Osnabrück Hill Climb News No. 12

Beim 50. Int. Osnabrücker Bergrennen werden wieder heiße Rennen um den Sieg im Gesamtklassement ausgefahren. Christian Merli (Italien) gilt als heißer Favorit und bei gutem Wetter wird er sicher ein Auge auf seinen eigenen Streckenrekord werfen, der aktuell bei 51,232 sec. notiert ist. Mit dem ultraschnellen Osella FA 30 hat er bei 7 Läufen zur Europa-Bergmeisterschaft bereits 4 Gesamtsiege eingefahren. Mit großen Hoffnungen kommt auch der vielfache Französische Meister und Vize-Meister Sebastien Petit in das Osnabrücker Land. Er pilotiert einen neuen Norma M 20 FC und ist ebenfalls in sehr starker Verfassung. Auch, wenn die Beiden als Top-Favoriten auf den Gesamtsieg beim Jubiläumsrennen einzustufen sind, haben weitere erfolgreiche Piloten sehr gute Chancen auf ein Spitzenresultat. Der Schweizer Bergmeister Eric Berguerand kommt traditionell mit dem Lola Formel 3000 und befindet sich bei rekordverdächtigen 12 ( ! ) Formel 3000-Rennwagen in bester Gesellschaft. Der Belgier Jelle De Coninck und der Deutsch-Slowene Patrik Zajelsnik sind mit ihren neuen Norma-Honda Sportwagen mit Turbo-Antrieb ebenfalls hoch einzuschätzen und auch der Schweizer Marcel Steiner kommt mit dem LobArt-Sportwagen immer besser zurecht. Die Aufzählung ließe sich bei deutlich mehr als 50 hochkarätiger Formel-und Sportwagen problemlos fortsetzen, am 1. Augustwochenende wird die Uhr entscheiden.

 

Am Sonntagmittag: Die große Fahrerparade beim 50. Int. Osnabrücker Bergrennen – präsentiert von

Zum 50. Bergrennen werden viele Fahrer des Jubiläumsbergrennens dem Publikum in den Besucherbereichen an der Strecke und im Startbereich hautnah „ohne Helm“ bei „Stippvisiten“ in den einzelnen Streckenabschnitten vorgestellt. Live-Interviews der Moderatoren Uli Kohl und Matthias Witte mit den Fahrern vom Parade-Truck und heiße Musik sorgen für beste Unterhaltung und hoffentlich gute Stimmung am Sonntagmittag. Der Truck des Bergrennen-Partners SD-Automotive wird dabei sicher auch zu einem sehr begehrten Foto-und Filmmotiv werden.
Ebenfalls wird der von zahlreichen Event - Veranstaltungen und aus zahlreichen TV - Sendungen bekannte Motorrad-Artist Horst Hoffmann auf der Rennstrecke seine spektakuläre Stuntshow präsentieren. Parallel zur großen Fahrerparade wird der mehrfache ehemalige deutsche und internationale Motorrad-Champion die akrobatischen Vorführungen auf einem anderen Abschnitt der Rennstrecke präsentieren. Somit erhalten die Besucher gleich zwei Höhepunkte parallel präsentiert.

Am Samstagabend – Der kürzeste Charity –Lauf der Welt „Vom Ziel zum Start“

Keinen Spendenmarathon, sondern eine eher spaßige Benefiz- Kurzstrecke erwartet die Teilnehmer und Besucher des 50. Internationalen Osnabrücker ADAC Bergrennens. Anders als sonst üblich, führt der Weg am 5. August 2017 vom Ziel zum Start – rund zwei Kilometer bergab, um die Strapazen für die spendierfreudigen Sportsfreunde in Grenzen zu halten. Bei dem vom 1. Osnabrücker Skiclub „Eddie the Eagle“ zusammen mit dem MSC Osnabrück organisierten Lauf geht es nicht um sportliche Höchstleistungen, sondern allein um die Kombination aus Wohltätigkeit und purer Freude. Eine Startgebühr wird nicht erhoben, am Ende wird um eine Spende für einen „guten Zweck“ gebeten. Eine Anmeldung der Teilnahme am Lauf ist nicht erforderlich. So können interessierte Läufer auch kurzfristig noch einsteigen. Der Benefiz-Lauf startet am 5. August 2017 um 19.15 Uhr an der Ziellinie des Jubiläums-Bergrennens. Abfahrt der Teilnehmer vom Treffpunkt auf dem Parkplatz am Fachmarktzentrum Bissendorf (Zum Eistruper Feld 1) ist um 18.45 Uhr.
Die Veranstalter hoffen auf eine große Resonanz mit viel Spaß und Fun an einer sportlichen Betätigung.

Nach 25 Jahren wieder in das Cockpit

„Sehr erfreulich: Ich passe ins Auto!“ Mit dem 25. Osnabrücker Bergrennen 1992 beendete der Mindener Bernd Könemann seine Motorsportkarriere. Nach einer Reihe schöner Erfolge, u.a. vier deutschen Bergmeisterschaften der Formel V 1300 sowie Teilnahmen am Langstreckenpokal und an der Europa-Bergmeisterschaft, ließ ihm der Beruf keine Zeit mehr.
Beim 50. Osnabrücker Bergrennen 2017 steht er erstmals wieder an der Startlinie. Fast hätte es nicht geklappt. „Ich will auf jeden Fall bei euch fahren.“ Dafür brauchte er zwei Dinge: ein Auto und eine Lizenz. Für sein Comeback wünschte er sich einen Formel 3- oder Tourenwagen mit 500 PS. Tatsächlich fand er über Facebook einen Dallara F3, und zwar bei Sascha Herz vom MC Heilbad Heiligenstadt, der selbst schon mehrfach am Uphöfener Berg gestartet ist und auch 2017 mit von der Partie sein wird. Aber Könemann stieß auf ein unerwartetes Problem: Er passte nicht ins Cockpit. „Ich fuhr nach Heiligenstadt, um festzustellen, dass ich zu dick war“. Er ließ sich nicht entmutigen. In knapp vier Monaten nahm er fast 10 kg ab und konnte schließlich Vollzug melden: „Sehr erfreulich: Ich passe ins Auto.“ Nun fehlte nur noch die D-Lizenz, die er für das Formel-3-Auto benötigte. Ein Upgrade seiner alten Lizenz sozusagen – doch das war nicht so einfach, denn die alte Lizenz war längst verfallen und beim Deutschen Motor Sport Bund (DMSB) waren sämtliche Lizenzunterlagen, die älter als 20 Jahre waren, bereits vernichtet. „Alternativ sollte ich beweisen, dass ich Motorsporterfahrung hatte. Aber keine Chance – es gab aus der Zeit keine Ergebnislisten mehr.“ Von alten Fotos und den Berichten ehemaliger Rennfahrerkollegen ließ der DMSB sich nicht überzeugen. Abermals versuchte der Mindener es über Facebook, und siehe da: „Nach 5 Tagen bekam ich ausgerechnet die Ergebnisliste vom Osnabrücker Bergrennen 1992.“ Der DMSB lenkte ein, und einen Tag vor seinem 64. Geburtstag im Juni erhielt Könemann die ersehnte Lizenz. Endlich stand seinem Start am Uphöfener Berg nichts mehr im Wege! Er weiß, dass er diesmal wohl nicht um den Sieg mitfahren wird. Aber das ficht ihn nicht an: „Ich freue mich wahnsinnig auf meinen Einsatz. Es geht mir nur um das Dabeisein! 

Reinhold Köster - beim 1. Osnabrücker Bergrennen 1968 und beim 50. Osnabrücker Bergrennen 2017 dabei

Sein silberfarbener Fiat 850 Coupé trug beim allerersten Osnabrücker Bergrennen 1968 die Startnummer 5. Reinhold Köster aus Herford wird der einzige Fahrer sein, der sowohl beim 1. als auch beim 50. Rennen auf die Strecke gegangen ist. Die alten Filmaufnahmen zeigen ihn 1968 bei der Siegerehrung. Ob er auch 2017 mit einem Pokal nach Hause kommt?
Neben Bergrennen fuhr er auch Lang- und Rundstreckenrennen, insgesamt wohl fast 1000 Veranstaltungen. 1977 bekam er das ADAC Sportabzeichen in Gold mit Brillianten verliehen. Dafür waren viele Punkte aus guten Platzierungen nötig. Reinhold Köster sammelte sie, indem er zeitweise an einem Wochenende drei Rennen fuhr, darunter auch in Frankfurt und am Hockenheimring. Über viele Jahre hat er die Rennszene mitgeprägt, zuletzt die Serie der historischen Tourenwagen bis 1300 ccm, den „Kampf der Zwerge“. Und immer waren „die Jungs“ dabei. „Gutes Auto, gute Freunde, einigermaßen fahren, dann passt das.“ Bescheiden waren sie, der Teamgeist war ihnen wichtiger als ein bequemes Hotelbett. „Noch vor ein paar Jahren haben die Jungs darauf bestanden, im Hänger zu schlafen. Nicht mal im Wohnmobil, sondern im Hänger. Die sind jetzt alle über 60.“
Beim Jubiläumsrennen steigt er wieder in seinen bewährten Fiat 850 Abarth und wird im „Kampf der Zwerge“ sicher ein gewichtiges Wort um den Klassensieg mitsprechen.