Urlaub auf dem Bauernhof – oder…schon wieder Bergrennen, diesmal in Wolsfeld

 

Das fängt ja gut an….

Wie jeder redlich arbeitende Mitbürger freu auch ich mich immer aufs Wochenende. Endlich ausschlafen!

Nun denn, seit ich mein Leben an der Seite von dem kleinen Rennfahrer friste, hat sich das erledigt: Bergrennen ist mal wieder angesagt. Wolsfeld. 

Zu einer für mich völlig unchristlichen Zeit um 6:30 Uhr klingelt der Wecker. „Punkt 8 Uhr ist Abfahrt“ schallt es aus der Faulhaber-Ecke.

Ich schäl mich aus meinem Bett und gebe mich geschlagen. Wie ferngesteuert und irgendwie in der irrigen Annahme es könnte eventuell doch ein stinknormaler Arbeitstag sein, laufe ich im Haus umher und schleppe Taschen dahin und Schuhe dorthin.

Die vollautomatische Kühlbox läuft schon seit Freitag bis an den Rand gefüllt auf Hochtouren, es verbleibt nur noch den Rest der Verpflegung in eine handelsübliche Kühlbox zu verfrachten. Kein Problem für mich…. Essen rein, Deckel zu. Ferddisch. …dass ich die Kühlakkus vergesse reinzutun stellt sich natürlich erst später raus und ist einzig und allein der Migräne meiner biologischen Uhr anzulasten.

7:45 Uhr Sophia und ich sind startklar und voller Vorfreude (ich improvisier natürlich nur).

… mein Schatz widmet sich erst mal ausgiebig seiner Morgentoilette, duschen, Zähne putzen, …. Rennfahrerallüren! Ohne ihn geht ja schließlich nix im Renngeschäft.

9 Uhr geht’s dann halt mal los Richtung Wolsfeld. Ich hätte noch locker eine Stunde schlafen können. Es regnet. Meine Stimmung ist auf dem Nullpunkt angekommen.

Mein Nörgel-Opfer fürs Wochenende ist auserkoren: Stefan-ich-bin-ein-Star-Faulhaber.

In Wolsfeld angekommen, beziehen wir unser Wochenendquartier beim Bauer Carl. Landschaftlich idyllisch gelegen - am Ende der Welt. Ich denk mir da ja nix dabei, ist ja mein erstes Mal beim Bauer.

Auto wird abgestellt, Tür auf, ….was schlägt mir entgegen? 100 Prozent geballte Landluft. Ich brech zusammen! Geiles Aroma. Herrlich! Das Begrüßungskomitee bestehend aus gefühlten 10000000 Fliegen steht auch schon bereit….

Was gibt es auch schöneres als sich drei Tage neben einem Kuhstall aufzuhalten, intensive Siloluft zu schnuppern und sich des Lebens zu freuen? Nix.

Andere bezahlen da Geld dafür – versuch ich mir die Situation schön zu denken…

Da ich ja mittlerweile aus mehrfacher, leidvoller Erfahrung weiß, dass bei so einem Bergrennen mehrere Fahrer mitfahren, schau ich mich suchend nach den anderen um… Komisch. Noch niemand da?

Falsch! Fahrerlager ist auf einer großen Wiese, fernab vom Bauernhof.

Da muss ich erst mal hin und kucken…

Im Fahrerlager schlägt mir eine Welle von Schulterklopfern und Händeschütteln entgegen, teils von Menschen, die ich noch nie gesehen habe ob meines letzten Rennberichts. Ich brech zusammen. …ein klein wenig macht mich das auch stolz. Setzt mich natürlich aber auch wieder irgendwie unter Druck…

Trotzdem an dieser Stelle mal ein herzliches Dankeschön!

Aber was viel wichtiger ist…, warum stehen wir nicht auch auf der Wiese, am Puls der Zeit? Ich klär das mal ganz schnell telefonisch mit meinem Schatz ab…. aber umziehen fällt flach. Wir bleiben wo wir sind. Schließlich und endlich ist ja Regen angesagt und da ist´s natürlich total schlecht, wenn man auf der Wiese steht. Die armen Reifen, das arme Auto, …alles gar nicht so gut. Nun denn. Wenn das so ist, dann ist das halt so. Wer widerspricht schon gerne einem Pokalsammler?

Frag mich auf dem Rückweg zum Bauern aber natürlich trotzdem, warum alle anderen trotzdem auf der Wiese stehen? Egal…., die wissen´s wahrscheinlich einfach nicht besser.

Zurück am Misthaufen: alles wird ausgepackt, aufgestellt, …ich hab da ja mittlerweile echt Übung drin und die Bayern (Sonja Briegel und Michael Rauch) sind auch schon da….

 

Wir grillen die Verwandtschaft der Stallbewohner und bereiten uns seelisch und moralisch auf die morgigen Trainingsläufe vor. Soll heißen es startet eine ausgiebige Kurvendiskussion, Berganalyse (wie steh ich persönlich zum Berg?, mag mich der Berg?, bergauf oder lieber Bergab?, braucht man Berge? Ohne Berge keine Täler…..), Winterreifen drauf oder lieber die abgefahrenen? Spoiler weg? Spoiler dran? Mentaltraining vom Feinsten….

 

Die Jungs aus Hamburg(Markus und Kai) bringen verfrühte „Weihnachtsgeschenke“, die Rennfahrer dürfen mit glänzenden Augen auspacken und freuen sich wie Bolle über die tollen, neuen Spoiler.

Noch Aufkleber drauf und wieder runter weil´s schief ist, wieder drauf…. herjeh, was ein Treiben.

Ich klink mich erst mal wieder aus und trink meine erste Weinschorle.

 

Sonntag, 12.06.2011 – Das Training

Wie bereits Usus, sind die Männer schon früh morgens am Rennplatz. Kein Problem, denn Sonja und ich frühstücken erst mal in aller Ruhe im Hotel und lassen den Tag langsam angehen.

Da sich im Eifelparadies keine wirklichen Shopping-Meilen in der Nähe befinden beschließen wir halt auch uns im Anschluss zu den Rennfahrern zu gesellen. Was sollten wir auch sonst tun?

Die Jungs sind schwer am Trainieren und fahren ganz gute Zeiten nach Hause (geiler Fachjargon)

 

Gruppe H bis 1600 ccm – Training                        Schnellste Einzelzeit 

1. 326 PAULITSCH Hans VW Minichberger Scirocco 16V A      01:09.137

2. 329 AUCHTER Tobias Opel Corsa A GSI 16V D                   01:09.337

3. 332 BRÜGGE Frank VW Brügge Golf I 20V D                       01:09.683

4. 328 FAULHABER Stefan Opel Risse Kadett Coupé 8V D      01:10.347

5. 319 HEINDRICHS Werner Opel Veytal Corsa 16V B            01:11.190

6. 327 KORESCH Rainer Ford Escort BDA D                            01:11.276

7. 333 FUCHS Mario Daihatsu Charade 4x4 D                        01:11.861

8. 321 BRUNNER Thorsten VW Golf I 16V D                            01:12.785

9. 318 NOWACZYK Mario VW Misczyk-Golf 8V D                     01:15.689

10. 325 DIETZ Nikolas VW Golf I 8V D                                    01:15.913

11. 322 HESSE Lutz VW Büchl Golf D                                      01:16.063

12. 323 SEITZ Jürgen Ford Escort MKIII D                              01:18.517

 

Zwischendurch werde ich zum Avon-LKW geschickt. Ja, ich freu mich…., mein Schatz will mir was Gutes tun und schickt mich zum Beauty-Tempel für gestresste Rennfahrerbegleiterinnen am Rande des Vorstarts. Sieht zwar bissel gewöhnungsbedürftig aus, eigentlich mehr wie ein großer LKW, aber der Inhalt zählt. Frau will ja nicht maulen. Ich denk mir auch nix dabei, dass ich noch ein paar alte, abgefahrene Reifen mitnehmen soll…., vielleicht bekommen die ja dort auch wieder mit bissel Creme, Peeling und Tiefen-Massage hin?

Dort angekommen entpuppt sich der vermeintliche Beauty-Tempel jedoch mehr als ein „Ich-kauf-mir-neue-Reifen-und-bin-happy-Center“ für Bergrennfahrer. Glückliche Rennfahrer kommen mir mit neuen Reifen entgegen - bittere Enttäuschung macht sich in mir breit.

Nun denn, wo ich schon mal die alten abgelutschten Reifen dabei hab, lass ich mal neue aufziehen. Bei den alten war eh kein Profil mehr drauf. Aber mitnehmen soll ich die alten dann aber doch – „kann man noch verkaufen“….

Wo? Bei E-Bay als Reliquie des Bergrennsports? Ich brech zusammen. Da kaufen doch wirklich irgendwelche Menschen, Reifen mit weniger als nix an Profil und fahren da noch mit rum? Erschreckend! Aber mich wundert ja schon lange nix mehr und so pack ich den ganzen Kram ins Auto und hechte wieder zurück zum Schatzi, der zwischendurch schon panisch angerufen hat, wo ich bleibe. Die neuen Reifen müssen ja noch „eingefahren“ werden. Sich an die Straße und den bösen Asphalt gewöhnen, der so an der jungfräulichen Reifenhaut reibt…. Oh weh!

Am Platz zurück hat sich zum Glück auch Verstärkung aus der Pfalz beim Bauer eingefunden: meine Lieblingskollegin Beate und ihr Freund Thomas. Thomas, weil er Opel Kadett Fan ist – Beate, weil sie ihn liebt und mir seelischen Beistand leisten mag.

Thomas ist sich auch für nix zu schade und bringt sich mächtig ein: Reifen streicheln, wechseln, Rennfahrer bewundern, Grillen, Schorle nachschenken, Fachgespräche führen, …etc. – Beate kann es noch nicht wirklich fassen, dass sie wirklich dort ist; auf ihrem 1. Bergrennen – am Siedepunkt des Geschehens.

Da wir Mädels nix Besseres vorhaben an diesem schönen, milden, lauschigen Sonntagabend beschließen wir, nach dem allabendlichen Grillen, ins Festzelt zu ziehen.

Dies entpuppt sich als gut gesicherte Bastion, bewacht von Security-Männern und im Eingangsbereich geteilt in die Zonen „U18“ und „Ü18“ – endlich drinnen drücken wir den Altersschnitt gewaltig und stellen mit Entsetzen fest: es gibt keine Weinschorle! Bekleidungstechnisch haben wir auch daneben gegriffen, da es sich hier um einen „Sommernachtsball“ handelt und wir im „Scheiß-egal-ob-die-Klamotten-dreckig-werden“-Look einlaufen. 

What shall´s? Der Rennfahrer-Begleitungs-Boxenluder-Dress ist halt mal noch in der Reinigung.

Aber nach zwei, drei Gläsern Sekt und einem beginnenden Tinnitus ob der guten und vor allem lauten Musik reichts dann auch schon und wir machen uns vom Acker im wahrsten Sinne des Wortes. Heim-schlafen-back-to-the-Eifel-Hostel

 

Montag, 13.06.2011 – Das Rennen

Wie es in der Eifel nun mal so ist, hat es in der Nacht geregnet und es nieselt auch noch leise vor sich hin als wir nach dem Frühstück zu den Jungs auf den Bauernhof fahren.

Dort schallmeit uns auch schon eine heiße Diskussionswelle entgegen: Regenreifen oder besser nicht? Strecke trocken? Strecke nass? Was machen die anderen? Was mach ich?

Oh weh, was für ein Tumult. Welch eine Hektik an einem Pfingstmontag! Und ich dachte ICH hätte Probleme, wenn ich morgens vor meinem Kleiderschrank stehe und nicht weiß was ich anziehen soll.

 

Ich misch mich aber mal gar nicht ein und beobachte die Szenerie von weitem.

Hat bissel was vom Treffen der anonymen Gummi-Fetischisten, wenn ich so recht drüber nachdenke….

Mein Hirn reagiert jedoch plötzlich mit Auto-Aggression: „Menschenskinder Jungs, macht halt irgendwelche Reifen drauf und fahrt den Berg rauf und zwar zackig!“

Gedacht – getan

Und weil die ganzen Rennfahrer das so toll gemacht haben, trotz schier endloser Reifendiskussionen (ich mach das zweimal im Jahr: Sommerreifen runter, Winterreifen drauf und umgekehrt – ZWEIMAL IM JAHR wohlgemerkt), dürfen sie auch anstatt wie vorgesehen dreimal, sogar VIERMAL den Berg rauf fahren. Das ist wie Weihnachten und Ostern zusammen.

Und am Ende hat sich das ja auch mal wieder gelohnt:

 

Gruppe H bis 1600 ccm - Klasse 35 Rennergebniss                  Gesamtzeit

1. 326 PAULITSCH Hans VW Minichberger Scirocco 16V A       04:43.851

2. 332 BRÜGGE Frank VW Brügge Golf I 20V D                        04:47.149

3. 333 FUCHS Mario Daihatsu Charade 4x4 D                         04:49.440

4. 328 FAULHABER Stefan Opel Risse Kadett Coupé 8V D      04:50.576

5. 319 HEINDRICHS Werner Opel Veytal Corsa 16V B            04:52.158

6. 325 DIETZ Nikolas VW Golf I 8V D                                      05:08.442

7. 323 SEITZ Jürgen Ford Escort MKIII D                                05:10.420

8. 318 NOWACZYK Mario VW Misczyk-Golf 8V D                      05:13.474

Nicht in Wertung

321. BRUNNER Thorsten VW Golf I 16V D

327. KORESCH Rainer Ford Escort BDA D

329. AUCHTER Tobias Opel Corsa A GSI 16V D

Gestartet: 11      Gewertet: 8       Nicht gewertet: 3

 

Nachdem dann alle wieder heil vom Berg runtergekommen sind und alles wieder verpackt ist, können wir ENDLICH die Heimreise antreten.

Ganz schön anstrengend so ein Urlaub auf dem Bauernhof und das ganz ohne Kühe melken.

 

Tschüss Eifel – Tschüss Bauer Carl

Euer Steffilein

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News - Bergrennen

Der KW Berg-Cup in Mickhausen: Gelungenes Finale in den Stauden

Die Auflage 2017 – von der alle Freunde des Bergrennsports inständig hoffen, dass sie nicht zur „Final Edition“ wird – war sicher eine der besten der letzten Jahre. Auch Petrus spielte diesmal zumindest einigermaßen mit. Am Trainingssamstag verwöhnte er sogar mit sehr annehmbarem Herbstwetter, ließ es danach allerdings nachtsüber regnen. Das hörte zwar am Sonntagvormittag auf, aber in den Waldpassagen blieb die 2,2-Kilometer-Strecke tückisch feucht, stellte dadurch höchste Anforderungen an die Pilotinnen und Piloten des „Int. 37. ADAC Bergrennen Mickhausen“. 174 davon nahmen die drei Übungsdurchgänge programmgemäß um Punkt 09:30 Uhr in Angriff. Kurz vor halbsieben tauchten die letzten Autos abends wieder ins Fahrerlager ein. Am Sonntag wurde eine Stunde früher aufgerufen und begonnen. Viele rechneten mit einer stark von Unterbrechungen geprägten ersten Auffahrt. Ganz gemäß der Faustformel: „Wird nur auf trockener Piste trainiert und das Rennen startet nass, so sind häufige Ausrutscher vorprogrammiert.“ Dies traf in Mickhausen zum Glück nicht zu. Hier hat wahrscheinlich der Wertungsmodus geholfen. Der vorsah, nur die zwei besten von drei Heats zum Schlussresultat zu addieren. Da für den weiteren Verlauf des Sonntags Wetterbesserung in Aussicht gestellt war, hielt sich die Angriffslust im ersten Run in Grenzen. Erst ab dem Zweiten wurde die vornehme Zurückhaltung abgelegt, was vermehrte Vorfälle nach sich zog. Die aber allesamt glücklicherweise glimpflich verliefen. Bevor wir uns jetzt gleich das Geschehen im Einzelnen betrachten muss unbedingt noch erwähnt werden, dass Mickhausen 2017 wirklich ein würdiger Abschluss der 30. KW Berg-Cup Saison war. Mit einem tollen internationalen Fahrerfeld, das einerseits durch das Top-Prädikat „Int. FIA Hill Climb Cup“ angelockt worden war, andererseits durch den guten Ruf der Veranstaltung des ASC Bobingen. Die für die herzliche Aufnahme des Berg-Trosses im Fahrerlagerort Münster seit jeher bekannt und nicht zuletzt deshalb bei vielen Aktiven echt beliebt ist. Sehr emotional gestaltet sich immer wieder die letzte Talfahrt nach Rennende über die Strecke durch das Spalier der super mitgehenden Fans. Von denen viele auch noch der stimmungsvollen Siegerehrung im Vorstartbereich beiwohnen, die dieses Jahr gegen 19 Uhr beendet war. Der Verlauf eines Rennens mit dem Modus „Zwei aus Drei“ ist schwierig zu schildern. Weil es keine Durchgängigkeit, dafür aber viele Veränderungen gibt. Wie das in den Klassen mit Beteiligung von KW Berg-Cup Aktiven nun genau ausgesehen hat, das wollen wir uns im Folgenden betrachten.

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Der KW Berg-Cup in St. Agatha/A: Flottes Rennen vor vollem Haus

 Die in der Überschrift getroffene Aussage „flottes Rennen“ gilt übrigens nicht nur für die gefahrenen Top-Zeiten, sondern auch für die Abwicklung. Das Team des MSC Rottenegg liefert zum 30. Rennjubiläum eine perfekte Arbeit ab. Ein Traum sind die Probeheats. Sie beginnen am Samstag erst um 12 Uhr, dies aber minutengenau. 182 Fahrzeuge werden dazu aufgerufen, die beiden Auffahrten auf der flüssigen, ultraschnellen 3,2-Kilometer-Strecke von Esthofen hinauf nach St. Agatha sind schon gegen 16:30 Uhr beendet. Traditionell wird in Oberrösterreich der Sonntag mit einem dritten Trainings-Run begonnen. Dieser startet um 8:30 Uhr. Nach einer Stunde und vierzig Minuten sind alle oben. Mein Block, auf dem ich routinemäßig die wichtigsten Vorfälle festhalte, ist so gut wie leer. Nur ein paar Notizen über das Wetter habe ich hin gekritzelt. Trocken steht da, morgens kühl. Am Samstag wärmt die Sonne das Asphaltband etwas auf, am Renntag hält sie sich oft hinter Wolken versteckt. In Anbetracht der hohen Zahl an Teilnehmern wird der Rennbeginn flugs auf 12 Uhr vorgezogen. Ein weiser Beschluss, denn im ersten Race-Heat wird nun merklich hitziger agiert. Was ein Teil der Betonwandelemente und Leitplanken zu spüren bekommt. Aber es bleibt bei glimpflich verlaufenden Einzelfällen, die Blessuren an den Sicherheitseinrichtungen werden schnell behoben. In der zweiten und letzten Bergfahrt haben sich die Gemüter schon wieder beruhigt, gegen 17:15 Uhr schließt die Startnummer 1, Christian Merli im Osella FA30, mit dem neuen Streckenrekord von 1:02,129 das EXCAPE Autobergrennen Esthofen – St. Agatha spektakulär und würdig zugleich ab.

Wie immer ist die Rückführung ein letztes Highlight, denn Fans und Rennautos teilen sich dabei diszipliniert die Straße. Und begeisterte Zuschauer hatte es auch in 2017 an beiden Tagen reichlich. Ganz genauso wie aktive KW Berg-Cup’ler. 48 davon haben sich an der Reise nach St. Agatha beteiligt. Das ist mehr als ein Viertel des imposanten Gesamtfeldes. Wie es den Einzelnen in unserem rot-weiß-roten Nachbarland ergangen ist, das wollen wir uns nun gemeinsam Klasse für Klasse ansehen.

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Der KW Berg-Cup in Unterfranken: Runde 50. Auflage des Klassikers

Zum runden Geburtstag ein rundum gelungenes Rennen, besser hätte es für den GAMSC Würzburg am letzten Wochenende gar nicht laufen können. Eine nasse Fahrbahn gab es nur am Trainingssamstag bis gegen Mittag, der Sonntag bot dann echt annehmbares Wetter. Zwar etwas kühl, in der Tendenz aber eher freundlich. An beiden Tagen schaffte die Mannschaft rund um Peter Thumbeck einen pünktlichen Beginn, legte damit den Grundstein dazu, dass alle drei pro Tag geplanten Läufe auf der 3,05-Kilometer-Strecke durchgezogen werden konnten. Trotz der insgesamt 181 teilnehmenden Autos, von denen 47 in der angegliederten Gleichmäßigkeitsprüfung starteten, lag der Schluss des Fahrbetriebes jeweils kurz vor 17:30 Uhr. Die Feiern zum „Fünfzigsten“ beschränkten sich auf den Samstagabend. Im Festzelt, das sehr gut besucht war, erlebten die Gäste ein buntes Programm, zu dem die Eichenbühler Vereine verschiedene attraktive Einlagen beisteuerten. Besonders interessant war für alle Freunde des Bergrennsports sicher der Beitrag der Feuerwehr, an dem Nils Abb federführend mitgearbeitet hatte. In einer gut inszenierten Multimediashow ließ dieser 50 Jahre Bergrennen Unterfranken Revue passieren, wobei die gezeigten Bilder bei vielen Besuchern Erinnerungen auffrischten und Emotionen auslösten. Und damit zurück aus dem Festzelt an die Rennstrecke. Wie immer steigen wir mit dem NSU-Bergpokal, für den Unterfranken der vorletzte Lauf des Jahres war, in die Berichterstattung ein. Elf der luftgekühlten Heckmotorfahrzeuge nahmen daran teil. Der Übungssamstag bot wenig Überraschendes. Jörg Davidovic ließ sich die beste Zeit gutschreiben. Karsten Steinert folgte als Zweiter, dahinter bezog Gaststarter Andreas Reich Position drei. Ihm folgten, eng zusammenliegend, Thomas Krystofiak (TP4) und Uwe Schindler als Fünfter. Der Renntag zeichnete dann ab Platz zwei ein etwas anderes Bild. Uwe Schindler fuhr im ersten Heat auf die Drei vor, setzte sich vor Thomas Krystofiak (P4) und Andreas Reich (P5). Der Letztgenannte hatte in der zweiten Auffahrt ein Problem, vollendete diese nicht. Seinen fünften Rang übernahm Mike Vogel. Vor ihm hatte sich nichts geändert, allerdings war Thomas Krystofiak weiterhin nahe an Uwe Schindler dran. Im dritten und letzten Run schaffte der sehr gleichmäßig agierende Thomas Krystofiak noch die Wende, zog um 0,459 Sekunden an Uwe Schindler vorbei. Der Endstand: Klassensieg für Jörg Davidovic vor Karsten Steinert (P2) und Thomas Krystofiak als Drittem. Uwe Schindler beendet das Rennen auf der Vier, Fünfter ist Mike Vogel.

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News - Rundstrecke

Götz und Pommer gewinnen Hitzeschlacht in Most im Mercedes-AMG

Die Schlange hat zugebissen: Markus Pommer (27/Neckarsulm) und Maximilian Götz (32/Uffenheim, beide MANN-Filter Team HTP) gewannen in der leuchtend gelben "Mamba" das Sonntagsrennen des ADAC GT Masters in Most und fuhren damit den ersten Saisonsieg für Mercedes-AMG ein. Die Positionen zwei und drei gingen wie am Vortag an die Corvette-Fahrer Marvin Kirchhöfer (24/Markkleeberg) und Daniel Keilwitz (28/Villingen, beide Callaway Competition) sowie die Tabellenführer Robert Renauer (33/Jedenhofen) und Mathieu Jaminet (23/F, beide Precote Herberth Motorsport) im Porsche. "Besser konnte es heute nicht laufen", jubelte Sieger Maximilian Götz im Ziel. "Es ist toll, den ersten Sieg in diesem Jahr geholt zu haben. Das war wichtig für die Meisterschaft."

Pole-Setter Götz setzt sich ab
 
Pole-Position, schnellste Rennrunde und ungefährdeter Sieg: Maximilian Götz und Markus Pommer hatten in Most am Sonntag trotz Temperaturen von knapp 25 Grad alles unter Kontrolle. Pole-Setter Götz blieb beim Start in Führung und fuhr danach einen Vorsprung von fünf Sekunden auf die Verfolger heraus. Teamkollege Pommer, der zur Rennmitte das Cockpit des Mercedes-AMG übernahm, brachte danach den ersten Saisontriumph souverän ins Ziel. Sein Vorsprung betrug am Ende 1,9 Sekunden. Für Götz war es der insgesamt fünfte Sieg in der Serie und der erste seit dem Lausitzring 2014. Partner Pommer musste nicht so lange auf einen weiteren Triumph warten. Seinen bisher einzigen Sieg hatte er 2017 auf dem Nürburgring eingefahren.
 
Zweite wurden wie im ersten Rennen die Corvette-Fahrer Kirchhöfer/Keilwitz, die die Sieger jedoch nie wirklich gefährden konnten. Den letzten Podestplatz schnappten sich - ebenfalls wie im ersten Durchgang - Robert Renauer und Mathieu Jaminet im Porsche. Das Duo profitierte allerdings von einer Strafe des in der ersten Rennhälfte auf Podestkurs liegenden Mercedes-AMG von Indy Dontje (25/NL) und Maximilian Buhk (25/Schwarzenbeck, beide MANN-Filter Team HTP), die die vorgeschriebene Mindestzeit beim Boxenstopp unterschritten und am Ende 16. wurden. Renauer und Jaminet bauten mit dem zweiten Podium in Folge ihre Führung in der Gesamtwertung aus.

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Jeffrey Schmidt und Stefan Mücke holen ersten ADAC GT Masters-Sieg

Premierenerfolg für Jeffrey Schmidt (24/CH) und Stefan Mücke (36/Berlin, beide BWT Mücke Motorsport) im ADAC GT Masters. Die Audi-Fahrer gewannen bei der Premiere der "Liga der Supersportwagen" in Tschechien das Samstagsrennen in Most. Platz zwei ging an Marvin Kirchhöfer (24/Markkleeberg) und Daniel Keilwitz (28/Villingen, beide Callaway Competition) in der Corvette C7 GT3-R. Als Dritte fuhren die neuen Tabellenführer Robert Renauer (33/Jedenhofen) und Mathieu Jaminet (23/F, beide Precote Herberth Motorsport) ebenfalls auf das Podest. "Ich bin absolut sprachlos", so Sieger Stefan Mücke nach dem Rennen. "In einem so harten Umfeld einen Sieg zu holen ist absolut was Besonderes - vor allem wenn es mit dem eigenen Team gelingt."

Schmidt und Mücke souverän an der Spitze
 
Während Premieren-Pole-Setter Jeffrey Schmidt beim Start erfolgreich die Führung verteidigte, wurde es dahinter turbulent. Alexander Zöchling (30/A, MRS GT-Racing) verdrängte im BMW M6 GT3 Marvin Kirchhöfer auf Rang zwei, noch weiter hinten kollidierten in Kurve zwei mehrere Fahrzeuge und sorgten für eine kurze Safety-Car-Phase. Nachdem in Runde vier das Rennen wieder freigegeben wurde, setzte sich Schmidt an der Spitze leicht ab. Beim Fahrerwechsel zu Teamkollege Stefan Mücke hatte er einen Vorsprung von knapp zwei Sekunden herausgefahren. Auch der Berliner blieb souverän an der Spitze und baute seinen Vorsprung zwischenzeitlich auf mehr als fünf Sekunden aus. Im Ziel lag er schließlich 4,3 Sekunden vor Kirchhöfer/Keilwitz. Sowohl für Jeffrey Schmidt als auch für Stefan Mücke war es der erste Sieg im ADAC GT Masters, für ihren Rennstall BWT Mücke Motorsport der insgesamt dritte. Schmidt gewann zudem in der Pirelli-Junior-Wertung.

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Doppelsieg für Lamborghini im zweiten Saisonrennen

Lamborghini war im Sonntagsrennen des ADAC GT Masters in der Motorsport Arena Oschersleben das Maß der Dinge: Mirko Bortolotti (28/I) und Andrea Caldarelli (28/I, beide ORANGE1 by GRT Grasser) siegten mit 1,8 Sekunden Vorsprung vor ihren Markenkollegen Rolf Ineichen (29/I) und Christian Engelhart (30/Wolnzach, beide GRT Grasser Racing Team). Als Dritte holten Dominik Schwager (41/München) und Luca Ludwig (29/Bonn, beide HB Racing) den ersten Podestplatz für den in diesem Jahr in der "Liga der Supersportwagen" debütierenden Ferrari 488 GT3. "Das war perfekt", freute sich Sieger Bortolotti. "Die Leistung war richtig gut. Wir haben keine Fehler gemacht und sind sehr zufrieden."

Lamborghini-Duo behauptet Führung
 
Das zweite Saisonrennen stand vor mehr als 25.000 Zuschauern (am Wochenende) ganz im Zeichen der beiden Lamborghini Huracán, die sich bereits im Qualifying die ersten beiden Positionen gesichert hatten. Polesetter Christian Engelhart verteidigte beim Start gegen Markenkollege Andrea Caldarelli die Führung. Während die Reihenfolge an der Spitze bis zu Pflichtboxenstopps zur Rennmitte gleich blieb, setzte sich das Duo stetig von den Verfolgern ab. Doch kurz nachdem Rolf Ineichen von Engelhart und Mirko Bortolotti von Caldarelli übernommen hatten, wechselte die Führung: Bortolotti ging in Runde 23 am Markenkollegen vorbei und eroberte den ersten Platz. Auch danach dominierten die beiden Lamborghini das Rennen. Bis zum Einsatz des Safety-Cars zur Bergung des Mercedes-AMG von Kim-Luis Schramm (20/Ilmenau) hatten sie bereits einen Vorsprung von rund zehn Sekunden auf die Verfolger herausgefahren. Bortolotti gelang danach ein problemloser Sieg und sah 1,8 Sekunden vor Ineichen die Zielflagge. Für Bortolotti war es der dritte Sieg im ADAC GT Masters, für seinen neuen Teamkollegen Caldarelli der erste. Ineichen sicherte sich als Zweiter den Sieg in der Pirelli-Trophy-Wertung.

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