Hauenstein – oder: Einssein mit dem Berg

Nun, wie will ich anfangen? Hauenstein oder das Bergrennen am Hauenstein stellte für mich mal wieder eine Herausforderung der ganz besonderen Art dar:

Wir hatten ein Wohnmobil.

An dieser Stelle sollte ich mich wohl bei unserem Sponsor „Frank-ich-verkauf-ganz-gern-Wohnmobile-Sperrfechter“ bedanken.  …bin mir aber noch nicht so ganz sicher, was das eventuell für Auswirkungen auf mich hätte…, also erst mal bleiben lassen.

 

Mein kleiner, dicker Rennfahrer (KDR) freute sich wie ein Schnitzel auf unser Campingwochenende de Luxe (er war halt früher nicht bei den Pfadfindern).

Ich auch!

War es doch schon immer einer meiner Kindheitsträume in so einem Wohnmobil zu „wohnen“.

Geträumt – getan.

Wir fuhren los. Voll gepackt mit dem gesamten Faulhaberschen Interieur und meinem Schorle-Glas.

Die Fahrt gestaltete sich  auch sehr idyllisch. Ich konnte mir die vorüber schleichenden Landschaften, sprich die Fauna und Flora in aller Seelenruhe zu Gemüte zu  führen. Sprich: wir hatten es irgendwie, eindrucksmäßig, nicht eilig….vor allem bergauf ließen wir es gaaaaaaaaanz ruhig mit satten 40 km/h angehen. Der Weg ist schließlich das Ziel.

Endlich angekommen werden wir im Ort gestoppt von Menschen. Es klopft an meine Scheibe, wahrscheinlich Freunde vom KDR. Weit gefehlt! ICH werde nach Autogrammkarten von MIR gefragt! Ich brech zusammen. Mein Schatz auch! Schließlich ist ja er der Star und ich nur die Rennfahrerbegleitungsernährungsundbespaßungsfrau.

Bergrennen wird immer besser denk ich so bei mir als wir weiter fahren.

An unserer Basisstation angekommen, werden wir auch schon von den Bayern (Sonja Briegel und Michael Rauch) begrüßt, die waren irgendwie schneller da. Wie sie das wohl geschafft haben?

Mein Schatz parkt das Womo noch hurtig auf so Keilen, damit wir nicht schräg schlafen müssen, bremst und zerstört MEIN Schorle-Glas (Gott hab es selig). Das hatte ich nämlich schon ausgepackt in voller Freude in Unkenntnis, dass wir noch schräg standen….

O.k., die Weizenbiergläser habens auch nicht überlebt, aber das scherte mich eher gar nicht in diesem Moment der Trauer.

Während ich noch so vor mich hinheule, kommt unser Freund Axel Weichert(www.100octane.de) um die Ecke gedüst und holt mich ab zum Rennbüro. Ihr habt nicht falsch gelesen… Ja, MICH! Denn Axel hat mir zu dem Job des Jahres verholfen: Streckenfilmen für blutige Anfänger – Teil 1.

Dass ich dafür im Büro des Rennens unterschreiben muss, dass ich niemanden dafür haftbar mache, falls mich jemand tot fährt schockt mich auch nur ganz kurz. Bin halt doch mittlerweile abgehärtet. Dafür bekomm ich auch ne schicke neongelbe Weste, die mich irgendwie fett macht und nen Presseausweis.

DIE Lizenz zum Überallhindürfen. Jetzt bin ich mal richtig wichtig und unentbehrlich für den Bergrennsport. Freu mich schon auf Samstag.

Freu mich auch noch als Axel sagt, dass er mich abholen will.

Die Uhrzeit, die er dabei im Kopf hatte, katapultierte mich jedoch mit Hovemann-Geschwindigkeit in die harte Bergwelt zurück: 7.45 Uhr!!!! Wie bitte??? Hab mich ganz bestimmt verhört. Nein, hab ich nicht. Geht ja alles schon so früh los und wir müssen vor den ersten Rennfahrern an der Strecke sein.

Tolle Idee und herzlichen Glückwunsch Frau Steinel!!!! Gut gemacht.

Ich muss an dieser Stelle nicht zwingend erörtern, dass ich nicht unbedingt ein begnadeter Frühaufsteher bin?! Egal, Job ist Job. Werde daraufhin auch mit Mitleidsbekundungen aus den bayrischen Reihen gesegnet.

 

D-Day – Samstag

7 Uhr – das Handy bimmelt. Ich muss aufstehen. Was für ne scheiß Idee. Wie konnte ich mich nur darauf einlassen?

Aber absagen ist nicht. Eine Frau – ein Wort.

Ich schäl mich aus dem Womo, die Jungs sind schon unterwegs, wo auch immer, ich brauch erstmal nen Kaffee.

Die Maschine steht in einer Garage. Tor ist zu. Zugeschlossen.

Where the fuck ist dieser mistige Schlüssel? Ich greif beherzt und leicht erzürnt zum Handy und ruf den KDR an. Die Jungs machen grad ne Besichtigungstour auf der Strecke – MIT Garagenschlüssel in der Hose. Kann man ja immer mal brauchen, wenn man mit dem Auto so unterwegs ist….

Ich werde leicht panisch, habe noch keinen Kaffe, war mich nicht sanitär entspannen, hab nix zu essen und Axel steht gleich auf der Matte. Super Sache. So einen Stress am frühen Morgen kann ich gar nicht haben.

Aber die Rennfahrer machen ihrem Namen alle Ehre und sind flugs vor Ort; MIT Schlüssel.

Jetzt aber hüh! Kaffee, Brote schmieren, Zähne putzen – Axel fährt vor, ich begrüß ihn mit der Zahnbürste im Mund… - er gut gelaunt (woher er bloß diese Drogen bekommt?) hüpft aus dem Auto um mich einzuladen.

Mich und mein kleines „ich-bin-dann-mal-weg-zum-Filmen-Handgepäck“; bestehend aus: Schirm (….viele fiese Wolken am Himmel, die nach Regen aussehen und Nebel), ebenso Regenjacke, Stuhl, Getränke, Brote, ein Buch (falls es mir langweilig wird) und Zigaretten (für die Sucht)…

 

Wir fahren los; ich bin trotz der frühen Morgenstunde total aufgeregt.

Am Ziel angekommen, stellen wir das Auto ab und laufen zur Schikane. Dort bekomm ich meine Kamera, ein, zwei, Stative (zum Ausprobieren) und letzte Instruktionen. Oh Gott, ich kann mir das bestimmt nicht merken, vergesse alles und Axel hat kein Material von der Schikane.

Ich zieh mir noch schnell mein neongelbes Lätzchen über und steck mir erst mal ne Zigarette an. Alles ganz schön spannend.

Ich lass mich auf meinem Stuhl nieder und genieße die Stille, den Nebel, das Einssein mit dem Berg. Das erlebt niemand im Fahrerlager. Ein ganz spiritueller Augenblick, ein kostbarer Moment in meinem ganz speziellen Rennsport-Tagebuch.

Doch dann geht’s plötzlich schon los…, der Sprecher ist wach, die ersten, kleinen Autos kommen gefahren und ICH filme – ich probiere es zumindest mal.

Und es kommen immer mehr Autos und eins nach dem anderen, fast überholen sie sich auf den letzten Metern….was ist denn da los? Ich werde bissel hektisch muss ich zugeben.

An Lesen ist schon mal gar nicht zu denken…es geht Schlag auf Schlag, Auto auf Auto…. – so viele Autos (eigentlich ja alle die mitfahren bei so einem Bergrennen) hab ich ja noch nie gesehen.

Nach dem 1. Lauf wandern wir bergab und querfeldein zu einem anderen Filmposten…

Schieb es dann auch auf mein frühes Aufstehen, als ich plötzlich aus dem Augenwinkel Weihnachtsmänner wahrnehme. Ja, nicht nur einen – es gibt viele davon. Vielleicht liegts auch an der Hitze. Mittlerweile ist es so warm geworden, dass ich mich ernsthaft frage, weshalb ich eigentlich zwei Langarmshirts, eine Regenjacke (gefüttert wohlgemerkt) und einen Regenschirm mit mir rumschleppe?

Und weil ich an der Stelle, an der Axel sich dann endlich niedergelassen hat, nicht den totalen Überblick hab, nehm ich meinen Filmposten auf einem herrenlosen, fast direkt an der Strecke stehenden Farbeimer direkt neben der Strecke ein.

Tolle Aussicht, super Position, was will frau mehr? Mittlerweile filme ich ohne Stativ, scheinbar bin ich einfach ein Naturtalent. Es ist der pure Wahnsinn, als die Autos direkt an mir vorbei schießen. Und es ist laut. Sehr laut! Vor allem die Reto Meisels lassen meine Gehörknöchelchen ganz schön vibrieren. Apropos vibrieren…., meine Hose vibriert – Handy…mein KDR macht sich Sorgen! Hat mich wohl beim Vorbeifahren gesehen und ich soll mich doch bitte woanders niederlassen, das wäre doch viel zu gefährlich! Lächerlich. So ein Quatsch! Hat keine Ahnung vom Action-Film-Geschäft. Speed wurde auch nicht mit Tele gefilmt aus 100 Kilometern Entfernung. Ich mach weiter. Für Axel und für euch, meine Bergrennsportfreunde! Ich geb alles, auch als wir weiterwandern zu unserem 3. Film-Point.

Wir bzw. ich filme den dritten und, Gott sei Dank auch letzten Trainingslauf, mittlerweile kann ich nämlich auch meinen Daumen kaum noch spüren, vom Zeigefinger ganz zu schweigen. Jede Bewegung schmerzt. Was macht man nicht alles für den Bergrennsport?

Ein ganz lieber Streckenposten schenkt mir dann in meiner Not  auch noch eine gekühlte Flasche Wasser, da mein mitgebrachtes Cola mittlerweile doch so ne ungesunde Wärmflaschentemperatur angenommen hat, und dann ist´s auch endlich vorbei.

 

Das Dumme an der ganzen Sache ist: wir müssen ja den ganzen Weg wieder zurück laufen – hoch zum Ziel ganz ohne PS aber mit umso mehr Gepäck. Wer mein ganz persönliches Fitness-Level kennt, weiß vor welchem sprichwörtlichen Berg ich im wahrsten Sinne des Wortes stand.

Will mich ja nicht lumpen lassen und keine Schwäche zeigen; schließlich bin ich ja allein unter Männern, und sehe der Bergwanderung gefasst ins Auge. Kurze Zeit später rächt sich jedoch jede einzelne Zigarette – ich muss bestimmt sterben. JETZT. Wenn nicht an der Strecke von Reto Meisel überrollt, dann doch wohl auf den letzten Metern hoch zum Ziel, im Wald, allein unter Männern.

Ich brech kurzerhand die Wanderung ab und erkläre mich spontan bereit auf das Gepäck der anderen aufzupassen während die das Auto holen. Find ich persönlich ne super Idee.

Beim Warten mach ich mir auch überhaupt keine Gedanken mehr darüber dass ich plötzlich auch wieder Weihnachtsmänner sehe – viele…, vor mir…, …ich muss einen Hitzschlag haben! Aber nein, sie sprechen mit mir und wollen mir doch tatsächlich erklären, dass ich bereits den ersten Weihnachtsfeiertag verpasst hätte und heute eigentlich schon der zweite ist – heute Nacht dann nahtlos zu Sylvester übergegangen wird mit Feuerwerk und was weiß ich nicht alles….

Die Hitze und das frühe Aufstehen, das Wandern im Wald und die körperliche Anstrengung hat mir doch mehr zugesetzt als ich mir eingestehen wollte.

Dann kommt Axel…. ENDLICH!

Endlich darf ich wieder ins Fahrerlager!!! Hätte mir das mal einer vor ein paar Monaten gesagt, dass ich mich so drauf freuen würde…., ich hätte ihn für total bekloppt gehalten.

Ein warmes Gefühl des „Heimkommens“ breitete sich in meiner Magengrube aus…oder war das am Ende Hunger?

Bei dem „durchs-Fahrerlager-fahren“ lern ich auch noch den Basti Schmitt kennen (der mit dem grünen Auto – Orig.Ton B. Schmitt) und Axel frägt mich so nebenbei, wann er mich morgen abholen soll… Ich weiß das natürlich sehr zu schätzen, lehne aber dankend ab. Meine Finger und ich brauchen erst mal Erholung. Genug gefilmt für den Rest meines Lebens.

Ich bin auch ganz glücklich, dass mich niemand über den Haufen gefahren hat. Jungs und Mädels, ich danke euch an dieser Stelle recht herzlich dafür und da ich an diesem, für mich sehr ereignisreichen Tag nix wirklich vom Rennen mitbekommen hab, hier mal noch die Ergebnisse der Trainingsläufe:

Sonntag

 


Der Sonntag gestaltet sich dann auch recht angenehm für mich: kein frühes Aufstehen, kein Filmen, einfach nur den Tag genießen in Form von Schorle trinken und KDR Mut zusprechen – das KRR macht schon wieder Mucken…

Nachmittags kommen noch die Italiener gefahren (Vera und Sebastiano Pagano) – der alte Sizilianer hälts wohl doch nicht so ganz ohne Benzingeruch und Reifengequietsche aus….

So ganz nebenbei fahren die Rennfahrer noch ein paar Mal die Strecke hoch und wieder runter, mein Schatz jammert, da sein „Baby“ Verdauungsprobleme hat –

Wie sich das äußert sieht man als erfahrener Bergrennsportzuschauer und –fahrer an den gefahrenen Zeiten:

Das KRR muss wohl oder übel ins Risse-Hospital – Check up ist angesagt. Oh weh!

Wie wir das in den engen Zeitplan unterkriegen diskutieren wir bzw. monologisiert mein KDR auf unserm Heimweg….

Irgendwann klink ich mich mental aus und freu mich einfach nur noch, dass ich noch lebe!

Bis zum nächsten Mal….

 

Euer Steffilein

 

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News - Bergrennen

Der KW Berg-Cup in Mickhausen: Gelungenes Finale in den Stauden

Die Auflage 2017 – von der alle Freunde des Bergrennsports inständig hoffen, dass sie nicht zur „Final Edition“ wird – war sicher eine der besten der letzten Jahre. Auch Petrus spielte diesmal zumindest einigermaßen mit. Am Trainingssamstag verwöhnte er sogar mit sehr annehmbarem Herbstwetter, ließ es danach allerdings nachtsüber regnen. Das hörte zwar am Sonntagvormittag auf, aber in den Waldpassagen blieb die 2,2-Kilometer-Strecke tückisch feucht, stellte dadurch höchste Anforderungen an die Pilotinnen und Piloten des „Int. 37. ADAC Bergrennen Mickhausen“. 174 davon nahmen die drei Übungsdurchgänge programmgemäß um Punkt 09:30 Uhr in Angriff. Kurz vor halbsieben tauchten die letzten Autos abends wieder ins Fahrerlager ein. Am Sonntag wurde eine Stunde früher aufgerufen und begonnen. Viele rechneten mit einer stark von Unterbrechungen geprägten ersten Auffahrt. Ganz gemäß der Faustformel: „Wird nur auf trockener Piste trainiert und das Rennen startet nass, so sind häufige Ausrutscher vorprogrammiert.“ Dies traf in Mickhausen zum Glück nicht zu. Hier hat wahrscheinlich der Wertungsmodus geholfen. Der vorsah, nur die zwei besten von drei Heats zum Schlussresultat zu addieren. Da für den weiteren Verlauf des Sonntags Wetterbesserung in Aussicht gestellt war, hielt sich die Angriffslust im ersten Run in Grenzen. Erst ab dem Zweiten wurde die vornehme Zurückhaltung abgelegt, was vermehrte Vorfälle nach sich zog. Die aber allesamt glücklicherweise glimpflich verliefen. Bevor wir uns jetzt gleich das Geschehen im Einzelnen betrachten muss unbedingt noch erwähnt werden, dass Mickhausen 2017 wirklich ein würdiger Abschluss der 30. KW Berg-Cup Saison war. Mit einem tollen internationalen Fahrerfeld, das einerseits durch das Top-Prädikat „Int. FIA Hill Climb Cup“ angelockt worden war, andererseits durch den guten Ruf der Veranstaltung des ASC Bobingen. Die für die herzliche Aufnahme des Berg-Trosses im Fahrerlagerort Münster seit jeher bekannt und nicht zuletzt deshalb bei vielen Aktiven echt beliebt ist. Sehr emotional gestaltet sich immer wieder die letzte Talfahrt nach Rennende über die Strecke durch das Spalier der super mitgehenden Fans. Von denen viele auch noch der stimmungsvollen Siegerehrung im Vorstartbereich beiwohnen, die dieses Jahr gegen 19 Uhr beendet war. Der Verlauf eines Rennens mit dem Modus „Zwei aus Drei“ ist schwierig zu schildern. Weil es keine Durchgängigkeit, dafür aber viele Veränderungen gibt. Wie das in den Klassen mit Beteiligung von KW Berg-Cup Aktiven nun genau ausgesehen hat, das wollen wir uns im Folgenden betrachten.

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Der KW Berg-Cup in St. Agatha/A: Flottes Rennen vor vollem Haus

 Die in der Überschrift getroffene Aussage „flottes Rennen“ gilt übrigens nicht nur für die gefahrenen Top-Zeiten, sondern auch für die Abwicklung. Das Team des MSC Rottenegg liefert zum 30. Rennjubiläum eine perfekte Arbeit ab. Ein Traum sind die Probeheats. Sie beginnen am Samstag erst um 12 Uhr, dies aber minutengenau. 182 Fahrzeuge werden dazu aufgerufen, die beiden Auffahrten auf der flüssigen, ultraschnellen 3,2-Kilometer-Strecke von Esthofen hinauf nach St. Agatha sind schon gegen 16:30 Uhr beendet. Traditionell wird in Oberrösterreich der Sonntag mit einem dritten Trainings-Run begonnen. Dieser startet um 8:30 Uhr. Nach einer Stunde und vierzig Minuten sind alle oben. Mein Block, auf dem ich routinemäßig die wichtigsten Vorfälle festhalte, ist so gut wie leer. Nur ein paar Notizen über das Wetter habe ich hin gekritzelt. Trocken steht da, morgens kühl. Am Samstag wärmt die Sonne das Asphaltband etwas auf, am Renntag hält sie sich oft hinter Wolken versteckt. In Anbetracht der hohen Zahl an Teilnehmern wird der Rennbeginn flugs auf 12 Uhr vorgezogen. Ein weiser Beschluss, denn im ersten Race-Heat wird nun merklich hitziger agiert. Was ein Teil der Betonwandelemente und Leitplanken zu spüren bekommt. Aber es bleibt bei glimpflich verlaufenden Einzelfällen, die Blessuren an den Sicherheitseinrichtungen werden schnell behoben. In der zweiten und letzten Bergfahrt haben sich die Gemüter schon wieder beruhigt, gegen 17:15 Uhr schließt die Startnummer 1, Christian Merli im Osella FA30, mit dem neuen Streckenrekord von 1:02,129 das EXCAPE Autobergrennen Esthofen – St. Agatha spektakulär und würdig zugleich ab.

Wie immer ist die Rückführung ein letztes Highlight, denn Fans und Rennautos teilen sich dabei diszipliniert die Straße. Und begeisterte Zuschauer hatte es auch in 2017 an beiden Tagen reichlich. Ganz genauso wie aktive KW Berg-Cup’ler. 48 davon haben sich an der Reise nach St. Agatha beteiligt. Das ist mehr als ein Viertel des imposanten Gesamtfeldes. Wie es den Einzelnen in unserem rot-weiß-roten Nachbarland ergangen ist, das wollen wir uns nun gemeinsam Klasse für Klasse ansehen.

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Der KW Berg-Cup in Unterfranken: Runde 50. Auflage des Klassikers

Zum runden Geburtstag ein rundum gelungenes Rennen, besser hätte es für den GAMSC Würzburg am letzten Wochenende gar nicht laufen können. Eine nasse Fahrbahn gab es nur am Trainingssamstag bis gegen Mittag, der Sonntag bot dann echt annehmbares Wetter. Zwar etwas kühl, in der Tendenz aber eher freundlich. An beiden Tagen schaffte die Mannschaft rund um Peter Thumbeck einen pünktlichen Beginn, legte damit den Grundstein dazu, dass alle drei pro Tag geplanten Läufe auf der 3,05-Kilometer-Strecke durchgezogen werden konnten. Trotz der insgesamt 181 teilnehmenden Autos, von denen 47 in der angegliederten Gleichmäßigkeitsprüfung starteten, lag der Schluss des Fahrbetriebes jeweils kurz vor 17:30 Uhr. Die Feiern zum „Fünfzigsten“ beschränkten sich auf den Samstagabend. Im Festzelt, das sehr gut besucht war, erlebten die Gäste ein buntes Programm, zu dem die Eichenbühler Vereine verschiedene attraktive Einlagen beisteuerten. Besonders interessant war für alle Freunde des Bergrennsports sicher der Beitrag der Feuerwehr, an dem Nils Abb federführend mitgearbeitet hatte. In einer gut inszenierten Multimediashow ließ dieser 50 Jahre Bergrennen Unterfranken Revue passieren, wobei die gezeigten Bilder bei vielen Besuchern Erinnerungen auffrischten und Emotionen auslösten. Und damit zurück aus dem Festzelt an die Rennstrecke. Wie immer steigen wir mit dem NSU-Bergpokal, für den Unterfranken der vorletzte Lauf des Jahres war, in die Berichterstattung ein. Elf der luftgekühlten Heckmotorfahrzeuge nahmen daran teil. Der Übungssamstag bot wenig Überraschendes. Jörg Davidovic ließ sich die beste Zeit gutschreiben. Karsten Steinert folgte als Zweiter, dahinter bezog Gaststarter Andreas Reich Position drei. Ihm folgten, eng zusammenliegend, Thomas Krystofiak (TP4) und Uwe Schindler als Fünfter. Der Renntag zeichnete dann ab Platz zwei ein etwas anderes Bild. Uwe Schindler fuhr im ersten Heat auf die Drei vor, setzte sich vor Thomas Krystofiak (P4) und Andreas Reich (P5). Der Letztgenannte hatte in der zweiten Auffahrt ein Problem, vollendete diese nicht. Seinen fünften Rang übernahm Mike Vogel. Vor ihm hatte sich nichts geändert, allerdings war Thomas Krystofiak weiterhin nahe an Uwe Schindler dran. Im dritten und letzten Run schaffte der sehr gleichmäßig agierende Thomas Krystofiak noch die Wende, zog um 0,459 Sekunden an Uwe Schindler vorbei. Der Endstand: Klassensieg für Jörg Davidovic vor Karsten Steinert (P2) und Thomas Krystofiak als Drittem. Uwe Schindler beendet das Rennen auf der Vier, Fünfter ist Mike Vogel.

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News - Rundstrecke

Renauer/Jaminet holen in Zandvoort ersten Saisonsieg für Porsche

Robert Renauer (33/Jedenhofen) und Mathieu Jaminet (23/F, beide Precote Herberth Motorsport) positionieren sich im Titelkampf. Im Sonntagsrennen in Zandvoort in den Niederlanden fuhren sie mit einem souveränen Start-Ziel-Sieg zum ersten Saisonerfolg von Porsche im ADAC GT Masters. Platz zwei ging an die Mercedes-AMG-Paarung Patrick Assenheimer (26/Heilbronn) und Raffaele Marciello (23/I, beide AutoArenA Motorsport) vor Adrien de Leener (28/B) und Klaus Bachler (27/A, beide KÜS Team75 Bernhard) in einem weiteren Porsche 911 GT3 R. "Das war ein perfekter Tag", jubelte Sieger Jaminet. "Endlich den ersten Saisonsieg für uns und Porsche geholt zu haben ist großartig." 

Problemloser Triumph für Renauer/Jaminet

Pole-Setter Jaminet behauptete beim Start die Führung und setzte sich in den Folgerunden stetig von seinen Verfolgern ab. Zwischenzeitlich fuhr der Franzose einen Vorsprung von fast 3,5 Sekunden heraus und übergab schließlich beim Pflichtboxenstopp mit einem Zeitpolster von knapp 2,5 Sekunden an Partner Renauer. Auch der Bayer zeigte anschließend eine fehlerlose Leistung und sah nach 35 Runden mit 4,9 Sekunden Vorsprung als Sieger die Zielflagge. Jaminet und Renauer sicherten damit Porsche den ersten Sieg der Saison. Für Jaminet war es der zweite im ADAC GT Masters, für Teamkollege Renauer der fünfte. Dabei hatte das Wochenende für das Duo mit einem Rückschlag begonnen: Nach einem Unfall von Renauer im ersten Freien Training am Freitag musste der Porsche in einer Nachtschicht wieder instand gesetzt werden. 

Den zweiten Platz fuhren die Mercedes-AMG-Fahrer Assenheimer/Marciello ein. Startfahrer Marciello lag in der ersten Rennhälfte auf dem fünften Rang, absolvierte aber den Boxenstopp später als die direkten Konkurrenten. Das zahlte sich aus: Partner Assenheimer lag danach bereits auf Rang drei und ging schließlich an Porsche-Pilot de Leener vorbei auf die zweite Position - das beste Saisonergebnis für das AutoArenA-Duo. De Leener und Partner Klaus Bachler mussten sich am Ende mit dem dritten Rang begnügen, nachdem Bachler beim Start den Porsche bereits auf den zweiten Rang vorgefahren hatte. 

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Lamborghini-Duo Perez Companc/Mapelli siegt in Zandvoort

Ezequiel Perez Companc (24/RA) und Marco Mapelli (31/I, beide GRT Grasser Racing Team) heißen die Sieger des Samstagsrennens des ADAC GT Masters in Zandvoort. Die Lamborghini-Fahrer setzten sich mit einem knappen Vorsprung von 0,703 Sekunden gegen die Audi-Piloten Sheldon van der Linde (19/ZA) und Kelvin van der Linde (22/ZA, beide Montaplast by Land-Motorsport) sowie deren Teamkollegen Jake Dennis (24/B) und Christopher Mies (29/Heiligenhaus) durch. „Ich freue mich sehr über den Sieg“, so Pole-Setter und Sieger Perez Companc. „Das Rennen war sehr hart, denn unsere Verfolger haben uns ständig unter Druck gesetzt. Die Zuschauer haben viele enge Kämpfe gesehen.“ 

Teamkollegen kollidieren im Kampf um Platz eins

Das Samstagsrennen in Zandvoort begann turbulent. Pole-Setter Ezequiel Perez Companc blieb beim Start vorn, doch ausgangs der ersten Kurve ging der von Platz zwei gestartete Mirko Bortolotti (28/I, ORANGE1 by GRT Grasser) im Schwesterauto am Argentinier vorbei. Doch nur zwei Kurven später kollidierten die beiden Huracán GT3. Während Perez Companc wieder die Führung übernahm, drehte sich Bortolotti von der Strecke. Zur Bergung seines Fahrzeugs ging für drei Umläufe das Safety-Car auf die Strecke. Anschließend verteidigte Perez Companc bis zum Pflichtboxenstopp gegen die beiden dicht folgenden Audi von Montaplast by Land-Motorsport die Spitzenposition. Nach dem Pflichtboxenstopp mit Fahrerwechsel blieb der Lamborghini weiter an der Spitze. Marco Mapelli, der in Zandvoort seinen ersten Einsatz in der diesjährigen ADAC GT Masters-Saison hatte, fuhr danach den Sieg sicher ins Ziel. Für Perez Companc war es nach dem Lausitzring 2017 der zweite Sieg in der „Liga der Supersportwagen“ und der zweite in der Pirelli-Junior-Wertung. Partner Mapelli triumphierte erstmals in der Serie.

Die Audi-Fahrer Sheldon und Kelvin van der Linde fuhren auf Rang zwei, nachdem sie ihren Boxenstopp eher als ihre Teamkollegen Jake Dennis und Christopher Mies absolviert hatten, die nach ihrem Fahrerwechsel auf Rang drei zurückfielen. Für die van-der-Linde-Brüder war es nach dem Saisonauftakt in Oschersleben der zweite Podestplatz der Saison, für ihre Teamkollegen der erste des Jahres.

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Audi-Duo Salaquarda/Stippler siegt im Sonntagsrennen auf dem Nürburgring

Premierenerfolg für das Team ISR beim ADAC GT Masters: Filip Salaquarda (34/CZ) und Frank Stippler (43/Bad Münstereifel) gewannen im Audi R8 LMS für das Team aus Tschechien das Sonntagsrennen der „Liga der Supersportwagen“ auf dem Nürburgring. Im Kampf um Platz zwei setzten sich die Mercedes-AMG-Fahrer Markus Pommer (27/Neckarsulm) und Maximilian Götz (32/Uffenheim, beide Mann-Filter Team HTP Motorsport) in der vorletzten Runde gegen die Audi-Piloten Mike David Ortmann (18/Ahrensfelde) und Markus Winkelhock (38/Schorndorf, beide BWT Mücke Motorsport) durch. „Ein großartiger Tag“, so Premierensieger Salaquarda. „Gleich in unserer ersten ADAC GT Masters-Saison ein Rennen zu gewinnen, ist wirklich fantastisch.“ 

Auf dem Weg zum ersten ADAC GT Masters-Sieg ihres Rennstalls zeigten die beiden Team-ISR-Piloten eine souveräne Vorstellung. Nachdem Frank Stippler bereits im Qualifying die erste Pole-Position für die tschechische Mannschaft eingefahren hatte, ließ er auch beim Start nichts anbrennen und verteidigte seine Spitzenposition. Bis zum Pflichtfahrerwechsel zur Rennmitte fuhr der Lokalmatador aus Bad Münstereifel einen Vorsprung von knapp zwei Sekunden heraus. Partner Salaquarda baute diesen anschließend bis zum Ziel auf 11,4 Sekunden aus. Für das Team ISR war es im achten Rennen der erste Sieg in der „Liga der Supersportwagen. Während Filip Salaquarda das erste Mal in der Serie ganz oben auf dem Podest stand, war es für Stippler der zweite Triumph. Seinen ersten hatte er ebenfalls auf dem Nürburgring gefeiert: 2008 in einem Porsche. 

Spannend bis in die Schlussphase verlief dagegen der Kampf um die Podestplätze. Erst in der vorletzten Runde ging Mercedes-AMG-Pilot Markus Pommer an Audi-Fahrer Mike David Ortmann vorbei und sicherte sich und Partner Götz so Rang zwei. Das Duo verringerte durch seinen zweiten Podestplatz des Wochenendes den Rückstand auf die Tabellenführung auf lediglich einen Zähler. Für die Drittplatzierten Ortmann und Winkelhock war es im Audi R8 LMS der erste Podestplatz des Jahres. Ortmann holte gleichzeitig seinen ersten Sieg in der Pirelli-Junior-Wertung.

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