Der KW Berg-Cup in Osnabrück: Langes Jubiläum in der Borgloher Schweiz

Die Einleitung zum Report über das „50. Int. Osnabrücker ADAC Bergrennen“ fällt mir schwerer als ansonsten üblich. Denn ich sehe das Geschehen in der Borgloher Schweiz aus zwei verschiedenen Blickwinkeln. Da ist zum einen der Veranstalter, der sich unheimlich angestrengt hat, um das Jubiläum würdig und in großem Rahmen zu feiern. Also hat er sein schon in den letzten Jahren großes Zusatzprogramm noch um einen Nostalgie-Autocorso am Samstag sowie um eine Fahrerparade am Sonntag erweitert. Schon vor Beginn des Geschehens am 2,030 Kilometer langen Uphöfener Berg wurden alle Fahrer gleich zweimal eingeladen: Am Donnerstagabend zum FunTriathlon-Event auf die neue E-Kart-Bahn Nettedrom und ins Rutschenparadies des Nettebades, Bustransfer und Verköstigung inklusive. Und auch bei der eigentlichen Feier der 50. Bergrennauflage freitagabends im VIP-Zelt waren die Aktiven herzlich willkommen, wurden dort mit Show und Talk unterhalten und so auf das weitere Wochenende eingestimmt.
Um den Zeitplan zu entzerren begann die Abnahme bereits donnerstags, die ersten Übungsauffahrten fanden am Freitag statt. Aber leider meinten es die Gipfelsturmgötter mit dem MSC Osnabrück und den aktiven Pilotinnen und Piloten nicht so besonders gut. Schon kurz nach dem Auftakt des Samstagstrainings begann es zu regnen. Die Vorfälle auf der Strecke häuften sich, eine lange Ölspur musste zeitraubend beseitigt werden. Am Sonntag blieb es zwar bei angenehmen Temperaturen trocken, aber dennoch mussten ungewöhnlich viele Dreher, Ausrutscher und Einschläge abgearbeitet werden. Die 26(!) protokollierten Unterbrechungen schlugen mit knapp vier Stunden zu Buche. Daher blieb es an den beiden Haupttagen für die knapp 190 Rennstarter bei der Minimalanzahl von zwei Läufen.
Damit möchte ich zum Blickwinkel der Fahrer kommen, die teilweise bis zu viele hundert Kilometer weit angereist waren. Und noch am Sonntagabend diese Strecke mit Gespann zurückfahren mussten, um am Montagmorgen wieder ihrem Beruf nachgehen zu können. Für den größten Teil davon war es am Wochenende nichts mit lange schlafen, denn ab spätestens 7:30 Uhr dröhnten die Rennmotoren. Zwischen den beiden Läufen klafften – nicht zuletzt hervorgerufen durch die schon beschriebenen Vorfälle – stundenlange Lücken. Und wer am Beginn einer der zwei Startgruppen dabei war, der musste teils äußerst geduldig auf seine Rückführungen warten. Trotz nur zweier Rennläufe, deren letzter kurz nach 18:00 Uhr beendet war, begann die Siegerehrung deutlich nach 20 Uhr, bis zu ihrem Ende dauerte es weit mehr als eine Stunde. All dies produzierte reichlich Missmut. Aber einfach nur auf den Veranstalter und das Rahmenprogramm zu schimpfen, trifft nicht wirklich des Pudels Kern. Denn die Mannschaft des MSC Osnabrück, die echte Schwerstarbeit leistete, hatte mit dem Freitagstraining und dem stets pünktlichen Beginn alles ihr zur Verfügung stehende ausgeschöpft, um das Riesenfeld so oft wie möglich nach oben zu bringen. Die Problematik dieses Unterfangens sowie die Ausweitung des Showteils waren im Vorfeld nie verschwiegen worden. Außerdem wurde schon sehr früh um Verständnis dafür gebeten, dass in diesem Jahr das Jubiläum im Mittelpunkt stehen würde. In Zukunft wird Organisationsleiter Bernd Stegmann anders planen: „Ab 2018 konzentrieren wir uns an erster Stelle auf den Rennsport!“

 

Und genau den möchten wir jetzt betrachten, beginnend mit dem NSU-Bergpokal. Am Samstag ist Jörg Höber der Schnellste, er distanziert Jörg Davidovic (TP2) um 1,284 Sekunden. Uwe Schindler gelingt die dritte Zeit, mit etwas Respektabstand folgen Thomas Krystofiak (TP4) und Karsten Steinert auf der Fünf. Die beiden Letztgenannten trennen nur 77 Tausendstel. Den besten Rennauftakt erwischt Jörg Davidovic, 0,328 Sekunden zurück folgt Jörg Höber als Zweiter. Hinter diesem Spitzenduo reihen sich Uwe Schindler (P3), Karsten Steinert (P4) und Thomas Krystofiak als Fünfter ein. Im finalen Heat behalten die beiden Führenden ihre Positionen bei, der Vorsprung von Sieger Jörg Davidovic auf den Zweitplatzierten Jörg Höber wächst allerdings auf 1,047 Sekunden an. Uwe Schindler, der für seinen zweiten Run knapp 3 Zehntel mehr benötigt als für den ersten, wird vom schneller gewordenen Karsten Steinert (P3) noch vom Podest verdrängt, beendet so seinen Osnabrück-Trip als Vierter. Thomas Krystofiak kann den Speed der Spitzenreiter nicht ganz mitgehen, behauptet aber seinen fünften Rang locker.

Damit blättern wir im Rennprogramm – das in Osnabrück 2017 Buchumfang hat – um zu den gemeinsam gewerteten Rennern der Fahrzeuggruppen H, FS und E1. Zuerst stoßen wir auf die Klasse bis 1150 Kubikzentimeter Hubraum. Das Samstagsresultat sieht Tobi Stegmann mit seinem Schneider Audi 50 auf der Eins. Walter Voigt setzt mit seinem 16-Ventiler VW Polo die zweitbeste Marke, 861 Tausendstel vor Jürgen Schneider (TP3). Auf Rang vier meldet sich Bernd Deutsch (Schneider Audi 50), Uwe Werner ist im Ford Fiesta Mk1 Übungsfünfter. Im Rennen selbst werden alle Plätze schon in Heat eins eingenommen, Veränderungen gibt es anschließend keine mehr. Jürgen Schneider wird seiner Favoritenrolle gerecht, treibt den VW Schneider Polo 16V zu zwei Laufbestzeiten und gewinnt locker. Mit ihm steigen zwei 8V’ler auf das Siegerstockerl: Tobi Stegmann als Zweiter und Bernd Deutsch als Dritter. Rang vier geht an Walter Voigt, Fünfter ist Rolf Rauch im Fiat 128 Rally. Sollen wir die KW 8VTrophy Plätze noch herausfiltern? Ja? Sehr gerne! Wir gratulieren Tobi Stegmann zum Gewinn der Sonderwertung, Bernd Deutsch zu Rang zwei, beglückwünschen natürlich auch den Dritten, Rolf Rauch, sowie Uwe Werner als Vierten.

Bei den 1400ern gibt es in den Probegalopps ein kleines Aufmucken der 8-Ventiler. Denn hinter Hansi Eller im VW Scirocco 16V (TP1) und Franz Weißdorn (TP2/VW Polo 1 Hayabusa) ist Frank Duscher mit seinem VW Polo Dritter. Um 28 Hundertstel liegt er vor Gerhard Moser (TP4) im 16-Ventiler VW Polo 1, dem wiederum nur 0,266 Sekunden zurück Nils Abb (VW Schneider Polo 2 8V) im Nacken sitzt. Am Sonntag fliegt Hansi Eller mit tiefen 1:04er Zeiten zum Klassensieg. Franz Weißdorn fährt zweimal 1:06 Mitte bis tief, wird damit sicherer Zweiter. Im 1:07er Bereich ist Gerhard Moser unterwegs. Im ersten Run mit 1:07,041 supertief, im zweiten braucht er 661 Tausendstel mehr. Damit gerät er fast noch in die Fänge von Nils Abb, der 1:07,508 und 1:07,299 auf die Bahn zaubert. In der Addition der zwei Läufe kann Gerhard seinen dritten Rang mit 64 Tausendsteln Vorsprung noch gerade so retten. Als Vierter ist Nils auch der 1,4-Liter KW 8V-Trophy Gewinner, sein Dauerrivale Frank Duscher als Fünfter der Klasse Zweiter der „Roten“. Position drei der 8V‘ler holt sich Frank Lohmann im VW Polo 2, Rookie Dominik Schlott fährt in seinem Schneider Polo mit etwas weniger als einer Sekunde Rückstand auf Sonderwertungsplatz vier. Als Fünfter läuft Fiat 127 Pilot Stefan Winkler im Ziel ein.

Am wettertechnisch durchwachsenen Samstag düst Stefan Faulhaber mit seinem Opel Minichberger Kadett 16V zur imaginären 1600er Pole Position, André Stelberg stellt den VW Corrado 16V auf die zweite Position. Es folgen Andy Heindrichs (TP3) im Opel Risse Corsa 16V, Manfred Schulte (TP4/Citroen Nemeth AX Kit-Car) und Frank Brügge im neu erworbenen VW Golf 16V als Fünfter. Am Renntag erwarten alle eine Fortsetzung des prickelnden Saisonduells zwischen Stefan Faulhaber und André Stelberg, setzen zusätzlich darauf, dass sich die restlichen 16V’ler in dieses einmischen. Zuzutrauen ist ihnen dies auf jeden Fall. Allerdings durchkreuzen die norddeutschen Technik-Gremlins einen Teil dieser Hoffnungen. Sie blasen gleich im ersten Race-Heat einer Corrado-Zündkerze den Funken aus, André muss sein Arbeitsgerät daraufhin abstellen. Stefan Faulhaber geht in Führung vor Manfred Schulte (P2) und Andy Heindrichs (P3). Vierter ist Frank Brügge. Daran ändert sich nichts mehr, es ist bereits der Endstand. Anzumerken ist vielleicht noch, dass die finale Lücke zwischen Platz zwei und drei nur 0,762 Sekunden groß ist. Einen 1,6- Liter 8-Ventiler gibt es in Osnabrück übrigens nur im Training. Für den Renntag muss Benedikt Schulte im nach dem Wolsfeld-Ausrutscher flott neu aufgebauten Citroen Nemeth AX Sport leider mit Bremsproblemen die Segel streichen.

32 Fahrzeuge umfasst die Abteilung bis 2000 Kubikzentimeter. Da sind einmal mehr harte Positionskämpfe vorprogrammiert. Der Übungssamstag endet mit der Bestzeit von Lars Heisel im Opel Böhm Kadett 16V. Er ist 0,413 Sekunden schneller oben als Björn Wiebe (TP2) im Renault Williams Wiebe Laguna. Auch Luxemburgs Meister Canio Marchione meldet als Dritter Ambitionen auf eine Top-Platzierung an. Dicht hinter ihm taucht Michael Rauch auf, er treibt seinen 8-Ventiler Briegel Kadett auf den vierten Übungsrang. Patrick Orth ist im BMW 320iS E30 Fünfter, auf die Marke von Lars fehlen ihm 2,241 Sekunden. Aber am Sonntag wendet Patrick das Blatt. Mit 1:03,413 katapultiert er sich an die Klassenspitze. Auch Lars Heisel ist schnell. 89 Tausendstel hinter Patrick bezieht er die zweite Position, auf der Drei lauert der VW Scirocco 16V von Canio Marchione auf seine Chance. Michael Rauch ist Vierter, Björn Wiebe Fünfter. Nach einem unvorhergesehenen Rutscher hatte er leichten Kontakt mit einer Leitschiene, er liegt 1,732 Sekunden hinter Leader Patrick zurück. Die Abstände sind eng, 84 Hundertstel trennen Canio (P3) von Björn auf der Fünf. Eiserne Nerven sind nun gefragt, Wertungslauf zwei erhält das Spannungsprädikat „besonders wertvoll“. Um es kurz zu machen: Die Podestplätze entsprechen dem Stand nach Run eins. Alle drei haben nochmals ein paar Späne von ihren eigenen Zeiten abgehobelt. Patrick Orth sichert sich nach 2013 seinen zweiten OsnabrückSieg. 0,154 Sekunden dahinter ist Lars Heisel starker Zweiter. Canio Marchione behauptet seine dritte Position, sein fulminanter zweiter Lauf liefert die Basis dazu. Denn Björn Wiebe ist nun im vollen Angriffsmodus unterwegs, stürmt mit der 2-Liter Bestmarke von 1:02,816 den Uphöfener Berg hinauf. Damit kommt er noch um 399 Tausendstel an Michael Rauch (P5) vorbei und bis auf deren 24 an Canio Marchione heran. Hinter dem soeben beschriebenen Spitzen-Eilzug ordnet sich Werner Weiß im Ford Escort BDA als Sechster ein, Jens Weber fährt sein 16V Opel Kadett C-Coupé auf die Sieben. Ihm folgen seine 8-Ventiler Marken- und Typenkollegen Alex Pleier (P8) und Martin Kellndorfer (P9). Eine starke Vorstellung gibt Bea Flik. Sie fährt auf die Zehn und ist in ihrem Renault Megane Cup auch die beste Dame des gesamten Feldes. Die Stockerlbesetzung der 2000 Kubik KW 8V-Trophy haben wir schon vorab genannt: Michael Rauch heißt der Sieger. Er gewinnt vor Alex Pleier (8VP2) und dem immer besser in Fahrt kommenden Martin Kellndorfer (8VP3). Der Ehrenplatz des Vierten geht an Bernhard Lang im Ford Escort RS 2000 Spezial, auf die Fünf fährt Johann Hatezic mit seinem Opel Ascona B.

Die Öffentlichkeit bewegt ja im Moment die große Diesel-Diskussion. Dessen völlig ungeachtet legen Gaststarter Andreas von der Haar und KW Berg-Cup-Kämpe Karlheinz Meurer mit ihren VW Golf V R-TDI einen sauberen, fairen Wettkampf hin, aus dem der Gast als Sieger hervorgeht.

Günter Göser ist die Messlatte der Abteilung bis 3000 Kubik. Er setzt die ÜbungsBenchmark und gewinnt das Rennen mit seinem Opel Böhm Kadett 16V souverän. Ralf Iwan (Opel Kadett) folgt Günter an beiden Tagen wie ein Schatten, er wird 3,631 Sekunden zurück Zweiter. Im Training markiert Hauke Weber im Audi 80 Quattro noch die dritte Zeit. Im Rennen rutscht der Youngster im ersten Heat von der Bahn und muss aufgeben. Die Probegalopps beendet Thomas Ostermann (BMW E30 Hartge) als starker Vierter vor Marcel Gapp im BMW M3 E36. Ganz ohne Zeit war am Samstag Keith Murray geblieben, der schnelle Engländer hatte einen Einschlag gleich in der ersten Auffahrt wegzustecken. Am Sonntag rettet er als Dritter die AudiEhre. Marcel Gapp dreht nun richtig auf und den Spieß um. Er holt sich Platz vier, schiebt damit Thomas Ostermann auf die Fünf zurück. Auf der Thomas dennoch ein Gewinner ist. Denn er holt sich den 3-Liter KW 8V-Trophy Siegerpokal vor Youngster Felix Bürker, der mit seinem Opel Kadett City auf die Zwei der roten Startnummern fährt.

Osnabrück 2017 ist nicht unerwartet ein großes Treffen der Bergmonster mit mehr als 3 Litern Hubraum. 15 Boliden samt ihrer Bändiger sind aus 9 Ländern Europas angereist. Weniger erwartet wurde, dass die Allrad-Turbo-Raketen nicht die erste Geige im gigantischen PS-Konzert spielen würden. Diese Rolle übernehmen Hecktriebler, über deren Antriebsachse Motor und Getriebe stecken. Sie verfügen über 6-Zylinder Boxermotoren. Damit dürfte klar sein, um was es sich handelt? Richtig, um Porsche-Renner. Der sechsfache französische Bergmeister Nicolas Werver tut sich im 997 GT2 besonders hervor. Er steht immer ganz oben in den Resultatslisten und gewinnt klar vor Belgiens Legende Yannick Bodson in der 997 GT3 Cup-Version. In der zweiten Auffahrt powert sich Herbert Stolz im AllradPorsche 935 DP II noch an Audi Quattro S1 Pilot Nikolay Zlatkov (P4) vorbei auf Finalrang drei. Fünfter wird im Lancia Delta Integrale Norbert Handa, der sich mit einem tollen zweiten Lauf noch um eine Position verbessert. Aus KW Berg-Cup Sicht ist jetzt nur noch zu berichten, dass sich Holger Hovemann im E2-Silhouetten Opel Kadett C GT/R Risse V8 nach einem technischen Problem beim Zurückschalten am Ende der Startgeraden obendrein auch noch mit unwilligem Einlenken in die erste Linkskurve auseinandersetzen muss. Als Folge davon rutscht er geradeaus und muss sein Rennen in Lauf eins im Graben beenden. Klammern wir die in Osnabrück beeindruckende GT-Abteilung aus, dann ist Nicolas Werver im Porsche 997 GT2 der schnellste Pilot mit einem E1-Auto. Patrick Orth wird mit dem „Italo-BMW-M3“ 320iS Zweiter, Rang drei gehört Lars Heisel im Böhm Kadett. Canio Marchione (VW Scirocco 16V) und Björn Wiebe mit seinem Renault Williams Wiebe Laguna folgen auf den Positionen vier und fünf. Sechsbester E1- Fahrer ist Hansi Eller im 1400er Minichberger Scirocco, Michael Rauch ist in dieser Übung mit seinem 8-Ventiler Briegel Kadett Siebter. Die E1-Top-Ten komplettieren Stefan Faulhaber im 1,6-Liter Opel Minichberger Kadett als Achter, Herbert Stolz (E1-P9/Porsche 935 DP II) sowie auf der Zehn Nikolay Zlatkov im Audi Quattro S1.

Damit ist auch die neunte Station der 30-Jahre-Jubiläumssaison des KW Berg-Cups bereits Geschichte. Ich denke, alle Beteiligten haben sich die kurze Verschnaufpause bis Oberhallau (26./27.08.) redlich verdient. Nach dem Auftritt in der Schweiz fallen die endgültigen Entscheidungen im NSU-Bergpokal und im KW Berg-Cup in rascher Folge. Denn dann können nur noch in Unterfranken (09./10.09), St. Agatha/A (23./24. September) und in Mickhausen (30.09/01.10) weitere Punkte geholt werden. Nutzen wir also die jetzige kurze, bergfreie Spanne, um unsere Akkus für den Endspurt neu aufzuladen. Dabei wünschen wir euch allen viel Spaß. Habt eine gute Zeit, bis Oberhallau!

sponsor banner

News - Bergrennen

Der KW Berg-Cup in Mickhausen: Gelungenes Finale in den Stauden

Die Auflage 2017 – von der alle Freunde des Bergrennsports inständig hoffen, dass sie nicht zur „Final Edition“ wird – war sicher eine der besten der letzten Jahre. Auch Petrus spielte diesmal zumindest einigermaßen mit. Am Trainingssamstag verwöhnte er sogar mit sehr annehmbarem Herbstwetter, ließ es danach allerdings nachtsüber regnen. Das hörte zwar am Sonntagvormittag auf, aber in den Waldpassagen blieb die 2,2-Kilometer-Strecke tückisch feucht, stellte dadurch höchste Anforderungen an die Pilotinnen und Piloten des „Int. 37. ADAC Bergrennen Mickhausen“. 174 davon nahmen die drei Übungsdurchgänge programmgemäß um Punkt 09:30 Uhr in Angriff. Kurz vor halbsieben tauchten die letzten Autos abends wieder ins Fahrerlager ein. Am Sonntag wurde eine Stunde früher aufgerufen und begonnen. Viele rechneten mit einer stark von Unterbrechungen geprägten ersten Auffahrt. Ganz gemäß der Faustformel: „Wird nur auf trockener Piste trainiert und das Rennen startet nass, so sind häufige Ausrutscher vorprogrammiert.“ Dies traf in Mickhausen zum Glück nicht zu. Hier hat wahrscheinlich der Wertungsmodus geholfen. Der vorsah, nur die zwei besten von drei Heats zum Schlussresultat zu addieren. Da für den weiteren Verlauf des Sonntags Wetterbesserung in Aussicht gestellt war, hielt sich die Angriffslust im ersten Run in Grenzen. Erst ab dem Zweiten wurde die vornehme Zurückhaltung abgelegt, was vermehrte Vorfälle nach sich zog. Die aber allesamt glücklicherweise glimpflich verliefen. Bevor wir uns jetzt gleich das Geschehen im Einzelnen betrachten muss unbedingt noch erwähnt werden, dass Mickhausen 2017 wirklich ein würdiger Abschluss der 30. KW Berg-Cup Saison war. Mit einem tollen internationalen Fahrerfeld, das einerseits durch das Top-Prädikat „Int. FIA Hill Climb Cup“ angelockt worden war, andererseits durch den guten Ruf der Veranstaltung des ASC Bobingen. Die für die herzliche Aufnahme des Berg-Trosses im Fahrerlagerort Münster seit jeher bekannt und nicht zuletzt deshalb bei vielen Aktiven echt beliebt ist. Sehr emotional gestaltet sich immer wieder die letzte Talfahrt nach Rennende über die Strecke durch das Spalier der super mitgehenden Fans. Von denen viele auch noch der stimmungsvollen Siegerehrung im Vorstartbereich beiwohnen, die dieses Jahr gegen 19 Uhr beendet war. Der Verlauf eines Rennens mit dem Modus „Zwei aus Drei“ ist schwierig zu schildern. Weil es keine Durchgängigkeit, dafür aber viele Veränderungen gibt. Wie das in den Klassen mit Beteiligung von KW Berg-Cup Aktiven nun genau ausgesehen hat, das wollen wir uns im Folgenden betrachten.

Weiterlesen ...
 

Der KW Berg-Cup in St. Agatha/A: Flottes Rennen vor vollem Haus

 Die in der Überschrift getroffene Aussage „flottes Rennen“ gilt übrigens nicht nur für die gefahrenen Top-Zeiten, sondern auch für die Abwicklung. Das Team des MSC Rottenegg liefert zum 30. Rennjubiläum eine perfekte Arbeit ab. Ein Traum sind die Probeheats. Sie beginnen am Samstag erst um 12 Uhr, dies aber minutengenau. 182 Fahrzeuge werden dazu aufgerufen, die beiden Auffahrten auf der flüssigen, ultraschnellen 3,2-Kilometer-Strecke von Esthofen hinauf nach St. Agatha sind schon gegen 16:30 Uhr beendet. Traditionell wird in Oberrösterreich der Sonntag mit einem dritten Trainings-Run begonnen. Dieser startet um 8:30 Uhr. Nach einer Stunde und vierzig Minuten sind alle oben. Mein Block, auf dem ich routinemäßig die wichtigsten Vorfälle festhalte, ist so gut wie leer. Nur ein paar Notizen über das Wetter habe ich hin gekritzelt. Trocken steht da, morgens kühl. Am Samstag wärmt die Sonne das Asphaltband etwas auf, am Renntag hält sie sich oft hinter Wolken versteckt. In Anbetracht der hohen Zahl an Teilnehmern wird der Rennbeginn flugs auf 12 Uhr vorgezogen. Ein weiser Beschluss, denn im ersten Race-Heat wird nun merklich hitziger agiert. Was ein Teil der Betonwandelemente und Leitplanken zu spüren bekommt. Aber es bleibt bei glimpflich verlaufenden Einzelfällen, die Blessuren an den Sicherheitseinrichtungen werden schnell behoben. In der zweiten und letzten Bergfahrt haben sich die Gemüter schon wieder beruhigt, gegen 17:15 Uhr schließt die Startnummer 1, Christian Merli im Osella FA30, mit dem neuen Streckenrekord von 1:02,129 das EXCAPE Autobergrennen Esthofen – St. Agatha spektakulär und würdig zugleich ab.

Wie immer ist die Rückführung ein letztes Highlight, denn Fans und Rennautos teilen sich dabei diszipliniert die Straße. Und begeisterte Zuschauer hatte es auch in 2017 an beiden Tagen reichlich. Ganz genauso wie aktive KW Berg-Cup’ler. 48 davon haben sich an der Reise nach St. Agatha beteiligt. Das ist mehr als ein Viertel des imposanten Gesamtfeldes. Wie es den Einzelnen in unserem rot-weiß-roten Nachbarland ergangen ist, das wollen wir uns nun gemeinsam Klasse für Klasse ansehen.

Weiterlesen ...
 

Der KW Berg-Cup in Unterfranken: Runde 50. Auflage des Klassikers

Zum runden Geburtstag ein rundum gelungenes Rennen, besser hätte es für den GAMSC Würzburg am letzten Wochenende gar nicht laufen können. Eine nasse Fahrbahn gab es nur am Trainingssamstag bis gegen Mittag, der Sonntag bot dann echt annehmbares Wetter. Zwar etwas kühl, in der Tendenz aber eher freundlich. An beiden Tagen schaffte die Mannschaft rund um Peter Thumbeck einen pünktlichen Beginn, legte damit den Grundstein dazu, dass alle drei pro Tag geplanten Läufe auf der 3,05-Kilometer-Strecke durchgezogen werden konnten. Trotz der insgesamt 181 teilnehmenden Autos, von denen 47 in der angegliederten Gleichmäßigkeitsprüfung starteten, lag der Schluss des Fahrbetriebes jeweils kurz vor 17:30 Uhr. Die Feiern zum „Fünfzigsten“ beschränkten sich auf den Samstagabend. Im Festzelt, das sehr gut besucht war, erlebten die Gäste ein buntes Programm, zu dem die Eichenbühler Vereine verschiedene attraktive Einlagen beisteuerten. Besonders interessant war für alle Freunde des Bergrennsports sicher der Beitrag der Feuerwehr, an dem Nils Abb federführend mitgearbeitet hatte. In einer gut inszenierten Multimediashow ließ dieser 50 Jahre Bergrennen Unterfranken Revue passieren, wobei die gezeigten Bilder bei vielen Besuchern Erinnerungen auffrischten und Emotionen auslösten. Und damit zurück aus dem Festzelt an die Rennstrecke. Wie immer steigen wir mit dem NSU-Bergpokal, für den Unterfranken der vorletzte Lauf des Jahres war, in die Berichterstattung ein. Elf der luftgekühlten Heckmotorfahrzeuge nahmen daran teil. Der Übungssamstag bot wenig Überraschendes. Jörg Davidovic ließ sich die beste Zeit gutschreiben. Karsten Steinert folgte als Zweiter, dahinter bezog Gaststarter Andreas Reich Position drei. Ihm folgten, eng zusammenliegend, Thomas Krystofiak (TP4) und Uwe Schindler als Fünfter. Der Renntag zeichnete dann ab Platz zwei ein etwas anderes Bild. Uwe Schindler fuhr im ersten Heat auf die Drei vor, setzte sich vor Thomas Krystofiak (P4) und Andreas Reich (P5). Der Letztgenannte hatte in der zweiten Auffahrt ein Problem, vollendete diese nicht. Seinen fünften Rang übernahm Mike Vogel. Vor ihm hatte sich nichts geändert, allerdings war Thomas Krystofiak weiterhin nahe an Uwe Schindler dran. Im dritten und letzten Run schaffte der sehr gleichmäßig agierende Thomas Krystofiak noch die Wende, zog um 0,459 Sekunden an Uwe Schindler vorbei. Der Endstand: Klassensieg für Jörg Davidovic vor Karsten Steinert (P2) und Thomas Krystofiak als Drittem. Uwe Schindler beendet das Rennen auf der Vier, Fünfter ist Mike Vogel.

Weiterlesen ...
 

News - Rundstrecke

Pommer/Kirchhöfer holen dritten Saisonsieg

Platz zwei für Maximilian Götz und Indy Dontje im Mercedes-AMG. Tabellenführer Patric Niederhauser und Kelvin van der Linde auf Platz drei.

Corvette und Red Bull Ring - dass diese Kombination perfekt zueinander passt, zeigte sich einmal mehr im Sonntagsrennen des ADAC GT Masters. Markus Pommer (28/Neckarsulm) und Marvin Kirchhöfer (25/Luzern, beide Callaway Competition) fuhren mit ihrer Corvette C7 GT3-R im sechsten Saisonrennen der "Liga der Supersportwagen" ihren dritten Sieg ein. Es war der insgesamt neunte für den US-Sportwagenhersteller auf dem österreichischen Kurs. Rang zwei ging an die Mercedes-AMG-Fahrer Indy Dontje (26/NL) und Maximilian Götz (33/Uffenheim, beide Mann-Filter Team HTP), Platz drei an die Tabellenführer Patric Niederhauser (27/CH) und Kelvin van der Linde (22/ZA, beide HCB-Rutronik Racing). "Ein toller Erfolg", freute sich Sieger Pommer. "Ich hätte vor der Saison nicht damit gerechnet, dass wir in meinem ersten Corvette-Jahr so stark in die Saison starten und drei der ersten sechs Rennen gewinnen würden."

Corvette-Piloten Pommer und Kirchhöfer haben alles unter Kontrolle
Pommer und Kirchhöfer zeigten bei ihrem dritten Saisonsieg eine nahezu perfekte Leistung. Nachdem der ehemalige Formel-1-Pilot Juan Pablo Montoya das Feld der 30 Supersportwagen auf die Reise geschickt hatte, kamen die Verfolger dem Corvette-Duo nur in der Startrunde kurz nahe. Nach einer kurzen Safety-Car-Phase wegen einer Kollision im Hinterfeld während der Startrunde setzte sich Polesetter Kirchhöfer stetig vom Feld ab und fuhr zwischenzeitlich einen Vorsprung von mehr als fünf Sekunden heraus. Mit solidem Polster übernahm Pommer zur Rennmitte und stellte mit einem Vorsprung von 4,6 Sekunden den 35. Sieg einer Corvette im ADAC GT Masters sicher.

Ereignisreicher war dagegen der Kampf um die Podestplätze. Beim Start verbesserte sich der von Platz vier losgefahrene Porsche-Pilot Thomas Preining kurzzeitig auf die zweite Position, doch der Qualifyingzweite David Jahn holte sich diese noch in der Auftaktrunde zurück. Während Jahn anschließend bis zum Fahrerwechsel den zweiten Rang behauptete, musste Preining seinen Porsche nach zwölf Runden wegen eines Defektes abstellen. Dadurch rückte Mercedes-AMG-Fahrer Götz in seinem 100. ADAC GT Masters-Rennen auf den dritten Rang vor. Partner Dontje verbesserte sich durch ein geschicktes Boxenstopp-Timing zur Rennmitte um eine weitere Position und brachte die "gelbe Mamba" auf Platz zwei ins Ziel.

Weiterlesen ...
 

Sylvest und Klingmann holen ersten BMW-Saisonsieg

Spannung bis in die letzte Runde bot das fünfte Saisonrennen des ADAC GT Masters.

Nicolai Sylvest (21/DK) und Jens Klingmann (28/Trägerwilen, beide MRS GT-Racing) setzten sich auf dem Red Bull Ring in Österreich mit ihrem BMW mit lediglich 0,289 Sekunden Vorsprung knapp gegen die Corvette-Fahrer Sven Barth (38/Eberbach) und David Jahn (28/Leipzig, beide RWT Racing) durch. Rang drei ging an das Porsche-Duo Klaus Bachler (27/A) und Timo Bernhard (38/Homburg/Saar, beide Küs Team75 Bernhard). "Es war am Ende wirklich eng", sagte Sieger Klingmann nach seinem ersten ADAC GT Masters-Sieg seit 2015. "Ich war froh, dass das Rennen nicht noch länger gedauert hat. Nach unserem Pech in den vergangenen Rennen haben wir den Sieg wirklich verdient."

Enger Kampf zwischen BMW, Corvette und Porsche
Der erste Sieg von BMW seit dem Saisonstart 2017 war hart erkämpft. Pole-Setter Sylvest verteidigte beim Start mit dem M6 GT3 seine Spitzenposition. Danach setzte sich der Däne leicht von Klaus Bachler im Porsche ab, der sich vom vierten Startplatz auf Rang zwei verbessert hatte. Bis zu den Pflichtboxenstopps pendelte sich der Vorsprung der beiden Erstplatzierten bei rund 1,2 Sekunden ein. Sylvests Partner Jens Klingmann baute danach ihn danach zwischenzeitlich bis auf zwei Sekunden aus, doch in der Schlussviertelstunde kam Corvette-Pilot David Jahn immer näher und setzte den BMW-Mann unter Druck. Jahn hatte beim Pflichtboxenstopp den US-Sportwagen auf Platz drei liegend von Sven Barth übernommen und direkt danach Timo Bernhard, der von Klaus Bachler übernommen hatte, von Position zwei verdrängt. Anschließend verringerte der Corvette-Pilot seinen Rückstand auf den Führenden stetig und lag in der Schlussphase direkt hinter dem BMW. Klingmann behielt jedoch die Nerven und verteidigte die Spitzenposition. Nach 40 Runden sah er schließlich mit 0,289 Sekunden Vorsprung als Erster die Zielflagge.

Während Klingmann seinen insgesamt neunten Sieg im ADAC GT Masters holte - seinen ersten seit Zandvoort 2015 -, war es für Teamkollege Sylvest der erste überhaupt. Sylvest gewann zudem die Pirelli-Junior-Wertung. Für MRS GT-Racing ging mit dem Triumph eine neunjährige Durststrecke zu Ende. 2011 gewann die Mannschaft aus Lonsee das allererste Rennen der "Liga der Supersportwagen" überhaupt auf dem Red Bull Ring, damals mit einem Porsche.

Weiterlesen ...
 

Sieg für Corvette-Duo Pommer/Kirchhöfer in Most

Mike David Ortmann siegt in der Pirelli-Junior-Wertung, Fabian Vettel erstmals auf dem Podium. Rolf Ineichen gewinnt Pirelli-Trophy-Wertung.

Markus Pommer (28/Neckarsulm) und Marvin Kirchhöfer (25/Luzern, beide Callaway Competition) waren im Sonntagsrennen des ADAC GT Masters das Maß der Dinge und holten mit ihrer Corvette C7 GT3-R ihren zweiten Sieg der Saison. Platz zwei ging bei frühsommerlichen Bedingungen an Rolf Ineichen (40/CH) und Franck Perera (34/F, beide Orange1 by GRT Grasser) im besten Lamborghini Huracán, Dritte wurden David Jahn (28/Leipzig) und Sven Barth (38/Eberbach, beide RWT Racing) in der zweiten Corvette im Starterfeld. "Ich bin sehr happy", sagte Sieger Kirchhöfer. "Mit zwei Siegen in den ersten vier Rennen kann ich sehr gut leben."

Turbulente erste Rennhälfte
Die Vorentscheidung über den Sieg fiel bereits beim Start, als der von Platz zwei losfahrende Kirchhöfer auf dem Weg zur ersten Kurve an Pole-Setter Franck Perera vorbeizog. Nach einer kurzen Safety-Car-Phase zur Bergung des Audi von Pierre Kaffer, der einen Reifenschaden nach einem Kontakt am Start erlitten hatte, setzte sich Kirchhöfer an der Spitze leicht vom Feld ab. Doch der Vorwärtsdrang des 25-Jährigen wurde nach zwölf Runden gestoppt, als nach einer Berührung im Kampf um Rang vier zwischen Thomas Preining (20/A, Precote Herberth Motorsport) und Corvette-Fahrer David Jahn der Porsche des Österreichers in die Leitplanken einschlug. Zur Bergung des Neunelfers und zur Reparatur der Streckenbegrenzung wurde das Rennen für knapp zehn Minuten unterbrochen. Auch nach dem Restart hinter dem Safety-Car blieb Kirchhöfer vorn. Partner Pommer, der beim Pflichtboxenstopp das Steuer der Corvette übernahm, fuhr danach souverän den Sieg nach Hause. Im Ziel hatte er drei Sekunden Vorsprung und sicherte damit sich und Kirchhöfer den zweiten Sieg 2019. 

Die Lamborghini-Piloten Franck Perera und Rolf Ineichen hatten den Gewinnern nur wenig entgegenzusetzen, durften sich aber über Rang zwei - ihrem zweiten Podest des Jahres - freuen. Ineichen gewann damit ebenfalls zum zweiten Mal in dieser Saison die Pirelli-Trophy-Wertung. Der Kampf um Platz drei entschied sich dagegen erst in den Schlussrunden. Der BMW M6 GT3 von Nicolai Sylvest (21/DK) und Jens Klingmann (28/Trägerwilen, beide MRS GT-Racing) lag bis wenige Runden vor dem Ziel auf Podiumskurs, bis Sylvest wegen Problemen mit der Benzinpumpe aus den Punkterängen zurückfiel. Damit war der Weg frei für die Corvette von David Jahn und Sven Barth (38/Eberbach), die zuvor den BMW unter Druck gesetzt hatten und danach Jagd auf den zweitplatzierten Lamborghini machten.

Weiterlesen ...
 

tij banner

Zum Seitenanfang