Der KW Berg-Cup am Schottenring: Gelungener Start der 30. Berg-Cup Saison

„…und das ganz ohne Schnee und Winterreifen“ wurde im Fahrerlager in Anspielung auf die Wetterkapriolen des Vorjahres häufig gewitzelt. 2017 präsentierte sich das für den „14. ADAC Bergpreis Schottenring“ (28. bis 30. April) genutzte, 3,033 Kilometer lange Teilstück des legendären Schottenrings, das von der Fahrerlager-Gastgeber-Ortschaft Rudingshain über den Poppenstruth zum Ludwigsbrunnen führt, beständig trocken, mit am Rennsonntag durchaus annehmbaren Temperaturen. Die Strecke wurde bereits am Freitagnachmittag im Rahmen der vom veranstaltenden MSC Rund um Schotten angebotenen Einstellfahrten für letzte Funktionstests sehr gut genutzt. Dank der idealen Möglichkeit, nach der Zieldurchfahrt über Wirtschaftswege sofort, ohne klassische Rückführung, wieder ins Fahrerlager zurück gelangen zu können, verliefen sowohl das Freitagsprogramm als auch die beiden Wettbewerbstage echt flüssig, ein frühes Rennende nach den vier Wertungsläufen kurz vor 16 Uhr inklusive.

Der Bergpreis Schottenring ist den Tourenwagen der Kategorie 1 vorbehalten, dazu gibt der DMSB dort grünes Licht für E2-Silhouetten Fahrzeuge. 74 Starter nehmen am Samstag das Training auf, 66 davon beenden die Veranstaltung im hessischen Vogelsbergkreis sonntags in Wertung. Wer das in den Klassen mit Beteiligung von Aktiven des Berg-Cup e.V. ist, das wollen wir uns nun gemeinsam genauer ansehen.

 

Wie immer in der Reihenfolge, in der die Mädels und Jungs bei den Veranstaltungen auf die Piste gehen. Im NSU-Bergpokal setzt Thomas Krystofiak im zweiten Run die drittbeste Zeit der Übungsdurchgänge. Danach verurteilt ihn ein Motorschaden zum Zuschauen. Trainingsposition eins holt sich Jörg Höber, 1,69 Sekunden vor Karsten Steinert (TP2). Am Sonntag werden die finalen Platzierungen gleich im ersten Heat bezogen. Jörg Höber fährt zum Sieg vor Karsten Steinert (P2) und Uwe Schindler, der Dritter wird. Wobei Letztgenannter ab Rennmitte auf Karsten aufholt, nach dem letzten Run hat er seinen zwischenzeitlichen 1,016-Sekunden-Rückstand bis auf 146 Tausendstel eingedampft. Auf Ehrenplatz Nummer vier läuft Wolfgang Schwalbe ein, Fünfter der luftgekühlten Heckmotorfahrzeuge wird Alexander Follmann.

Damit zu den stark verbesserten Tourenwagen der gemeinsam gewerteten Fzg.-Gruppen H, FS und E1. Bei den 1150ern teilt Bernd Deutsch das Schicksal von Thomas Krystofiak. Bereits am Samstag muss er mit technischen Problemen an seinem Schneider Audi 50 die Segel streichen. Der Mann des Wochenendes heißt bei den 1,15-Litern Thomas Stelberg. Im neu gestylten Schneider Polo 16V sichert er sich die imaginäre Pole-Position und einen souveränen Rennsieg. Ein heißer Fight entbrennt um Platz zwei zwischen Walter Voigt (VW Polo 16V) und Steffen Hofmann im NSU 16V RPM Evo 2. Die Probe-Heats beendet Steffen als Zweiter, hat da sogar noch leichte Tuchfühlung zu Thomas Stelberg, kann Walter um 1,77 Sekunden auf Distanz halten. Der erwischt allerdings den besseren Start ins Rennen, behauptet sich vom Anfang bis zum Ende auf der Zwei. Endrang drei also für Steffen Hofmann, dessen 16-Ventil NSU an Zuverlässigkeit und Performance gewonnen hat. Was uns auf weitere spannende Positionskämpfe im Laufe der Saison hoffen lässt. Vierter und damit auch 1150er KW 8V-Trophy Sieger wird der 20 Jahre junge Markus Werner, der im Ford Fiesta Mk 1 sein allererstes Bergrennen fährt und dabei eine achtbare, fehlerfreie Vorstellung abliefert. Bitte weiter so!

Die 1,4-Liter Abteilung erlebt einen erstarkten Franz Weißdorn, der seine über den Winter vorgenommenen Modifikationen am Fahrwerk seines VW Polo 16-Ventilers vom Beginn weg in schnelle Zeiten umsetzt. Mit diesen zwingt er Armin Ebenhöh im VW Minichberger Scirocco 16V zu einer flotten Gangart. Im Training schenken sich die beiden jedenfalls nichts, im zweiten Run ist Franz minimal der Schnellere. Erst in der letzten Sitzung des Tages setzt sich Armin Ebenhöh 1,096 Sekunden von Schwiegerpapa Franz Weißdorn ab. Den dritten Übungsrang schnappt sich Frank Duscher im VW Polo 8-Ventiler, seine Vorderachse verfügt jetzt über das 2016er ex-Weißdorn KW Fahrwerk. „Das hat unglaublich viel gebracht“ befindet Frank. Der Rennauftakt entspricht auf den Podestplätzen dem Samstagsstand. Aber Armin und Franz trennen nur 175 Tausendstel. Sollte vielleicht am Ende doch..? Aber dazu kommt es nicht. Armin erhöht das Tempo und legt eine blendende Serie auf das Schottenring-Parkett. Am Ende beträgt sein Siegervorsprung 6,699 Sekunden. Franz Weißdorn ist sicherer Zweiter, als Dritter ist Frank Duscher bester 1,4-Liter 8V’ler. Hinter ihm fliegt eine im Infight befindliche Verfolgergruppe mit roten Startnummern den Berg hinauf, die im Verlauf des Rennens munter Plätze tauscht. Der Gewinner in diesem Spiel der 8-Ventiler Polos ist Frank Lohmann, der sich von Rang sechs bis zum Rennende an Nikolas Dietz (P6) und Nils Abb (P5) vorbei bis auf Rang vier nach vorne kämpft. Final wird Frank Duscher auf der obersten Stufe des 1400er KW 8V-Trophy Podiums von Frank Lohmann als Zweitem und von Nils Abb als Drittem flankiert. Vierter der „roten Startnummern“ ist Nikolas Dietz, Fünfter wird Fiat 127 Pilot Stefan Winkler.

Die 1600er Story ist schnell erzählt. Stefan Faulhaber muss wegen einer Verletzung kurzfristig absagen. André Stelberg diktiert im Minichberger Corrado 16V während des ganzen Wochenendes das Geschehen souverän, gewinnt mit 11,547 Sekunden Vorsprung. Zweiter ist – ebenfalls über das ganze Wochenende – ein phantastisch fahrender Erwin Buck. Weder bei ihm selbst noch bei seinem 8-Ventiler VW Spiess Scirocco ist etwas von der 12-jährigen Rennpause zu bemerken. Helmut Maier fährt im Spiess Golf 16V die drittschnellste Übungszeit, muss aber am Sonntag nach dem ersten Heat mit Problemen aufhören. Auf Platz drei meldet sich Benedikt Schulte auf seinem Citroen Nemeth AX Sport, er ist zugleich Zweiter der 1,6-Liter KW 8V-Trophy. Neueinsteiger Jürgen Frommknecht zeigt eine sehr solide Leistung, er sichert sich im Honda CRX Endrang vier.

Achtzehn 2-Liter Autos sind zum Schottenring gekommen. Mit der Empfehlung eines zweiten Ranges beim Europameisterschaftsauftakt am Rechberg ist der Tiroler Thomas Strasser mit seinem VW Scirocco 16V an den Schottenring gereist. Hier hat er Ambitionen auf den Sieg, die er mit der imaginären „Pole Position“ unterstreicht. Diese setzt er 0,993 Sekunden vor Hansi Eller im VW Golf II von Teampartner Markus Reich. Auf der Drei steht Lars Heisel im Böhm Kadett 16V, er hat nur 381 Tausendstel mehr für seine beste Auffahrt benötigt als Hansi Eller. Vierter ist Martin Bürki auf seinem BMW 318i STW, die fünfte Position gehört dem schnellsten KW 8V-Trophy Piloten. Dies ist im Opel Briegel Kadett Michael Rauch. Auch am Sonntag ist Tom Strasser für alle vier Laufbestzeitzeiten zuständig, nach der letzten Zieldurchfahrt hat er seinen Vorsprung auf 4,86 Sekunden ausgebaut. Um die weiteren Podestplätze rangeln Hansi Eller und Lars Heisel. Dieser erwischt den besseren Start, ist zwei Heats lang Zweiter. Aber dann zieht Hansi Eller vorbei auf die Zwei, Lars wird in seinem ersten KW Berg-Cup Rennen starker Dritter. Der Ehrenplatz des Vierten geht an den äußerst konstant agierenden Michael Rauch, der zugleich die 2-Liter KW 8V-Trophy gewinnt. Dahinter ist Bewegung im Feld, die mehrfachen Platztausch einschließt. Martin Bürki beginnt als Sechster, bis zum Rennende fährt sich der schnelle Schweizer bis auf Position fünf nach vorne. Golf GTi Pilot Ralph Paulick ist nach Run eins Fünfter, dann zwei Heats lang Siebter, am Ende beansprucht er Rang sechs für sich. Wechselspiel auch bei Patrick Orth, dessen BMW 320iS nun am Prüfstand die lange angestrebte Leistung hat, diese aber im Fahrbetrieb nicht immer zur Verfügung stellt. Sein Renn-Kurzprotokoll: Siebter, Fünfter, Sechster und schlussendlich Siebter. Stabilität ist auf den nächsten Rängen anzutreffen. Bea Flik liegt während des kompletten Sonntags mit ihrem Renault Megane Cup auf der Acht, Alex Pleier folgt im Kadett C-Coupé in ihrem Windschatten auf der Neun. Rang zehn holt sich im neu aufgebauten Ford Escort RS 1800 Werner Weiss, der ab der dritten Auffahrt Roland Christall im Opel Ascona B von dieser Position verdrängt. Auf dem KW 8V-Trophy Podium stehen neben Sieger Michael Rauch Alexander Pleier als Zweiter sowie Roland Christall als Dritter. Christian Ehret (Opel Ascona B) beendet sein Schottenring Wochenende als Vierter der „Roten“.

Bei den Selbstzündern ist Karlheinz Meurer rund um Rudingshain mit seinem Golf 5 R-TDI leider als Alleinunterhalter unterwegs. Daher Spiel, Satz und unangefochtener Dieselsieg für den Piloten aus dem Markgräflerland.    

Ohne Zweifel im Aufwind befindet sich die Abteilung von zwei- bis dreitausend Kubik, was sowohl für die Teilnehmerzahl sowie die vorgelegte Performance gilt. Und auch wenn es beim Renn-Spitzentrio keine Positionswechsel gibt, so steht der Gewinner Günter Göser mit seinem Opel Böhm Kadett C-Coupé doch beständig unter Druck von BMW M3 E30 Pilot Bernhard Permetinger, der Zweiter wird. Auf Rang drei ist Marcel Gapp anzutreffen, der an seinem Sechszylinder BMW M3 E36 über Nacht Probleme mit dem Schwingungsdämpfer der Kurbelwelle aussortieren muss. Einen tollen KW Berg-Cup Einstand zeigt der 20 Jahre junge Hauke Weber. Im Audi 80 Quattro sorgt er für Trainingsrang drei, ist bis einschließlich Race-Heat drei Vierter. Den letzten Run kann er nicht beenden, somit bleibt er einer der unbelohnten Helden des Schottenrings 2017. Klassenvierter und somit auch KW 8V-Trophy Gewinner seiner Hubraumabteilung ist Alexander Bärtel in der Opel Nemeth Kadett C Limo. Auf dem Ehrenplatz des Fünften läuft Friedhelm Gürtzgen im compacten BMW 318i ein. Das 2-Ventiler Siegerstockerl komplettieren Karl-Heinz Schlachter auf seinem BMW 2002 tii Alpina als Zweiter sowie Werner Walser, der mit seiner Kadett Limousine nach technisch bedingten Schrauber-Sonderschichten Dritter wird.

Die Klasse über 3-Liter Hubraum dezimiert sich am Übungstag um den Lotus Esprit V8 von Andrä Schrörs, der im zweiten Probe-Heat in einer schnellen Passage in die Leitplanke rutscht, diesen Vorfall aber glücklicherweise – mal abgesehen von den Schäden am Auto – glimpflich übersteht. Um den Klassengipfel entbrennt ein enges Duell zwischen den Altmeistern Norbert Handa im Lancia Delta Integrale und Herbert Stolz im Porsche 935 DP2, das zugleich die Frage nach dem Gesamtsieg regelt. In der imaginären Startaufstellung hat Norbert Handa die Nase um 152 Tausendstel vorne. Im Rennen wogt es hin her, jeder der beiden Kontrahenten kann zwei Läufe an seine Fahnen heften. Die Zeitenaddition spricht schlussendlich für Herbert Stolz, er ist der Gesamtsieger des „14. ADAC Bergpreis Schottenring“, Norbert Handa ist 0,887 Sekunden dahinter Zweiter. Klassendritter wird Maurice Moufang auf seinem BMW M3 E36 3,2 Liter, den er ansonsten bei Rallyes einsetzt.

E2-Silhouettenautos sind rund um Rudingshain 2017 eine genauso seltene Spezies wie die Diesel-Renner, Ralf Kroll ist mit seinem Silver Car der einzige Vertreter. Was diesen nicht vom Setzen exzellenter Zeiten abhält, die ihn auf Gesamtposition drei bringen. Thomas Strasser folgt ihm als Vierter Over-All, Günter Göser als Fünfter.

Aus dem Hessischen geht die KW Berg-Cup Reise nun nach Luxemburg, wo am 06. und 07. Mai des „European Hill Race“ in Eschdorf im Terminkalender steht. Danach ist eine kleine Pause angesagt, die bis Pfingsten dauert. Am Sonntag und Montag wird dann vom Eifeldörfchen Wolsfeld aus gerannt, anschließend heißt es auf nach Südthüringen zum EBM-Lauf Glasbachrennen (10./11.06.). Nach dieser nächsten heißen Phase ist das erste Drittel der 30. KW Berg-Cup Saison fast gelaufen, dann werden sich erste Trends über mögliche Jahresplatzierungen herauslesen lassen. Wir werden das genauestens verfolgen und aufbereiten. Live an der Strecke und in den KW Berg-Cup Medien. Versprochen!

 

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News - Bergrennen

Der KW Berg-Cup in Mickhausen: Gelungenes Finale in den Stauden

Die Auflage 2017 – von der alle Freunde des Bergrennsports inständig hoffen, dass sie nicht zur „Final Edition“ wird – war sicher eine der besten der letzten Jahre. Auch Petrus spielte diesmal zumindest einigermaßen mit. Am Trainingssamstag verwöhnte er sogar mit sehr annehmbarem Herbstwetter, ließ es danach allerdings nachtsüber regnen. Das hörte zwar am Sonntagvormittag auf, aber in den Waldpassagen blieb die 2,2-Kilometer-Strecke tückisch feucht, stellte dadurch höchste Anforderungen an die Pilotinnen und Piloten des „Int. 37. ADAC Bergrennen Mickhausen“. 174 davon nahmen die drei Übungsdurchgänge programmgemäß um Punkt 09:30 Uhr in Angriff. Kurz vor halbsieben tauchten die letzten Autos abends wieder ins Fahrerlager ein. Am Sonntag wurde eine Stunde früher aufgerufen und begonnen. Viele rechneten mit einer stark von Unterbrechungen geprägten ersten Auffahrt. Ganz gemäß der Faustformel: „Wird nur auf trockener Piste trainiert und das Rennen startet nass, so sind häufige Ausrutscher vorprogrammiert.“ Dies traf in Mickhausen zum Glück nicht zu. Hier hat wahrscheinlich der Wertungsmodus geholfen. Der vorsah, nur die zwei besten von drei Heats zum Schlussresultat zu addieren. Da für den weiteren Verlauf des Sonntags Wetterbesserung in Aussicht gestellt war, hielt sich die Angriffslust im ersten Run in Grenzen. Erst ab dem Zweiten wurde die vornehme Zurückhaltung abgelegt, was vermehrte Vorfälle nach sich zog. Die aber allesamt glücklicherweise glimpflich verliefen. Bevor wir uns jetzt gleich das Geschehen im Einzelnen betrachten muss unbedingt noch erwähnt werden, dass Mickhausen 2017 wirklich ein würdiger Abschluss der 30. KW Berg-Cup Saison war. Mit einem tollen internationalen Fahrerfeld, das einerseits durch das Top-Prädikat „Int. FIA Hill Climb Cup“ angelockt worden war, andererseits durch den guten Ruf der Veranstaltung des ASC Bobingen. Die für die herzliche Aufnahme des Berg-Trosses im Fahrerlagerort Münster seit jeher bekannt und nicht zuletzt deshalb bei vielen Aktiven echt beliebt ist. Sehr emotional gestaltet sich immer wieder die letzte Talfahrt nach Rennende über die Strecke durch das Spalier der super mitgehenden Fans. Von denen viele auch noch der stimmungsvollen Siegerehrung im Vorstartbereich beiwohnen, die dieses Jahr gegen 19 Uhr beendet war. Der Verlauf eines Rennens mit dem Modus „Zwei aus Drei“ ist schwierig zu schildern. Weil es keine Durchgängigkeit, dafür aber viele Veränderungen gibt. Wie das in den Klassen mit Beteiligung von KW Berg-Cup Aktiven nun genau ausgesehen hat, das wollen wir uns im Folgenden betrachten.

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Der KW Berg-Cup in St. Agatha/A: Flottes Rennen vor vollem Haus

 Die in der Überschrift getroffene Aussage „flottes Rennen“ gilt übrigens nicht nur für die gefahrenen Top-Zeiten, sondern auch für die Abwicklung. Das Team des MSC Rottenegg liefert zum 30. Rennjubiläum eine perfekte Arbeit ab. Ein Traum sind die Probeheats. Sie beginnen am Samstag erst um 12 Uhr, dies aber minutengenau. 182 Fahrzeuge werden dazu aufgerufen, die beiden Auffahrten auf der flüssigen, ultraschnellen 3,2-Kilometer-Strecke von Esthofen hinauf nach St. Agatha sind schon gegen 16:30 Uhr beendet. Traditionell wird in Oberrösterreich der Sonntag mit einem dritten Trainings-Run begonnen. Dieser startet um 8:30 Uhr. Nach einer Stunde und vierzig Minuten sind alle oben. Mein Block, auf dem ich routinemäßig die wichtigsten Vorfälle festhalte, ist so gut wie leer. Nur ein paar Notizen über das Wetter habe ich hin gekritzelt. Trocken steht da, morgens kühl. Am Samstag wärmt die Sonne das Asphaltband etwas auf, am Renntag hält sie sich oft hinter Wolken versteckt. In Anbetracht der hohen Zahl an Teilnehmern wird der Rennbeginn flugs auf 12 Uhr vorgezogen. Ein weiser Beschluss, denn im ersten Race-Heat wird nun merklich hitziger agiert. Was ein Teil der Betonwandelemente und Leitplanken zu spüren bekommt. Aber es bleibt bei glimpflich verlaufenden Einzelfällen, die Blessuren an den Sicherheitseinrichtungen werden schnell behoben. In der zweiten und letzten Bergfahrt haben sich die Gemüter schon wieder beruhigt, gegen 17:15 Uhr schließt die Startnummer 1, Christian Merli im Osella FA30, mit dem neuen Streckenrekord von 1:02,129 das EXCAPE Autobergrennen Esthofen – St. Agatha spektakulär und würdig zugleich ab.

Wie immer ist die Rückführung ein letztes Highlight, denn Fans und Rennautos teilen sich dabei diszipliniert die Straße. Und begeisterte Zuschauer hatte es auch in 2017 an beiden Tagen reichlich. Ganz genauso wie aktive KW Berg-Cup’ler. 48 davon haben sich an der Reise nach St. Agatha beteiligt. Das ist mehr als ein Viertel des imposanten Gesamtfeldes. Wie es den Einzelnen in unserem rot-weiß-roten Nachbarland ergangen ist, das wollen wir uns nun gemeinsam Klasse für Klasse ansehen.

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Der KW Berg-Cup in Unterfranken: Runde 50. Auflage des Klassikers

Zum runden Geburtstag ein rundum gelungenes Rennen, besser hätte es für den GAMSC Würzburg am letzten Wochenende gar nicht laufen können. Eine nasse Fahrbahn gab es nur am Trainingssamstag bis gegen Mittag, der Sonntag bot dann echt annehmbares Wetter. Zwar etwas kühl, in der Tendenz aber eher freundlich. An beiden Tagen schaffte die Mannschaft rund um Peter Thumbeck einen pünktlichen Beginn, legte damit den Grundstein dazu, dass alle drei pro Tag geplanten Läufe auf der 3,05-Kilometer-Strecke durchgezogen werden konnten. Trotz der insgesamt 181 teilnehmenden Autos, von denen 47 in der angegliederten Gleichmäßigkeitsprüfung starteten, lag der Schluss des Fahrbetriebes jeweils kurz vor 17:30 Uhr. Die Feiern zum „Fünfzigsten“ beschränkten sich auf den Samstagabend. Im Festzelt, das sehr gut besucht war, erlebten die Gäste ein buntes Programm, zu dem die Eichenbühler Vereine verschiedene attraktive Einlagen beisteuerten. Besonders interessant war für alle Freunde des Bergrennsports sicher der Beitrag der Feuerwehr, an dem Nils Abb federführend mitgearbeitet hatte. In einer gut inszenierten Multimediashow ließ dieser 50 Jahre Bergrennen Unterfranken Revue passieren, wobei die gezeigten Bilder bei vielen Besuchern Erinnerungen auffrischten und Emotionen auslösten. Und damit zurück aus dem Festzelt an die Rennstrecke. Wie immer steigen wir mit dem NSU-Bergpokal, für den Unterfranken der vorletzte Lauf des Jahres war, in die Berichterstattung ein. Elf der luftgekühlten Heckmotorfahrzeuge nahmen daran teil. Der Übungssamstag bot wenig Überraschendes. Jörg Davidovic ließ sich die beste Zeit gutschreiben. Karsten Steinert folgte als Zweiter, dahinter bezog Gaststarter Andreas Reich Position drei. Ihm folgten, eng zusammenliegend, Thomas Krystofiak (TP4) und Uwe Schindler als Fünfter. Der Renntag zeichnete dann ab Platz zwei ein etwas anderes Bild. Uwe Schindler fuhr im ersten Heat auf die Drei vor, setzte sich vor Thomas Krystofiak (P4) und Andreas Reich (P5). Der Letztgenannte hatte in der zweiten Auffahrt ein Problem, vollendete diese nicht. Seinen fünften Rang übernahm Mike Vogel. Vor ihm hatte sich nichts geändert, allerdings war Thomas Krystofiak weiterhin nahe an Uwe Schindler dran. Im dritten und letzten Run schaffte der sehr gleichmäßig agierende Thomas Krystofiak noch die Wende, zog um 0,459 Sekunden an Uwe Schindler vorbei. Der Endstand: Klassensieg für Jörg Davidovic vor Karsten Steinert (P2) und Thomas Krystofiak als Drittem. Uwe Schindler beendet das Rennen auf der Vier, Fünfter ist Mike Vogel.

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News - Rundstrecke

Pommer/Kirchhöfer holen dritten Saisonsieg

Platz zwei für Maximilian Götz und Indy Dontje im Mercedes-AMG. Tabellenführer Patric Niederhauser und Kelvin van der Linde auf Platz drei.

Corvette und Red Bull Ring - dass diese Kombination perfekt zueinander passt, zeigte sich einmal mehr im Sonntagsrennen des ADAC GT Masters. Markus Pommer (28/Neckarsulm) und Marvin Kirchhöfer (25/Luzern, beide Callaway Competition) fuhren mit ihrer Corvette C7 GT3-R im sechsten Saisonrennen der "Liga der Supersportwagen" ihren dritten Sieg ein. Es war der insgesamt neunte für den US-Sportwagenhersteller auf dem österreichischen Kurs. Rang zwei ging an die Mercedes-AMG-Fahrer Indy Dontje (26/NL) und Maximilian Götz (33/Uffenheim, beide Mann-Filter Team HTP), Platz drei an die Tabellenführer Patric Niederhauser (27/CH) und Kelvin van der Linde (22/ZA, beide HCB-Rutronik Racing). "Ein toller Erfolg", freute sich Sieger Pommer. "Ich hätte vor der Saison nicht damit gerechnet, dass wir in meinem ersten Corvette-Jahr so stark in die Saison starten und drei der ersten sechs Rennen gewinnen würden."

Corvette-Piloten Pommer und Kirchhöfer haben alles unter Kontrolle
Pommer und Kirchhöfer zeigten bei ihrem dritten Saisonsieg eine nahezu perfekte Leistung. Nachdem der ehemalige Formel-1-Pilot Juan Pablo Montoya das Feld der 30 Supersportwagen auf die Reise geschickt hatte, kamen die Verfolger dem Corvette-Duo nur in der Startrunde kurz nahe. Nach einer kurzen Safety-Car-Phase wegen einer Kollision im Hinterfeld während der Startrunde setzte sich Polesetter Kirchhöfer stetig vom Feld ab und fuhr zwischenzeitlich einen Vorsprung von mehr als fünf Sekunden heraus. Mit solidem Polster übernahm Pommer zur Rennmitte und stellte mit einem Vorsprung von 4,6 Sekunden den 35. Sieg einer Corvette im ADAC GT Masters sicher.

Ereignisreicher war dagegen der Kampf um die Podestplätze. Beim Start verbesserte sich der von Platz vier losgefahrene Porsche-Pilot Thomas Preining kurzzeitig auf die zweite Position, doch der Qualifyingzweite David Jahn holte sich diese noch in der Auftaktrunde zurück. Während Jahn anschließend bis zum Fahrerwechsel den zweiten Rang behauptete, musste Preining seinen Porsche nach zwölf Runden wegen eines Defektes abstellen. Dadurch rückte Mercedes-AMG-Fahrer Götz in seinem 100. ADAC GT Masters-Rennen auf den dritten Rang vor. Partner Dontje verbesserte sich durch ein geschicktes Boxenstopp-Timing zur Rennmitte um eine weitere Position und brachte die "gelbe Mamba" auf Platz zwei ins Ziel.

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Sylvest und Klingmann holen ersten BMW-Saisonsieg

Spannung bis in die letzte Runde bot das fünfte Saisonrennen des ADAC GT Masters.

Nicolai Sylvest (21/DK) und Jens Klingmann (28/Trägerwilen, beide MRS GT-Racing) setzten sich auf dem Red Bull Ring in Österreich mit ihrem BMW mit lediglich 0,289 Sekunden Vorsprung knapp gegen die Corvette-Fahrer Sven Barth (38/Eberbach) und David Jahn (28/Leipzig, beide RWT Racing) durch. Rang drei ging an das Porsche-Duo Klaus Bachler (27/A) und Timo Bernhard (38/Homburg/Saar, beide Küs Team75 Bernhard). "Es war am Ende wirklich eng", sagte Sieger Klingmann nach seinem ersten ADAC GT Masters-Sieg seit 2015. "Ich war froh, dass das Rennen nicht noch länger gedauert hat. Nach unserem Pech in den vergangenen Rennen haben wir den Sieg wirklich verdient."

Enger Kampf zwischen BMW, Corvette und Porsche
Der erste Sieg von BMW seit dem Saisonstart 2017 war hart erkämpft. Pole-Setter Sylvest verteidigte beim Start mit dem M6 GT3 seine Spitzenposition. Danach setzte sich der Däne leicht von Klaus Bachler im Porsche ab, der sich vom vierten Startplatz auf Rang zwei verbessert hatte. Bis zu den Pflichtboxenstopps pendelte sich der Vorsprung der beiden Erstplatzierten bei rund 1,2 Sekunden ein. Sylvests Partner Jens Klingmann baute danach ihn danach zwischenzeitlich bis auf zwei Sekunden aus, doch in der Schlussviertelstunde kam Corvette-Pilot David Jahn immer näher und setzte den BMW-Mann unter Druck. Jahn hatte beim Pflichtboxenstopp den US-Sportwagen auf Platz drei liegend von Sven Barth übernommen und direkt danach Timo Bernhard, der von Klaus Bachler übernommen hatte, von Position zwei verdrängt. Anschließend verringerte der Corvette-Pilot seinen Rückstand auf den Führenden stetig und lag in der Schlussphase direkt hinter dem BMW. Klingmann behielt jedoch die Nerven und verteidigte die Spitzenposition. Nach 40 Runden sah er schließlich mit 0,289 Sekunden Vorsprung als Erster die Zielflagge.

Während Klingmann seinen insgesamt neunten Sieg im ADAC GT Masters holte - seinen ersten seit Zandvoort 2015 -, war es für Teamkollege Sylvest der erste überhaupt. Sylvest gewann zudem die Pirelli-Junior-Wertung. Für MRS GT-Racing ging mit dem Triumph eine neunjährige Durststrecke zu Ende. 2011 gewann die Mannschaft aus Lonsee das allererste Rennen der "Liga der Supersportwagen" überhaupt auf dem Red Bull Ring, damals mit einem Porsche.

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Sieg für Corvette-Duo Pommer/Kirchhöfer in Most

Mike David Ortmann siegt in der Pirelli-Junior-Wertung, Fabian Vettel erstmals auf dem Podium. Rolf Ineichen gewinnt Pirelli-Trophy-Wertung.

Markus Pommer (28/Neckarsulm) und Marvin Kirchhöfer (25/Luzern, beide Callaway Competition) waren im Sonntagsrennen des ADAC GT Masters das Maß der Dinge und holten mit ihrer Corvette C7 GT3-R ihren zweiten Sieg der Saison. Platz zwei ging bei frühsommerlichen Bedingungen an Rolf Ineichen (40/CH) und Franck Perera (34/F, beide Orange1 by GRT Grasser) im besten Lamborghini Huracán, Dritte wurden David Jahn (28/Leipzig) und Sven Barth (38/Eberbach, beide RWT Racing) in der zweiten Corvette im Starterfeld. "Ich bin sehr happy", sagte Sieger Kirchhöfer. "Mit zwei Siegen in den ersten vier Rennen kann ich sehr gut leben."

Turbulente erste Rennhälfte
Die Vorentscheidung über den Sieg fiel bereits beim Start, als der von Platz zwei losfahrende Kirchhöfer auf dem Weg zur ersten Kurve an Pole-Setter Franck Perera vorbeizog. Nach einer kurzen Safety-Car-Phase zur Bergung des Audi von Pierre Kaffer, der einen Reifenschaden nach einem Kontakt am Start erlitten hatte, setzte sich Kirchhöfer an der Spitze leicht vom Feld ab. Doch der Vorwärtsdrang des 25-Jährigen wurde nach zwölf Runden gestoppt, als nach einer Berührung im Kampf um Rang vier zwischen Thomas Preining (20/A, Precote Herberth Motorsport) und Corvette-Fahrer David Jahn der Porsche des Österreichers in die Leitplanken einschlug. Zur Bergung des Neunelfers und zur Reparatur der Streckenbegrenzung wurde das Rennen für knapp zehn Minuten unterbrochen. Auch nach dem Restart hinter dem Safety-Car blieb Kirchhöfer vorn. Partner Pommer, der beim Pflichtboxenstopp das Steuer der Corvette übernahm, fuhr danach souverän den Sieg nach Hause. Im Ziel hatte er drei Sekunden Vorsprung und sicherte damit sich und Kirchhöfer den zweiten Sieg 2019. 

Die Lamborghini-Piloten Franck Perera und Rolf Ineichen hatten den Gewinnern nur wenig entgegenzusetzen, durften sich aber über Rang zwei - ihrem zweiten Podest des Jahres - freuen. Ineichen gewann damit ebenfalls zum zweiten Mal in dieser Saison die Pirelli-Trophy-Wertung. Der Kampf um Platz drei entschied sich dagegen erst in den Schlussrunden. Der BMW M6 GT3 von Nicolai Sylvest (21/DK) und Jens Klingmann (28/Trägerwilen, beide MRS GT-Racing) lag bis wenige Runden vor dem Ziel auf Podiumskurs, bis Sylvest wegen Problemen mit der Benzinpumpe aus den Punkterängen zurückfiel. Damit war der Weg frei für die Corvette von David Jahn und Sven Barth (38/Eberbach), die zuvor den BMW unter Druck gesetzt hatten und danach Jagd auf den zweitplatzierten Lamborghini machten.

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