fahrer Mike David Ortmann vorbei und sicherte sich und Partner Götz so Rang zwei. Das Duo verringerte durch seinen zweiten Podestplatz des Wochenendes den Rückstand auf die Tabellenführung auf lediglich einen Zähler. Für die Drittplatzierten Ortmann und Winkelhock war es im Audi R8 LMS der erste Podestplatz des Jahres. Ortmann holte gleichzeitig seinen ersten Sieg in der Pirelli-Junior-Wertung.

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