Der KW Berg-Cup am Hauenstein: Spannende Tourenwagen-Fights

Und das nicht nur in den verschiedenen Klassen, sondern auch in der Tourenwagen-Gesamtwertung, deren Top-Zwanzig final ausschließlich aus KW Berg-Cup Aktiven bestanden. Doch der Reihe nach. Wetterkapriolen – so wie den Nebel 2016 – gab es diesmal nicht. Die bayerische Rhön zeigte sich von ihrer angenehmen Seite. Immer trocken und mit moderaten Temperaturen gewährleistete sie beim „48. ADAC/MSC-Rhön Hauenstein-Bergrennen“ am 29. und 30. Juli gleichbleibende Verhältnisse für alle Teilnehmer. Beide Tage zeichnete ein minutiöser Beginn aus, an den sich ein flüssiger Verlauf der jeweils drei Auffahrten anschloss. Besonders erfreulich: Sowohl am Samstag als auch am Sonntag war die Action auf den schnellen 4,2 Kilometern von Hausen hinauf Richtung Hochrhönstraße deutlich vor 17:00 Uhr zu Ende. Die Strecke mit den Schlüsselstellen Jopp-Kurve und Schikane zeigte sich übrigens in einem sehr guten Zustand und ermöglichte schnelle Zeiten. Diese wollen wir uns nun gemeinsam anschauen und darüber berichten, welche KW Berg-Cup‘ler denn am Hauenstein besonders flott und damit erfolgreich unterwegs gewesen sind.

Im NSU-Bergpokal sind dies in der Rhön eindeutig Steffen Hofmann (P1), Jörg Höber (P2) und Uwe Schindler (P3), die sich in der genannten Reihenfolge die Podestränge sichern. Im Training stört Frank Kleineberg noch etwas deren Kreise, ist da Dritter. Aber gleich im ersten Rennlauf ziehen ihn Technik-Gremlins aus dem Verkehr. Um die Plätze hinter dem Stockerl balgen sich fortan Thomas Krystofiak, Mike Vogel und Horst Fleischer. Aber schon im zweiten Race-Heat wird diese Auseinandersetzung entschieden. Thomas Krystofiak bleibt auf Position vier, Horst Fleischer wird Fünfter, Mike Vogel Sechster.

 

Damit wechseln wir von Luft- zu Wasserkühlung, kommen zu den Klassen der stark verbesserten Tourenwagen (TW) der Gruppen H, FS und E1. Jürgen Schneider ist im VW Schneider Polo 16V der Topfavorit der 1150er Abteilung. Dementsprechend ist er unterwegs, sorgt für die Übungsbestzeit und holt sich mit über 10 Sekunden Vorsprung den Sieg. Auch der zweite Rang ist von Anfang bis Ende fest vergeben. Jürgen Heßberger im Fiat 127 Sport Martini Racing hat außer Jürgen Schneider alle seine Klassenkameraden sicher im Griff. Bernd Deutsch, auf seinem Schneider Audi 50 in den Probegalopps noch Dritter, findet sich zum Rennbeginn plötzlich auf der Fünf wieder. Jörg Eberle (P3/Fiat 127 Super) und Walter Voigt (P4) im VW Polo 16V sind im Formationsflug an ihm vorbei gedüst. Die Abstände sind minimal, aber die eingenommenen Platzierungen haben Bestand. Final liegt Jörg Eberle als Dritter 4,622 Sekunden vor Walter Voigt (P4), dem Geburtstagskind des Wochenendes. Bernd Deutsch (P5) ist nahe dran, aber zwei Zehntelsekunden geben den Ausschlag zugunsten von Walter. Die 1,15-Liter KW 8V-Trophy orientiert sich konzerntreu am Ferrari Doppelsieg in Ungarn. Zwei Fiats sind bei den roten Startnummern vorne dran: Jürgen Heßberger gewinnt vor Jörg Eberle (8VP2) und Bernd Deutsch auf der Drei. Vierter wird Rolf Rauch im Fiat 128 Rally. 

„Der Scirocco ist zurück.“ Das ist die passende Überschrift für die 1400er Klasse. Mit revidiertem Motor präsentiert sich Armin Ebenhöhs Minichberger Scirocco 16V stark wie eh und je. Im Cockpit sitzt in der Rhön Armins Teampartner Hansi Eller. Einen Trainingslauf lang hält er sich vornehm zurück, erlaubt den beiden Polo 16V Piloten Franz Weißdorn (TP2) und Hugo Moser auf der Drei noch so etwas ähnliches wie Tuchfühlung. Danach zieht er das Tempo unbarmherzig an, unterbietet als einziger 1,4-Liter die 2-Minuten-Marke. Zum Teil tut er dies sogar sehr deutlich, 1:58,092 sind im zweiten Race-Heat sein Bestwert. Franz Weißdorn versucht alles, was in seinen Kräften liegt, aber es bleibt bei Rang zwei. Finaler Dritter ist Hugo Moser, der zwar zu keiner Zeit zurücksteckt, die von Franz vorgelegten Zeiten aber in jedem Run knapp verfehlt. Hinter dem 16-Ventiler Trio an der Spitze duellieren sich Frank Duscher und Nils Abb um den 1400er KW 8V-Trophy Sieg. Vor dem Rennen am Hauenstein war Nils viermal in Folge dafür zuständig, aber jetzt schafft Frankie Duscher die Wende. Auf Klassenposition vier gewinnt er im Greineder Polo die 8V-Wertung, Nils Abb ist im Schneider Polo Klassenfünfter und zweitbester 8V’ler. Dritter der „Roten“ wird der 21-jährige Dominik Schlott (Schneider Polo), Vierter ist Stefan Winkler mit seinem Fiat 127.

Stefan Faulhaber im Minichberger C-Kadett 16V und André Stelberg mit seinem VW Corrado 16-Ventiler setzen am Hauenstein ihr 1600er Dauerduell fort, fahren dabei in einer eigenen Liga. Stefan ist der etwas Schnellere. Nach den drei Wertungsläufen über insgesamt 12,6 Kilometer gewinnt er 1,961 Sekunden vor André (P2). Erwin Buck zeigt mit seinem 8-Ventiler Spiess Scirocco am Samstag perfekte Fahrten, ist 1,298 Sekunden vor Andy Heindrichs (TP4) Übungsdritter, auf der Fünf meldet sich Helmut Maier im Spiess Golf 16V. Am Renntag fliegt das eingangs beschriebene Spitzenduo auf und davon. Doch dahinter bewegt sich etwas. Im Opel Risse Corsa 16V setzt sich Andy Heindrichs vor Erwin Buck (P4). Beide sind gefordert, denn der maximale Abstand nach zwei Läufen beträgt 1,257 Sekunden. In Run drei kann sich Erwin Buck sogar wieder bis auf 949 Tausendstel an Andy heran robben, zu einem Tausch der Positionen kommt es aber nicht. Die Schweizerin Corinne Pflug platziert sich bei ihrem ersten Hauenstein Bergrennen auf der Fünf. Schon sehr früh haben sich Jürgen Frommknecht (Honda CRX) und Helmut Maier wegen Motorproblemen abmelden müssen, in der letzten Auffahrt fehlt zusätzlich Jürgen Datzer im ex-Bernhard-Sturm Scirocco 16V. Und – das ist noch nachzutragen – der 1600er KW 8V-Trophy Gewinnerpokal geht an Erwin Buck.

29 2-Liter Autos nehmen das Training auf, 28 das Rennen. Auch in dieser Abteilung hat sich bis zum Ende der Probe-Heats ein Spitzentrio gebildet, das über alle drei Rennläufe hinweg Bestand hat. Wir gratulieren also Björn Wiebe zum fünften Saison-Sieg in der Klasse bis 2000 Kubik, den er mit dem Renault Williams Wiebe Laguna souverän einfährt. Rang zwei ist die Angelegenheit von Dirk Preisser, der sich mit seinem Opel Kadett C-Coupé 16V in Bestform präsentiert. Das gilt auch für den Dritten, Michael Rauch im 8-Ventiler Briegel Kadett. Durch dessen Performance höchst motiviert setzt sich Christian Auer vom Rennbeginn an mit dem BMW 2002 8V an die vierte Position, die er bis zum Schluss behaupten kann. Lars Heisel, an dessen Böhm Kadett 16V wegen Zahnausfall am Tellerrad des Diffs nach dem Training die Hinterachse getauscht werden muss, taucht nun auf der Fünf auf, die er nicht mehr abgibt. Ebenso wenig wie Markus Reich (VW Golf 2 16V) Rang sechs. Wegen sinkendem Öldruck am Kadett 16V muss Michael Bodenmüller seine gute siebte Position, die er nach dem ersten Run innehat, kampflos preisgeben. Diese bezieht für einen Moment Werner Weiß mit seinem Ford Escort BDA. In der letzten Auffahrt verliert er diesen Rang an Hans-Peter Wiebe im zweiten Renault Laguna. Werner wird schlussendlich Achter. Platz neun geht an Jens Weber (Kadett Coupé 16V), Zehnter wird Berg-Gelegenheitsstarter Markus Saal mit seiner 16-Ventil C-Kadett Limousine. Mit Michael Rauch (8VP1) und Christian Auer (8VP2) haben wir den Erst- und Zweitplatzierten der 2-Liter KW 8V-Trophy bereits genannt. Rang drei holt sich Christian Dümler (VW Golf 2), danach laufen die Opel C-Kadett Coupés von Martin Kellndorfer und Alexander Pleier im Ziel ein.

Senior Sepp Koller ist bei den Dieseln als Alleinunterhalter unterwegs, zieht routiniert alle Läufe durch. Auch ein Mucken in der Technik seines Alfa Romeo JTD im ersten Wertungslauf kann ihn weder beirren noch vom Klassensieg abhalten.

Die erste 3-Liter Trainingsbestzeit lässt sich Günter Göser gutschreiben, die zweite Bernhard Permetinger. In der dritten Übungsauffahrt bleibt Bernhards BMW M3 E30 stehen, fängt sogar kurz Feuer. Der Keilriemen hatte sich aufgelöst und dabei eine Kraftstoffleitung so beschädigt, dass Sprit austreten und sich entzünden konnte. Doch am Renntag ist der M3 wieder pikobello geputzt und einsatzbereit. Auch in dieser Klasse formiert sich die Reihung schnell und stabil. Günter Göser gewinnt im Böhm Kadett 16V 1,837 Sekunden vor Bernhard Permetinger (P2). Für Günter ist es ein hoch emotionales Rennen. Denn am Sonntagmorgen ist sein Vater – wegen dessen Krankheit er bereits auf die Teilnahme in St. Anton verzichtet hatte – verstorben. Da es dessen ausdrücklicher Wunsch war, dass Günter das Hauenstein Bergrennen auf jeden Fall zu Ende fährt, nimmt er den Wettbewerb auf. Seinen Sieg dort widmet er seinem Vater. Dritter wird Helmut Knoblich, der zum zweiten Mal in dieser Saison mit dem Mini Cooper S dabei ist. Marcel Gapp fährt seinen BMW M3 E36 auf die Vier, Fünfter wird Hauke Weber im Audi 80 Quattro. Den größten 3-Liter KW 8V-Trophy Pokal holt sich Karl-Heinz Schlachter im BMW 2002, Zweiter der „Roten“ wird Werner Walser (Kadett Limousine), Dritter Youngster Felix Bürker mit seinem Kadett City. Der 21-Jährige hat ein besonderes Erlebnis: Im ersten Race-Heat läuft er auf den von der Technik eingebremsten Sepp Koller auf. Da ihn dieser nicht bemerkt, zuckelt er hinter ihm ins Ziel. Legt man Felix Zeiten aus den beiden nächsten Runs zugrunde, dann hat ihn dieses Manöver rund 15 Sekunden gekostet. Und damit höchstwahrscheinlich auch zwei Plätze. Eine Wiederholung des Laufes, die er bei der Rennleitung wegen des Vorfalls beantragt, bekommt er leider nicht zugesprochen.

Bei den Boliden mit mehr als 3-Liter Hubraum sieht am Samstagabend alles nach einem leicht zu holenden Erfolg für Herbert Pregartner aus. Im Porsche 911 GT2 RSR war er 2,124 Sekunden früher im Ziel als Norbert Handa mit seinem Lancia Delta Integrale. Doch in Rennlauf eins dreht Norbert Handa explosiv voll auf, folgt „Pre“ im Minimalabstand von 185 Tausendsteln. In der zweiten Auffahrt dreht der „Lancisti“ sogar den Stand um, führt mit 0,621 Sekunden vor dem Zuffenhausener Biturbo aus Österreich. Im Finale wird Herbert Pregartner nochmals um unglaubliche 1,307 Sekunden schneller, fährt mit 1:49,941 eine Top-Zeit. Norbert Handa dagegen ist 1,175 Sekunden langsamer als in seinem zweiten Run. Damit gewinnt Herbert Pregartner 1,055 Sekunden vor Norbert Handa, der Zweiter wird. Rang drei geht an Sabine Röck im VW Golf Turbo, die stark unterwegs ist. Norman Struckmann fährt seinen Ford Escort Cosworth auf die Vier, Fünfter wird Marcus Gesell im Seat Leon Supercopa.

Zwei ungleiche Fahrzeuge duellieren sich um den Sieg bei den E2-Silhouetten-Rennern. Holger Hovemann im bulligen Opel C-Kadett GT/R Risse V8 gegen Ralf Kroll im filigranen Silver Car heißt die Paarung. Holger lässt den über 700 PS seines 5,7-Liter V8-Triebwerkes die Zügel locker, hat im Ziel über 220 Sachen drauf. Das Silver Car hat an derselben Stelle ein Defizit von rund 37 km/h. Damit ist auf einer Highspeed-Piste nicht mehr zu holen als Klassenrang zwei. Nichtsdestotrotz wird Ralf Zwölfter des Gesamt-Rankings, der um 18,437 Sekunden schnellere Holger Hovemann sogar hervorragender Vierter.

Den Hauenstein TW-Gesamtsieg heftet Herbert Pregartner an seine Fahnen. Norbert Handa ist in dieser Wertung Zweiter, Björn Wiebe Dritter. Die Ehrenplätze vier und fünf gehen an die Kadett-Piloten Dirk Preisser (TW-GP4) und Günter Göser (TW-GP5).

So, nun heißt es schnell den Koffer checken (nicht auspacken!). Denn schon bald geht es los zum nächsten NSU-Bergpokal und KW Berg-Cup Lauf in Osnabrück. Dort wird ganz groß die 50. Auflage des Rennens in der Borgloher Schweiz gefeiert. Es wird ein Mega-Wochenende, das vom 03. bis zum 06. August dauert. Danach folgen drei Wochen Pause, bis am 26./27.08. in Oberhallau der sicherlich total heiße KW Berg-Cup Herbst eingeläutet wird. Fünf Rennen sind es noch, die in der 30. KW Berg-Cup Saison im Terminplan stehen. Kommt bitte möglichst zu allen, liebe NSU-Bergpokal und KW Berg-Cup Freunde. Wir Berg-Cup’ler und unsere Veranstalter-Partner freuen uns ehrlich auf euch.

Foto: Harald Jordan - rennfotos.de

 

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News - Bergrennen

Der KW Berg-Cup in Mickhausen: Gelungenes Finale in den Stauden

Die Auflage 2017 – von der alle Freunde des Bergrennsports inständig hoffen, dass sie nicht zur „Final Edition“ wird – war sicher eine der besten der letzten Jahre. Auch Petrus spielte diesmal zumindest einigermaßen mit. Am Trainingssamstag verwöhnte er sogar mit sehr annehmbarem Herbstwetter, ließ es danach allerdings nachtsüber regnen. Das hörte zwar am Sonntagvormittag auf, aber in den Waldpassagen blieb die 2,2-Kilometer-Strecke tückisch feucht, stellte dadurch höchste Anforderungen an die Pilotinnen und Piloten des „Int. 37. ADAC Bergrennen Mickhausen“. 174 davon nahmen die drei Übungsdurchgänge programmgemäß um Punkt 09:30 Uhr in Angriff. Kurz vor halbsieben tauchten die letzten Autos abends wieder ins Fahrerlager ein. Am Sonntag wurde eine Stunde früher aufgerufen und begonnen. Viele rechneten mit einer stark von Unterbrechungen geprägten ersten Auffahrt. Ganz gemäß der Faustformel: „Wird nur auf trockener Piste trainiert und das Rennen startet nass, so sind häufige Ausrutscher vorprogrammiert.“ Dies traf in Mickhausen zum Glück nicht zu. Hier hat wahrscheinlich der Wertungsmodus geholfen. Der vorsah, nur die zwei besten von drei Heats zum Schlussresultat zu addieren. Da für den weiteren Verlauf des Sonntags Wetterbesserung in Aussicht gestellt war, hielt sich die Angriffslust im ersten Run in Grenzen. Erst ab dem Zweiten wurde die vornehme Zurückhaltung abgelegt, was vermehrte Vorfälle nach sich zog. Die aber allesamt glücklicherweise glimpflich verliefen. Bevor wir uns jetzt gleich das Geschehen im Einzelnen betrachten muss unbedingt noch erwähnt werden, dass Mickhausen 2017 wirklich ein würdiger Abschluss der 30. KW Berg-Cup Saison war. Mit einem tollen internationalen Fahrerfeld, das einerseits durch das Top-Prädikat „Int. FIA Hill Climb Cup“ angelockt worden war, andererseits durch den guten Ruf der Veranstaltung des ASC Bobingen. Die für die herzliche Aufnahme des Berg-Trosses im Fahrerlagerort Münster seit jeher bekannt und nicht zuletzt deshalb bei vielen Aktiven echt beliebt ist. Sehr emotional gestaltet sich immer wieder die letzte Talfahrt nach Rennende über die Strecke durch das Spalier der super mitgehenden Fans. Von denen viele auch noch der stimmungsvollen Siegerehrung im Vorstartbereich beiwohnen, die dieses Jahr gegen 19 Uhr beendet war. Der Verlauf eines Rennens mit dem Modus „Zwei aus Drei“ ist schwierig zu schildern. Weil es keine Durchgängigkeit, dafür aber viele Veränderungen gibt. Wie das in den Klassen mit Beteiligung von KW Berg-Cup Aktiven nun genau ausgesehen hat, das wollen wir uns im Folgenden betrachten.

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Der KW Berg-Cup in St. Agatha/A: Flottes Rennen vor vollem Haus

 Die in der Überschrift getroffene Aussage „flottes Rennen“ gilt übrigens nicht nur für die gefahrenen Top-Zeiten, sondern auch für die Abwicklung. Das Team des MSC Rottenegg liefert zum 30. Rennjubiläum eine perfekte Arbeit ab. Ein Traum sind die Probeheats. Sie beginnen am Samstag erst um 12 Uhr, dies aber minutengenau. 182 Fahrzeuge werden dazu aufgerufen, die beiden Auffahrten auf der flüssigen, ultraschnellen 3,2-Kilometer-Strecke von Esthofen hinauf nach St. Agatha sind schon gegen 16:30 Uhr beendet. Traditionell wird in Oberrösterreich der Sonntag mit einem dritten Trainings-Run begonnen. Dieser startet um 8:30 Uhr. Nach einer Stunde und vierzig Minuten sind alle oben. Mein Block, auf dem ich routinemäßig die wichtigsten Vorfälle festhalte, ist so gut wie leer. Nur ein paar Notizen über das Wetter habe ich hin gekritzelt. Trocken steht da, morgens kühl. Am Samstag wärmt die Sonne das Asphaltband etwas auf, am Renntag hält sie sich oft hinter Wolken versteckt. In Anbetracht der hohen Zahl an Teilnehmern wird der Rennbeginn flugs auf 12 Uhr vorgezogen. Ein weiser Beschluss, denn im ersten Race-Heat wird nun merklich hitziger agiert. Was ein Teil der Betonwandelemente und Leitplanken zu spüren bekommt. Aber es bleibt bei glimpflich verlaufenden Einzelfällen, die Blessuren an den Sicherheitseinrichtungen werden schnell behoben. In der zweiten und letzten Bergfahrt haben sich die Gemüter schon wieder beruhigt, gegen 17:15 Uhr schließt die Startnummer 1, Christian Merli im Osella FA30, mit dem neuen Streckenrekord von 1:02,129 das EXCAPE Autobergrennen Esthofen – St. Agatha spektakulär und würdig zugleich ab.

Wie immer ist die Rückführung ein letztes Highlight, denn Fans und Rennautos teilen sich dabei diszipliniert die Straße. Und begeisterte Zuschauer hatte es auch in 2017 an beiden Tagen reichlich. Ganz genauso wie aktive KW Berg-Cup’ler. 48 davon haben sich an der Reise nach St. Agatha beteiligt. Das ist mehr als ein Viertel des imposanten Gesamtfeldes. Wie es den Einzelnen in unserem rot-weiß-roten Nachbarland ergangen ist, das wollen wir uns nun gemeinsam Klasse für Klasse ansehen.

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Der KW Berg-Cup in Unterfranken: Runde 50. Auflage des Klassikers

Zum runden Geburtstag ein rundum gelungenes Rennen, besser hätte es für den GAMSC Würzburg am letzten Wochenende gar nicht laufen können. Eine nasse Fahrbahn gab es nur am Trainingssamstag bis gegen Mittag, der Sonntag bot dann echt annehmbares Wetter. Zwar etwas kühl, in der Tendenz aber eher freundlich. An beiden Tagen schaffte die Mannschaft rund um Peter Thumbeck einen pünktlichen Beginn, legte damit den Grundstein dazu, dass alle drei pro Tag geplanten Läufe auf der 3,05-Kilometer-Strecke durchgezogen werden konnten. Trotz der insgesamt 181 teilnehmenden Autos, von denen 47 in der angegliederten Gleichmäßigkeitsprüfung starteten, lag der Schluss des Fahrbetriebes jeweils kurz vor 17:30 Uhr. Die Feiern zum „Fünfzigsten“ beschränkten sich auf den Samstagabend. Im Festzelt, das sehr gut besucht war, erlebten die Gäste ein buntes Programm, zu dem die Eichenbühler Vereine verschiedene attraktive Einlagen beisteuerten. Besonders interessant war für alle Freunde des Bergrennsports sicher der Beitrag der Feuerwehr, an dem Nils Abb federführend mitgearbeitet hatte. In einer gut inszenierten Multimediashow ließ dieser 50 Jahre Bergrennen Unterfranken Revue passieren, wobei die gezeigten Bilder bei vielen Besuchern Erinnerungen auffrischten und Emotionen auslösten. Und damit zurück aus dem Festzelt an die Rennstrecke. Wie immer steigen wir mit dem NSU-Bergpokal, für den Unterfranken der vorletzte Lauf des Jahres war, in die Berichterstattung ein. Elf der luftgekühlten Heckmotorfahrzeuge nahmen daran teil. Der Übungssamstag bot wenig Überraschendes. Jörg Davidovic ließ sich die beste Zeit gutschreiben. Karsten Steinert folgte als Zweiter, dahinter bezog Gaststarter Andreas Reich Position drei. Ihm folgten, eng zusammenliegend, Thomas Krystofiak (TP4) und Uwe Schindler als Fünfter. Der Renntag zeichnete dann ab Platz zwei ein etwas anderes Bild. Uwe Schindler fuhr im ersten Heat auf die Drei vor, setzte sich vor Thomas Krystofiak (P4) und Andreas Reich (P5). Der Letztgenannte hatte in der zweiten Auffahrt ein Problem, vollendete diese nicht. Seinen fünften Rang übernahm Mike Vogel. Vor ihm hatte sich nichts geändert, allerdings war Thomas Krystofiak weiterhin nahe an Uwe Schindler dran. Im dritten und letzten Run schaffte der sehr gleichmäßig agierende Thomas Krystofiak noch die Wende, zog um 0,459 Sekunden an Uwe Schindler vorbei. Der Endstand: Klassensieg für Jörg Davidovic vor Karsten Steinert (P2) und Thomas Krystofiak als Drittem. Uwe Schindler beendet das Rennen auf der Vier, Fünfter ist Mike Vogel.

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News - Rundstrecke

Pommer/Kirchhöfer holen dritten Saisonsieg

Platz zwei für Maximilian Götz und Indy Dontje im Mercedes-AMG. Tabellenführer Patric Niederhauser und Kelvin van der Linde auf Platz drei.

Corvette und Red Bull Ring - dass diese Kombination perfekt zueinander passt, zeigte sich einmal mehr im Sonntagsrennen des ADAC GT Masters. Markus Pommer (28/Neckarsulm) und Marvin Kirchhöfer (25/Luzern, beide Callaway Competition) fuhren mit ihrer Corvette C7 GT3-R im sechsten Saisonrennen der "Liga der Supersportwagen" ihren dritten Sieg ein. Es war der insgesamt neunte für den US-Sportwagenhersteller auf dem österreichischen Kurs. Rang zwei ging an die Mercedes-AMG-Fahrer Indy Dontje (26/NL) und Maximilian Götz (33/Uffenheim, beide Mann-Filter Team HTP), Platz drei an die Tabellenführer Patric Niederhauser (27/CH) und Kelvin van der Linde (22/ZA, beide HCB-Rutronik Racing). "Ein toller Erfolg", freute sich Sieger Pommer. "Ich hätte vor der Saison nicht damit gerechnet, dass wir in meinem ersten Corvette-Jahr so stark in die Saison starten und drei der ersten sechs Rennen gewinnen würden."

Corvette-Piloten Pommer und Kirchhöfer haben alles unter Kontrolle
Pommer und Kirchhöfer zeigten bei ihrem dritten Saisonsieg eine nahezu perfekte Leistung. Nachdem der ehemalige Formel-1-Pilot Juan Pablo Montoya das Feld der 30 Supersportwagen auf die Reise geschickt hatte, kamen die Verfolger dem Corvette-Duo nur in der Startrunde kurz nahe. Nach einer kurzen Safety-Car-Phase wegen einer Kollision im Hinterfeld während der Startrunde setzte sich Polesetter Kirchhöfer stetig vom Feld ab und fuhr zwischenzeitlich einen Vorsprung von mehr als fünf Sekunden heraus. Mit solidem Polster übernahm Pommer zur Rennmitte und stellte mit einem Vorsprung von 4,6 Sekunden den 35. Sieg einer Corvette im ADAC GT Masters sicher.

Ereignisreicher war dagegen der Kampf um die Podestplätze. Beim Start verbesserte sich der von Platz vier losgefahrene Porsche-Pilot Thomas Preining kurzzeitig auf die zweite Position, doch der Qualifyingzweite David Jahn holte sich diese noch in der Auftaktrunde zurück. Während Jahn anschließend bis zum Fahrerwechsel den zweiten Rang behauptete, musste Preining seinen Porsche nach zwölf Runden wegen eines Defektes abstellen. Dadurch rückte Mercedes-AMG-Fahrer Götz in seinem 100. ADAC GT Masters-Rennen auf den dritten Rang vor. Partner Dontje verbesserte sich durch ein geschicktes Boxenstopp-Timing zur Rennmitte um eine weitere Position und brachte die "gelbe Mamba" auf Platz zwei ins Ziel.

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Sylvest und Klingmann holen ersten BMW-Saisonsieg

Spannung bis in die letzte Runde bot das fünfte Saisonrennen des ADAC GT Masters.

Nicolai Sylvest (21/DK) und Jens Klingmann (28/Trägerwilen, beide MRS GT-Racing) setzten sich auf dem Red Bull Ring in Österreich mit ihrem BMW mit lediglich 0,289 Sekunden Vorsprung knapp gegen die Corvette-Fahrer Sven Barth (38/Eberbach) und David Jahn (28/Leipzig, beide RWT Racing) durch. Rang drei ging an das Porsche-Duo Klaus Bachler (27/A) und Timo Bernhard (38/Homburg/Saar, beide Küs Team75 Bernhard). "Es war am Ende wirklich eng", sagte Sieger Klingmann nach seinem ersten ADAC GT Masters-Sieg seit 2015. "Ich war froh, dass das Rennen nicht noch länger gedauert hat. Nach unserem Pech in den vergangenen Rennen haben wir den Sieg wirklich verdient."

Enger Kampf zwischen BMW, Corvette und Porsche
Der erste Sieg von BMW seit dem Saisonstart 2017 war hart erkämpft. Pole-Setter Sylvest verteidigte beim Start mit dem M6 GT3 seine Spitzenposition. Danach setzte sich der Däne leicht von Klaus Bachler im Porsche ab, der sich vom vierten Startplatz auf Rang zwei verbessert hatte. Bis zu den Pflichtboxenstopps pendelte sich der Vorsprung der beiden Erstplatzierten bei rund 1,2 Sekunden ein. Sylvests Partner Jens Klingmann baute danach ihn danach zwischenzeitlich bis auf zwei Sekunden aus, doch in der Schlussviertelstunde kam Corvette-Pilot David Jahn immer näher und setzte den BMW-Mann unter Druck. Jahn hatte beim Pflichtboxenstopp den US-Sportwagen auf Platz drei liegend von Sven Barth übernommen und direkt danach Timo Bernhard, der von Klaus Bachler übernommen hatte, von Position zwei verdrängt. Anschließend verringerte der Corvette-Pilot seinen Rückstand auf den Führenden stetig und lag in der Schlussphase direkt hinter dem BMW. Klingmann behielt jedoch die Nerven und verteidigte die Spitzenposition. Nach 40 Runden sah er schließlich mit 0,289 Sekunden Vorsprung als Erster die Zielflagge.

Während Klingmann seinen insgesamt neunten Sieg im ADAC GT Masters holte - seinen ersten seit Zandvoort 2015 -, war es für Teamkollege Sylvest der erste überhaupt. Sylvest gewann zudem die Pirelli-Junior-Wertung. Für MRS GT-Racing ging mit dem Triumph eine neunjährige Durststrecke zu Ende. 2011 gewann die Mannschaft aus Lonsee das allererste Rennen der "Liga der Supersportwagen" überhaupt auf dem Red Bull Ring, damals mit einem Porsche.

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Sieg für Corvette-Duo Pommer/Kirchhöfer in Most

Mike David Ortmann siegt in der Pirelli-Junior-Wertung, Fabian Vettel erstmals auf dem Podium. Rolf Ineichen gewinnt Pirelli-Trophy-Wertung.

Markus Pommer (28/Neckarsulm) und Marvin Kirchhöfer (25/Luzern, beide Callaway Competition) waren im Sonntagsrennen des ADAC GT Masters das Maß der Dinge und holten mit ihrer Corvette C7 GT3-R ihren zweiten Sieg der Saison. Platz zwei ging bei frühsommerlichen Bedingungen an Rolf Ineichen (40/CH) und Franck Perera (34/F, beide Orange1 by GRT Grasser) im besten Lamborghini Huracán, Dritte wurden David Jahn (28/Leipzig) und Sven Barth (38/Eberbach, beide RWT Racing) in der zweiten Corvette im Starterfeld. "Ich bin sehr happy", sagte Sieger Kirchhöfer. "Mit zwei Siegen in den ersten vier Rennen kann ich sehr gut leben."

Turbulente erste Rennhälfte
Die Vorentscheidung über den Sieg fiel bereits beim Start, als der von Platz zwei losfahrende Kirchhöfer auf dem Weg zur ersten Kurve an Pole-Setter Franck Perera vorbeizog. Nach einer kurzen Safety-Car-Phase zur Bergung des Audi von Pierre Kaffer, der einen Reifenschaden nach einem Kontakt am Start erlitten hatte, setzte sich Kirchhöfer an der Spitze leicht vom Feld ab. Doch der Vorwärtsdrang des 25-Jährigen wurde nach zwölf Runden gestoppt, als nach einer Berührung im Kampf um Rang vier zwischen Thomas Preining (20/A, Precote Herberth Motorsport) und Corvette-Fahrer David Jahn der Porsche des Österreichers in die Leitplanken einschlug. Zur Bergung des Neunelfers und zur Reparatur der Streckenbegrenzung wurde das Rennen für knapp zehn Minuten unterbrochen. Auch nach dem Restart hinter dem Safety-Car blieb Kirchhöfer vorn. Partner Pommer, der beim Pflichtboxenstopp das Steuer der Corvette übernahm, fuhr danach souverän den Sieg nach Hause. Im Ziel hatte er drei Sekunden Vorsprung und sicherte damit sich und Kirchhöfer den zweiten Sieg 2019. 

Die Lamborghini-Piloten Franck Perera und Rolf Ineichen hatten den Gewinnern nur wenig entgegenzusetzen, durften sich aber über Rang zwei - ihrem zweiten Podest des Jahres - freuen. Ineichen gewann damit ebenfalls zum zweiten Mal in dieser Saison die Pirelli-Trophy-Wertung. Der Kampf um Platz drei entschied sich dagegen erst in den Schlussrunden. Der BMW M6 GT3 von Nicolai Sylvest (21/DK) und Jens Klingmann (28/Trägerwilen, beide MRS GT-Racing) lag bis wenige Runden vor dem Ziel auf Podiumskurs, bis Sylvest wegen Problemen mit der Benzinpumpe aus den Punkterängen zurückfiel. Damit war der Weg frei für die Corvette von David Jahn und Sven Barth (38/Eberbach), die zuvor den BMW unter Druck gesetzt hatten und danach Jagd auf den zweitplatzierten Lamborghini machten.

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